BONN - Bei der Deutschen Post sind im vergangenen Jahr Umsatz und operativer Gewinn erneut zurückgegangen. Besonders die Express-Sparte und das Speditionsgeschäft litten stark unter dem weltweiten Konjunktureinbruch und schrumpften beim Umsatz um knapp ein Viertel, teilte das Unternehmen am Dienstag in Bonn mit. Insgesamt sank der Umsatz von 54,47 auf 46,20 Milliarden Euro. Im vierten Quartal verbesserte sich die Lage. Das im Dax notierte Unternehmen verlangsamte den Umsatzrückgang zum Vorjahresquartal auf 11,6 Prozent. Die Post schlägt für 2009 eine unveränderte Dividende von 0,60 Euro vor. Künftig will das Unternehmen 40 bis 60 Prozent des Konzerngewinns ausschütten. Beim Gewinn blieben die Bonner hinter den Erwartungen des Marktes zurück.
Im frühen Handel sank der Post-Kurs um 2,77 Prozent auf 12,450 Euro. Die Zahlen für 2009 seien unter den Erwartungen der Analysten geblieben, sagte ein Börsianer am Morgen. Auch die Zielsetzung für 2010 sei schwächer als erwartet ausgefallen. Nach der sehr guten Kursentwicklung der Aktien in der Vorwoche komme es nun zu Gewinnmitnahmen.
OPERATIVER GEWINN SINKT
Der operative Gewinn vor Einmaleffekten schrumpfte von 2,011 auf 1,473 Milliarden Euro. Hier schlugen der Niedergang des Briefgeschäfts sowie der konjunkturbedingte Einbruch im Speditionsgeschäft (Global Forwarding) zu Buche, welches um knapp ein Drittel auf 272 Millionen Euro sank. Die Briefsparte trug weiterhin mit 1,412 Milliarden Euro den Löwenanteil zum operativen Gewinn bei, setzt aber ihren Niedergang mit einem Gewinnrückgang um 14 Prozent fort. Allerdings verringerte der Rückzug aus dem hochdefizitären inneramerkanischen Expressgeschäft die dortigen Verluste. Die Post steuerte in der Krise gegen und schraubte mit einer drastischen Sparanstrengung die Kosten um 1,1 Milliarden Euro herunter.
Dank des Verkaufs der Postbank kam die Post unterm Strich wieder in die schwarzen Zahlen mit 644 Millionen Euro nach minus 1,688 Milliarden Euro vor einem Jahr. Für das laufende Jahr verspricht die Post, diesen Gewinn zu übertreffen. Der operative Gewinn vor Einmaleffekten soll auf 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro steigen. Dazu soll die Briefsparte 1,0 bis 1,2 Milliarden Euro beisteuern, das DHL-Geschäft 1,0 bis 1,1 Milliarden Euro. Ausgelagerte Kosten für die Zentralbereiche schätzt die Post auf 400 Millionen Euro. Eine Umsatzprognose gab die Post nicht, stellte aber eine moderate Erholung der weltweiten Transportmengen in Aussicht. Zudem verlängerte die Post die Verträge der Vorstände für Kontraktlogistik und Spedition, Bruce Edwards und Hermann Ude, um fünf Jahre bis 2016./fn/wiz/tw