ZÜRICH (Dow Jones) - Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Donnerstag nach den starken Aufschlägen vom Vortag infolge von Gewinnmitnahmen etwas leichter. Die gestrige Erholung sei vor allem auf Shorteindeckungen zurückzuführen gewesen, zitiert die Nachrichtenagentur AWP einen Händler. Ermutigend sei allerdings, dass es auch erste Fundamentalkäufe gegeben habe.
Wichtige Unternehmensnachrichten seien am Berichtstag Mangelware, daher bleibe der Aktienmarkt makro-getrieben. Bis zum wichtigen US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag dürfte sich der Handel weiter in ruhigen Bahnen bewegen. Daher dürfte am Nachmittag besonders auf die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA geschaut werden.
Bis um 12.35 Uhr sinkt der Leitindex SMI um 0,3% bzw 20 auf 6.312 Punkte.
Bei den Blue Chips gehen Kühne + Nagel um 0,6% nach unten. Die neuseeländische Handelskommission hat wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen ein Kartellverfahren gegen eine Reihe internationaler Logistikunternehmen eingeleitet. Neben Kühne + Nagel ist auch Panalpina (Aktie: +0,4%) von dem Verfahren betroffen.
Bei den Banken liegen Credit Suisse (-0,6%) im Angebot. Merrill Lynch hat die Papiere von der einflussreichen "Most Preferred List" für den europäischen Bankensektor gestrichen und sie durch jene der Rivalin UBS (+0,5%) ersetzt.
Die großen Versicherer ZFS (+0,9%) und Swiss Re (+1,1%) ziehen nach - noch unbeeindruckt von Hurrikan "Earl". Dieser hat wieder an Kraft zugelegt und steuert auf die US-Ostküste zu. Die Hurrikanwarnungen erstrecken sich von North Carolina bis nach Delaware und auf Teile von Massachusetts.
Die Chemiewerte liegen mehrheitlich im Plus, nachdem der Verband der Chemischen Industrie in Deutschland seine Prognose für das Gesamtjahr deutlich erhöht hat. Lonza ziehen um 1,2% an, Clariant um 0,5% und Givaudan um 0,1%.
Richemont (+1,0%) reagieren positiv auf eine Ratingerhöhung durch Nomura auf "Neutral" von zuvor "Reduce". Begründet wird der Schritt mit den jüngsten Kurskorrekturen sowie der bevorstehenden Publikation der Umsatzzahlen der ersten fünf Monate des laufenden Geschäftsjahres. Diese werden in der kommenden Woche veröffentlicht. Swatch ziehen um 1,3% an.
Im Fokus der Anleger stehen auch Swisscom, deren Aktien sich um 0,4% verbilligen. Die Titel hatten am Vortag die Aufwärtsbewegung nicht mitgemacht. Spekulationen um eine Vollübernahme der Italientochter Fastweb hatten die Papiere gebremst. Nun hat sich die Swisscom zu dem Thema geäußert: Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben noch nicht entschieden, ob es den Anteil von derzeit 82% aufstocken will.
Am unteren Ende der Tabelle finden sich zyklische Werte wie SGS (-1,1%) und ABB (-0,7%), die am Vortag besonders deutlich von den Indizien auf eine Konjunkturaufhellung in den USA profitiert hatten. Für SGS hat Morgan Stanley die Anlageempfehlung "Underweight" bestätigt.
Die defensiven Schwergewichte Nestlé (-0,5%), Novartis (-0,9%) und Roche (-0,6%) tendieren etwas unter den Gesamtmarkt. Händler berichten von Branchenrotationen zu Lasten des Pharmasektors, ausgelöst durch den starken landesweitern Einkaufsmanagerindex in den USA vom Vortag.
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