Warum soll Gaza judenrein werden???
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admin (10. Aug 2005, 18:27)
Der Gaza-Rückzugsplan und seine möglichen Folgen
Erwin Jenni
Ich frage mich, ob der vollständige Rückzug aus Gaza wirklich eine
gute Entscheidung ist? Zehntausende mehrheitlich friedlich
demonstrierende Israelis haben in den letzten Tagen auf die
berechtigten Bedenken dieses einseitigen Rückzugs aufmerksam
gemacht. Viele Israeli wissen auch heute nicht, weshalb der Rückzug
aus Gaza so wichtig sein soll und worauf dieser Plan eigentlich
hinausläuft. Was ist der Zweck des Ganzen und warum hält man so
hartnäckig an einem Beschluss fest, der die Einheit der
israelischen Gesellschaft nachhaltig gefährden könnte?
Ich bin mir aber auch bewusst, dass das israelische Volk sich
nichts mehr als Frieden wünscht und die vielen Opfer, welche es in
den letzten Jahrzehnten gab, ein hoher Preis war für die jüdische
Präsenz im Gaza-Streifen. Als Aussenstehender und langjähriger
Beobachter der Geschehnisse in Nahost erlaube ich mir hier meine
Zweifel an diesem Rückzugsplan anzubringen.
Folgendes sollte darüber noch bedacht werden:
Warum bedeuten 8’000 Juden, die auf einem schmalen Küstenstreifen
an der Grenze zu Ägypten ihre Existenz aufgebaut haben (der gemäss
Völkerbundbeschluss von 1922 rechtmässig den Juden zugesprochen
wurde) ein Hindernis für den Frieden? Warum findet man sich
umgekehrt mit der Tatsache ab, dass über 1 Million Araber innerhalb
Israels kein solches Hindernis darstellen?
Haben Juden im Gaza-Streifen Moslems terrorisiert oder Moslems
Juden? Warum soll eine kleine Minderheit von Juden nicht unter
einer Mehrheit von Moslems in Frieden leben können? Wäre nicht
genau dies der Beweis, welcher uns die islamische Welt schon lange
schuldet, dass Frieden im Nahen Osten praktizierbar ist? Ist
Frieden nur dann möglich, wenn keine Juden mehr da sind? Was für
eine Art von Frieden wäre das?
Welches Signal sendet der einseitige Rückzug Israels aus Gaza den
Palästinensern und der islamischen Welt? Hätte sich in diesem Fall
Terror ausbezahlt? Würde dadurch der Terror nicht belohnt? Was
folgt auf den Rückzug aus Gaza? Ist die logische Folge davon nicht
der Rückzug der Siedler aus Judäa und Samaria? Was ist mit den
Siedlern von Haifa, Tel Aviv und Jerusalem? Warum sollte auf einmal
friedliches Nebeneinander möglich sein, wenn es in Gaza nur ohne
Juden zum lange ersehnten Frieden kommen soll? (Siehe Erklärung der
Hamas – Anhang A).
Wenn nur 8’000 Juden in Gaza ein Friedenshindernis darstellen,
warum sollten dann nicht 6 Millionen Juden im Nahen Osten für die
arabisch-islamische Welt ein Hindernis für den Frieden darstellen?
Geht es hier wirklich um das Land oder die blosse Anwesenheit von
Juden, die angeblich das Problem darstellen?
Warum geben die arabischen Staaten als Beweis für ihre Absicht
Frieden in der Region zu erzielen, nicht etwas von ihrem Land an
die Palästinenser ab, die ja ihre Brüder sind? In Jordanien,
welches 77% vom britischen Mandat ausmacht, das ursprünglich den
Juden zugesprochen worden ist, leben heute über 60% Palästinenser.
Weshalb wird diese Lösung nicht einmal ansatzweise in Erwägung
gezogen? Sind 21 arabische Staaten in dieser Region nicht genug?
Oder anders gefragt: Ist ein jüdischer Staat schon zuviel?
Wenn es politisch korrekt ist, jüdische Bewohner (nicht Siedler)
vom Boden in Gaza zu vertreiben, auf dem zu wohnen sie
völkerrechtlich legale Rechte vorweisen können, warum soll es dann
nicht möglich sein, alle palästinensischen Siedlungen – von denen
einige keine legalen Rechte vorweisen können – aus den Grenzen
Israels von 1967 nach Gaza zu verlegen? Oder in den bereits
existierenden palästinensischen Staat Jordanien, welcher 1946
aufgrund arabischer Forderungen und britischer Interessen als
zusätzlicher Staat dieser Region entstanden ist?
Warum sollen die Juden ein Stück Land verlassen, das sie selbst mit
aufgebaut haben, in welchem es jahrhundertealte Beweise für ihre
Präsenz gibt und das seit biblischen Zeiten ihnen gehört? (1. Mose
15: 18-19 / Josua 15: 47)
Warum wird auf der einen Seite ein weltweiter Kampf gegen den
Terror geführt und auf der anderen Seite von Israel verlangt, einen
schmalen Küstenstreifen räumen zu müssen, in dem es von
terroristischen Gruppen nur so wimmelt? Hamas und islamischer Jihad
feiern schon heute diesen Rückzug als ihren Sieg und sehen es als
weitere Etappe, den demokratischen Staat Israel von der Landkarte
zu vertilgen. (Siehe Reuters Nachrichten vom 29.3.05 – Anhang
B)
Was erhalten die Israeli für den einseitigen Rückzug aus Gaza?
Welche Gegenleistung erbringt die PA-Behörde unter Premier Machmud
Abbas? Hat der neue starke Mann bis heute den Beweis erbracht, den
Terror erfolgreich zu bekämpfen, was der erste Punkt der Road Map
beinhaltet? Sind Hamas und andere Terrorgruppen entwaffnet bzw.
erfolgreich an ihren terroristischen Vorhaben gehindert worden?
Sprechen die unzähligen Raketenangriffe und terroristischen
Überfälle auf jüdische Ortschaften in und ausserhalb von Gaza seit
Februar dieses Jahres nicht eine deutliche Sprache? Führt nicht
jedes durch Gewalt entrissene Zugeständnis zu noch mehr Gewalt?
(Siehe YNET News vom 7. Juli 2005 – Anhang C)
Warum beschliesst Israel das erste Mal in seiner Geschichte, eine
seit über 30 Jahren völlig rechtmässig angesiedelte
Zivilbevölkerung zu evakuieren, ohne einen Friedenvertrag zu
unterschreiben, ohne eine endgültige Regelung zu vereinbaren, ohne
Verhandlungen zu führen und ohne eine Gegenleistung zu verlangen?
Im besten Fall erhalten die Israeli einen Waffenstillstand (eine
„Hudna“, welche dazu benutzt wird, die Reihen zu schliessen um mit
neuen Kräften den Kampf zur Zerstörung Israels weiterzuführen).
Gilt nicht dies alles als Zeichen besonderer Schwäche bei den
Palästinensern, umso mehr die Entscheidung zu dem einseitigen
Rückzug vom „starken Mann“, – dem General ohne Furcht und Tadel –
Ariel Sharon, initiiert worden ist?
Was wird auf den Abzug der israelischen Truppen aus dem
Gaza-Streifen folgen? Wird es der palästinensischen Bevölkerung
nachher besser gehen? Wird der Westen, wie schon während der Zeit
Arafats, Millionen von Euro in die PA pumpen müssen, mit dem
Resultat, dass es der Bevölkerung dort nicht besser, sondern noch
schlechter gehen wird? Werden die jetzt schon bestimmenden
Terrororganisationen Hamas und Islamischer Jihad die Kontrolle
wirklich Machmud Abbas und der PA überlassen wollen? Besteht unter
diesen Voraussetzungen nicht die grosse Gefahr, dass der
Gaza-Streifen nach dem Rückzug der israelischen Armee zu einem
Tummelfeld für Terroristen wird, was die ganze Region
destabilisieren könnte?
Warum wird dem neuen Mann an der Spitze der Palästinensischen
Autonomiebehörde – Machmud Abbas – im Besonderen von westlichen
Regierungen so viel Vertrauen geschenkt? Ist es richtig, einem Mann
zu vertrauen, der immer noch Vorsitzender der PLO ist, welche
Terrororganisationen umfasst (darunter die Fatah)? Die PLO selbst
hat nie ihre Charta abgeändert, die zur Vernichtung des Staates
Israel aufruft. Machmud Abbas war von Mai bis September 2003
Premier- und Innenminister unter Yasser Arafat. Während dieser Zeit
hörten die Terroranschläge nicht auf, die bewaffneten Banden wurden
nicht zerschlagen. Während seiner Amtszeit wurden 78 Menschen
ermordet. Er sprach sich für einen Waffenruhe aus, in deren Verlauf
von 26. Juni 2003 bis 9. Mai 2004 insgesamt 136 Personen getötet
wurden. Ist das Vertrauen, welches die ganze Welt in diesen Mann
setzt, jetzt schon gerechtfertigt?