BERLIN - Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hat in der Debatte um einen erleichterten Zuzug von ausländischen Fachkräften das deutsche Zuwanderungsrecht verteidigt. Es sei nicht zuwanderungsfeindlich, sondern zuwanderungsoffen, sagte de Maizière im Interview der Woche des Deutschlandfunks (Sonntag). Er beklagte ´viel Unkenntnis in der Debatte´. So gehe es etwa bei der diskutierten Jahresentgeltgrenze von 60.000 Euro nicht darum, ob jemand überhaupt kommen dürfe, sondern nur darum, ob er sofort unbegrenzt kommen dürfe oder zunächst nur für fünf Jahre. Die meisten Staaten, die als zuwanderungsfreundlich gälten, befristeten zunächst die Zuwanderung.
Die Mehrheit der Bundesbürger ist laut einer Umfrage von TNS emnid für das Magazin ´Focus´ gegen den Zuzug qualifizierter Ausländer zur Behebung des Fachkräftemangels. Demnach sagen 54 Prozent, sie seien dagegen, 42 Prozent befürworten das. In Ostdeutschland lehnen 61 Prozent entsprechende Vorschläge ab, im Westen 52 Prozent. Von den 14- bis 29-Jährigen sprechen sich 42 Prozent gegen den Zuzug qualifizierter Ausländer aus, von den über 50-Jährigen 60 Prozent. Ausgewertet nach Parteisympathien stehen die Wähler der Linken mit 64 Prozent an der Spitze der Ablehnung, gefolgt von Unionsanhängern mit 60 Prozent./ol/DP/he