
.....so noch ein wenig die Konkurrenz
durchleuchten.....
Elektronik
Samsung-Aktie dürfte sich nicht erholen können
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Samsung will bei Flachbildschirmen der größte sein
14. Juli 2006
Die Aktien des koreanischen Elektronikkonzern Samsung Electronics
waren lange Zeit ein Phänomen und ein Zeichen dafür, daß bei vielen
Anlegern der Glaube hartnäckig stärker ist als die Zahlen, auch
wenn diese immer als Glaubensbeweise herangezogen werden.
Seit nunmehr einem Jahr enttäuscht Samsung mit seinen
Quartalsergebnissen und verspricht Besserung, wobei sich der Termin
dieser Verbesserung immer mehr in die Zukunft verschiebt (Risiko
bei koreanischen Elektronik-Aktien steigt). Dennoch stiegen die
Kurse der Hinterlegungsscheine noch bis zum Februar diesen Jahres
auf ein Rekordhoch von 242,50 Euro.
Ergebnisse länger schon im Abwärtstrend
Dann zeigten die Jahresergebnisse jedoch deutlich, wie stark der
Betriebsgewinn nachgelassen hatte, nämlich um immerhin ein Drittel
gegenüber dem Vorjahr. Das erste Quartal war wenig überzeugend. Der
Umsatz legte um ein Prozent zu, der Betriebsgewinn brach gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um 25 Prozent ein. Die Hinterlegungsscheine
hielten sich dennoch, erst im Mai gaben sie im Zuge der allgemeinen
Konsolidierung nach.
Doch offenbar war der Glaube im Juni wieder stärker. Die Papiere
erholten sich von ihrem Sieben-Monats-Tief bei 165,10 Euro bis auf
194,80 Euro Anfang Juli- obwohl die Anleger es hätten besser wissen
müssen.
Berechtigte Bedenken scheinen ihnen dann auch gekommen zu sein und
so gab der Kurs wieder bis auf 180 Euro nach. Jedenfalls hat sich
der Negativtrend bei Samsung auch im zweiten Quartal diesen Jahres
weiter fortgesetzt. Aufgrund weiter schrumpfender Margen im
Geschäft mit Mobiltelefonen und Flachbildschirmen verzeichnete der
Konzern abermals einen Gewinnrückgang. Der Nettogewinn sank im
Vergleich zum Vorjahresquartal um elf Prozent auf 1,51 Billionen
Won (etwa 1,25 Milliarden Euro) - und das war schon nicht gut
gewesen.
Auch im zweiten Quartal ein Ergebnisrückgang
Dies war nicht nur der niedrigste Gewinn seit nunmehr fünf
Quartalen, sondern lag auch unter den Erwartungen der Analysten,
die im Durchschnitt mit 1,58 Billionen Won gerechnet hatten. Die
Aktien des Konzerns gaben in Seoul nach Bekanntwerden der
Quartalszahlen um etwa zwei Prozent nach.
Samsung Electronics ist der größte Hersteller von Speicher-Chips
und der drittgrößte Produzent von Mobiltelefonen. Der koreanische
Konzern liefert sich seit einiger Zeit auf dem Handy-Markt einen
harten Wettbewerb mit den Branchenführern Nokia und Motorola. Zudem
macht Samsung Electronics ein Überangebot an LCD-Bildschirmen zu
schaffen.
Auch das operative Ergebnis ging weiter zurück, und zwar um 14
Prozent auf 1,42 Billionen Won. Indes hatten die Analysten mit 1,32
Billionen Won Schlimmeres erwartet. Der Umsatz stieg unterdessen um
3,8 Prozent auf 14,11 Billionen Won. Auch hier lag die Prognose
niedriger bei 13,98 Billionen Won.
„Das Schlimmste überstanden“
Der durchschnittliche Handy-Preis sank gegenüber dem
Vorjahresquartal auf 167 Dollar von 176. Was Samsung und auch dem
gleichfalls koreanischen Elektronikkonzern besonders zu schaffen
macht, sind die Beschaffungskosten. Hier haben sie entgegen jeder
vordergründigen Annahme einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Nokia
und Motorola. Denn während diese Konzerne Komponenten überwiegend
in Indien und China einkaufen und dort herstellen, produzieren
Samsung und LG weitgehend im Inland.
Michael Min, Analyst bei Korea Investment & Securities sieht in
den sinkenden gewinnen ein Zeichen, daß die asiatischen Hersteller
sich zu sehr auf ihren Lorbeeren ausruhen und nicht schnell genug
sich gegen die Preisangriffe der westlichen Unternehmen zur Wehr
setzen. Bei LG Electronics, die in der kommenden Woche berichten
werden, wird ein Rekordverlust von 33 Milliarden Won nach einem
Rekordverlust von 31 Milliarden im ersten Quartal erwartet.
In bewährter Manier verspricht Samsung Besserung. „Das Schlimmste
haben wir überstanden“, sagte der Vizepräsident der
Investor-Relations-Abteilung Woosik Chu am Freitag während einer
Telefonkonferenz. Das zweite Quartal ist seiner Ansicht nach der
Tiefpunkt des Geschäftsjahres gewesen, für das dritte Quartal
erwarte man eine Verbesserung im Vergleich zum Vorquartal.
Fußball-WM hat Erwartungen nicht erfüllt
Man gehe davon aus, daß sich die Preise für LCD- Bildschirme nun
stabilisieren und die Nachfrage nach Funktelefonen nach der
Markteinführung des „Slimphones“ wieder anziehen werde. Außerdem
erwartet Chu einen Nachfrageüberhang bei DRAM-Speicherchips.
Drei neue Handys würden die Umsätze antreiben und auch der Absatz
von LCD-Bildschirmen werde nach der Fußball-WM nicht wie von
Marktteilnehmern befürchtet einbrechen, sondern sich sogar stärker
ausnehmen. Indes ist das auch so schwer nicht. Denn der Absatz von
Fernsehern im Zusammenhang mit der Fußball-WM 2006 blieb unter den
Erwartungen des Unternehmens, wie Seung Kak Kang, Leiter des
Deutschlandgeschäfts, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte.
Das klassische Verbraucherverhalten vor einem solchen Großereignis
habe sich nicht erfüllt.
„Die zweite Jahreshälfte wird
ganz klar besser“
In die bekannte Hymne „Alles wird demnächst viel besser“ stimmten
auch einige Analysten ein. „Das Schlimmste für Samsung ist vorbei,
eine Wiederbelebung des Absatzes von Handys und Flachbildschirmen
wird auch die Ergebnisse stimulieren“, sagt Sohn Dong Shik von
Mirae Asset Investment Trust. „Die zweite Jahreshälfte wird ganz
klar besser als die erste.“, sagt der Fondsmanager und wiederholt
damit die Worte von Woosik Chu, der dabei indes auf das
amerikanische Schuljahr setzt.
Auch wenn man es kaum glauben mag, so könnte es vielleicht diesmal
sogar stimmen. So zeigen die Ergebnisse des zweiten Quartals ja
auch gewissen Besserungserscheinungen. Zum Beispiel stieg der
Betriebsgewinn in der LCD-Sparte auf 75 Milliarden Won von 13
Milliarden im Vorjahresquartal und die Umsätze von 2,12 Billionen
auf 2,85. Auch die Gewinnmarge verbesserte sich von ärmlichen 0,6
auf magere 2,6 Prozent. Diese Zahlen lagen auch über den
Erwartungen.
Widersprüchliches aus dem LCD-Markt
Dies steht aber in deutlichem Widerspruch zu den
Markteinschätzungen. So habe sich die Erwartung, im Zuge der
Fußball-Weltmeisterschaft könnten es zu einem Boom bei
Flüssigkristall-Bildschirmen kommen, offenbar nicht erfüllt - auch
bei Samsung ja nicht. Konkurrent LG Philips LCD hatte im zweiten
Quartal einen Rekordverlust aufgrund des Preisrückgang angesichts
des verschärften Wettbewerbs und einer schwächer als erwarteten
Nachfrage hinnehmen müssen. Viele Analysten gehen auch weiter davon
aus, daß es zumindest bis zum Jahresende nicht zur Umkehr dieses
Trends kommt.
Samsung setzt dagegen voll auf den Flachbildschirm. Mit Sony will
man 1,8 Billionen Won in das gemeinsame LCD-Unternehmen S-LCD
investieren. Zwar seien die Preise im zweiten Quartal stärker
gefallen als erwartet, doch werde der Branchenabsatz in diesem Jahr
von 44 auf 48 Millionen Stück steigen. In dasselbe Horn bläst auch
Fondsmanager Song In Ho von Kyobo Investment Trust Management:
„Flachbildschirme erholen sich und die Nachfrage nach Speicherchips
wird in der zweiten Jahreshälfte weiter stark bleiben. Das zweite
Quartal war die Talsohle.“
Unsicheres Potential
Alles in allem erscheint die Lage bei Samsung etwas
widersprüchlich. Versprechen auf Besserung hat man von dem
koreanischen Konzern jetzt schon so lange gehört, daß sie einige
Glaubwürdigkeit eingebüßt haben. Auch läßt sich hinter den
optimistischen Stellungnahmen von Fondsmanagern bisweilen ein
geharnischtes Eigeninteresse vermuten.
Bewertet ist die Samsung-Aktie auf Basis der aktuellen
Gewinnschätzungen der Analysten jedenfalls mit
Kurs-Gewinn-Verhältnissen von zwölf und zehn eigentlich recht
günstig. Indes darf in der zweiten Jahreshälfte nichts mehr
anbrennen. Das macht das Investment in Samsung-Aktien nicht
unbedingt risikoärmer.
Charttechnisch haben die Hinterlegungsscheine ihren langfristigen
Aufwärtstrend noch nicht wieder aufnehmen können und befindet sich
mittelfristig ohnehin im Sinkflug. Das könnte sich dann ändern,
wenn der Kurs das Juli-Hoch von 193,70 Euro wieder übertreffen
kann. Dafür benötigt er aber ein Plus von über fünf Prozent, was
auf Basis der gemischten Ergebnisse und des negativen Marktumfelds
derzeit aber eher unwahrscheinlich scheint.
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