Presse Gastarbeiter in den Emiraten hoch verschuldet

Autor: dpa-AFX
 |  15.08.2010, 15:03  |  623 Aufrufe  |   0  | 
DUBAI - Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind einem Pressebericht zufolge mit einer enormen privaten Schuldenkrise konfrontiert. 85 Prozent der rund fünf Millionen Ausländer im Land seien hoch verschuldet und riskierten damit im Extremfall Gefängnisstrafen und Abschiebung, berichtete die in Dubai erscheinende Tageszeitung ´Gulf News´ am Wochenende. Nur ein Sechstel der Bevölkerung der VAE sind emiratische Bürger, beim Rest handelt es sich um Gastarbeiter vor allem aus Asien.

Die Verschuldung dieser Menschen sei hauptsächlich durch teure Konsumanschaffungen und eine laxe Kreditvergabe-Praxis der örtlichen Banken ausgelöst worden, hieß es in dem Bericht. Auch spiele eine Rolle, dass wegen der Wirtschaftskrise die erwarteten Lohnerhöhungen ausblieben. Am häufigsten würden sich Inder und Philippiner verschulden. Nicht selten häufe jemand mit einem Gehalt von 15.000 Dirham (3.160 Euro) Schulden in Höhe von 250.000 Dirham an.

´Selbst Leute mit einem Niedriglohn von 6.000 Dirham laufen mit acht Kreditkarten herum, inklusive Platin, und schöpfen sie voll aus´, zitierte das Blatt einen westlichen Finanzberater in Dubai. Die Banken prüften ihre Kreditkunden nicht gründlich und begnügten sich oft nur mit Lohnbestätigungen über drei Monate als Nachweis der Kreditwürdigkeit.

Manche Schuldner griffen in ihrer Not zu kriminellen Methoden: So säßen derzeit 120 Ausländerinnen wegen Scheckbetrugs im Gefängnis./gm/DP/he
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