IW-Chef Hüther spricht sich für gesetzlichen Mindestlohn aus

 |  14.03.2010, 17:48  |  494 Aufrufe  |   0  | 
In die Debatte über einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland kommt
 neuer Schwung. Mit Michael Hüther, dem Chef des arbeitgebernahen Instituts
der deutschen Wirtschaft, spricht sich erstmals ein Ökonom aus dem
konservativen Lager dafür aus. "In der Logik des Systems mit Grundsicherung
und Tarifautonomie passt nur ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn", 
 sagte Hüther im Interview mit der Frankfurter Rundschau (Samstagausgabe).


Ein gesetzlicher Mindestlohn sei ordnungspolitisch gegenüber den
 Branchenmindestlöhnen allemal die saubere Lösung. "Branchenmindestlöhne
 sind Unsinn und sie greifen in die Tarifautonomie ein", sagt Hüther. Allerdings komme es auf die Höhe an. Laut Hüther hätte ein Mindestlohn "von
 rund fünf Euro nur marginale Auswirkungen auf die Beschäftigung".

 Darüber hinaus widerspricht Hüther Forderungen von Hans-Werner Sinn und
 Thomas Mayer.

Der Chef des Ifo-Instituts und der Chefvolkswirt der
Deutschen Bank fordern einen weiteren Ausbau des Niedriglohnsektors in
Deutschland. "Die Herren Sinn und Mayer irren, wenn sie glauben, nur
durch mehr Tellerwäscher, Gärtner oder Schrankenwärter käme Deutschland
voran." Das Gegenteil sei richtig, argumentiert Hüther in der FR. "Wir
müssen die Menschen besser qualifizieren, mehr in Bildung investieren.
Kurzum: Wir müssen höhere Löhne möglich machen!“
Bewerten Sie diesen Artikel: (
0
Bewertungen)

Ihren XING-Kontakten zeigen

Disclaimer