Die wöchentliche HSBC Tradingpraxis widmet sich meistens den Fragestellungen, die sich Trader im Alltag gegenüber sehen. Money Management, Psychologie, Stopps, Trading-Taktik. Heute wird's praktisch, denn im DAX® könnte ein prozyklisches Kaufsignal auf Basis der Technischen Analyse gedeutet und umgesetzt werden.
Der deutsche Aktienindex DAX® schloss am Donnerstag, 26. Januar 2012, bei 6.539 Punkten und damit deutlich oberhalb eines Widerstandsclusters zwischen 6.359 und 6.488 Punkten (Lesen Sie hierzu den Daily Trading vom 27. Januar 2012). Dies könnte von manchem Freund der Technischen Analyse als prozyklisches Kaufsignal verstanden werden. Konsequenterweise wäre dann auch ein Long-Engagement angebracht, das in Richtung 7.000 Punkte laufen könnte. So einfach könnten aktive Anleger vorgehen*:
Einstiegszeitpunkt definieren und ggf. Stop-Buy-Order setzen: Ein Anleger könnte beispielsweise bei 6.500 DAX®-Punkten einen Open End-Turbo-Call mit einem Basispreis/Knock-out-Barriere bei rund 6.000 Punkten kaufen. Dieser besäße unter Berücksichtigung des Bezugsverhältnisses von 0,01 zum Kaufzeitpunkt vermutlich einen Preis von 5,22 Euro (Innerer Wert 5,00 Euro + Aufgeld 0,22 Euro). Dabei wird das Aufgeld der Einfachheit halber als konstant angenommen.
Kursmarke für Stop-Loss-Order definieren: Der Stop-Loss könnte nach einem Kauf beispielsweise unterhalb der 200-Tages-Linie platziert werden, z.B. bei 6.370 DAX®-Punkten. Der entsprechende Open End-Turbo-Call würde dann etwa 3,92 Euro kosten (Innerer Wert 3,70 Euro + Aufgeld 0,22 Euro).
Zielniveau definieren und ggf. Stop-Sell-Order setzen: Es besteht ein Risiko, dass das Zielniveau bei 7.000 Punkten nicht bis zuletzt ausgereizt wird, selbst wenn sich der Markt in diese Richtung bewegt. Daher könnte ein praktikables und defensiveres Zielniveau bei 6.900 angesetzt werden. Zu diesem Zeitpunkt könnte der Open End-Turbo-Call vielleicht 9,22 Euro kosten (Innerer Wert 9,00 Euro + Aufgeld 0,22 Euro).
In Abhängigkeit des identifizierten Chance-Risiko-Profils (CRV) absolutes Risiko, gesamten Kapitaleinsatz und Anzahl der zu erwerbenden Wertpapiere definieren: Ein theoretisches Gewinnpotenzial von 4,00 Euro (9,22 Euro - 5,22 Euro) steht also einem theoretischen Verlustpotenzial von 1,30 Euro (5,22 Euro - 3,92 Euro) gegenüber. Daraus errechnet sich ein CRV von 3,07 (4,00 Euro / 1,30 Euro). Wenn ein exemplarischer Anleger über 50.000 Euro Tradingkapital verfügt, von dem er bei jedem einzelnen Engagement 1,00% riskieren möchte, ergibt sich ein absoluter Risikoeinsatz von 500,00 Euro. Daraus resultiert, dass er maximal 384 Open End-Turbo-Calls kaufen darf (500,00 Euro / 1,30 Euro). Dafür benötigt er 2004,48 Euro Kapitaleinsatz (384 Stücke * 5,22 Euro).
Einmal pro Woche gibt das Zertifikate-Team von HSBC Trinkaus in der "HSBC Tradingpraxis" Erfahrungen aus Gesprächen mit Zertifikatekäufern wider.
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