ElringKlinger-Chef warnt vor Preiskämpfen

Autor: dpa-AFX
 |  22.08.2010, 19:44  |  624 Aufrufe  |   0  | 
HAMBURG – Der Automobilzulieferer ElringKlinger hat seine Kunden ungewöhnlich deutlich vor harten Preiskämpfen gewarnt. ´Zulieferer mit unzureichender Eigenkapitalausstattung bekommen schnell Probleme, dies hat man in der Krise gesehen´, sagte ElringKlinger-Vorstandschef Stefan Wolf der ´Financial Times Deutschland´ (Montagausgabe). Hersteller und Lieferanten sollten daraus lernen: ´Wir müssen zu einem neuen Miteinander kommen.´ Der MDax -Konzern baut Zylinderkopfdichtungen, Hitzeschilde und Kunststoffgehäuse für Autohersteller in der ganzen Welt und gehört selbst eher zu den wirtschaftlich gesunden Unternehmen der Branche.

Wolfs offene Worte deuten laut dem Blatt auf neue scharfe Verteilungskämpfe zwischen Zulieferern und Herstellern hin. Traditionell äußern sich Zulieferer meist nicht über ihre Auftraggeber. Die Hersteller versuchten aber zunehmend, Produktions- und Entwicklungskosten auf die Lieferanten abzuwälzen. Deren Bedeutung werde immer größer. 60 bis 70 Prozent der Teile für ein Auto würden inzwischen nicht mehr vom Autohersteller produziert, sondern von externen Lieferanten. Ist ein Zulieferer in seiner Existenz gefährdet, bekommen auch die Hersteller Schwierigkeiten.

Wolf verweise darauf, dass die Autokonzerne in der jüngsten Wirtschaftskrise bereits mehrere Zulieferer finanziell unterstützen mussten, weil ihre Lieferketten sonst gerissen wären. Branchenexperten sind aber laut dem Bericht der Ansicht, dass die Fahrzeugkonzerne daraus kaum gelernt haben. ´Wir sehen einen Rückfall in den alten Schlendrian´, sagt ein Berater, der für mittelständische Zulieferer arbeitet der Zeitung. Er beobachte, dass Konzerne ihre Rechnungen wieder später als abgemacht zahlten, was kapitalschwache Zulieferer in Existenznot bringen könne. Für Entwicklung und Expansion fehle so erst recht das Geld./stb
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