Antwort auf Beitrag Nr.: 40.097.856
von Saaraff am 03.09.10 18:46:07Hier haben sie
es wohl nicht mehr geschafft, den Firmennamen noch rechtzeitig zu
ändern, um die Insolvenz zu vertuschen...
So wie im Fall von Westfalia, die die geballte
Sanierungsunfähigkeit von Aurelius zu spüren bekommen haben. Aber
glücklicherweise scheint sich hier ja jetzt ein fähiger Investor
gefunden zu haben:
Westfalia fährt weiter
Reisemobilhersteller an französische Rapido-Gruppe verkauft
VON MARTIN KRAUSE
Rheda-Wiedenbrück. Auch in Zukunft wird es Westfalia-Reisemobile
aus Rheda-Wiedenbrück geben. Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens
ist von Insolvenzverwalter Rainer Eckert an den französischen
Wohnmobilhersteller Rapido verkauft worden.
Rapido-Chef Pierre Rousseau stellte sich am Montag persönlich in
Rheda-Wiedenbrück vor und sorgte für Zuversicht in der Belegschaft.
Westfalia sorge "als Innovationsführer im Kastenwagen-Ausbau" für
"eine perfekte Ergänzung unseres Angebotes", so der Franzose.
"Wir werten es positiv, dass für Westfalia kein branchenfremder
Investor gefunden wurde, sondern ein Unternehmen, dass mit
Reisemobilen sein Geld verdient", sagte IG-Metall-Geschäftsführer
Bernd Marx.
Den Gang zum Insolvenzgericht hatte Westfalia-Geschäftsführer Sven
Dübbers im Januar 2010 nach hohen Umsatzverlusten angetreten.
Den früheren Eigentümern – der Beteiligungsgesellschaft Aurelius
– war es nicht gelungen, die Traditionsfirma zu verkaufen. Vor der
Pleite war Westfalia Van Conversion noch in CVC Camping Van
Conversion umbenannt worden.
Alle 100 Mitarbeiter sollen übernommen werden
Die vergangenen Monate seien nicht leicht gewesen, sagte Marx
gestern und erinnerte an den Abbau von insgesamt mehr als 50
Arbeitsplätzen. Jetzt beschäftigt das Unternehmen noch gut 100
Mitarbeiter. Diese Stellen sollen mit dem Standort künftig erhalten
bleiben, hieß es. Ob auch Geschäftsführer Dübbers, der erst 2008 zu
Westfalia gekommen war, seine Aufgabe behält, ist noch unklar.
Insolvenzverwalter Eckert lobte den Käufer gestern als "eines der
führenden Unternehmen in Entwicklung, Produktion und Vertrieb von
Freizeitfahrzeugen in Europa". Die Rapido-Gruppe zählt rund 600
Mitarbeiter und erzielte zuletzt 180 Millionen Euro Umsatz.
Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, hieß es.
Die Gläubiger hätten den Verkauf bereits bewilligt. "Mit Rapido
haben wir einen Investor gefunden, der ein tragfähiges
Zukunftskonzept für die Marke Westfalia bietet", erklärte Eckert
nach Unterzeichnung des Kaufvertrags. "Rapido verfügt zudem über
das notwendige Branchen- und Markt-Know-how und ist bereit und in
der Lage, die notwendigen Investitionen zu tätigen."
Auch Rapido-Chef Pierre Rousseau verteilte Blumen: Westfalia sei
nicht nur eine Marke mit Prestige, sondern ein Synonym für
Innovation und Qualität. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir
das Unternehmen schon bald wieder zu alter Stärke führen
können."