Ein paar Wettbewerbsdaten zu MOR103:
Ville7 schrieb am 05.03.12 18:18:39
Beitrag Nr.8097 (42.853.117)
MOR103:
Mal ein Vergleich der ACR20-Werte in Prozent; Vergleich zu
Platzhirschen und Klassenbesten (Info aus Packungsbeilagen bzw.
Phase II Trial bei Mavrilimumab = anti-GM-CSF-R Antibody):
Humira 40mg/MTX nach 24 Wochen: 63%
Simponi 50mg/MTX nach 14 Wochen: 55%
Simponi 50mg/MTX nach 24 Wochen: 60%
Mavrilimumab 100mg/MTX nach 12 Wochen: 69,2% (stat. allerdings
nicht signifikant)
Da sagt mal einer, der Anti-GM-CSF(-R) Ansatz sei nicht
vielversprechend. Ich denke MOR103 könnte uns noch ziemlich
überraschen. Daten sollen im H2/2012 kommen. Der eigentliche
Vorteil zu den Multimilliarden-Umsatz-Platzhirschen könnte aber in
anderer Hinsicht gemessen werden: weniger Gewebeschäden.
Links:
http://www.fda.gov/ohrms/dockets/ac/03/briefing/3930B1_02_B-…
http://acr.confex.com/acr/2011/webprogram/Paper24567.html
http://www.simponi.com/sites/default/files/pdf/prescribing-i…
http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.ph…
Da funktioneren auch villes Links....
und dann noch dieses hier:
Orcus
schrieb am 05.03.12 20:04:10
Beitrag Nr.8099 (42.853.728)
Villes Optimismus kann ich nicht recht nachvollziehen. Die
ACR20-Werte sind nicht entscheidend, signifikanter klinischer
Benefit wird nur durch ACR50 und ACR70 erreicht. Aus diesem Grund
werden in den P3-Studien ACR20-Daten oft überhaupt nicht mehr
angegeben.
Grundsätzlich macht es primär Sinn, Präparate mit identischen
Behandlungszeiten zu vergleichen, da mit zunehmender
Behandlungsdauer die Ergebnisse (zumindest bei monoklonalen
Antikörpern) deutlich besser werden.
Vergleicht man verschiedene Präparate bei 12 wöchiger
Behandlungsdauer, so sieht man, dass der CAM-3001 von Medimmune
nicht besonders gut abschneidet:
Nach einer Studiendauer von 12 Wochen:
CAM-3001 (Medimmune, anti-GM-CSF-R):
ACR50: 30,8 %
ACR70: 17,9 %
Adalimumab (Abbott, anti-TNF):
ACR50: 55,2 %
ACR70: 26,9 %
CP-690,555 (Pfizer, JAk-Inhibitor mit allerdings ungünstigem
Nebenwirkungsprofil):
ACR50: 81,0 %
ACR70: 33,3 %
Sogar Präparate, die deutlich kürzer getestet worden sind, führten
zu besseren Ergebnissen als der anti-GM-CSF-R-MAK:
Nach einer Studiendauer von 8 Wochen:
BT-061 (Biotest, anti CD4/CD25, i.v.-Applikation)
ACR50: 41,7 %
ACR70: 16,7 %
und nach einer Studiendauer von 4 (!) Wochen:
GLPG0634 (Galapagos, JAK-1-Hemmer)
ACR50: 58,3 %
ACR70: 25,0 %
(Hinsichtlich der wenig bedeutsamen ACR20-Werte sieht die Situation
im übrigen ähnlich aus. Cave: teilweise kleine Kollektive!)
Insgesamt ist mir rätselhaft, wieso hinsichtlich der
Auslizensierung des MOR103 schon jetzt ein solch großer Optimismus
herrscht (s. auch Ausführungen im Morphosys-Geschäftsbericht 2011).
Sollte der MOR103 ähnlich abschneiden wie der CAM-3001, dürfte es
mit einer Auslizensierung schwierig werden. Keine Ahnung, wie man
allein die Investitionskosten (mittlerweile vermutlich über 50 Mio.
€ für den MOR103 ... in den vergangenen drei Jahren sind 75,8 Mio.
€ in die MOR-Eigenentwicklungen investiert worden) wieder
hereinholen möchte.
Ich sehe die Gefahr, dass das Segment Proprietary Development eine
Geldvernichtungsmaschine wird.
Morphosys-Aktionär bin ich auschließlich deshalb, weil in der
Partnerpipeline einige Kracher stecken. So z.B. ein Sclerostin-MAB
von Novartis http://www.freepatentsonline.com/7879322.html, der mit
hoher Wahrscheinlichkeit ein Blockbuster werden dürfte (derzeit
P2).
Schade aber, dass Morphosys exorbitante Beträge (s.o.) in extrem
risikobehaftete Eigenentwicklungen steckt, statt in großem Stil in
die Weiterentwicklung von Technologieplattformen zu investieren
(gerade mal 6,7 Mio. € Investitionssumme von 2009 bis 2011). Ohne
diesen fehlgeleiteten Ehrgeiz der Unternehmensführung würde die
Aktie vermutlich mindestens doppelt so hoch notieren wie
aktuell.
http://www.wallstreet-online.de/community/posting-drucken.ph…