DAX Schluss Leichte Abschläge, Siemens unter Druck

 |  27.08.2007, 18:03  |  1756 Aufrufe  |   0  | 

Frankfurt - Nach einem positiven Auftakt ist der DAX am Nachmittag in die Verlustzone gerutscht. Unter äußerst dünnen Umsätzen sackte das Aktienbarometer bis Handelsschluss um 0,28 Prozent auf 7.485,99 Punkte ab. Der MDAX ging hingegen mit einem Plus von 0,14 Prozent aus der Sitzung und schloss bei 10.082,05 Zählern. Die Wall Street tendierte zum Xetra-Schluss etwas schwächer.


Papiere des Touristikkonzerns TUI übernahmen ohne weitere Unternehmensmeldungen die DAX-Spitze und legten 3,2 Prozent zu. Aktien des Autozulieferers Continental schoben sich nach einem positiven Analystenkommentar um 1,1 Prozent vor. Anteilsscheine von BASF entwickelten sich mit +0,5 Prozent ebenfalls besser als der Gesamtmarkt. Der Chemiekonzern kündigte heute die Erweiterung seiner Anlagen zur Herstellung von Automobilkatalysatoren in Asien an, um auf die zu erwartende steigende Nachfrage reagieren können. Das adidas-Papier gewann ebenfalls hinzu, nachdem der Konzern seinen Ausrüstervertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) verlängert und damit den US-Konkurrenten Nike ausgestochen hat.


Die Bayer-Aktie gab indes 1 Prozent ab, obwohl der Pharmakonzern mit guten Studienergebnissen mit Nexavar bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom auftrumpfen konnte. Papiere der Deutschen Börse schlossen ebenfalls schwächer. Einem Pressebericht zufolge will der US-Mitbewerber Nasdaq Stock Market einen Teil seiner Beteiligung an der London Stock Exchange der Deutschen Börse zum Verkauf anbieten. Die höchsten Verluste erlitt allerdings die Siemens-Aktie mit -1,6 Prozent. Laut einem Medienbericht will sich die amerikanische Börsenaufsicht SEC bei der Münchener Staatsanwaltschaft über die Korruptionsaffäre bei dem Industriekonzern informieren.


Im MDAX zählten Papiere von Klöckner & Co mit +4,4 Prozent erneut zu den Favoriten. Kräftige Aufwärtsavancen entwickelten zudem Symrise, Pfleiderer und PATRIZIA. Im SDAX preschten Balda um über 20 Prozent nach oben. Zuvor hat der Handy-Ausrüster einen weiteren Großauftrag vermeldet.


Schlusskurse (17:36 Uhr):


DAX: 7.485,99 (-0,28 Prozent)


MDAX: 10.082,05 (+0,14 Prozent)


Tagesgewinner: TUI, Continental, HRE


Tagesverlierer: Siemens, MAN, Infineon


Unternehmensmeldungen:


Die amerikanische Börsenaufsicht SEC will sich laut einem Bericht der Zeitung "Der Tagesspiegel" bei der Staatsanwaltschaft in München über die Korruptionsaffäre beim Industriekonzern Siemens AG (ISIN DE0007236101/ WKN 723610) informieren. Der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld wollte sich nicht dazu äußern, was im Einzelnen besprochen werden soll. Ob die SEC auch bei Siemens direkt vorstellig werden wird, ist laut dem Bericht offen.


Der zum Chemiekonzern BASF AG (ISIN DE0005151005/ WKN 515100) gehörende Unternehmensbereich Catalysts kündigte heute die Erweiterung seiner Anlagen zur Herstellung von Automobilkatalysatoren in Shanghai (China) und im indischen Chennai an. Konzernangaben zufolge will man mit dieser Kapazitätsausweitung auf die in den kommenden Jahren zu erwartende steigende Nachfrage in diesem Segment reagieren können.


Der Sportartikel-Ausrüster adidas AG (ISIN DE0005003404/ WKN 500340) hat seinen Ausrüstervertrag mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) verlängert. Wie der Konzern heute erklärte, wurde der Ausrüstervertrag mit dem DFB bis zum Jahr 2018 verlängert, wobei adidas im Rahmen des Vertrags bis zum Ende 2018 offizieller Ausrüster des DFB bleibt. Finanzielle Einzelheiten der jetzigen Vereinbarung zwischen adidas und dem DFB wurden nicht bekannt gegeben.


Die amerikanische Nasdaq Stock Market Inc. (ISIN US6311031081/ WKN 813516) will einen Teil ihrer 31-prozentigen Beteiligung an der London Stock Exchange plc (LSE) (ISIN GB00B0SWJX34/ WKN A0JEJF) Presseangaben zufolge der Deutsche Börse AG (ISIN DE0005810055/ WKN 581005) zum Verkauf anbieten. Dies berichtet die britische Zeitung "The Observer". Laut dem Bericht will der amerikanische Betreiber der gleichnamigen Technologiebörse die Hälfte seiner LSE-Beteiligung für mehr als 400 Mio. Britische Pfund (GBP) an den im DAX30 notierten Börsenbetreiber veräußern. Sollte es tatsächlich zu einem Verkauf dieses LSE-Anteils an die Deutsche Börse kommen, dürfte dies möglicherweise dazu führen, dass die Deutsche Börse in absehbarer Zeit einen erneuten Versuch zur Übernahme seines britischen Konkurrenten wagen könnte.


Die Deutsche Lufthansa AG (ISIN DE0008232125/ WKN 823212) will nach Aussage ihres Vorstandsvorsitzenden Wolfgang Mayrhuber auch zukünftig bei der Konsolidierung der europäischen Luftfahrtbranche partizipieren und setzt dabei auf Markenvielfalt. "Ich möchte noch mehr Marken haben" erklärte der Vorstandschef des Konzerns gegenüber der "WirtschaftsWoche". Die Vielfalt sei einer der Gründe, warum die Lufthansa im Gegensatz zu anderen im Europa-Verkehr "wieder wächst und eindeutig die Nummer eins ist".


Die planmäßige Zwischenauswertung einer im asiatisch-pazifischen Raum durchgeführten Phase-III-Studie mit Nexavar (Sorafenib)-Tabletten bei Patienten mit fortgeschrittenem Leberzellkarzinom (HCC) hat gute Ergebnisse gezeigt. Die zur Bayer AG (ISIN DE0005752000/ WKN 575200) gehörende Konzernsparte Bayer HealthCare und die amerikanische Onyx Pharmaceuticals Inc. (ISIN US6833991093/ WKN 900778) entwickeln das Produkt gemeinsam. Auf Empfehlung eines unabhängigen Datenüberwachungskomitees wird die Studie wegen der guten Daten abgebrochen, um Patienten, die im Rahmen der Studie Placebo erhielten, ebenfalls mit Nexavar behandeln zu können. Nexavar wird bereits in über 50 Ländern in der Nierenkrebs-Therapie eingesetzt.


Das High-Tech-Unternehmen Balda AG (ISIN DE0005215107/ WKN 521510) hat einen weiteren Großauftrag erhalten. Wie der Handy-Ausrüster heute erklärte, werden ab 2008 für einen Mobiltelefonhersteller jährlich 6 bis 8 Millionen Touch-Sensoren produziert. Anfang April 2008 soll die Serienproduktion im chinesischen Xiamen beginnen. Der speziell für diesen Auftrag entwickelte Sensor ist wichtiger Bestandteil des Produkts, dessen Markteinführung für 2008 vorgesehen ist. (27.08.2007/ac/n/m)

Wertpapiere des Artikels:
Balda AG
Bayer AG
Siemens AG
adidas AG
BASF AG
Deutsche Lufthansa AG
Deutsche Börse AG
DAX

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