USA: TV-Kaufwunsch in Q2/11 auf Tiefstniveau
Von Markus Hevesi
08.09.2011, 19:18 Uhr
US-Konsumenten haben andere Sorgen als einen neuen Fernseher,
berichtet Channelpartner.
Lediglich 13 Prozent der Teilnehmer einer von IHS iSuppli
durchgeführten repräsentativen Umfrage wagen innerhalb der nächsten
drei bis zwölf Monate eine Neuanschaffung. In Quartal eins waren es
noch 32 Prozent.
Die Zahl derjenigen, die sich im kommenden Jahr keinen neuen
Apparat zulegen wollen, ist von 66 auf 83 Prozent gesprungen.
Erstaunlich, denn mit Thanksgiving und Weihnachten steht die
Hochsaison des Jahres bevor. Riddhi Patel, Director for Television
Systems and Retail Services bei IHS, stellt fest, dass die Menschen
in den USA angesichts der düsteren Wirtschaftslage immer
vorsichtiger werden beim Konsum.
Abwarten und Tee trinken sei die neue Haltung, so der Experte. Die
einen warten wirtschaftliche Erholung, die anderen auf fallende
TV-Preise oder ein unwiderstehliches Schnäppchen. Diejenigen
Verbraucher, die sich im zweiten Quartal einen neuen Flat-TV
gegönnt haben, gaben bessere Bildqualität, Preis und
Bildschirmgröße als wichtigste Kriterien an – der Markenname ist
nicht mehr entscheidend. Ebenfalls weniger wichtig: neue Features
wie LED-BLUs und Internetanbindung.
Bei US-Käufern beliebt: LCD-TVs von
günstigen Markenanbietern wie Funai. (Foto: Funai)
86 Prozent aller im zweiten Quartal verkauften TVs waren LCDs, die
übrigen im Wesentlichen Plasmas, die dank gutem
Preis-Leistungs-Verhältnis im 50-Zoll-plus-Segment zulegen konnten.
Überrascht waren die iSuppli-Analytiker von der Zahl derer, die
sich für 30-Zoll-Geräte entschieden haben - 38 Prozent, für die
XXL-Einstellung der Amis ein wirklich hoher Prozentsatz.
Billigheimer und No-Names wie Funai(Emerson/Coby/Ö) rollen die
Segmente LED, Smart-TV und 3D auf und zwingen die Top-Hersteller zu
schmerzhaften Preiszugeständnissen. Nicht weiter verwunderlich,
dass die Top fünf Samsung, LG, Sony, Sharp und Toshiba kaum noch
Gewinne mit LCD-TVs machen.
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09.09.2011 | 17:50 Uhr
LCD-Glashersteller
Corning investiert Milliarden in Gorilla-Glas für Smartphones
und Tablets
Auch das iPad soll mit einem Gorilla-Glas
ausgestattet sein.
Der amerikanische Glasfaser- und LCD-Glashersteller Corning hält
an dem Umsatzziel von 10 Milliarden Dollar für 2014 fest und
investiert Milliarden in den Ausbau der Kapazitäten für die extrem
harten Gorilla-Gläser für Smartphones, Netbooks und Tablets wie das
iPad 2 von Apple.
Ob Corning mit verschiedenen Niederlassungen und zirka 500
Mitarbeitern in Deutschland von dem derzeit stattfindenden Ausbau
des Glasfasernetzes der Deutschen Telekom profitiert, ist ungewiss,
aber immerhin handelt es sich bei dem amerikanischen Unternehmen um
einen der größten Hersteller in dem Bereich. 31 Prozent des
Umsatzes macht dieser aus.
Das größere Business ist aber mit 45 Prozent das als Hersteller von
Glassubstraten oder Muttergläsern für LCD-Bildschirme. Als
weltmarktführend in dem Bereich gilt aber nicht das amerikanische
Unternehmen selbst, sondern das Joint-Venture Samsung Corning
Precision Materials.
Dennoch kann es den Weltmarkt empfindlich treffen, wenn bei Corning
selbst, wie vor zwei Jahren geschehen, ein Erdbeben in Japan die
Fabrikation von Muttergläsern auf Monate lähmt.
Corning-Vize und -Finanzchef James Flaw zufolge halte man an dem
Umsatzziel von 10 Milliarden Dollar für 2014 fest. Und das trotz
derzeitig massiver Überkapazitäten bei LCD-Panels, eines erwarteten
Absatzeinbruchs von 30 Prozent bei Samsung Corning und wenig
Aussichten auf eine baldige Erholung der Nachfrage.
Corning zufolge sei die Nachfrage nach LCD-TVs im Juni mit einem
Zuwachs von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr in den meisten
Regionen immer noch gut gewesen, was Potential verspreche, dass die
hohen Lagerbestände im Laufe des vierten Quartals abgebaut
werden.
Um das Umsatzziel von 10 Milliarden Dollar für 2014 zu erreichen,
werde Corning laut Finanzchef Flaws massiv in den Kapazitätsausbau
investieren, wobei die meisten der Investitionen in
Non-Display-Bereiche getätigt werden sollen, dazu zählt das
Unternehmen auch die seit 2008 laut Wikipedia in mehr als 300
Millionen Smartphones, Tablets und Netbooks von über 30 Herstellern
verbauten Gorilla-Gläser, welche sich durch hohe Bruchsicherheit
und Kratzfestigkeit auszeichnen.
Taiwans Newsservice ‚Digitimes‘ zufolge wird erwartet, dass Corning
2011 Kapitalausgaben von 2,4 Milliarden Dollar tätigt, 2012 sollen
es immer noch 1,9 bis 2,0 Milliarden Dollar sein.
Das Unternehmen ist unter anderem Mutterglas-Lieferant für das
weltweit erste 10G-Panel-Werk von Sharp. Diese extrem dünnen Gläser
sind rund 8,7 qm groß, während alle anderen Panel-Werke bis dato in
Werken der 8. Generation nur maximal 5,5 qm große Muttergläser
verarbeiten. (kh)