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    Eigene Pipeline von MorphoSys - Kosten, Entwicklung, Potenzial

    eröffnet am 05.02.06 16:22:47 von
    lupus2000

    neuester Beitrag 08.07.14 10:16:57 von
    eck64
    Beiträge: 189
    ID: 1.038.009
    Aufrufe heute: 2
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    Avatar
    lupus2000
    schrieb am 05.02.06 16:22:47
    Beitrag Nr. 1 (20.051.655)
    In diesem Thread soll es ausschließlich um die MOR-Projekte gehen, also um die Eigententwicklungen im Hause MorphoSys. Ein Extra-Thread, damit die Infos nicht im Haupt-Thread untergehen. Da ich kein Mediziner bin, kann ich nicht als echter Moderator wirken, aber es gibt ja genug Spezialisten hier auf dem Gebiet. Wahrscheinlich werden wir hier nach der BiPK intensiv über P1-Studien diskutieren können (müssen)...

    MOR101 - Target ICAM-1 (CD54) gegen Hautverbrennungen, Präklinik
    Therapie von Verbrennungen 2. Grades

    MOR102 - Target ICAM-1 (CD54) gegen Psoriasis, Präklinik
    Therapie von Schuppenflechte(und ggf. rheumat. Arthritis, Morbus Crohn, diab. Retinopathie)

    MOR202 - Target CD38 gegen multipl. Myelom/Leukämie, Präklinik
    Therapie des multiplen Myeloms und verschiedener Formen von Leukämie

    MOR103 - Target unbekannt (public) gegen entzündl. Erkrankungen, Forschungsstadium

    Eine Klinische Studie der Phase I wird bei der Indikation Krebs üblicherweise mit erkrankten Probanden durchgeführt, ansonsten mit gesunden Probanden (20-100), weil es vorrangig um das Messen von Nebenwirkungen geht. (Höchstdosierung ermitteln)
    Das Abweichen vom herkömmlichen Schema beruht bei Krebs darauf, dass die ersten Therapien alle mit Zellgiften waren und erhebliche Nebenwirkungen von vorneherein klar waren. Daher hat man darauf verzichtet, diese Auswirkungen an gesunden Probanden zu testen und klinische Versuche überhaupt nur erlaubt, weil keine Behandlungsalternativen verfügbar waren und die Prognose für die Erkrankten schlechtestmöglich war.
    http://www.roche.com/de/sci_events_facets_clinical#sci_event…
    http://www.roche.com/pages/facetten/18/entwickld.htm
    Roche beziffert die Kosten für eine P1-Studie auf 2-6 Mio CHF, es wird auch immer wieder von 5 Mio EUR gesprochen.

    Verteuernd wirkt in Deutschland u.U., dass einer rechtskräftigen Entscheidung des BSG zufolge auch die sonstigen Behandlungskosten von Teilnehmern klinischer Studien vom Pharmaunternehmen getragen werden müssen. [Urteil des Bundessozialgerichts vom 22.7.2004 (Aktenzeichen B 3 K2 21/03/R)] Demnach muss der Sponsor einer klinischen Studie alle Kosten eines Patienten im Krankenhaus übernehmen, wenn dieser an einer klinischen Prüfung teilnimmt. Bislang übernahm der Sponsor lediglich die zusätzlichen Kosten, die durch die Prüfung anfielen.]
    http://juris.bundessozialgericht.de/cgi-bin/rechtsprechung/d…
    Die Beklagte [Krankenkasse, Lupus], die zumindest einen Teil der Behandlungskosten trotz der Arzneimittelstudien übernehmen will und ihren Erstattungsanspruch nur auf bestimmte Behandlungstage beschränkt, in dem die Arzneimittelstudien " im Vordergrund" gestanden hätten, wäre sogar berechtigt gewesen, jegliche Bezahlung der Krankenhausbehandlung ihrer Versicherten für die Dauer der jeweiligen Studie abzulehnen. Denn klinische Studien zur Erprobung von Arzneimitteln sind in der Regel keine Krankenhausbehandlung iS der gesetzlichen Krankenversicherung und dürfen von den Krankenkassen ohne ausdrückliche gesetzliche Grundlage auch nicht anteilig finanziert werden.
    Vielschichtig behandelt hier:
    http://www.agnp.de/AGNP-Homepage-Dateien/Downloads/BSG-Urtei…
    Vielleicht erinnert sich Frau Merkel ja an ihr Versprechen, hier für Rechtssicherheit zu sorgen?
    http://dip.bundestag.de/btd/15/052/1505246.pdf

    MOR 202 würde also in P1 wahrscheinlich mit erkrankten Probanden durchgeführt, was die P1 wesentlich verteuern könnte (sonstige Behandlungskosten übernehmen], andererseits kann eine derartige P1 schon einen abgeschwächten Proof-of-concept liefern. Kosten der P1 vielleicht 5-8 Mio EUR für die Behandlungskosten und 2-3 Mio EUR für Studiendesign, Profs, Auswertung. Eine P1 mit Indikation nicht-Krebs (MOR101/102) läge wohl bei insgesamt 3-5 Mio EUR. (eigene Schätzungen)

    Festhalten kann man, dass die Kosten für klinische Testreihen sehr stark variieren, die von Big Pharma immer mal wieder angeführten 500-1.000 Mio USD für die Komplettentwicklung sind aber Quatsch - da sind alle Fehlschläge, Marketingkosten und was man noch so reinrechnen kann einbezogen...

    Orphan-Drug-Indikationen können sehr lukrativ für kleinere Unternehmen sein, weil die Entwicklungskosten fast auf Null runtergefahren werden können, wenn man geschickt agiert und alle Förderungen (ein Beispiel: http://www.bmbf.de/foerderungen/3121.php) nutzt - es gibt neben öffentlichen Geldern auch private Stiftungen, die Mittel für die Entwicklung bestimmter vernachlässigter Medikamente zur Verfügung stellen.
    Zudem sind die Zulassungshürden gering, die Patientenzahl ebenfalls, das Verfahren beschleunigt. Hinterher ist natürlich dafür auch das Umsatzpotenzial kleiner...
    Also ich würde schätzen, im Orphan-Drug-Bereich sind Phase I/II für (ungeförderte) 5 Mio EUR und Phase III für 25 Mio EUR möglich. Dann noch Fördermittel akquiriert und das Mittel hat außer Ressourcen und Zeit praktische nichts gekostet.
    Ich würde MOR101 zutrauen, den Orphan-Drug-Status zu erhalten.
    Ansonsten variieren die Kosten natürlich extrem, aber bei einem Standard-Feld wie Krebs sollten Phase I/II bei günstigen Rahmenbedingungen zusammen auch schon für unter 10 Mio EUR möglich sein (plus Rechtsrisiko in Deutschland, alle Behandlungskosten der Probanden tragen zu müssen).
    Angeblich sogar schon für 1-2 Mio EUR (siehe http://www.bio-pro.de/de/life/magazin/01284/, aber das glaube ich nicht so recht - das kann höchstens ein Nettobetrag sein, wenn alle möglichen Förderungen bezogen wurden.

    Mein Favorit wegen der hohen Chancen in einem gar nicht so kleinen Nischenmarkt ist MOR 101 gegen Verbrennungen:
    Ich würde überhaupt nicht zustimmen, dass MOR 101 von den Eigenprojekten das geringste Umsatzpotenzial hat. Ich weiß auch nicht, warum Morph das selbst so tief hängt. Ich habe mich ja hier schon mal vor Ewigkeiten für MOR 101 stark gemacht, zumal ich die Krankenhauspraxis von meinem Zivi noch sehr gut kenne!

    Gegen Krebs und Schuppenflechte gibt es zig Therapien, so dass selbst für ein sehr wirksames Medikament ein hohes Werbebudget notwendig wird. Bei Verbrennungen gibt es schlichterdings keine echte Therapie außer so ein paar lindernden und die Nebeneffekte (Austrocknung, Infektionsgefahr, Auskühlung) mindernden Salben.

    Soooo selten sind Verbrennungen auch nicht:

    In Österreich müssen im Jahr mehr als 2500 Patienten wegen Verbrennungen stationär in einem Krankenhaus behandelt werden. Davon sind mehr als 200 intensivpflichtig.
    http://www.agn.at/html1.php?hid=17
    In Deutschland müssen jährlich rund 10.000 bis 15.000 Menschen mit Brandverletzungen stationär behandelt werden, 10% davon auf der Intensivstation eines Krankenhauses.
    http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/2223.htm

    Die Tagessätze in Spezialkliniken für Verbrennungen sind wegen des hohen Aufwandes (Heizung, Sterilität, laufender Verbandswechsel, permantente Flüssigkeitshaushaltskontrolle, intensive Pflege) enorm hoch!
    Somit erscheint auch ein Preis von rund 3.500 Euro pro Tag durchaus sinnvoll. Leider ist dieser Tagessatz noch immer nicht kostendeckend.
    http://www.lfv-bayern.de/brandschutzerziehung/be-brandverlet…

    Jetzt nehmen wir nur mal an, die Behandlungsdauer von Verbrennungsopfern könnte mit MOR101 um drei Tage verkürzt werden (was angesicht der oft wochenlangen Liegedauer gar nicht so viel wäre) - schon wären Krankenhauskosten von mehr als 10.000 EUR gespart und die Therapie dürfte ebensoviel Kosten um für das Gesundheitswesen kostenneutral zu sein. Allein mit diesen Minimalannahmen ergäbe sich ein sehr schnell ein weltweites jährliches Umsatzpotenzial in dreistelliger Mio-EUR-Höhe. Nun soll aber MOR101 natürlich mehr bringen als eine dreitägige Ersparnis beim Krankenhausaufenthalt, nämlich eine Heilung, wo sonst alles Therapieren langwierig und teilweise gar nicht möglich ist. So eine Behandlung darf auch 50.000 EUR pro Patient kosten (siehe Anfangszeiten MS-Behandlung) oder mehr.
    Und Werbung bräuchte man für so ein Mittel kaum machen, da würden sich alle Verbrennungskliniken drum reißen...


    von Roche (siehe URL oben):

    Phase I
    Zu Beginn einer klinisch-pharmakologischen Studie liegt das Augenmerk vor allem auf der Verträglichkeit eines neuen Pharmakons. Phase-I-Studien werden meistens an einer kleinen Anzahl (20-100) gesunder Freiwilliger (Probanden) durchgeführt. Handelt es sich bei dem zu testenden Wirkstoff jedoch um ein zelltoxisches Zytostatikum zur Bekämpfung von Krebserkrankungen, wird dieser nur an bereits erkrankten Patienten untersucht.
    Da Frauen in gebärfähigem Alter bei klinischen Tests unter Umständen einem besonderen Risiko ausgesetzt sein könnten, handelt es sich bei den gesunden Probanden üblicherweise um Männer. Trotzdem wird nach Möglichkeit versucht, die Zielpopulation, für die das Medikament schliesslich gedacht ist, im Test abzubilden. Zum Beispiel werden Medikamente gegen Krankheiten, die hauptsächlich bei älteren Menschen auftreten, auch an älteren Probanden getestet. Genauso ist es notwendig, Wirkstoffe gegen typische Frauenkrankheiten an weiblichen Probanden zu prüfen.
    Der Vorteil von klinisch-experimentellen Untersuchungen am gesunden Probanden liegt darin, dass der Freiwillige sich in einem relativ risikoarmen normalen Gesundheitszustand befindet; damit verbunden ist jedoch der Nachteil, dass krankheitsbedingte pathophysiologische Mechanismen an gesunden Probanden nicht beobachtet und nur selten erfolgreich simuliert werden können. Therapieforschung am Gesunden, wie sie bei der Arzneimittelentwicklung angewendet wird, stösst daher rasch an ihre Grenzen.
    Dem Probanden werden nach einem so genannten Dosis-Eskalierungsplan immer grössere Mengen des Wirkstoffs appliziert, um zu untersuchen, ob und, wenn ja, welche Nebenwirkungen bei welcher Konzentration auftreten. Dabei wird sorgfältigst auf physiologische Veränderungen geachtet, die ein Risiko für die behandelte Person andeuten könnten (zum Beispiel Veränderungen im Blutdruck und/oder Puls, Auftreten von allergischen Hautveränderungen). Zur gleichen Zeit werden pharmakodynamische Werte ermittelt, die einen Hinweis darauf geben, welche Dosierung bei Patienten wirksam sein könnte. Dieser Dosis-Eskalierungsplan sollte im Idealfall von präklinischen Ergebnissen ableitbar sein. Die Risikominimierung für den Probanden steht immer im Vordergrund.
    Zentrales Ziel therapierelevanter klinisch-pharmakologischer Studien ist das Sammeln neuer Erkenntnisse über Aufnahme, Verteilung, Stoffwechsel und Ausscheidung eines potenziell wirksamen Moleküls (Absorption-Distribution-Metabolism-Excretion, ADME-Programm). Die Subdisziplin der Klinischen Pharmakologie, die diese Parameter untersucht, ist die Pharmakokinetik (PK). Die Wirkung des Pharmakons oder seiner Abbauprodukte (Metabolite) auf den Organismus wird durch die Pharmakodynamik (PD) erfasst. Die Pharmakodynamik beschreibt die physiologische oder pathophysiologische Reaktion des Organismus auf im Plasma und Gewebe vorhandene Konzentrationen des Pharmakons und seiner Metabolite (z.B. Anstieg oder Abfall von Blutdruck und/oder Herzfrequenz, Auftreten von Schmerzen, Harndrang, Hautreaktionen bzw. günstige Beeinflussung von Krankheitsprozessen).
    Eine der zentralen Fragen bei den klinischen Tests betrifft das Verhältnis zwischen Konzentration und Wirkung (PK/PD-Verhältnis), sowohl hinsichtlich der erwünschten als auch der unerwünschen Effekte. Auf diese Weise kann das so genannte Sicherheitsfenster (safety window) eines neuen Wirkstoffs abgeschätzt werden.
    Die Ergebnisse der Pharmakokinetik werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst: Dazu gehören die Art der Zuführung (z.B. intravenös, subkutan, oral, durch Infusion, inhalativ, rektal oder transdermal), die Applikationsfrequenz (Einzeldosis, Mehrfachdosen, konstante Infusionen, täglich, wöchentlich etc.), die Arzneimittelform (Tablette, Pulver, Flüssigkeit, Spray, Salbe etc.) und die Art des Moleküls (kleines synthetisches Molekül, hohes Molekulargewicht, Peptid, Protein) beeinflusst. Parameter wie Halbwertszeiten, Peak-Konzentration, Flächen unter der Zeitkurve von Plasmakonzentrationen, Clearance, Verteilungsräume, Peak-Through-Relationen und andere werden zu pharmakodynamischen Parametern in Beziehung gesetzt.
    Wenn sich in Phase I, die normalerweise einige Monate dauert, keine schwer wiegenden Sicherheitsprobleme – etwa inakzeptable toxische Wirkungen – zeigen, gibt es grünes Licht für die Phase II, in der die Wirksamkeit des potenziellen Medikaments am Patienten getestet wird.
    Auch in den Phasen II und III werden weitere pharmakologische Studien durchgeführt, die zum Beispiel Aufschluss darüber geben sollen, wie sich der neue Wirkstoff in Verbindung mit anderen Medikamenten verhält oder welchen Einfluss eine Veränderung in der Nieren- oder Leberfunktion auf die Pharmakokinetik des neuen Arzneimittels hat.

    Phase II
    Mit Studien an 100 bis 500 Patienten wird in Phase II versucht zu klären, ob das Prüfpräparat bei der anvisierten Krankheit wirksam ist und welche Nebenwirkungen auftreten können. Ausserdem soll der Dosierungsbereich – höchste verträgliche und niedrigste wirksame Dosis – für die folgenden grösseren Phase-III-Studien festgelegt werden.
    Dazu werden die Patienten in je eine von zwei Untersuchungsgruppen eingeteilt. Eine Patientengruppe erhält das Versuchsmedikament (Verumgruppe), während eine zweite, die Kontrollgruppe, ein Standardmedikament oder ein Placebo verabreicht bekommt (Placebogruppe). Bei letzterem handelt es sich um ein Scheinmedikament, d.h. eine wirkstofffreie Darreichungsform (Dragee, Tablette, Kapsel, Infusionslösung), die jedoch in Farbe und Geschmack mit der wirkstoffhaltigen Medizin (Verum) übereinstimmt.
    Bei schwer wiegenden und lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Krebs oder Aids erhalten die Mitglieder beider Gruppen aus ethischen Gründen weiterhin ihre Standardtherapie, der jeweils das Placebo oder der neue Wirkstoff hinzugefügt wird.
    Die meisten klinisch-pharmakologischen Tests sind Blindversuche, d.h. keinem der Patienten ist bekannt, zu welcher Gruppe er gehört. Oft wissen weder die Patienten noch die Entwickler, wer das Versuchsmedikament bekommt. In diesem Fall spricht man von doppelblinden Studien. Tests, bei denen sowohl der Prüfer als auch die Probanden über die Verteilung informiert sind, bezeichnet man als offene Studien.
    Die meisten Phase-II-Tests sind randomisiert, d.h. die Einteilung der Patienten in Verum- und Placebogruppe erfolgt nach dem Zufallsprinzip, um zu gewährleisten, dass bekannte und unbekannte Merkmale der Patienten, die das Behandlungsergebnis beeinflussen könnten, in beiden Gruppen gleichermassen auftreten. Zum Beispiel müssen alle Patienten sich im selben Krankheitsstadium befinden. Auch sollten Alter, Gewicht und der Allgemeinzustand in den beiden Gruppen im Durchschnitt ähnlich sein. Durch die Randomisierung wird gleichzeitg verhindert, dass das Prüfpräparat nur an mutmasslich gesündere Patienten verabreicht wird. Sie gewährleistet so die Vorurteilsfreiheit der Untersuchung.
    Die Phase II kann zwischen mehreren Monaten und zwei Jahren dauern. Nur etwa ein Drittel der Prüfsubstanzen kommt durch die ersten beiden Stufen der klinisch-pharmakologischen Tests.

    Phase III
    Die Studien in Phase III werden an grossen Patientenpopulationen (1000 bis 5000) durchgeführt, für die letztlich das neue Medikament gedacht ist. Die Studien der Phase III müssen die statistisch nachprüfbaren Beweise für die Wirksamkeit und Unbedenklichkeit eines potenziellen Medikaments erbringen, um schliesslich von den internationalen Behörden zur Anwendung zugelassen zu werden. Des Weiteren soll eine Risiko-Nutzen-Abwägung (Risk-Benefit-Ratio) nach kurzzeitiger oder längerfristiger Gabe der Prüfsubstanz ermöglicht und der therapeutische Wert im Vergleich zu Alternativen bestimmt werden.
    Die für gewöhnlich mehrere Jahre dauernde Phase III generiert zusätzliche Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten unter möglichst realistischen klinischen Alltagsbedingungen. Dabei sind die Einschlusskriterien für Patienten, die an der Studie teilnehmen können, oft weniger eng gesetzt als in Phase II. Es werden zufallsbedingt männliche und weibliche Patienten ungleichen Alters und verschiedener Herkunft mit Unterschieden in Bezug auf Lebens- und Essgewohnheit sowie Gesundheitszustand ausgewählt.
    Um die grosse Zahl freiwilliger Patienten sinnvoll eingliedern zu können, finden die Studien meist als so genannte multizentrische Prüfungen in mehreren Krankenhäusern und Praxen statt.
    Alle Ergebnisse aus präklinischer Forschung und Entwicklung einschliesslich der Phase III bilden die Grundlage für die Zulassung einer Prüfsubstanz als Arzneimittel. Die Genehmigung kann nach erfolgreichem Abschluss der Phase III beantragt werden (New Drug Application, NDA).
    Phase IV
    Nach der Zulassung durch die zuständigen Behörden darf der pharmazeutische Unternehmer das Medikament in den Verkehr bringen. Auch danach muss der Hersteller in enger zeitlicher Abfolge die Alltagserfahrungen mit dem Arzneimittel in der Praxis gegenüber den Zulassungsbehörden dokumentieren. Ziel dieser Berichte ist unter anderem die Dokumentation von sehr seltenen Nebenwirkungen eines Arzneimittels, die beispielsweise in einer Häufigkeit von 1:20 000 auftreten und sich damit selbst durch die Phase-III-Studien nicht feststellen lassen.
    Die Zulassungsbehörde kann bei der Zulassung eines Arzneimittels Auflagen festlegen oder weiter gehende klinische Studien fordern. Sinnvoll sind diese oft international organisierten und mehr als 10 000 Patienten umfassenden Untersuchungen vor allem dann, wenn der Effekt einer medikamentösen Behandlung auf die Gesamtbevölkerung beurteilt werden soll. Dabei geht es beispielsweise um Auswirkungen einer kombinierten Anwendung mit anderen Medikamenten, das Sicherheitsprofil bei Langzeitanwendungen oder bisher unbekannte, zusätzliche Wirkungen.
    Avatar
    eck64
    schrieb am 05.02.06 17:50:59
    Beitrag Nr. 2 (20.052.397)
    Sehr schön.

    Auf der Homepage von MOR gibts schon etwas mehr Infos zu MOR101,102 und 202. Nur MOR103 ist quasi ein Geheimprojekt....

    http://www.morphosys.de/de/prod_pipe.php?sprache=de&headline…

    Firmeneigene Produkt-Pipeline von MorphoSys (Stand 4.2.05)

    Als eigene Medikamente entwickelt MorphoSys humane Antikörper für die Indikationen Entzündung, Krebs und Infektionskrankheiten. Vor Beginn der klinischen Entwicklung sollen diese Produkte auslizenziert werden. Die Pipeline mit den eigenen Antikörper-Produkten umfasst momentan folgende Produktkandidaten:

    MOR101 und MOR102 (ICAM-1)

    MOR101 und MOR102 sind humane HuCAL® Antikörper gegen das Zielmolekül ICAM-1 (intercellular adhesion molecule-1), auch als CD54 bekannt.
    MOR101, ein Fab-Fragment, wird für die Indikation der Hautverbrennungen (Verbrennungen zweiten Grades) entwickelt. Für diese Medikation gibt es einen erheblichen medizinischen Bedarf, da momentan keine Medikamente zur Behandlung dieser Krankheit erhältlich sind.

    MOR102, ein IgG Antikörper, wird für die Indikation Psoriasis (Schuppenflechte) entwickelt. Ein weiteres Entwicklungspotential wird durch spätere Entwicklungen in zusätzlichen Indikationen, wie z. B. Rheumatische Arthritis, Morbus Crohn und diabetische Retinopathie erwartet.
    Beide Anti-ICAM-1-Antikörper haben aufgrund ihrer entzündungshemmenden Eigenschaften ohne immunsuppressive Nebenwirkungen das Potenzial, bestehende Standard-Therapien zu ersetzen.


    Vielversprechende präklinische Ergebnisse für MOR101 und MOR102

    Auf der „10. Human Antibodies & Hybridomas“-Konferenz in Osaka (Japan) präsentierte MorphoSys im Oktober 2003 erste vielversprechende in-vivo-Daten für die Antikörperkandidaten MOR101 und MOR102.

    In dem Antikörperprogramm MOR101 entwickelt MorphoSys ein humanes HuCAL® Antikörperfragment (Fab-Fragment) für die Behandlung von tiefen Verbrennungen der Haut. In einem ersten Tiermodell wurde ein chimäres Fab-Fragment getestet, das von dem murinen BIRR-1-Antikörper abstammt. Es konnte gezeigt werden, dass dieses Fragment die gleiche Wirksamkeit zeigt wie der komplette murine Antikörper BIRR-1 von Boehringer Ingelheim. Diese Studie wurde in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Dr. Pallua und Dr. Fuchs, Plastische Chirurgie der Universität Aachen, durchgeführt.

    In einem Tiermodell für Schuppenflechte wurde die Wirksamkeit des Antikörpers MOR102, eines humanen IgG4-Antikörpers, gezeigt. Die Studien wurden in Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Boehncke, Abteilung für Dermatologie der Universität Frankfurt, durchgeführt. Die Behandlung mit MOR102 reduziert im Tiermodell die Schwellung der Epidermis in der mit Schuppenflechte betroffenen menschlichen Haut um 40%.

    Für die beiden vollständig humanen HuCAL® Antikörper gegen ICAM-1 wird ein hervorragendes Wirksamkeitsprofil bei entzündlichen Erkrankungen mit geringen Nebenwirkungen erwartet. Durch den Einsatz humaner Antikörper sind immunogene Effekte, wie sie mit dem Maus-Antikörper beobachtet worden sind, nicht wahrscheinlich. Darüber hinaus erwartet man eine lokale Wirkung am Ort der Entzündung, systemische immunsuppressive Nebenwirkungen können minimiert werden.

    Als weiteren Teil der präklinischen Antikörperentwicklung hatte MorphoSys eine Studie in Auftrag gegeben, um die Wirksamkeit von MOR102 mit den bereits zugelassenen Medikamenten Amevive® und Raptiva® in einem Tiermodell zur Untersuchung der Schuppenflechte zu vergleichen. Diese Studie wurde abgeschlossen und die Ergebnisse ausgewertet. Obwohl hierbei alle getesteten Substanzen bei mehreren Hautproben von Schuppenflechte-Patienten einen therapeutischen Effekt zeigten, ergab eine sorgfältige Analyse der Daten, dass es nicht möglich ist, statistisch vertretbar zwischen den Wirkstoff vermittelten Effekten und der beobachteten spontanen Heilungsrate in der Placebo-behandelten Gruppe (Negativkontrolle) zu unterscheiden. Deshalb ist es aufgrund dieser Studie nicht möglich, Rückschlüsse auf die Wirksamkeit von MOR102 im Vergleich zu Amevive® oder Raptiva® zu ziehen.

    MorphoSys wird aufgrund der positiven Ergebnisse aus der ersten Studie die Entwicklung und Kommerzialisierung von MOR102 zur Therapie chronischer Entzündungen weiter verfolgen.


    Präsentation der präklinischen Daten für MOR101 und MOR102
    (HAH-Konferenz 2003, in englischer Sprache)
    http://www.morphosys.de/download/en/031010_HAH_Osaka.pdf
    Informationen zu MOR101 und MOR102 (in englischer Sprache)
    http://www.morphosys.de/download/en/ES_MOR101_102_Spring_200…

    MOR103

    MOR103 ist ein humaner HuCAL® Antikörper, der im Bereich der entzündlichen Erkrankungen entwickelt wird.

    MOR202

    Das Antikörperprogramm MOR202 umfasst mehrere HuCAL GOLD® Antikörper gegen CD38, ein attraktives Zielmolekül für die Behandlung des Multiplen Myeloms und verschiedener Leukämien.

    Erste vielversprechende präklinische Daten für MOR202

    Im Oktober 2004 präsentierte MorphoSys im Rahmen der „11. Human Antibodies & Hybridomas“ Konferenz in Dublin (Irland) erste vielversprechende Daten aus einem Tiermodell für das firmeneigene Krebs-Antikörper-Programm MOR202.

    Die Antikörper wurden zunächst ausführlich in verschiedenen in-vitro-Untersuchungen charakterisiert. Sowohl an Zelllinien bestimmter Blutkrebsarten als auch an primärem Patienten-Tumormaterial konnte gezeigt werden, dass die Antikörper in der Lage sind, Krebszellen effizient abzutöten. Die MOR202-Antikörper zeigten auch in einem in-vivo-Tiermodell zur Untersuchung des Multiplen Myeloms gute Wirksamkeit. Ein HuCAL® IgG Antikörper wurde tumortragenden Mäusen regelmäßig über einen Zeitraum von drei bis fünf Wochen verabreicht. In mehreren Untersuchungen wurden verschiedene Antikörperkonstrukte bei unterschiedlichen Dosierungen sowie Verabreichungsschemata geprüft. In allen Fällen führte die Behandlung mit dem MOR202 Antikörper zu einem stark verzögerten Tumorwachstum. In manchen Fällen war am Ende des Beobachtungszeitraums kein Tumor mehr nachweisbar. MorphoSys hat mehrere US-Patentanmeldungen eingereicht. Diese beziehen sich auf spezifische anti-CD38-Antikörper und deren Verwendung.


    Präsentation der präklinischen Daten für MOR202
    (HAH-Konferenz 2004, in englischer Sprache)
    http://www.morphosys.de/download/en/MOR_041007_HAHDublin_CD3…

    Informationen zu MOR202 (in englischer Sprache)
    http://www.morphosys.de/download/en/MOR202_2004.pdf

    Zusätzlich noch interessant, Dr. Friesen ist aktuell federführend zusändig für die Fortentwicklung der eigenen Pipeline:
    http://www.morphosys.de/php/show_pressemitteilungen.php?id=3…
    MorphoSys stärkt präklinische Entwicklung und Finanzabteilung durch neue Management-Positionen

    Martinsried/München, 18. Juli 2005

    Die MorphoSys AG (Frankfurt: MOR; Prime Standard Segment, TecDAX) gab heute bekannt, dass sich das Unternehmen durch die Ernennung von Dr. Robert Friesen zum Director of Pre-Clinical Development und von Dr. Bernhard Erning zum Director Treasury & Corporate Development in zwei Führungspositionen personell verstärkt hat. Dr. Robert Friesen wird die Weiterentwicklung der firmeneigenen, therapeutischen Projekte der MOR-Serie koordinieren und strategisch leiten. ......

    Dr. Robert Friesen kann auf langjährige Erfahrung in der Medikamententwicklung zurückblicken und leitete in seiner vorherigen Position als Vice-President Research und Pre-Clinical Development die Entwicklung der Kernprodukte des niederländischen Biopharmazie-Unternehmens AM-Pharma BV vom Forschungsstadium bis in die klinische Entwicklung. Vor seinem Wechsel zu AM-Pharma bekleidete Dr. Friesen eine führende Position in der Abteilung für innovative Drug Delivery-Systeme der Biomade Technologie Stiftung – einem niederländischen Forschungsinstitut, das medizinische Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Nanotechnologie entwickelt. Dr. Friesen hat ein Studium der Biochemie an der Universität Utrecht absolviert und promovierte im Anschluss an der Universität von Texas.

    ......

    „Wir freuen uns sehr, für diese neuen Positionen innerhalb der MorphoSys-Gruppe zwei ausgezeichnete Fachleute gewonnen zu haben“, erklärt Dr. Simon Moroney, Vorstandsvorsitzender der MorphoSys AG. „Die Ernennung von Dr. Robert Friesen zum Director of Pre-Clinical Development ist ein Schritt, um die weitere Entwicklung und Kommerzialisierung unserer firmeneigenen Antikörperprojekte gezielt voranzutreiben. Insbesondere Dr. Friesens Kompetenz für präklinische Studien ist hierbei von großer Bedeutung für uns.“
    .......
    Avatar
    lupus2000
    schrieb am 06.02.06 11:52:05
    Beitrag Nr. 3 (20.061.024)
    Wir haben ja schon mal diskutiert, dass Morph die klinische Prüfung womöglich besser Profis überlässt, statt eine eigene Abteilung aufzubauen...
    Ich habe mal zum Schnuppern ein paar Dienstleister rausgesucht, die klinische Fremdentwicklung anbieten:

    http://www.amantec.de/ger/html/dienstleistungen.shtml
    http://www.mediconomics.com/ (die eröffnen gerade ein neues Büro in München)
    http://www.tropon.de/unternehmen/wir_ueber_uns.php
    http://www.ams-europe.com/deutsch/index.htm
    http://www.pharmaprojekthaus.com/intro.html
    diese Liste ließe sich noch endlos fortsetzen, glaube ich... ;)

    Eine Übersicht über klinische Koordinierungszentren (KKS): http://www.gesundheitsforschung-bmbf.de/de/465.php

    Auch die Uni-Klinik Würzburg beschreitet neue Wege und propagiert eine „early clinical trial unit“:
    http://www.bayern-innovativ.de/media/static/06_Einsele.pdf

    Hier ein interessanter Artikel über klinische Studien allgemein (erster Text) sowie über den Aufbau einer Clinical Research Organisation an der Berliner Charité.
    http://www.biotop.de/biotopics/pdf/biotopics25_de.pdf

    Mit dem Ziel, die Kompetenz im Bereich klinischer Forschung in Deutschland weiterzuentwickeln, unterstützt das Bundesministerium für Bildung und Forschung bundesweit den Aufbau von zwölf Koordinierungszentren für Klinische Studien (KKS).
    [...]
    Mittelfristig soll im CharitéCentrum für Therapieforschung eine eigene Clinical Research Organisation (CRO) entstehen, die ein spezialisiertes Angebot aller notwendigen Dienstleistungen der Präklinischen und Klinischen Forschung vor dem Hintergrund der wissenschaftlichen Schwerpunkte der Charité für Partner aus der Industrie bietet.


    Aus dem allgemeinen ersten Text sehr interessant:

    Voraussetzungen für klinische Prüfungen
    Bevor ein neuer Wirkstoffkandidat erstmals am Menschen untersucht werden darf, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

    1. Alle klinischen Prüfungen müssen von der zuständigen Behörde (für Biologika: Paul-Ehrlich-Institut, ansonsten das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) genehmigt sein.
    Für Biotech-Arzneimittel und bestimmte Biologika ist eine explizite Genehmigung, d.h. ein schriftlicher Genehmigungsbescheid erforderlich. Für die übrigen Arzneimittel gilt die Genehmigung als erteilt, wenn sich die Behörde nicht innerhalb von 30 Tagen rührt.
    Für Phase-I-Folgestudien beträgt die Frist 14 Tage.

    2. Alle klinischen Prüfungen müssen von der federführenden Ethik-Kommission positiv beurteilt worden sein. Bei multizentrischen Prüfungen (mehr als ein Prüfzentrum) sind auch die für die jeweiligen Prüfzentren zuständigen lokalen Ethik-Kommissionen einzubeziehen. Hierfür sind der Behörde und der Ethik-Kommission umfangreiche Unterlagen u.a. zur Qualität und zu den pharmakologisch-toxikologischen Untersuchungen des Wirkstoffkandidaten bzw. Prüfarzneimittels einzureichen. Diese sind in der ebenfalls im August 2004 in Kraft gesetzten GCP-Verordnung näher spezifiziert undumfassen auch detaillierte Informationen für die Prüfärzte und Prüfungsteilnehmer sowie Angaben zur Versicherung.

    Darüber hinaus muss die klinische Prüfung vorher in die bei der Europäischen Zulassungsagentur EMEA in London geführte Datenbank EudraCT eingetragen werden; die hierbei erteilte Studiennummer wird für den Genehmigungsantrag benötigt.


    Was leider heißt: Bei Biotechnologischen Produkten ist das Pharmaunternehmen von der Bearbeitungsdauer des PE-Instituts abhängig (sieh GPC!!!), während Studien mit „normalen“ Wirkstoffen 30 Tage nach Einreichung des Antrages als genehmigt gelten, sofern nicht widersprochen wurde. Hmmm... :(
    Avatar
    lupus2000
    schrieb am 10.02.06 13:30:05
    Beitrag Nr. 4 (20.134.584)
    #20607 von PathFinder2 09.02.06 22:49:31 Beitrag Nr.: 20.127.407
    Dieses Posting: versenden | melden | drucken | Antwort schreiben MORPHOSYS AG


    also mal ehrlich, irgendwie ist die Wacker-meldung doch schon ein kleines indiz für eine eigene PI. dazu noch das tradecenter-interview (man hätte auslizensieren können, aber abgelehnt). und die assagen der IR (noch vor wenigen monaten war die aussage immer " keine abkehr von der 2002 eingeschlagenen strategie" , jetzt hält man sich " alle optionen offen" ).

    hier nochmal die wackere meldung:

    ---------
    MorphoSys und Wacker erzielen hohe Ausbeuten bei der Expression von Antikörperfragmenten

    Martinsried/München, 7. November 2005
    Die Wacker Biotech GmbH hat im Auftrag der MorphoSys AG (Frankfurt: MOR; Prime Standard Segment, TecDAX) eine Machbarkeitsstudie zur Herstellung von Antikörperfragmenten mit dem E. coli basierten Wacker-Sekretionssystem erfolgreich durchgeführt. Durch den Einsatz der Wacker-Technologie lassen sich Antikörperfragmente, die in der Forschung und als Wirkstoffe für diagnostische und therapeutische Zwecke genutzt werden, in hoher Ausbeute , wesentlich einfacher und kostengünstiger produzieren. Im Rahmen der gemeinsamen Vereinbarung erhält MorphoSys nun das Recht, das Wacker-Sekretionssystem zur eigenen Herstellung von Antikörperfragmenten im Forschungsmaßstab für den Einsatz in therapeutischen Projekten sowohl für eigene Zwecke als auch für Projekte mit ihren Partnern zu nutzen.

    Das E. coli basierte Sekretionssystem von Wacker ist ein gut etabliertes System zur Produktion von einfachen monomeren Proteinen. Die im Auftrag von MorphoSys durchgeführte Studie belegt nun erstmals, dass die Produktion von Fab Antikörperfragmenten ebenfalls möglich ist. Wackers E. coli basiertes Sekretionssystem erwies sich bei der Expression eines Wirkstoffkandidaten von MorphoSys als sehr effektiv. Die Ausbeuten von sekretierten und funktionalen Antikörperfragmenten überstieg 2g/l im Fermentationsmedium. Dies ist insbesondere bemerkenswert, da Antikörperfragmente aus zwei unterschiedlichen Untereinheiten aufgebaut sind und intramolekulare Disulfidbrücken enthalten. Mit der Wacker-Technologie wurden bereits andere Proteine in hohen Ausbeuten von bis zu 7g/l im Fermentationsmedium hergestellt. Durch die extrazelluläre Sekretion wird die Aufreinigung der rekombinanten Produkte erleichtert, was die gesamte Herstellung wesentlich effizienter und kostengünstiger macht. Im Rahmen der Kooperation erhält MorphoSys nun Zugang zur Wacker-Sekretions¬technologie für die Herstellung von Antikörperfragmenten. MorphoSys wird sich bei der Nutzung auf die Forschungsphase der Antikörperherstellung innerhalb seiner beiden Geschäftsfelder konzentrieren.

    Antikörperfragmente sind gezielt hergestellte Bestandteile von Antikörpern und eine relativ neu entwickelte Klasse von Wirkstoffen. Mehrere auf Antikörperfragmenten basierende Medikamente sind bereits in der Phase 3 der klinischen Prüfung. Ein therapeutisches Antikörper¬fragment wird momentan unter dem Markennamen ReoPro® vertrieben. Die Fragmente zeichnen sich gegenüber vollständigen Antikörpern insbesondere durch schnellere Produktions¬zyklen und die Möglichkeit der kostengünstigeren Produktion aus.

    „Wir freuen uns sehr über die positiven Ergebnisse der Kooperation und die wissenschaftlich bemerkenswerten Ergebnisse der gemeinsamen Studie“, erklärt Dr. Marlies Sproll, Vorstand für Forschung und Entwicklung der MorphoSys AG. „Mit dem Einsatz des in seiner Art einzigartigen Wacker-Sekretionssystems haben wir die Möglichkeit, Antikörperfragmente noch effizienter für unsere eigenen Zwecke und für unsere Partnerprojekte herzustellen.“

    „Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit MorphoSys beweist, dass Wacker Biotech neben der langjährigen Erfahrung in der Herstellung von Wirkstoffen nach Good-Manufacturing-Practices-Standards seinen Kunden auch hochattraktive Expressions-Technologien anbietet“, kommentiert Dr. Thomas Maier, Managing Director der Wacker Biotech. „Unsere innovative Technologie ermöglicht eine deutliche Reduzierung der COG´s (Cost of Goods) und bringt daher einen erheblichen Mehrwert für unsere Kunden.“

    Der in der Studie hergestellte Wirkstoffkandidat ist ein viel versprechendes HuCAL®-Fab Antikörperfragment aus der proprietären Entwicklungspipeline von MorphoSys. Die HuCAL® (Human Combinatorial Antibody Library) Technologie ist ein Konzept auf dem neuesten Stand der Technik zur in-vitro-Herstellung hochspezifischer, humaner Antikörper und Antikörperfragmente für diagnostische und therapeutische Anwendungen. Mit der HuCAL®-Technologie können Antikörper im Hochdurchsatzverfahren wesentlich schneller hergestellt und gezielt optimiert werden.

    Das patentierte Wacker-Sekretionssystem ist ein auf E. coli K12 basierendes Expressions¬system, das rekombinante Proteine während der Fermentation in nativer Form in das Fermentations¬medium transferiert. Es besteht aus speziellen Expressionsplasmiden und einem von Wacker entwickelten E. coli K12 Stamm, der Proteine aus dem Periplasma in hohen Mengen ins Medium transferiert und dabei in der Fermentation stabil bleibt.
    -------------


    seit wann forscht man an MOR103??? könnte das schon ein zeitnaher (2007/2008) klinikkandidat sein? pränklinik vielleicht einfach nicht veröffentlicht, weil man sowieso selber in PI eintreten will damit?
    Avatar
    lupus2000
    schrieb am 10.02.06 13:32:03
    Beitrag Nr. 5 (20.134.615)
    #20614 von eck64 10.02.06 00:00:49 Beitrag Nr.: 20.128.007
    Dieses Posting: versenden | melden | drucken | Antwort schreiben MORPHOSYS AG



    Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 20.127.407 von PathFinder2 am 09.02.06 22:49:31
    --------------------------------------------------------------------------------
    MOR101, ein Fab-Fragment , wird für die Indikation der Hautverbrennungen (Verbrennungen zweiten Grades) entwickelt. Für diese Medikation gibt es einen erheblichen medizinischen Bedarf, da momentan keine Medikamente zur Behandlung dieser Krankheit erhältlich sind.

    Vielleicht haben wir alle die Wackermeldung zu oberflächlich gelesen?

    das Wacker-Sekretionssystem zur eigenen Herstellung von Antikörperfragmenten

    Der in der Studie hergestellte Wirkstoffkandidat ist ein viel versprechendes HuCAL®-Fab Antikörperfragment aus der proprietären Entwicklungspipeline von MorphoSys.

    hoher Ausbeute

    Unsere innovative Technologie ermöglicht eine deutliche Reduzierung der COG´s (Cost of Goods)

    Antikörperfragmente noch effizienter für unsere eigenen Zwecke


    Den Produktionsprozess für MOR101 haben sie dann schon kostengünstig im Griff? :D

    Und Verbrennungen sind wirklich eine Indikation ohne gute therapeutische Alternative.

    Jedenfalls wirds spannend am 24.2. :)
    Avatar
    Detzlaff
    schrieb am 10.02.06 15:09:04
    Beitrag Nr. 6 (20.136.385)
    Kann leider aus zeitlichen Gründen keine spezifisch auf M bezogene Stellungnahme schreiben.

    Deswegen warne ich nur allgemein jede kleine Firma, ihr Geld mit Forschung verdienen zu wollen.
    Ideen, die zu rentierenden Projekte führen, kommen (meist nicht) oder es wird geforscht bis den Forschern die Mittel gestrichen werden (müssen).

    Mit genügend finanziellem Hintergrund kann ein großer Pharma auch den Aufwand bis zum Erfolg bezahlen.

    M kann es nicht.
    M hat seine Chance, die Ak mit einer sehr guten Vermarktungsidee, und dabei sollen und müssen sie bleiben.

    d

    PS:
    Mehr als Gemunkel/Vermutungen ist bei 101, 102, 202 folgerichtig auch nicht rumgekommen.
    Avatar
    eck64
    schrieb am 10.02.06 20:23:17
    Beitrag Nr. 7 (20.142.324)
    lupus, aus deiner Kopieraktivität schliesse ich, das du das auch im Zusammenhang siehst?

    „Die Ernennung von Dr. Robert Friesen zum Director of Pre-Clinical Development ist ein Schritt, um die weitere Entwicklung und Kommerzialisierung unserer firmeneigenen Antikörperprojekte gezielt voranzutreiben. Insbesondere Dr. Friesens Kompetenz für präklinische Studien ist hierbei von großer Bedeutung für uns.“

    Das könnte ja durchaus auf seinem Mist gewachsen sein. "Weitere Entwicklung gezielt vorangetrieben"

    Unfallkliniken mit Verbrennungspatienten gibts jede Menge. Da gibts garantiert auch Interessierte an solchen Studien teilzunehmen.

    Und wenn sich hier für dieses AK-Fragment eine sehr Kostengünstige Methode aufgetan hat, dann passt das sehr gut zur eigenen Klinik von MOR. Mal sehen, wie konkret am 24.2. die einzelnen Schritte in den AK-Projekten skizziert werden, auch zeitlich.
    Avatar
    lupus2000
    schrieb am 11.02.06 15:53:37
    Beitrag Nr. 8 (20.155.491)
    Allgemein:
    http://www.medicineau.net.au/clinical/surgery/Burns.html#Wou…

    Verbrennungshäufigkeit in UK:
    · Burns are common; most are minor and will be treated at home, without the need for medical intervention.
    · In the UK it is estimated that about 250,000 people each year present to primary care teams with burn injuries.
    · A further 175,000 people are estimated to visit accident and emergency departments each year as a result of burns or scalds. Of these around 13,000 are admitted to hospital or specialized burns units. Each year over 200 people die as a result of these injuries.
    · Children under 5 years old account for nearly 45% of all severe burns and scalds. About 50% of these accidents happen in the kitchen, with scalds from hot liquids being the most frequent type of burn injury seen in children.
    http://www.prodigy.nhs.uk/guidance.asp?gt=Burns%20and%20sca…

    The cost of burn care is one of the most highly scrutinized reimbursements by public and private insurers, because the average treatment cost per patient with a large full-thickness burn can be 100 times or more than the cost for an average hospital admission. http://wound.smith-nephew.com/us/Product.asp?NodeId=957&Tab…

    In the US alone, hospitals treat 100 000 burns each year as well as 600 000 cases of surgical skin excision; associated treatment costs are estimated at 100 million euros per annum. http://europa.eu.int/comm/research/press/2000/pr2703-fidia.…

    In the USA 2 million are annually burned, 5% require hospital treatment, 10,000 die. In Australia we have no reliable figures but we estimate that about 100,000 burns occur annually. In Sydney we treat about 150 to 250 major burn patients in hospital. Most burns involve the upper limbs and or the head and neck region http://www.personal.usyd.edu.au/~zielinsk/DW/Surgical%20Top…
    Avatar
    Glück
    schrieb am 11.02.06 17:21:24
    Beitrag Nr. 9 (20.156.289)
    [posting]20.136.385 von Detzlaff am 10.02.06 15:09:04[/posting]Bist Du hier nicht zu pessimistisch:eek:

    Sicherlich ist und war das finanziell schwierig zu
    schultern. Aber MOR hat nun erweitere ¨Innen- und Grundansichten¨ von diversen AK´s, nicht nur eigenen,
    erworben und damit duerfte im hier und jetzt eine
    bessere Basis fuer eine Eigenentwicklung gegeben sein.
    Ich jedenfalls haette Vertrauen darin:p:eek:


    Spitzenthread Lupus - Merci :kiss:
    Avatar
    DitjvomDiyk
    schrieb am 11.02.06 17:30:21
    Beitrag Nr. 10 (20.156.328)
    Gefällt mir auch gut und jetzt hab ich den thread wenigstens die nächsten 30 Tage auch als direkten link ;)




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