Antwort auf Beitrag Nr.:
38.171.284 von filmen am 13.10.09
23:20:07Es freut mich ausserordentlich so eine
dezidierte Meinung von dir erhalten zu haben. Man merkt doch immer
schon gleich am ersten Posting ob jemand etwas drauf hat oder
nicht. Dennoch bin ich nicht deiner Meinung.
> Die Deutsche Telekom ist sicherlich ne absolute Katastrophe,
der Aktienkurs schrumpft in Prinzip seit Jahren um die Höhe der
ausgezahlten Dividenden.
Also wenn der Kurs nur um die Höhe der ausgezahlten Dividende
sinken würde, wäre es für viele noch erträglich. Aber der Kurs
schrumpft doch um mindestens das doppelte der Dividende in den
letzten Jahren.
> Mittlerweile ist die Dividende ja höher als die Gewinne.
Du hast es richtig erkannt. Die Dt. Telekom verjubelt die Substanz
in unsinnigen Dividendenausschüttungen. Täten sie was vernünftiges
um die Gewinne zu steigern. Vielleicht Übernahmen in
Wachstumsmärkten, das würde dem Aktienkurs wesentlich besser
bekommen. Aber das machen sie nicht.
> Der Langfristige Aktienkurs sieht jedenfalls ganz vernünftig
aus, genau das Gegenteil der Telekom AG.
Ja aber hallo. Das ist auch Ausdruck der richtigen Politik in den
vergangen Jahren gewesen. Die O2 Übernahme war sicherlich richtig -
auch um sich besser zu diversifizieren. Der Einstieg bei Telecom
Italia war zu teuer (zwar nicht verkehrt) damit schaffte man aber
keinen Mehrwert. Die Italiener überlegen ja schon längst wieder wie
sie Telefonica loswerden können. Man hätte das Geld auch
sinnvollerweise woanders investieren können (z.B. in Afrika). Aber
mach bitte nicht den Fehler den Kursverlauf aus der Vergangenheit
auf die Zukunft zu extrapolieren. Die Aussage über das geringere
Wachstum Telefonicas und der Kursrücksetzer sehe ich in einem
kausalen Zusammenhang. Es ist jetzt allerdings noch nicht so
schlimm, dass Leute die Telefonica shares halten, verkaufen
sollten. Aber Neukäufe würde ich hier jedoch keine mehr
tätigen.
> wenn man die letzten Zahlen von gvt zu Rate zieht, hat
Telefonica etwa ein kgv von 20 bezahlt. Ist nicht billig, aber
langfristig steigen die Gewinne in diesem Schwellenland sicherlich
und man hat seine Marktmacht weiter ausgebaut.
Ich bin mir da nicht so sicher ob Lateinamerika noch das Wachstum
abliefert wie es in den vergangen Jahren der Fall war. Es wäre
sicherlich nicht verkehrt sich stärker auf den afrikanischen
Kontinent zu fokussieren. Hier ist man allerdings noch gar nicht
vertreten. Was sicherlich ein Nachteil ist. Telekomwerte haben
ungefähr ein KGV zwischen 8-12. GVT war und ist zu teuer.
> Vielleicht hat die Unternehmensführung einfach nur etwas
weitsichtiger gehandelt.
Wie gesagt ich glaube, dass Wachstum in Lateinamerika läuft langsam
aus. Warten wir nochmal 3 Jahre ab und wir werden sehen ob ich
recht hatte.
> Bisher outperfomren die Spanier die Peergroup ganz klar, sie
agieren halt offensiver und scheinen zumindest bisher die besten
Entscheidungen getroffen zu haben.
Ich korrigiere. Sie haben die besseren Entscheidungen getroffen.
Aber auch dies kann man nicht so ohne weiteres in die Zukunft
fortschreiben. Die GVT Übernahme lässt bei mir alle Alarmglocken
läuten. Vor allem gepaart mit dem niedrigeren Wachstum.
> Ein Nachteil dieser Expansionspolitik ist halt die geringe
Eigenkapitalquote, meiner Meinung nach das größte Manko.
Das sehe ich wieder recht relaxt. Man ist in einem sehr defensivem
Sektor tätig und Übernahmen boten sich in der Vergangenheit mit
Mehrwert für die Aktionäre zu hauf an. Da wäre es falsch gewesen
nicht zuzugreifen. Man ist nicht so auf das EK angewiesen wie
beispielsweise in der Automobilindustrie wo es leicht zu
Absatzkrisen kommt. Meist binden sich Telekomkunden mittelfristig
an ein TK-Unternehmen. Die Einnahmen sind also sehr berechenbar und
verlässlich. Bei einer hohen EK Quote würde ich kritteln, dass man
wohl keine vernünftigen Übernahmeziele gefunden hat (obwohl in den
letzten Jahren zuhauf am Markt) und dies als Führungsschwäche bei
Telefonica auslegen.
mfg
Steve!
P.s.: Hoffe du findest Zeit dies nochmal kurz zu kommentieren.