Prozess zu Telekom-Spitzelaffäre beginnt

Autor: dpa-AFX
 |  03.09.2010, 09:50  |  248 Aufrufe  |   0  | 
BONN - Der Prozess um die Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom hat am Freitag begonnen. Auf der Anklagebank des Bonner Landgerichts sitzen drei frühere Mitarbeiter des Konzerns. Das Verfahren gegen einen ebenfalls angeklagten Berliner Geschäftsmann wurde abgetrennt, nachdem dieser ein ärztliches Attest vorgelegt hatte. In den Jahren 2005 und 2006 waren rund 50 Journalisten und Gewerkschafter über ihre Telefone ausspioniert worden. Das Gericht wies den Antrag auf Nebenklage für die Betroffenen zurück.

Die Angeklagten müssen sich unter anderem wegen gemeinschaftlichen Verstoßes gegen das Bundesdatenschutzgesetz verantworten. Als Schlüsselfigur gilt der frühere Leiter der Konzernsicherheit. Er war laut Anklage vom damaligen Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke beauftragt worden, eine undichte Stelle im Aufsichtsrat zu ermitteln, über die vertrauliche Informationen zur Unternehmensplanung nach außen gelangten.

Die Ermittlungen gegen Ricke und den damaligen Telekom-Aufsichtsratsvorsitzenden Klaus Zumwinkel waren eingestellt worden. Die Bonner Staatsanwaltschaft sah ´keinen hinreichenden Tatverdacht´, dass sie die Ausspähaktion angeordnet hätten. Ricke und Zumwinkel sind aber für Anfang Oktober als Zeugen geladen. Beide haben stets bestritten, von den illegalen Aktionen gewusst oder sie angeordnet zu haben./ba scd/DP/dct
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