noch eine kleine gute-nacht-geschichte

mit freundlicher unerstützung von
http://www.nano-invest.de
originalquelle:waz
Relativ genau, aber eben nicht genau genug ließ sich bislang sagen,
aus welchem Lauf eine Kugel flog. Vielleicht eben.
Nun aber kommt die Oberhausener Firma Nanofocus AG und sagt: "Wir
können eine Aussage mit 99-prozentiger Sicherheit treffen", was
Kriminologen aufhorchen ließ. Ein 3 D-Mikroskop nämlich wie es
Nanofocus anbietet, gab es bislang noch nicht. Zweidimensional
wurde bislang abgebildet, nun erweitert Nanofocus kriminologische
Untersuchungen um die dritte Dimension - und die exakte Aussage:
Die Waffe war es, und die scheidet aus.
Das FBI und Scotland Yard zählen seither zu den Kunden und auch das
New York Police Department schätzt die messtechnischen Systeme der
Oberhausener Firma, mit deren Hilfe bis in den Nanometerbereich
vermessen werden kann.
Für Kriminologen mag dies ähnlich spannend sein wie ein genetischer
Fingerabdruck. Endlich gibt es Klarheit: Mit welcher Zange wurden
Bombendrähte gekappt und welches Werkzeug half beim Einsetzen der
Schrauben? "Das lässt sich leicht nachweisen", erklärt der Physiker
und Nanofocus-Gesellschafter Jürgen Valentin. Es gebe praktisch
immer Spuren: "Schon wenn ein USB-Stick an den Computer
angeschlossen wird."
Vier Jahre Entwicklungsarbeit investierten die drei Gesellschafter,
bis sie das erste System - bestehend aus optischen und digitalen
Komponenten und maßgeschneiderter Software - an die Uni Eindhoven
verkaufen konnten. Seither entwickeln sich die System-Lösungen zum
Selbstläufer, in Branchenkreisen. "Wir sind häufig auf Messen und
bei Fachtagungen", erklärt der Physiker. Daimler Crysler und
Thyssen-Krupp, Infineon und Siemens nutzen die Geräte. Nicht zur
Verbrechensbekämpfung, die Einsatzmöglichkeiten nämlich sind
vielfältig: "Da man Oberflächen im Nanometerbereich genau
darstellen kann, eignen sich die Geräte zum Beispiel hervorragend
im Bereich der Materialprüfung und der Qualitätskontrolle", sagt
Jürgen Valentin. Durch die Fehlervermeidung im Produktionsprozess -
etwa der Automobilindustrie - machten sich die Geräte für Kunden
bezahlt. "Die Stahlindustrie hier in der Gegend investiert viel in
High Tech, denn die Qualität von Oberflächen wird immer wichtiger."
Darüber hinaus: Nanofocus ist die einzige Firma, so Valentin, die
mobile Messgeräte herstellt.
Qualität und weltweite Nachfrage führten dazu, dass die Firma seit
Gründung im Jahre 1994 auf eine Belegschaft von 26 Mitarbeitern
anwuchs. Ursprünglich in Duisburg gegründet, siedelte Nanofocus im
Jahr 2003 nach OB ins Lipperfeld über. Um den Vertrieb in den USA
kümmert sich eine vor kurzem gegründete Tochterfirma. In anderen
Ländern, etwa in Kanada, arbeitet Nanofocus mit kleineren
Vertriebsrepräsentanten.