Pioneer ändert
Plasma-TV-Strategie
von Mark Krümpel, Hamburg
Pioneer greift im Markt für große Flachbildfernseher den
Branchenprimus Panasonic an. So will der japanische
Elektronikkonzern vor allem bei Plasmageräten, die eine
Bildschirmdiagonale von über 1,20 Metern haben, den Absatz kräftig
steigern.
Damit dürfte sich der Wettbewerb in der Branche verschärfen, denn
auch die Hersteller von LCD-Fernsehern setzen in den kommenden
Monaten auf großformatige Geräte.
Pioneer steckt bereits seit drei Jahren in den roten Zahlen. Vor
allem der scharfe Preiswettbewerb der Plasma-TV-Hersteller hatte
dem Elektronikkonzern zugesetzt. Pioneer will sich auf
großformatige Geräte konzentrieren, weil hier die Gewinnmargen
höher sind. So strebt der Elektronikkonzern an, die Zahl
ausgelieferter Plasmafernseher während des laufenden
Geschäftsjahres um 26 Prozent auf 780.000 Stück zu steigern. Die
Hälfte dieser Geräte soll dann eine Bildschirmdiagonale von 1,20
Metern und mehr haben. Im vergangenen Jahr betrug dieser Anteil
erst 40 Prozent.
Längst haben aber auch die Hersteller von LCD-Fernsehern diesen
lukrativen Markt entdeckt, zumal immer mehr Konsumenten zu diesen
Geräten greifen. So will etwa Sharp in den kommenden Monaten
LCD-Fernseher, die eine Bildschirmdiagonale von über einem Meter
haben, zu "äußerst attraktiven Preisen auf den Markt bringen",
hatte das Unternehmen vor einiger Zeit angekündigt. Zwar sind
LCD-Geräte dieser Größe bislang in der Produktion teurer als
Plasmageräte. Allerdings soll sich das dank neuer
Fertigungstechnologien ändern.
Pioneer-Präsident Tamihiko Sudo bekräftigte am Dienstag, dass er in
naher Zukunft für das Geschäft mit Plasmafernsehern schwarze Zahlen
erwarte. Die Sparte werde in den sechs Monaten bis März 2007 die
Gewinnschwelle erreichen, so Sudo. Im vergangenen Geschäftsjahr
verzeichnete der Konzern einen Rekordverlust. "Es wäre positiv,
wenn sie die Sparte in der zweiten Hälfte profitabel machen
könnten, aber wir sollten auch einen weiteren Preisrückgang
erwarten", sagte Kazuharu Miura, Analyst beim Daiwa Institute of
Research.
Eine Verschiebung des Geschäfts hin zu großformatigen Bildschirmen
dürfte voraussichtlich dazu beitragen, die Preisrückgänge auf 20
Prozent zu begrenzen, sagte Sudo. Im vergangenen Jahr musste
Pioneer Abschläge zwischen 25 und 30 Prozent hinnehmen. "Wir werden
die Sparte nicht einfach so aufgeben. Das Plasmageschäft verfügt
über großes Wachstumspotenzial." Allerdings hat jüngst auch Rivale
Panasonic seine Produktionskapazitäten aufgestockt.
Pioneer geht davon aus, den Verlust seiner
Unterhaltungselektroniksparte, zu der auch das
Plasmafernsehergeschäft gehört, bis Ende März 2007 auf 18 Mrd Yen
(123 Mio. Euro) senken zu können. Im Vorjahr betrug der Verlust
35,2 Mrd. Yen. Der Konzernnettogewinn wird sich voraussichtlich auf
3 Mrd. Yen erholen. Im Vorjahr erzielte Pioneer noch einen Verlust
von 85 Mrd. Yen.
http://www.ftd.de/technik/it_telekommunikation/93041.html
ASP per inch for large-size LCD TV in Taiwan (NT$)
Size (inch) Current Year-end
32 .. ..........1,000..............900
37 ..... 1,050-1,350 ...950-1,250
42 ............. - ............... 1,670
Source: sources, compiled by DigiTimes, July 2006.
PDP TV price trend (US$)
LCD TV price trend (US$)
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Source: Displaybank, compiled by DigiTimes, July 2006.