FRANKFURT Halbleiterwerte haben sich angesichts einer negativen Branchenstudie der UBS zum europäischen Sektor am Mittwoch sehr schwach entwickelt. Infineon-Aktien verloren im Dax bis 10.30 Uhr 3,37 Prozent auf 4,184 Euro und waren damit der schwächste Wert im deutschen Leitindex. Im TecDax verbiligten sich die Papiere von Aixtron um 2,07 Prozent auf 20,125 Euro. Der Dax insgesamt verlor gleichzeitig 0,64 Prozent und der Technologiewerte-Index 0,96 Prozent.
Mit Blick auf Infineon verwiesen einige Börsianer zudem auf das angeschlagene Chartbild der Aktien. Das Papier sei auf den tiefsten Stand seit Mai 2010 abgerutscht und habe damit ein weiteres Verkaufssignal gegeben. Zusätzlich eingetrübt worden sei die Stimmung bereits am Vortag dadurch, dass das Unternehmen nach dem Verkauf seiner Mobilfunksparte an Intel entgegen der Hoffnung vieler Anleger keine Sonderausschüttung plant.
UBS: SORGEN UM PC-NACHFRAGE
Die UBS hatte den europäischen Halbleitersektor in der Studie von ´Neutral´ auf ´Underweight´ abgestuft. Zudem senkten die Analysten um Nick Nelson das Kursziel für Infineon von 5,35 auf 4,70 Euro und beließen die Einstufung auf ´Neutral´. Sie schraubten ihre Umsatzerwartungen für Infineon für das laufende Jahr um 0,1 Prozent zurück, für die Jahre 2011 und 2012 sogar um 2,2 sowie 2,7 Prozent. Das Kursziel für Aixtron reduzierten sie von 31 auf 29 Euro, blieben aber bei einer Kaufempfehlung. Hier änderten sie ihre Umsatzerwartungen für 2010 nicht, verringerten ihre Prognosen für 2011 und 2012 jedoch deutlich um jeweils mehr als vier Prozent.
Bei den frühzyklischen Halbleiterunternehmen beginne sich die Ergebnisdynamik abzuschwächen, schrieben die UBS-Experten. Sorgenvoll blicken die Analysten der Schweizer Großbank vor allem auf die Entwicklung der PC-Nachfrage. Insgesamt habe eine Reise nach Asien ergeben, dass mit einer rückläufigen Nachfrage in vielen Endmärkten für Unterhaltungselektronik zu rechnen sei. Zudem seien die Bewertungen vieler Sektortitel nicht attraktiv./chs/rum