schrieb am 03.04.06 15:20:58
Der Cost-Average-Effekt (CAE) stellt sich zwangsläufig ein, wenn
etwas in Raten gekauft wird. Seltsamerweise wird der CAE bei einem
Verkauf in Raten nie erwähnt. Gern wird es so dargestellt, als
würde der CAE den Kauf eines Wertpapiers besonders günstig machen.
Ich investiere beispielsweise monatlich € 500,- in ein Papier:
Kurs......15,00......14,00.......13,00......14,00......15,00.......16,00......15,00.......14,00.......13,00.......15,00
Stück.....33,33......35,71.......38,46......35,71......33,33.......31,25......33,33.......35,71.......38,46.......33,33
Insgesamt 348,62 Stück gekauft. Wert € 5.229,30. Schön! Hätte ich
sofort 333,33 Stück gekauft, hätte ich nur den Wert von € 5.000,-
gehalten.
Nehmen wir einen anderen Kursverlauf:
Kurs......15,00......14,00.......15,00......16,00......17,00.......16,00......15,00.......14,00.......16,00.......15,00
Stück.....33,33......35,71.......33,33......31,25......29,41.......31,25......33,33.......35,71.......31,25.......33,33
Insgesamt 327,90 Stück gekauft. Wert € 4.918,50. Nanu? Hätte ich
sofort 333,33 Stück gekauft, hätte ich den Wert von € 5.000,-
gehalten.
Man kann nun beliebig viele Kursverläufe in beliebiger Länge aus
der Vergangenheit auf den CAE überprüfen. Mal wirkt er sich
positiv, mal negativ auf den Kauf aus. Die Kurse der Zukunft kenne
ich nicht. Ich weiß aber: je nachdem wie sie ausfallen, wirkt sich
der CAE positiv oder negativ auf einen Ratenkauf aus.
Welche Erkenntnisse ziehe ich nun aus dem CAE? Keine. Es ist
lediglich eine etwas überraschende Zahlenspielerei, daß es bei Kauf
in Raten einen Kursverlauf geben kann (nicht muß!), der trotz
Schlußkurs unter Anfangskurs noch einen Gewinn ergibt.
schrieb am 03.04.06 15:36:28
Antwort auf Beitrag Nr.:
21.053.847 von alzwo am 03.04.06
15:20:58Na juchuh, unberücksichtigt bleibt allerdings,
dass der cost average effekt sich gerade bei längere rluafzeit über
mehrere Jahre (und nicht 10 monate) bezahlt machen soll.
Und dann wird auch angenommen, dass der kurs der amnlage
langfristig steigt bzw. am ende der anlagedauer über dem
Anfangspreis liegt.
Damit kann man zwar nach 10 monaten nicht rechnen, aber nach 10
jahren sollte dem schon so sein,s eid enn man liegt mit seinem
basisinvestment daneben.
noch mal ein beleg dafür, dass deine 10-monatsbetrachtung spinnerei
ist...
erweitern wir doch einfach mal um einen monat und legend en
schlusskurs auf 16
Kurs......15,00......14,00.......15,00......16,00......17,00.......16,00......15,00.......14,00.......16,00.......15,00.......16,00
Stück.....33,33......35,71.......33,33......31,25......29,41.......31,25......33,33.......35,71.......31,25.......33,33.......31,25
macht 359,15 stück zu 16€ = 5746,40 €.
Und wie gesagt, auf lange Sicht sollte der Kurs im letzten
abschnitt deutlich über dem Anfangskurs liegen. von daher empfiehlt
man solche art von anlage ja auch bei ner mindestlaufzeit von 7
jahren.
Und noch ein beispiel dafür, das deine rechnung unsinnig ist.
anfangskurs Aktie x 10€, monatliche sparrarte 50€
du legst jetzt 5000€ auf einmal an.
so, nach 3 monaten liegt der kurs bei 0,50€
du hast jetzt 4750€ verloren der monatliche sparer nicht einmal
150€ und sucht sich ne neue anlagemöglichkeit. Prinzip
verstanden?
Risikominimierung spielt auch eine rolle ;-)
schrieb am 03.04.06 16:44:03
IDTE,
der CAE stellt sich bei jedem Kauf in Raten ein. Ein Beispiel über
mehrere Jahre läßt den Leser allerdings einschlafen.
Dein erweitertes Beispiel zeigt nur, daß sich bei einem anderen
Kursverlauf ein anderer CAE ergibt. Damit bleibt das ursprüngliche
Beispiel immer noch gültig.
Selbstverständlich sollte man nicht in ein Pleite-Papier
investieren. Egal ob in Raten oder auf einen Schlag.
Im übrigen sage ich nicht, daß die Einmalanlage immer günstiger
ist, als der Ratenkauf. Es kann mal so und mal anders sein. Ich
wende mich nur dagegen, daß der Ratenkauf durch den CAE immer
günstiger ist.
schrieb am 03.04.06 21:39:33
Hi IDTE,
die Sinnhaftigkeit des CAE ist längst von renommierten
amerikanischen Ökonomen wissenschaftlich widerlegt worden.
schrieb am 03.04.06 22:25:30
Antwort auf Beitrag Nr.:
21.055.704 von alzwo am 03.04.06
16:44:03Das behauptet doch auch niemand. Er ist aber
definitiv sicherer als ne einmalanlage.
und darum gehts hier in erster linie.
@captain cook
dann leg mal los. quellen, zitate u.ä.
schrieb am 04.04.06 11:28:59
IDTE,
wer sein Geld überhaupt nicht anlegt, behält es am sichersten. Wenn
man aber einen Betrag anlegen will, könnte man auf die Idee kommen,
den angeblich vorteilhaften CAE auszunutzen.
Nehmen wir den anlegerfreundlichen Fall, daß zum Schluß der Kurs
des gekauften Papiers höher steht als am Anfang. Welcher
Kursverlauf führt dazu, daß sich der CAE günstig auswirkt?
Kursverlauf 1 (jedes Mal € 500,- angelegt):
Kurs......15,00......14,00.......12,00......13,00......14,00.......16,00......15,00.......14,00.......16,00.......17,00
Stück.....33,33......35,71.......41,67......38,46......35,71.......31,25......33,33.......35,71.......31,25.......29,41
Insgesamt 345,83 Stück gekauft. Wert € 5.879,11. Der CAE war
günstig. Sofort 333,33 Stück gekauft, hätten zum Schluß einen Wert
von € 5.666,67.
Der CAE kann sich nur dann günstig auswirken, wenn es genügend
Zwischenkurse unter dem Anfangskurs gibt. Je mehr und je tiefer,
desto günstiger wirkt sich der CAE aus. So einen Kursverlauf
wünscht sich kein Anleger. Erwartet er trotzdem einen solchen
Kursverlauf, fährt er noch besser, wenn er am Anfang gar nichts
kauft.
Kursverlauf 2:
Kurs......15,00......15,00.......16,00......15,00......16,00.......16,00......17,00.......16,00.......17,00.......17,00
Stück.....33,33......33,33.......31,25......33,33......31,25.......31,25......29,41.......31,25.......29,41.......29,41
Insgesamt 313,22 Stück gekauft. Wert € 5.324,74. Der CAE war
schädlich. Sofort 333,33 Stück gekauft, hätten zum Schluß einen
Wert von € 5.666,67.
So einen Kursverlauf wünscht sich der Anleger normalerweise. Kein
Zwischenkurs unter dem Anfangskurs. Der CAE muß sich schädlich
auswirken.
Kursverlauf 3:
Kurs......15,00......16,00.......18,00......17,00......19,00.......18,00......20,00.......19,00.......18,00.......17,00
Stück.....33,33......31,25.......27,78......29,41......26,32.......27,78......25,00.......26,32.......27,78.......29,41
Insgesamt 284,37 Stück gekauft. Wert € 4.834,32. Der CAE hat sogar
zu einem Verlust geführt. Aufgewendet wurden € 5.000,- . Sofort
333,33 Stück gekauft, hätten zum Schluß einen Wert von €
5.666,67.
Liegen genügend Zwischenkurse über dem Endkurs, kann der CAE sogar
einen Verlust bewirken, obwohl der Endkurs höher ist als der
Anfangskurs. Dies ist das Gegenstück zu dem üblicherweise
angeführten Beispiel. Bei dem üblichen Beispiel entsteht ein
Gewinn, obwohl der Endkurs unter dem Anfangskurs liegt.
schrieb am 04.04.06 11:49:55
Antwort auf Beitrag Nr.:
21.065.476 von alzwo am 04.04.06
11:28:59Du verstehst schon wieder nicht richtig.
Es geht hier nicht darum besser abzuschneiden als beim sofortkauf.
man will eine sichere rendite!
und 5-10% p.a. sind damit immer drin, auf ne laufzeit >5
jahre.
Schon klar, dass du mit nem sofortkauf mehr gewinn machen kannst,
wenns hoch geht. Dafür bist auch schlechter dran wenns runter
geht.
Setz doch dein anfangswert spassenshalber mal 5€ höher an. Rest
bleibt gleich...
schrieb am 04.04.06 15:27:18
Zu #7: Doch es geht genau um den Vergleich mit der Einmalanlage.
Der CAE wird oft als Vorteil für den Kauf in Raten genannt.
schrieb am 04.04.06 16:10:42
Antwort auf Beitrag Nr.:
21.069.406 von alzwo am 04.04.06
15:27:18ja, aber nur unter risikogesichtspunkten.
weil ratenkauf jegliches risiko nimmt, während beim einmalkauf...
aber frag mal all diejenigen, die 2001 eingestiegen sind.
Und jetzt nimm mal die, die 2000 mit dem ratenkauf begonnen haben,
meinetwegen im dax.
null risiko und höhere rendite als beim einmalkauf.