Börsen in Europa Schluss Leichte Erholung, EADS mit Abschlägen

 |  09.03.2010, 20:09  |  2329 Aufrufe  |   0  | 

Zürich (aktiencheck.de AG) - Die europäischen Börsen konnten sich im Handelsverlauf leicht erholen. Der Dow Jones EURO STOXX 50 gewann zuletzt 0,05 Prozent auf 2.880,71 Punkte. Der auch britische und schweizerische Titel umfassende Dow Jones STOXX 50 legte daneben um 0,09 Prozent auf 2.577,27 Zähler zu. Der in Paris berechnete EURONEXT 100 kletterte indes um 0,17 Prozent auf 684,77 Stellen nach oben. Die europäischen Länderbörsen schlossen uneinheitlich.

Wie die französische Zollbehörde heute bekannt gab, hat sich das französische Handelsbilanzdefizit im Januar 2010 reduziert. So schrumpfte das Defizit in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone auf 3,68 Mrd. Euro. Für Dezember 2009 war ein Passivsaldo von 4,15 Mrd. Euro verbucht worden. Indes hat sich das britische Handelsbilanzdefizit im Januar 2010 vergrößert, wie National Statistics mitteilte. So erhöhte sich das Defizit auf 8,0 Mrd. Britische Pfund (GBP), während Volkswirte ein Minus von 7,0 Mrd. GBP prognostiziert hatten. Für Dezember war ein Passivsaldo von revidiert 7,0 (vorläufig: 7,3) Mrd. GBP ermittelt worden. Ansonsten stehen heute noch Quartalszahlen von Bank of Nova Scotia und Kroger an.

In Frankreich gaben im CAC 40 die Aktien von EADS (ISIN NL0000235190 / WKN 938914) um 2,8 Prozent ab, womit sie ganz unten im französischen Leitindex stehen. Der Luft- und Raumfahrtkonzern hatte am Morgen nach hohen Rückstellungen für den Militärtransporter A400M sowie das Langstreckenflugzeug A380 einen deutlichen Verlust in Höhe von -763 Mio. (2008: 1,57 Mrd.) Euro für das abgelaufene Fiskaljahr präsentiert. Angesichts des deutlichen Ergebnisrückgangs wolle man außerdem auf die Ausschüttung einer Dividende für das abgelaufene Fiskaljahr verzichten. Darüber hinaus hat sich EADS aus dem Rennen um den milliardenschweren Tankflugzeugauftrag der US-Luftstreitkräfte zurückgezogen. Der Großauftrag für die Erneuerung der US-Tankflugzeuge hat ein Auftragsvolumen von rund 35 Mrd. Dollar und galt als einer der begehrtesten in der Flugzeugbaubranche. Ebenfalls abgeben mussten Finanztitel. So verloren Société Generale 1,5 Prozent, Credit Agricole 1,4 Prozent und BNP Paribas 0,5 Prozent, während sich Lafarge um 0,6 Prozent verbilligten. Sanofi-Aventis (ISIN FR0000120578 / WKN 920657) lagen mit 0,2 Prozent knapp im Minus. Der Pharmakonzern legt seine Tiergesundheitssparte mit der des US-Konkurrenten Merck & Co. (ISIN US58933Y1055 / WKN A0YD8Q) zusammen. Indes sackten Aktien der Groupe Eurotunnel (ISIN FR0010533075 / WKN A0M6L1) um 1,5 Prozent ab. Der Betreiber der Untersee-Zugverbindung zwischen England und Frankreich meldete heute, dass er im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinneinbruch ausweisen musste. Als Gründe für die schwache Ergebnisentwicklung führte der Konzern ein schlechtes wirtschaftliches Umfeld, das Feuer vom September 2008 sowie ungünstige Wetterverhältnisse an.

In Großbritannien zählten im FTSE 100 GlaxoSmithKline (+1,6 Prozent) und Aggreko (+2 Prozent) zu den Gewinner. Für Titel von International Power (ISIN GB0006320161 / WKN 881189) ging es um 1 Prozent nach oben. Der Energieversorger meldete heute, dass er seinen Gewinn im Geschäftsjahr 2009 steigern konnte, was auf eine starke Geschäftsentwicklung in Asien und Australien zurückzuführen ist. Der Umsatz ging indes leicht zurück. Für das abgelaufene Geschäftsjahr will der Konzern eine Dividende von 12,53 Pence pro Aktie ausschütten, was zum Vorjahr einer Erhöhung um 3 Prozent entspricht. Aktien von Antofagasta (ISIN GB0000456144/ WKN867578) legten 1,1 Prozent zu. Der Minenbetreiber gab heute bekannt, dass sein Gewinn im abgelaufenen Geschäftsjahr um 61 Prozent gesunken ist, was auf geringere Preise und einen Produktionsrückgang zurückzuführen ist. An dem Produktionsziel für 2010 hält der Konzern unverändert fest, hieß es. Indes gewannen Anteilsscheine von Aer Lingus (ISIN IE00B1CMPN86 / WKN A0KFMP) in London 3,4 Prozent, obwohl die irische Fluglinie heute im Rahmen eines Trading Updates bekannt gab, dass sich ihr operatives Ergebnis in 2009 deutlich verschlechtert hat. Den Angaben zufolge wurde der um Einmaleffekte bereinigte operative Verlust im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 81 Mio. Euro ausgeweitet, nach einem Verlust von 20 Mio. Euro in 2008. Der Umsatz ging um 11 Prozent auf 1,20 Mrd. Euro zurück.

In der Schweiz zählten unter anderem Nestle (+1,2 Prozent), Swisscom (+0,8 Prozent), Novartis (+0,8 Prozent) und Actelion (+0,5 Prozent) zu den Gewinnern. Abgeben mussten Anteilsscheine von Syngenta (-1,2 Prozent). Ebenfalls wenig gefragt waren Titel von Adecco und Julius Bär mit Abschlägen von 0,5 Prozent bzw. 0,9 Prozent.

Am morgigen Mittwoch werden in Großbritannien, Frankreich und Italien die Zahlen zur Industrieproduktion im Januar 2010 veröffentlicht.

Dow Jones EURO STOXX 50: 2.880,71 (+0,05 Prozent) Dow Jones STOXX 50: 2.577,27 (+0,09 Prozent) EURONEXT 100: 684,77 (+0,17 Prozent) FTSE 100 (London): 5.602,30 (-0,08 Prozent) CAC40 (Paris): 3.910,01 (+0,17 Prozent) MIB (Mailand): 22.355,80 (-0,19 Prozent) IBEX 35 (Madrid): 11.002,80 (-0,68 Prozent) SMI (Zürich): 6.868,32 (+0,25 Prozent) ATX (Wien): 2.486,24 (-0,24 Prozent) (09.03.2010/ac/n/m)

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