Deutsche Wirtschaft befreit sich im Rekordtempo aus der Krise
WIESBADEN/BRÜSSEL - Angetrieben vom starken Export lässt die deutsche Wirtschaft ihre tiefste Krise im Rekordtempo hinter sich. Im zweiten Vierteljahr stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Auftaktquartal 2010 um 2,2 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) sprach von einem ´Aufschwung XL´.
USA: Konsumklima Michigan hellt sich im August etwas stärker als erwartet auf
MICHIGAN - In den USA hat sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im August etwas stärker als erwartet aufgehellt. Der entsprechende Index sei von 67,8 Punkten im Vormonat auf 69,6 Punkte gestiegen, teilte die Universität am Freitag in einer ersten Schätzung mit. Volkswirte hatten mit einem Anstieg auf 69,3 Punkte gerechnet.
Eurozone: Wirtschaft wächst stärker als erwartet - Deutschland als Zugpferd
LUXEMBERG - Die deutsche Wirtschaft hat im zweiten Quartal Europa überraschend stark aus der Krise gezogen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in den 16 Euro-Ländern wuchs im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 1,0 Prozent, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Experten hatten lediglich mit einem Anstieg um 0,7 Prozent gerechnet.
US-Handelskammer: Mit Abbau von Handelshemmnissen US-Konjunktur unterstützen
FRANKFURT - Die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham Germany) plädiert für den Abbau von Handels- und Investitionshemmnissen als Mittel zur US-Konjunkturunterstützung. Die Strategie der US-Notenbank, weitere Staatsanleihen zu kaufen, sei nicht der richtige Weg, um die Wachstums- und Arbeitsmarktprobleme der amerikanischen Wirtschaft zu lösen, heißt es in einer am Freitag veröffentlichten Stellungnahme der AmCham Germany. Neue Staatsverschuldungen würden die Liquidität weiter ausdehnen. Die Inflationsgefahr könnte steigen. Der Schlüssel zur dauerhaften Erholung liege in der Kraft der Wirtschaft selbst. Initiativen wie die Harmonisierung von Importbestimmungen oder Zoll- und Sicherheitsabwicklungen trügen langfristig dazu bei, die Wirtschaft zu stärken. Viele Handelshemmnisse könnten durch Anerkennungsverfahren auf Gegenseitigkeit schnell beseitigt werden.
Eurozone: Handelsbilanz im Juni mit Überschuss
LUXEMBURG - In der Eurozone ist die Handelsbilanz im Juni wegen anziehender Exporte wieder in den positiven Bereich geklettert. Die Handelsbilanz weise im Juni einen Überschuss von 2,4 Milliarden Euro aus, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Freitag in Luxemburg mit. Im Vormonat war noch ein Defizit von revidiert 3,3 (zuvor -3,4) Milliarden Euro ausgewiesen worden. Die Exporte legten im Juni saisonbereinigt um 5,2 Prozent zu, die Einfuhren erhöhten sich um 4,3 Prozent.
Wirtschaftskrise ließ CO2-Ausstoß kaum schrumpfen
MÜNSTER Wegen der Wirtschaftskrise sind die klimaschädlichen CO2-Emissionen auf der Welt im Jahr 2009 erstmals seit 1999 gesunken. Offensichtlich ist der Rückgang aber nur klein. Das geht aus neuen Hochrechnungen hervor, die das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) am Freitag in Münster veröffentlichte.
Konjunkturexperte: Deutsche Wirtschaft gut gerüstet
KIEL - Trotz der guten Konjunkturdaten warnt der Wirtschaftsforscher Joachim Scheide vor Euphorie. ´Die Krise ist noch nicht vorbei´, sagte der Konjunkturexperte vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa. Gleichwohl sei Deutschland für die Überwindung der Krise besser gewappnet als viele andere Länder. Als Gründe nannte der Wissenschaftler die Exportkraft der Wirtschaft und das niedrigere Haushaltsdefizit. Zudem gebe es in Deutschland keine Immobilienblase. 2010 insgesamt könne das Wirtschaftswachstum in die Nähe von 3 Prozent kommen.
Schäuble will klassische Kontonummern retten
BERLIN/BRÜSSEL - Deutsche Bankkunden sollen trotz der europaweiten Einführung neuer 22-stelliger Kontonummern ihre gewohnten kürzeren Nummern behalten dürfen. Dazu will Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) Pläne der EU-Kommission abschwächen. Brüssel will, dass spätestens ab 2013 alle Überweisungen - auch im Inland - über die langen Kontonummern (IBAN) sowie elfstellige Bankleitzahlen (BIC) abgewickelt werden.
USA: Verbraucherpreise steigen etwas stärker als erwartet an
WASHINGTON - In den USA sind die Verbraucherpreise im Juli etwas stärker als erwartet angestiegen. Im Monatsvergleich seien die Preise um 0,3 Prozent geklettert, teilte das US-Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten mit einem Preisanstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent gesunken. Im Jahresvergleich erhöhte sich das Preisniveau im Juli um 1,2 Prozent.
USA: Einzelhandelsumsätze steigen im Juli etwas schwächer als erwartet
WASHINGTON - In den USA sind die Umsätze der Einzelhändler im Juli etwas schwächer als erwartet gestiegen. Auf Monatssicht seien die Umsätze um 0,4 Prozent geklettert, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Experten hatten mit einem höheren Anstieg um 0,5 Prozent gerechnet. Der Umsatzrückgang für Juni wurde jedoch von 0,5 Prozent auf 0,3 Prozent nach unten revidiert.
Konsum wird auch 2010 Wachstum in Deutschland stützen - GfK
FRANKFURT - Der Konsum wird nach Einschätzung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) auch in diesem Jahr das Wirtschaftswachstum in Deutschland stützen. ´Nach den heute veröffentlichten Zahlen für die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts im zweiten Quartal zeigt sich, dass die deutsche Wirtschaft endgültig wieder auf Wachstumspfad ist´, sagte GfK-Vorstandsvorsitzender Klaus Wübbenhorst am Freitag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Solche Wachstumsraten seien hier schon lange nicht mehr gesehen worden.
USA: Lagerbestände steigen etwas stärker als erwartet
WASHINGTON - In den USA sind die Lagerbestände der Unternehmen im Juni etwas stärker als erwartet gestiegen. Auf Monatssicht seien die Bestände um 0,3 Prozent geklettert, teilte das Handelsministerium am Freitag in Washington mit. Volkswirte hatten im Durchschnitt nur mit einem Anstieg um 0,2 Prozent gerechnet. Die Umsätze der Unternehmen sanken indes um 0,6 Prozent. Das Verhältnis von Beständen zu Umsatz - ein Indikator für die Nachfrage - kletterte auf 1,26.
Neun EU-Länder fordern: Staatsdefizit anders berechnen
BRÜSSEL - Angesichts der geplanten härteren Strafen für Schuldensünder verlangen neun EU-Staaten eine neue Berechnungsgrundlage für das Haushaltsdefizit. Die Reform der Rentensysteme müsse künftig auf die Schulden der Staaten angerechnet werden, fordern die überwiegend osteuropäischen und jüngsten EU- Mitglieder in einem am Freitag bekanntgewordenen Brief an die EU- Kommission. Viele Länder reformieren wegen des demografischen Wandels derzeit ihre Rentenkassen und stehen vor erheblichen Zusatzkosten. Das schlägt sich in einer wachsenden Neuverschuldung und einem steigenden Staatsdefizit nieder.
HWWI hebt Prognose für 2010 kräftig an
HAMBURG - Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) will angesichts der starken Konjunktur seine Wachstumsprognose für 2010 kräftig anheben. ´Wir erwarten für Deutschland in diesem Jahr ein Wachstum von mindestens 2,5 bis 3,0 Prozent´, sagte HWWI- Konjunkturchef Michael Bräuninger dem ´Hamburger Abendblatt´. Zuvor hatten die Forscher nur 1,5 Prozent Zuwachs erwartet. Die deutsche Konjunktur entwickele sich in Richtung eines selbsttragenden Aufschwungs. Bräuninger geht davon aus, dass Deutschland Anfang 2012 wieder eine Wirtschaftskraft wie vor der Krise erreichen wird.
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