Am internationalen Konjunkturhimmel sind in der abgelaufenen Börsenwoche einige Wolken aufgezogen und haben die Aktienmärkte in tiefere Kursgefilde fallen lassen. Aus den USA kommen zum Wochenauftakt neue Signale vom Immobilienmarkt. Am Montag wird nämlich der Hausmarktindex für August veröffentlicht (16.00 Uhr) und einen Tag später die für Juli gemeldeten Baubeginne und Baugenehmigungen bei US-Wohnhäusern (14.30 Uhr). Beim vorherigen Update gab es mit 549.000 Baubeginnen eine leichte Enttäuschung. Angesichts des durch Zwangsversteigerungen herrschenden Überangebots und des Auslaufens staatlicher Subventionen sollte dieser Umstand aber nicht zu sehr überrascht haben. Der Dienstag dürfte mit Blick auf den konjunkturellen Terminkalender extrem spannend werden. Neben dem bereits erwähnten Update vom Immobilienmarkt dürften auch die Produzentenpreise für Juli (14.30 Uhr) die Gemüter der Anleger und damit möglicherweise auch die Kurse an den Finanzmärkten beeinflussen. Als weiteres Highlight interessieren sich die Marktakteure auch für die Juli-Zahlen zur Industrieproduktion (15.15 Uhr). Diese wies beim Update für Juni erhebliche Bremsspuren aus. So ermäßigte sich das Wachstum im Vergleich zum Vormonat von 1,2 Prozent auf magere 0,1 Prozent. Zugleich gab es bei der Auslastung ein Minus von 74,7 Prozent auf 74,1 Prozent. Das Damoklesschwert „Double dip“ (Comeback der Rezession) dürfte auch weiterhin ein heiß diskutiertes Thema bleiben.
Quartalszahlen hui, Aussichten pfui?
Während am Donnerstag einige Events auf dem konjunkturellen Terminplan stehen, dürfte es am Freitag diesbezüglich um einiges ruhiger werden. Neben den gewohnten Neuanträgen auf Arbeitslosenhilfe sollen am Donnerstag noch die vom Conference Board ermittelten Frühindikatoren sowie der Konjunkturausblick der Philadelphia Fed veröffentlicht werden. Beide mussten beim Update des Vormonats einen Rückgang hinnehmen. Während die aktuelle Berichtssaison eine relativ positive Tendenz aufzeigte, kamen von der US-Konjunkturfront eher negative Impulse. Da sich Börsianer weniger für die Vergangenheit, sondern vor allem für die Perspektiven der Zukunft interessieren, könnte die anstehende Handelswoche ein weiteres Mal ausgesprochen spannend werden. Disclaimer: Die in diesem Artikel enthaltenen Angaben stellen keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar. Eine Haftung wird nicht übernommen.
Jörg Bernhard arbeitet seit 2002 als freier Wirtschaftsjournalist und hat sich innerhalb des Themenkomplexes Börse & Investment auf die Bereiche Rohstoffe und Zertifikate spezialisiert. Derzeit arbeitet er für diverse Internetportale und Fachpublikationen.