Der Sparfuchs belebt Rational
Anders als in der letzten Krise kann sich der Großküchen-Ausstatter
Rational diesmal der Krise entziehen. Gerade in Europa setzen
Kunden auf neue Geräte – mit denen sie Kosten sparen können.
Rational macht Gewinne satt.
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Der Kochgeräte-Hersteller hat im zweiten Quartal sein Ergebnis vor
Zinsen und Steuern (Ebit) um 22 Prozent gesteigert auf 30,8
Millionen Euro. Unterm Strich legte der Gewinn ähnlich stark zu auf
23,7 Millionen Euro. Der Umsatz zog um 17 Prozent auf 107,5
Millionen Euro an.
Mit der Quartalsbilanz lag Rational über den Einschätzungen der
Analysten. Laut Konzernchef Günter Blaschke hat sich der schwache
Euro im Vergleich zu Pfund, Dollar und Yen positiv ausgewirkt. Das
beflügelt die Aktie, das im MDax notierte Papier legt ein Prozent
zu auf 199,95 Euro.
Damit kratzt die Rational-Aktie erstmals in ihrer Geschichte an der
200-Euro-Marke. Ein neues Rekordhoch und eine Überwindung der
runden Marke wäre ein technisches Kaufsignal erster Güte.
Eurokrise verunsichert nicht
Gerade im Ausland laufen die Geschäfte gut, vor allem in Amerika
und Asien. "Wir haben es in normalen Rezessionen immer geschafft,
Rückgänge in Regionen in anderen weitestgehend wieder
auszugleichen", sagte Blaschke. Aber auch in Europa kann sich
Rational nicht beklagen, weshalb der Rational-Chef für 2012 weiter
mit einem Plus von zehn Prozent bei Umsatz und Ergebnis
rechnet.
Rational stellt Geräte zum Kochen, Braten und Dampfgaren für
Großküchen her. Mit einem Marktanteil von 54 Prozent ist der
Konzern mit großem Abstand Weltmarktführer.
Anders als in der Finanzkrise 2008 treffe die Schuldenkrise
Rational bisher kaum, führt der Konzernchef aus. Damals habe der
Einbruch die Realwirtschaft schnell und unerwartet überrascht. "In
der Eurokrise, die wir erleben, ist eher die Überraschung, dass der
Einbruch noch nicht gekommen ist." Rational spüre die
Verunsicherung nicht mehr als sonst.
Laut Blaschke hilft dem Europa-Geschäft, dass gerade in
Krisenzeiten in Geräte investiert wird, mit denen die Kosten
gesenkt werden können. Rationalisierungsinvestitionen haben in
wirtschaftlich schwierigen Zeiten oft Konjunktur. Schwierig werde
es erst, wenn das Geld bei den Kunden für solche Maßnahmen knapp
wird. "Das ist bislang Gott sei Dank aber nicht eingetreten."
Spanien schwächelt
In einzelnen Märkten sei aber Zurückhaltung spürbar. Zum Beispiel
in Spanien, der 2008 eingebrochene Markt habe sich seither nicht
mehr erholt. "Aber dieser Markt spielt keine allzu große Rolle.
Auch Griechenland macht weniger als ein Prozent unseres Umsatzes
aus."
Die Bayern setzen darauf, dass es überall auf der Welt zahlreiche
Großküchen gibt, die noch ohne Kochautomaten arbeiten. Deshalb hat
Blaschke auch keine Angst vor der Eurokrise: "Insgesamt bleiben wir
zuversichtlich, aber wir tun alles, damit wir, wenn etwas passiert,
sehr schnell und flexibel reagieren können", sagte der
Vorstandschef. Er verwies darauf, dass nur nach Auftrag produziert
werde und die Mitarbeiter über Arbeitszeitkonten verfügten.
Außerdem seien die Fixkosten im Konzern niedrig und Liquidität und
Eigenkapitalquote hoch.
http://www.boerse.ard.de/content.jsp?key=dokument_628442