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Seite 61 von 61

SMARTRAC morgen an der Börse kaufen? Bis zu welchem Kurs? ( Seite 61)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 19.07.06 22:30:53
von
neuster Beitrag 14.03.12 11:00:22
von

Anzahl Beiträge: 610
Aufrufe gesamt: 122.118
Aufrufe heute: 6
Diskussionsnr.: 1.072.122

Smartrac

Chart
WKN: A0JEHN
ISIN: NL0000186633
Symbol: SM7
9,47
 
+0,01 %
+0,0010
Frankfurt (EUR), 25.05.12 | 09:59
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[ Seite: 123596061neuster Beitrag ]

Avatar
schrieb am 22.12.11 14:14:37
Beitrag Nr.601 
(42.513.940)
Antwort
Zitat
SMARTRAC N.V. beschließt Kapitalerhöhung

SMARTRAC N.V. / Schlagwort(e): Kapitalerhöhung

19.12.2011 14:59

Veröffentlichung einer Ad-hoc-Mitteilung nach § 15 WpHG, übermittelt durch

die DGAP - ein Unternehmen der EquityStory AG.

Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent verantwortlich.

---------------------------------------------------------------------------

Amsterdam, 19. Dezember 2011 - Der Vorstand der SMARTRAC N.V. (Börsenkürzel

SM7), ein führender Entwickler, Hersteller und Zulieferer von

RFID-Transpondern, hat beschlossen, das Grundkapital der Gesellschaft von

EUR 8.167.498,50 (16.334.997 Inhaberaktien) auf EUR 8.872.044 (17.744.088

Inhaberaktien) durch die Ausgabe von 1.409.091 Inhaberaktien mit einem

Nennwert von EUR 0,50 zu erhöhen. Bezugsrechte der Aktionäre sollen

ausgeschlossen werden. Die Kapitalerhöhung soll auf der Grundlage des in

der Satzung der SMARTRAC N.V. vorgesehenen autorisierten Aktienkapitals

durchgeführt werden

Die Mehrheitseigner der SMARTRAC N.V., OEP und Manfred Rietzler, haben sich

bereit erklärt, die Aktien als Zeichen für ihr starkes Commitment dem

Unternehmen gegenüber zu zeichnen. Manfred Rietzler, Mitgründer des

Unternehmens und Aufsichtsratsmitglied der SMARTRAC N.V.wird 136.364 neue

Aktien zeichnen und OEP Technologie B.V. wird 1.272.727 neue Aktien zu

einem Preis von EUR 11.00 in bar zeichnen.

SMARTRAC fließt aus der Kapitalerhöhung ein Bruttoemissionserlös in Höhe

von ca. EUR 15,5 Millionen zu. Das Unternehmen beabsichtigt, mit dem

Emissionserlös die Akquisition der Neology, Inc. zu finanzieren.

---------------------------------------------------------------------------

Informationen und Erläuterungen des Emittenten zu dieser Mitteilung:

Über SMARTRAC:

SMARTRAC ist ein führender Entwickler, Hersteller und Zulieferer von

RFID-Komponenten für eine große Bandbreite von Anwendungen in allen

gängigen Frequenzstandards. Das Unternehmen fertigt Standardprodukte sowie

an Kundenanforderungen angepasste Transponder für das öffentliche

Verkehrswesen, Zutrittskontrolle, RFID-basierte Wegfahrsperren,

Tieridentifikation, Bibliotheken, Industrie und Logistik.

SMARTRAC ist ein weltweit führender Anbieter von qualitativ hochwertigen

RFID Inlays für elektronische Reisepässe (e-Pass), kontaktlosen

Kreditkarten (e-Payment) sowie von RFID Transpondern für Anwendungen im

öffentlichen Verkehrswesen. SMARTRAC wurde im Jahr 2000 gegründet. Seit dem

Börsengang im Juli 2006 firmiert SMARTRAC N.V. als Aktiengesellschaft unter

niederländischem Recht mit Sitz in Amsterdam. Das Unternehmen beschäftigt

derzeit etwa 3.300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und besitzt weltweit

Standorte für Forschung und Entwicklung, Produktion und Vertrieb.

Forward-looking Statements:

Soweit diese Ad hoc Mitteilung zukunftsgerichtete Aussagen enthält,

basieren diese auf Annahmen, Planungen und Prognosen zum Zeitpunkt der

Veröffentlichung dieser Ad hoc Mitteilung. Zukunftsgerichtete Aussagen sind

stets mit Ungewissheiten verbunden. Betriebs- und volkswirtschaftliche

Risiken und Entwicklungen, das Verhalten von Wettbewerbern, politische

Entscheidungen und weitere Faktoren können dazu führen, dass die

tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von den Annahmen, Planungen und

Prognosen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Ad hoc Mitteilung

abweichen werden. Die SMARTRAC N.V. übernimmt daher keinerlei Gewähr für in

dieser Ad hoc Mitteilung enthaltene zukunftsgerichtete Aussagen. Darüber

hinaus übernimmt die SMARTRAC N.V. keine Verpflichtung, die in dieser Ad

hoc Mitteilung enthaltenen zukunftsgerichteten Aussagen zu

aktualisieren.

Ihre Fragen beantwortet:

Tanja Moehler

SMARTRAC N.V.

Head of Corporate Communications & Marketing

Tel: +31 20 30 50 157

Email: tanja.moehler@smartrac-group.com

Internet: www.smartrac-group.com

19.12.2011 Die DGAP Distributionsservices umfassen gesetzliche

Meldepflichten, Corporate News/Finanznachrichten und Pressemitteilungen.

DGAP-Medienarchive unter www.dgap-medientreff.de und www.dgap.de

---------------------------------------------------------------------------

Sprache: Deutsch

Unternehmen: SMARTRAC N.V.

Strawinskylaan 851

1077 XX Amsterdam

Niederlande

Telefon: +31 20 30 50 157

Fax: +31 20 30 50 155

E-Mail: investor.relations@smartrac-group.com

Internet: www.smartrac-group.com

ISIN: NL0000186633

WKN: A0JEHN

Börsen: Regulierter Markt in Frankfurt (Prime Standard); Freiverkehr

in Berlin, Düsseldorf, München, Stuttgart

Ende der Mitteilung DGAP News-Service

Avatar
schrieb am 22.12.11 14:17:02
Beitrag Nr.602 
(42.513.950)
Antwort
Zitat
Enge Partnerschaft mit UPM
Autor: 4investors
| 22.12.2011, 09:10 | 71 Aufrufe | 0 | druckversion
Smartrac und UPM-Kymmene aus Finnland werden Partner. Smartrac übernimmt von den Finnen das RFID-Geschäft. Im Gegenzug wird UPM indirekt Aktionär von Smartrac. Die Kartellbehörden müssen der Vereinbarung noch zustimmen. Künftig soll UPM indirekt 10,6 Prozent an Smartrac halten.

Für UPM arbeiten weltweit rund 24.500 Personen. Zuletzt lag der Umsatz bei 10 Milliarden Euro
Avatar
schrieb am 23.12.11 13:15:45
Beitrag Nr.603 
(42.517.866)
Antwort
Zitat
DGAP-DD: SMARTRAC N.V. deutsch

Mitteilung über Geschäfte von Führungspersonen nach §15a WpHG

Directors'-Dealings-Mitteilung übermittelt durch die DGAP. Für den Inhalt der Mitteilung ist der Mitteilungspflichtige verantwortlich. ----------------------------------------------------------------------
Angaben zum Mitteilungspflichtigen Name: Rietzler Vorname: Manfred Firma: SMARTRAC N.V.

Funktion: Verwaltungs- oder Aufsichtsorgan

Angaben zum mitteilungspflichtigen Geschäft

Bezeichnung des Finanzinstruments: Aktie ISIN/WKN des Finanzinstruments: NL 0000186633 Geschäftsart: Kauf im Rahmen einer Kapitalerhöhung Datum: 19.12.2011 Kurs/Preis: 11,00 Währung: EUR Stückzahl: 136364 Gesamtvolumen: 1500004 Ort: ausserbörslich

Zu veröffentlichende Erläuterung:

Der Vorstand der SMARTRAC N.V. hat am 19. Dezember 2011 bekannt gegeben, das Grundkapital der Gesellschaft von EUR 8.167.498,50 (16.334.997 Inhaberaktien) auf EUR 8.872.044 (17.744.088 Inhaberaktien) durch die Ausgabe von 1.409.091 Inhaberaktien mit einem Nennwert von EUR 0,50 zu erhöhen. Bezugsrechte der Aktionäre sollen ausgeschlossen werden. Die Kapitalerhöhung soll auf der Grundlage des in der Satzung der SMARTRAC N.V. vorgesehenen autorisierten Aktienkapitals durchgeführt werden Die Mehrheitseigner der SMARTRAC N.V., OEP und Manfred Rietzler, haben sich bereit erklärt, die Aktien als Zeichen für ihr starkes Commitment dem Unternehmen gegenüber zu zeichnen. Manfred Rietzler, Mitgründer des Unternehmens und Aufsichtsratsmitglied der SMARTRAC N.V.wird 136.364 neue Aktien zeichnen und OEP Technologie B.V. wird 1.272.727 neue Aktien zu einem Preis von EUR 11.00 in bar zeichnen.
Avatar
schrieb am 12.01.12 14:43:59
Beitrag Nr.604 
(42.584.766)
Antwort
Zitat
Die Smartrac-Aktie ist schon lange auf der Watchlist für das Miodepot. Seit Monaten bewegt sie sich seitwärts und ist nun charttechnisch in einer sehr interessanten Ausgangsposition (vgl. Bloomberg-Chart unten). Überspringt sie den horizontalen Widerstand bei 12 €, könnte sie schnell in Richtung der 200-Tagelinie gehen, die derzeit bei 13,80 verläuft.

Vor fast eineinhalb Jahren gab es von der OEP Technologie ein Übernahmeangebot zum Preis von 20 €. Die Aktie sprang daraufhin Ende August 2010 sofort auf dieses Niveau (vgl. Bloomberg-Chart unten). Nach langer Seitwärtsbewegung bröckelte sie im vergangenen Jahr sukzessive ab bis auf fast die Hälfte des Übernahmepreises. Seither bewegt sie sich seitwärts. Das Unternehmen ist ein führender Entwickler, Hersteller und Zulieferer von RFID-Komponenten. RFID, also radio-frequency identification, ist die Identifizierung von Gegenständen oder Lebewesen mit Hilfe elektromagnetischer Wellen. Die Anwendungsfelder sind vielfältig, z.B. im öffentlichen Verkehrswesen, bei der Zutrittskontrolle, in Industrie und Logistik. Smartrac ist Weltmarktführer für RFID-Inlays für elektronische Reisepässe (e-Pass), für kontaktlose Kreditkarten (e-Payment) sowie RFID-Transponder für Anwendungen im öffentlichen Verkehrswesen. Das Potential für RFID-Anwendungen ist enorm. Studien prognostizieren für die nächsten 10 Jahre jährliche Wachstumsraten von 13%. Die Umsätze sollen von 5,6 Mrd. $ in 2010 auf 24 Mrd. $ in 2021 wachsen. Zuletzt hat Smartrac den Bereich durch die Übernahme von KSW Microtec gestärkt, die von der Deutschen Effecten- und Wechsel-Beteiligungsgesellschaft gekauft wurden. Finanziert wurde die Maßnahme durch eine Kapitalerhöhung bei 11 € im Dezember. Positiv ist auch die schneller als erwartet geschaffte Wiederaufnahme der Produktion in Thailand seit Anfang Dezember. Im Oktober musste die Betriebsstätte aufgrund der verheerenden Überschwemmungen in Thailand geschlossen werden. Bereits in diesem Monat soll die volle Produktionskapazität wieder hergestellt werden.

Aktuell beträgt der Free Float bei der Aktie, die eine Marktkapitalisierung von 205 Mio. € aufweist, nur 3,4%. Nach dem Übernahmeangebot sind 87% im Besitz von OEP, 9,6% hält noch der Mitgründer Manfred Rietzler. Ein Squeeze-out sollte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. Die Preise dürften dann aber deutlich über den derzeitigen Niveaus liegen.
Avatar
schrieb am 12.01.12 15:01:10
Beitrag Nr.605 
(42.584.866)
Antwort
Zitat
Zitat von shehlEin Squeeze-out sollte eigentlich nur eine Frage der Zeit sein. Die Preise dürften dann aber deutlich über den derzeitigen Niveaus liegen.

Siehe Beitrag #592. Bevor man darauf spekuliert, sollte man zweifelsfrei abklären, ob dies überhaupt möglich ist.
Avatar
schrieb am 15.02.12 16:16:40
Beitrag Nr.606 
(42.755.192)
Antwort
Zitat
Die rechtliche Zulässigkeit eines squeeze out für niederländischem Recht unterliegenden BV und NV ist zweifelsfrei geklärt. Selbstverständlich geht so etwas und wird auch regelmäßig praktiziert, vgl. z.B. nur Teleplan. Entgegenstehende angebliche Aussagen einer IR zeugen entweder von Inkompetenz oder Täuschungsabsicht.

Honi soit qui mal y pense.

Alles wird gut :)

Gruß LK
Avatar
schrieb am 15.02.12 18:53:50
Beitrag Nr.607 
(42.756.310)
Antwort
Zitat
Nachdem die Kapitalerhöhung zum Kurs von 11 Euro durchgeführt und von den Hauptaktionären gezeichnet wurde, scheint wohl die im damaligen Übernahmeangebot gebotenen 20 Euro pro Aktie auch aufgrund der größeren Aktienanzahl mittlerweile überholt.
Komisch ist, dass der Kurs deutlich unter das Niveau der Kapitalerhöhung (11 Euro) gefallen ist und trotz des niedrigen Streubesitzes immer wieder Verkaufsdruck aufkommt. Der Abwärtstrend ist leider voll intakt. Ich persönlich habe keine Ahnung, ob das bei den geringen Stückzahlen aussagekräftig ist oder ob der Kursrückgang einen fundamentalen Hintergrund hat.
Ich habe jedoch keine Lust auf diesem gefühlt extrem niedrigen Kursniveau auch nur ein Stück aus der Hand zu geben und hoffe darauf, dass tatsächlich alles gut wird.
Avatar
schrieb am 16.02.12 11:01:20
Beitrag Nr.608 
(42.759.404)
Antwort
Zitat
Salve Doktor,

bei einem free flow unter 4% sind Fundamentaldaten für Kursveränderungen nahezu unerheblich.

Gehen wir (mit den Wissenschaftlern, Patienten und Krankenkassen in Deutschland) davon aus, dass das Produkt und das Gesschäftsmodell gut sind, so resultieren aus der aktuellen Aktionärsstruktur drei verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten:

a) Squeeze out

Imho überwiegend wahrscheinlich. Wegen 4% Streubesitz bleibt keiner an der Börse. Allerdings sollte der sq nicht in weiter Ferne stattfinden, sonst wird er teurer für kontrollierende Aktionäre.

b) SPO (Secundary Public Offering)

Gewissermaßen eine erneute Inanspruchnahme des Kapitalmarkts zur Aufnahme von Eigenkapital und Verbreiterung des Aktionärskreises. Imho mittlere Wahrscheinlichkeit und für Minderheitsaktionäre die "Traumlösung".

c)(unsaubere)Selbstbereicherung von Altaktionären

In diesem Model meldet man liquiditätbedingt für die AG Insolvenz an und steht dem Insolvenzverwalter mit einem SPV zur Übernahme der assets zur Verfügung. Erscheint mir eher unwahrscheinlich, da so etwas immer mit dem Odium des kriminellen versehen und außerdem in der Abwicklung nie "ganz sicher" zu kontrollieren ist.

Ergo:

Alles wird gut ;)

Gruß LK
Avatar
schrieb am 16.02.12 11:03:55
Beitrag Nr.609 
(42.759.427)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 42.759.404 von Labskaus am 16.02.12 11:01:20SORRY falscher thread :mad::mad::mad:

die Überlegungen ad b) sollten zu co.don
Avatar
schrieb am 14.03.12 11:00:22
Beitrag Nr.610 
(42.898.864)
Antwort
Zitat
Quelle: manager magazin online 14.03.2012

Amatech-Gründer will Schadensersatz von Smartrac
Von Kai Lange

DPA
Reisepässe, Geldkarten und Autos: Die RFID-Technologie ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken
Es geht um Firmenpleiten, verkaufte Patente und weit verbreitete Technologie: Dem weltweit größten Lieferanten für RFID-Chips, Smartrac, droht eine Schadensersatzklage in dreistelliger Millionenhöhe. Ein Wirtschaftskrimi beginnt, der selbst Aktienkurse durcheinander wirbeln kann.

Hamburg - Reisepässe, Geldkarten, Kleidung und Autos lassen sich per "Radio Frequency Identification" (RFID) über Funk und damit berührungslos erkennen: Die Technologie ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Weltmarktführer für sicherheitsrelevante RFID-Anwendungen ist derzeit die Firma Smartrac, welche die notwendige Technologie zu großen Teilen aus der Insolvenz der deutschen Amatech erworben hat. Nun droht Smartrac Ärger vor Gericht.


ANZEIGEWährend die RFID-Technologie zum Beispiel für den elektronischen Reisepass, für kontaktlose Kreditkarten und für den Straßenverkehr immer mehr an Bedeutung gewinnt, bleibt für Amatech-Aktionäre derzeit nur ein trauriger Blick zurück: Die von den beiden Entwicklern David Finn und Manfred Rietzler gegründete Amatech AG war Ende der 90er Jahre mit ihren Patenten ein führender Player auf dem inernationalen RFID-Markt. Sie musste dennoch Mitte 2002 Insolvenz anmelden. Das Insolvenzverfahren läuft noch.

Jetzt will Amatech-Gründer Finn seinen ehemaligen Partner Rietzler, den RFID-Weltmarktführer Smartrac sowie Amatech-Insolvenzverwalter Martin Manstein auf Schadensersatz verklagen. Er fordert rund 156 Millionen Euro für die Amatech AG, die trotz des laufenden Insolvenzverfahrens weiterhin an der Börse notiert ist. Nach Auskunft des Landgerichts Memmingen ist die Klage noch nicht erhoben worden, ein Klageentwurf liege aber vor: Da Finn nach der Insolvenz der Amatech AG die Kosten für das Gerichtsverfahren nicht finanzieren kann, prüft das Gericht derzeit einen Antrag auf Prozesskostenhilfe.

RFID-Rechte weit unter Wert verkauft

Finns Vorwurf: Beim Verkauf von Lizenzen für die Exklusivnutzung der RFID-Technologie an Smartrac sei es nicht mit rechten Dingen zugegangen. Nach Darstellung seiner Anwälte habe Finns ehemaliger Geschäftspartner Rietzler nicht nur dazu beigetragen, dass Amatech im Juli 2002 Pleite ging - er habe sich anschließend mit Hilfe des Amatech-Insolvenzverwalters auch für einen erstaunlich geringen Preis an deren RFID-Schutzrechten bedient und sie seiner neuen Firma Smartrac übertragen.

Die Amatech-Tochter "Amatech Automation GmbH", bei der die RFID-Exklusivlizenzen lagen, sei "mit Wissen aller Beteiligten weit unter dem tatsächlichen Wert" an Smartrac verkauft worden, heißt es in dem Klageentwurf, die manager magazin vorliegt. Damit sei das Vermögen der Amatech AG "erheblich geschädigt" worden. In diesem Zusammenhang ermittelt bereits die für Wirtschaftsdelikte zuständige Staatsanwaltschaft Augsburg wegen des Verdachts auf Bankrott- und Untreuedelikte.

Smartrac weist die Vorwürfe zurück. "Bisher liegt lediglich ein Klageentwurf vor. Dieser hat keine Aussicht auf Erfolg", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Amatec-Insolvenzverwalter Martin Manstein meint dazu:" Der Vorwurf der seinerzeitigen Veräußerung der Amatech Automation GmbH weit unter Wert ist völlig haltlos." Eine Klage des Amatec-Gründers sei ihm nicht zugestellt worden. Vor diesem Hintergrund sehe er keinen Grund für eine Information der Aktionäre der Amatech AG.
Die Wurzeln dieses Wirtschaftskrimis reichen bis ins Jahr 1999 zurück. Die Entwickler Finn und Rietzler hatten die Amatech AG mit mehreren Tochtergesellschaften aufgebaut und mit ihren Patenten zu einem Marktführer der zukunftsträchtigen RFID-Technologie gemacht. Einer der Konkurrenten war das in Thailand ansässige Unternehmen Smartrac Technology Ltd. An diesem Konkurrenzunternehmen beteiligte sich Rietzler Anfang 2001, nachdem er Ende 2000 als Geschäftsführer bei Amatech ausgeschieden war.

Danach begann der Niedergang von Amatech: Laut Klageschrift bot Smartrac vor allem auf den Kernmärkten in Asien wichtigen Amatech-Kunden Konkurrenzprodukte deutlich günstiger an - angeblich auch unter Verletzung von Patentrechten, wie es in der Klage heißt. Dies habe zur späteren Insolvenz von Amatech beigetragen.

Die Lizenzen für die von Finn und Rietzler entwickelten Patente waren zur Nutzung und Vermarktung an die Amatech-Tochter Amatech Automation GmbH übertragen worden. Dort lag der Patentschatz noch, als die Amatech AG samt Tochtergesellschaft 2002 in die Insolvenz gingen und damit unter die Führung des vom Insolvenzgericht Kempten eingesetzten Insolvenzverwalters Manstein gerieten. Smartrac erwarb kurz nach Insolvenzeröffnung von Manstein große Teile des Amatech-Vermögens, darunter auch eine Lizenz zur Nutzung von Amatech RFID-Technologie. Die wesentlichen Schutzrechte aber, so die Argumentation von Finns Anwälten, verblieben aber bei der Tochtergesellschaft Amatech Automation GmbH.

Entsprechend dem Klageentwurf ist es dann im Mai 2008 in Neu-Ulm zu einem Aufsehen erregenden Deal: Amatech-Insolvenzverwalter Manstein habe die Amatech Automation GmbH einschließlich aller RFID-Exklusivlizenzen an die Smartrac IP B.V. verkauft, eine Tochtergesellschaft der niederländischen Smartrac N.V., und zwar zu einem Preis von 10.000 Euro. Der heutige Smartrac-Aufsichtsrat Manfred Rietzler sei zu diesem Zeitpunkt Direktor der Smartrac N.V. gewesen, die als Geschäftsführerin der Smartrac IP B.V. fungiert habe. Gleichzeitig habe sich Smartrac in dem Kaufvertrag verpflichtet, 405.000 Euro in das Vermögen der Amatech Automation GmbH einzuzahlen, um laut Insolvenzplan 95 Prozent der Verbindlichkeiten zu begleichen. Mit rund 331.000 Euro habe Insolvenzverwalter Manstein dabei den größten Anteil der Summe als Vergütung erhalten.

Ein Bedarf an 137 Millionen elektronischen Pässen

Nach Berechnungen des Klägers Finn waren die Lizenzen für 118 Patente, die auf diese Weise an Smartrac gelangten, aber nicht 10.000 Euro, sondern mehr als 183 Millionen Euro wert. Seine Anwälte stützen ihre Kalkulation unter anderem auf eine Studie der US-Unternehmensberatungen Acuity, die allein bei elektronischen Pässen den jährlichen Bedarf in den von den Patentrechten erfassten Ländern auf 137 Millionen Stück schätzt. Für elektronische Bankkarten hat die US-Beratungsgesellschaft Frost & Sullivan White Paper bis zum Ende des Patentschutzes im Februar 2017 einen Bedarf von 1,1 Milliarden Stück errechnet. 10 Cent betrage die Lizenzgebühr pro Stück bei Pässen und Ausweisen, 5 Cent sind es bei Bankkarten.

Auf rund 156 Millionen Euro addieren Finns Anwälte von der Kanzlei Hanselaw Hammerstein und Partner den aus den entgangenen Lizenzgebühren entstandenen Vermögensverlust. Finns Klage auf Schadenersatz zielt darauf ab, dass die Summe in die Insolvenzmasse der Amatech AG gezahlt werden soll, an deren sonst so gut wie wertlosen Aktien er immer noch rund 26 Prozent hält. Der aktuelle Kurs der Amatech-Aktie liegt bei etwa 3 Cent.

Sollte das Landgericht Memmingen den Antrag auf Prozesskostenhilfe nach Prüfung des Falles bewilligen und die Klage teilweise erfolgreich sein, geriete der Amatech-Insolvenzverwalter in eine prekäre Situation: Er müsste bekannt geben, dass der insolventen Amatech AG ein unerwarteter Geldsegen ins Haus stünde - sofern er als beklagter Insolvenzverwalter einen möglichen Prozess verlieren sollte.



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