Antwort auf Beitrag Nr.:
23.780.693 von BERNDDD am 05.09.06
22:15:2124.04.06
Ein echter Nano-Play aus Deutschland
Die geneigten Leser meiner Kolumnen hier kennen mich überwiegend
als Fundamental-Spezialisten. Aber gelegentlich ist es sehr
interessant, über den fundamentalen Tellerrand hinauszublicken.
Deshalb möchte ich Ihnen heute mal die in Oberhausen ansässige
Nanotech-Firma NanoFocus AG (DE0005400667) vorstellen, die im
November 2005 mittels einer Notizaufnahme auf das deutsche
Börsenparkett »Entry Standard« ging. Ich bin auf die Firma im
Rahmen für die Recherchen meines Nanotech-Buchs aufmerksam
geworden, das ich geschrieben habe und das voraussichtlich Ende Mai
in den Buchregalen steht. Als genereller Tenor bedeutet Nanotech
nämlich: Günstige KGVs und KUVs suchen Sie vergeblich. Dafür finden
Sie aber enorm viel Zukunftspotenzial. Und NanoFocus hat zumindest
eines: Eine Technologie, die ihresgleichen sucht, und die nun in
echte Bestellungen und Verkäufe mündet.
Was macht das Unternehmen? NanoFocus produziert
3-D-Oberflächenanalysetools, die auch selbst vertrieben werden. Sie
können sowohl im Laborbereich als auch in der fertigungsnahen
Prozesskontrolle eingesetzt werden. Kernbestandteil der Tools sind
optische Verfahren. Damit sollen Auflösungen bis in den
einstelligen Nanometer-Bereich erzielt werden. Neben der
mikrogeometrischen Untersuchung – etwa Form, Kontur und Ebenheit –
sowie der Rauheitsanalyse werden vor allem strukturelle,
topologische Eigenschaften moderner Funktionsflächen bewertet.
NanoFocus bietet in verschiedenen Bereichen Lösungen an. Dazu
gehören Medizintechnik, Automotive oder Public-Safety, um nur
einige zu nennen. Kunden kommen derzeit vorwiegend aus der
Automobil- und Elektronikindustrie: und Siemens. Und das zeigt
Ihnen bereits: Top-Firmen sind auf NanoFocus und ihre Technologie
bereits aufmerksam geworden – und bestellen! Daneben rüstet
NanoFocus aber auch Forschungseinrichtungen sowie junge Firmen der
Nano- und Mikrotechnologie aus.
Besonders beachtenswert ist ein Auftrag der kanadischen Forensic
Technology Inc. (FTI), das die Technologie von NanoFocus lizenziert
hat. Durch diesen OEM-Vertrag ergibt sich ein Absatzpotenzial in
den nächsten zehn Jahren von etwa 800 »Nano-Mikroskopen«. FTI hat
damit seine Komplettlösung zur Identifikation von Geschossen – das
»BulletTRAX-3D« – zur Marktreife geführt. Ferner stehen mit dem
deutschen Bundeskriminalamt BKA und FBI namhafte
Polizeiorganisationen auf der Kundenliste.
Für NanoFocus, an der die deutsche Nano-Beteiligungsgesellschaft
Nanostart AG (DE000A0B9VV6) erheblich beteiligt ist, hat 2006
erfolgreich begonnen. Im ersten Quartal wurde ein Rekord beim
Auftragseingang verbucht: Das Volumen der Bestellungen
verdreifachte sich auf 1,5 Mio. EUR. Das ist der höchste
Auftragseingang, den NanoFocus in einem einzelnen Quartal bisher
verzeichnen konnte. Zum Vergleich: Der Umsatz 2005 belief sich auf
3,2 (i.V. 3,1) Mio. EUR. Anfang März wurde das 250. System
ausgeliefert. Auch die Lieferungen an FTI begannen, die ersten
Geräte einer Anfangstranche von 24 Systemen sind in Kanada
eingetroffen.
Fazit: Es sieht ganz so aus, dass die Oberhausener ihren Weg machen
und in die stolze Marktkapitalisierung hineinwachsen.
Nanotech-Investoren mit Weitsicht sollten bei dem Wert engagiert
sein, denn die Auslieferungen zeigen: die Pipeline ist gut
gefüllt.
Herzlichst
Ihr Engelbert Hörmannsdorfer
© betafaktor
Engelbert Hörmannsdorfer