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Solar Millenium Diskussionsforum ( Seite 2)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 27.07.06 19:23:00
von
neuster Beitrag 23.05.12 21:15:05
von

Anzahl Beiträge: 31.123
Aufrufe gesamt: 1.871.155
Aufrufe heute: 75
Diskussionsnr.: 1.073.576

Solar Millennium

Chart
WKN: 721840
ISIN: DE0007218406
Symbol: S2M
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Frankfurt (EUR), 25.05.12 | 15:04
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[ Seite: 123311131123113neuster Beitrag ]

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schrieb am 19.08.06 14:43:31
Beitrag Nr.11 (23.507.421)
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Der reichste Mann von Babylon: Erfolgsgeheimnisse der Antike
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George Samuel Clason
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schrieb am 20.08.06 13:29:25
Beitrag Nr.12 
(23.525.349)
Antwort
Zitat
Ca. 40 Millionen auf der hohen Kante zu haben ist ja ganz schön!
Aber die Anleihe muß gegenüber den Geldgebern täglich hoch verzinst werden und die Gegenanlage bei der Bank bringt Solar M. nur ein Bruchtiel dieser Zinsen ein!
Was soll mit diesem vielen Geld passieren?
Bisher hat man bei den Spanienprojekten ja immer nur entwickelt und sich fremde Eigentümer gesucht!
Gruß Sonennstrom
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schrieb am 20.08.06 14:25:28
Beitrag Nr.13 
(23.525.752)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.525.349 von sonnenstrom am 20.08.06 13:29:25Ich finde das gar nicht so schlimm, dass das Geld noch nicht investiert wurde. Umso länger sie warten, umso mehr Kraftwerksleistung bekommen sie für ihr Geld. Die Kraftwerke werden ja immer billiger (Erfahrungskurve). Solar Millenium wird dieses Jahr noch mehrere neue Kraftwerke ankündigen (Nevalvillar de Pela und Ibersol). Irgendwo wird das Geld schon hinfließen.

Und ich finde 6,75% gar nicht schlecht für das Unternehmen. Hätten die erst vor kurzem die Emission durchgeführt, wäre es wegen der steigenden Zinsen bestimmt mehr geworden.
Avatar
schrieb am 20.08.06 19:34:30
Beitrag Nr.14 
(23.529.217)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.525.752 von alpenmaradona am 20.08.06 14:25:28Man muß sich

auch überlegen, dass bestimmte Vorleistungen von Solarmillenium
zu erbringen sind. Das kostet Geld. Potentielle Partner schauen
auch auf die Bonität der Gesellschaft (auf Solarmillenium). Auch
hierfür wird der Cash gebraucht.

Gruß Comedy:)
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schrieb am 20.08.06 20:22:34
Beitrag Nr.15 
(23.529.910)
Antwort
Zitat
Dass das Geld der Anleihen noch da ist, ist eindeutig positiv. Das hatte ich ja auch in meinem letzten Beitrag so geschrieben.
Gibt es denn auch Kommentare zu den hohen Forderungen (= offene Rechnungen)?
Denn Umsätze, wo kein Geld fliesst, machen sich nicht so richtig überzeugend... dann steht zwar ein Gewinn auf dem Papier, aber das Geld fehlt in der Kasse.
Naja, auch dafür wird ein Teil des Anleihegeldes eingesetzt - da weiss man wenigstens auch in etwa, wofür es gut ist.

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schrieb am 21.08.06 21:05:59
Beitrag Nr.16 
(23.550.903)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 23.529.910 von JoergP am 20.08.06 20:22:34Man will wohl richtig Gas geben:D

Gruß Comedy:)



Solar Millennium begibt Anleihe

Aufgrund der positiven Geschäftsentwicklung und der sehr guten Marktperspektiven hat sich der Vorstand der Solar Millennium AG entschlossen, wie bereits auf der diesjährigen Hauptversammlung angekündigt, eine Anleihe mit einem Emissionsvolumen von insgesamt 20 Mio. Euro ab dem 22. August 2006 zu begeben. Die Solar Millennium AG reagiert damit auch auf das Erreichen wichtiger Unternehmensziele in diesem Geschäftsjahr, vor allem den Baubeginn von Andasol 1, dem ersten Parabolrinnen-Kraftwerk Europas, und die erfreulichen Fortschritte bei weiteren Projekten in Spanien.

Bereits in der letzten Woche hat das Unternehmen einen Zwischenbericht über die ersten acht Monate des aktuellen Geschäftsjahres vorgelegt und hier ein Ergebnis nach Steuern von rund 5 Mio. Euro zum 30.06.2006 ausgewiesen.

Der Erlös der Anleihe soll die Kapitalbasis des Unternehmens erweitern, um zügig weitere Projekte umzusetzen. So soll das Kapital in den eigenen solarthermischen Kraftwerksprojekten verwendet werden, speziell zur Besicherung der Finanzierung des solarthermischen Kraftwerks Andasol 2 und zur Ausstattung der bestehenden Projektgesellschaften.

Mit einem festen Zinssatz in Höhe von 6,5% während der gesamten Laufzeit richtet sich das Angebot an kurz- bis mittelfristig orientierte Kapitalanleger in Deutschland. Die Zinsen werden jährlich ausgezahlt. Die Laufzeit beträgt lediglich fünf Jahre.

Bei Anleihen handelt es sich um Wertpapiere zur Unternehmensfinanzierung. Nähere Informationen zur Anleihe entnehmen Sie dem Emissionsprospekt. Ausführliche Unterlagen können Sie herunterladen oder bei der Solar Millennium AG als Druckversion anfordern. Mehr darüber unter der Rubrik Anleihe.

Avatar
schrieb am 03.09.06 17:23:49
Beitrag Nr.17 
(23.747.576)
Antwort
Zitat
Kleiner Vergleich

derzeit rühmt sich unsere Regierung das derzeit das weltweit größte
Kohlekraftwerk der Welt gebaut wird (VDI Nachrichten 25.08.2006)

Leistung 2100 MW Kosten rund 2200 Mio Euro.
Also rund 52,4 Mio € pro 50 MW. Fertigstellung soll 2010
sein.

Zum Vergleich die Solarthermiekraftwerke kosten rund 5 Mal so viel (250 Mio € pro Kraftwerk)
2100 MW würden also rund 10500 Mio € kosten. Als Laufleistung
wurden 3600 Stunden / annum angenommen.

Nun den den laufenden Kosten. Moderne Kohlekraftwerke
benötigen rund 0,3 kg Kohle pro kw/h. Bei rund 20 cent / kg
(günstig gerechnet)ergibt sich ein jährlicher Kostenblock
von 1056 Mio €. Angenommen eine Laufleistung von rund 8000
Stunden unter Vollast / annum.

Laufende Kosten Kohlekraftwerk
Kohlekraftwerk Emissionszertifikate?
Kühlwasser
Kosten für die Verbrennungseinheiten

Solarthermie
Kosten Strom für die Spiegelstellung
Kosten für gebrochene Spiegel

Kosten für Turbinen etc. sind bei beiden Typen gleich,
da konventionelle Turbinen verwendet werden.

Selbst bei nicht steigenden Kosten rechnet sich das
Solarthermiekraftwerk bereits nach 20 Jahren !!!
nur auf grund der nicht benötigten Kohlefeuerung unter
Berücksichtigung der geringeren Laufleistung von 3600
Stunden / annum.

Einzig die Kosten in der Herstellung sind Anfangs
zu stemmen.

Gruß Comedy:)



Avatar
schrieb am 07.09.06 20:54:19
Beitrag Nr.18 
(23.814.167)
Antwort
Zitat

Meldung vom 06-09-2006

Gruß Comedy:)

Baufortschritt bei Andasol 1

Nach der Finanzierungszusage der Banken am 31. Mai 2006 startete der Bau des ersten Parabolrinnen-Kraftwerks Europas bereits im Juni. Mit über 510.000 Quadratmetern Kollektorfläche entsteht das größte Solarkraftwerk der Welt auf einer Hochebene im südspanischen Andalusien.

Am 20. Juli 2006 erfolgte die Grundsteinlegung . Nachdem die Bauarbeiten auf der rund zwei Quadratkilometer großen Kraftwerksfläche mit den Erdbewegungen und der Planierung der Fläche begannen, wurde in den letzten Tagen bereits die große Montagehalle errichtet, in denen die Parabolrinnen-Kollektoren sowohl für das Kraftwerk Andasol 1 als auch für das zweite solare Großkraftwerk am selben Standort, Andasol 2, zusammengebaut werden. In dieser Halle wird die Montagestrasse stehen, die eine schnelle und zugleich hochpräzise Montage der rund 6 m breiten Solarkollektoren ermöglicht. Mehr dazu ...

Die Bauzeit beträgt insgesamt knapp zwei Jahre. Auf der Baustelle werden bis zu 500 Arbeiter gleichzeitig beschäftigt sein. Das Gesamtfinanzierungsvolumen für jedes Kraftwerk beträgt rund 300 Mio. Euro. An der Finanzierung sind die europäische Investitionsbank (EIB) sowie vier weitere europäische Banken beteiligt, darunter unter anderem auch die deutsche WestLB.


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schrieb am 10.09.06 15:27:23
Beitrag Nr.19 
(23.860.259)
Antwort
Zitat
Solarstrom für 200.000 Menschen

Es ist heiß im Hochtal von Guadix. Die Sonne brennt erbarmungslos, sorgt im Sommer häufig für Temperaturen von 40 Grad und mehr. Mit deutscher Technik entsteht in Andalusien Europas größtes Kraftwerk für Sonnenwärme.
Von Holger Kroker

Die Parabolspiegel von „Andasol-1“ mit ihren wassergefüllten Rohren wandeln 60 Prozent der Sonnenstrahlen in Wärmeenergie um
Foto: Solar Millenium

Nur ein leichter Wind, der vom Hochgebirge der Sierra Nevada in Richtung Küste streicht, macht die Hitze erträglich. Rund 1300 Meter hoch liegt die Ebene auf halbem Weg von Almeria am Mittelmeer nach Granada im Binnenland. Von einer Anhöhe blickt die Festung von La Calahorra auf das sonnenverbrannte Flachland herab. Weit und breit ist alles sonnenverbrannt und braun, was die Burg noch düsterer erscheinen lässt. Die gewaltigen Mauern beherbergen einen der prächtigsten Renaissance-Paläste Spaniens, doch es schwer hinein zu gelangen. Daher rauschen die meisten Touristen auf der Autobahn durch das Hochtal hindurch, Kunstbeflissene auf dem Weg zur Alhambra, Strandurlauber in Richtung Küste.

Bald wird die Burg von La Calahorra nicht nur auf staubige Mandelbäume und die hektische Ameisenstraße der Autobahn blicken, sondern auf ein funkelndes und blitzendes Stück Zukunft. Direkt neben der Autobahn A92 entsteht auf dem Gebiet der Gemeinde Aldeire "Andasol-1", Europas erstes kommerzielles Solarthermie-Kraftwerk. Dass es gut zehn Jahre später als vergleichbare Anlagen in den USA an den Start geht, wollen die zur Grundsteinlegung geladenen Gäste gar nicht so genau wissen.

Tatsache ist, dass das Kraftwerk nur entsteht, weil Spanien ähnlich wie Deutschland seit neuestem erneuerbare Energien mit einem besonderen Einspeisepreis alimentiert. Er beträgt 21 Cent pro Kilowattstunde - damit kann die Solarthermie auf der Iberischen Halbinsel gewinnbringend Strom erzeugen. In den USA war der Bundesstaat Kalifornien einfach nur früher auf den Gedanken gekommen, die umweltfreundliche Stromerzeugung besonders zu honorieren. Deswegen gibt es dort seit Mitte der Neunzigerjahre solarthermische Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von fast 400 Megawatt.

Immerhin soll Andasol-1 mit seinen 50 Megawatt nach Angaben des Projektentwicklers, der Solar Millennium AG aus Erlangen, das größte Solarkraftwerk der Welt sein. Auf zwei Quadratkilometern Fläche werden Parabolrinnen mit insgesamt 510 000 Quadratmetern Spiegelfläche montiert und ab 2008 Strom für rund 200 000 Menschen in das spanische Netz einspeisen. Dank eines Tanks mit 25 000 Tonnen Salzschmelze kann die Energie auch zwischengespeichert und zeitversetzt abgegeben werden. Damit kann die Stromproduktion bis zu 7,5 Stunden mit voller Leistung betrieben werden.

Neben Andasol-1 sind bereits zwei weitere vergleichbar große Kraftwerke geplant. Mit insgesamt 150 Megawatt Leistung sollen die drei Kraftwerke im Hochtal von Guadix den Großteil des in Andalusien geplanten Solarstroms liefern.

Der Standort ist gut gewählt, denn hier oben in der Sierra Nevada scheint so oft die Sonne, wie sonst selten auf dem Kontinent, Wolken gibt es selbst im Winter nur selten.

Solarthermische Kraftwerke nutzen anders als die Photovoltaik-Zellen die Energie der Sonne nur zur Erhitzung einer Flüssigkeit und nicht direkt zur Stromerzeugung. "Das ist geradezu ihre Attraktion", erklärt Manfred Becker, der lange Jahre beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) die Solarforschung geleitet hat, "sie erzeugen Dampf, den man problemlos in traditionelle Kraftwerke einspeisen kann." Im Grunde sind es riesige Brenngläser, die der Sonne nachgeführt werden und die Strahlungsenergie auf eine Stelle konzentrieren.

Im Fall der Parabolrinnen verläuft ein Rohr in der Brennlinie der Parabolspiegel. "Das Rohr ist von mehreren Absorberschichten umgeben und von einem evakuierten Glasrohr ummantelt. Dadurch wandelt es die Sonnenstrahlung mit einem Wirkungsgrad von 60 Prozent in Wärmeenergie um", erklärt Michael Geyer, der früher die Solarforschungsstelle des DLR auf dem Versuchsgelände des spanischen Energieforschungszentrum Ciemat in der Nähe von Almeria geleitet hat und jetzt für Solar Millennium Kraftwerke in Spanien realisiert.

Noch wird in den Absorberrohren hitzebeständiges Öl auf bis zu 400 Grad Celsius erhitzt, das dann in einem Wärmetauscher den Wasserdampf für eine Dampfturbine erzeugt. Neue Varianten des Parabolrinnenkraftwerks sparen sich den Wärmetauscher und erhitzen das Wasser direkt in den Spiegelrinnen. "Dadurch kann der Wirkungsgrad noch einmal um zwei oder mehr Prozent gesteigert werden", erklärt Professor Hans Müller-Steinhagen, der Leiter des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik, an dem die Solarforschung angesiedelt ist. Allerdings ist es nicht ganz einfach, das Gemisch aus gasförmigem und flüssigem Wasser, das im Absorberrohr entsteht, zu beherrschen und vor der Einspeisung in die Dampfturbine ordentlich zu trennen. Pilotprojekte, in denen das im größeren Maßstab versucht wird, sollen in den kommenden Monaten aus der Taufe werden.

"Wir wollen bis 2010 mindestens 15 Prozent unseres Stroms aus erneuerbaren Energien gewinnen", verkündete der andalusische Wirtschaftsminister Francisco Vallejo Serrano vollmundig bei der Grundsteinlegung der Anlage. Der Plan ist mehr als ehrgeizig, denn dafür muss in nur noch vier Jahren 4500 Megawatt Öko-Kraftwerkskapazität geschaffen werden. Der Anteil der Solarenergie fällt mit 250 Megawatt für das sonnenverbrannte Andalusien erstaunlich gering aus, doch das hat einen einfachen Grund: Die umweltfreundlichen Solarkraftwerke sind ausgesprochen durstige Wasserkonsumenten, um ihre Turbinenblöcke zu kühlen. 700 000 Kubikmeter verbraucht jedes der drei 50-Megawatt-Kraftwerke im Jahr - so viel wie 10 000 Andalusier oder 15 000 Deutsche.

Für die chronisch wasserarme Region, die schon jetzt den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch in Spanien hat, ist das kein Pappenstiel. "Es ist sicher richtig, dass an dieser Stelle etwas gemacht werden muss", gibt auch Manfred Becker zu, "aber an der Wasserkühlung kommt man nicht vorbei." Denn die alternative Luftkühlung braucht immensen Platz, der in Spanien nicht zu bezahlen ist. Südlich des Mittelmeeres ist das anders. "Wenn wir früher von Sahara gesprochen haben, haben wir immer von Luftkühlanlagen gesprochen und nicht von Wasser", betont Becker.

Der alte Traum vom Solarstrom aus der Wüste, der Europas Energiehunger stillt, er ist keineswegs ausgeträumt. Denn inzwischen ist mit der Hochspannungs-Gleichstromübertragung auch ein Stromtransport über große Strecken denkbar, ohne dass die Hälfte der Energie unterwegs verloren geht.

http://www.welt.de/data/2006/09/09/1028089.html
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schrieb am 10.09.06 16:00:09
Beitrag Nr.20 
(23.860.972)
Antwort
Zitat
"Die Bundesrepublik hat einen großen Vorsprung"
Ein Gespräch mit dem Solarthermie-Experten Manfred Becker über Zukunftstechnologien, Massenproduktion und den Bedarf an erneuerbaren Energien
Von Holger Kroker

Manfred Becker ist eine Art treibende Kraft hinter der Solarthermieforschung in Deutschland. Bis zu seiner Pensionierung 2001 war der promovierte Ingenieur Hauptabteilungsleiter Energietechnik beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt.

Seither begleitet er die Entwicklung der Solarthermie als unabhängiger Experte. Das Gespräch führte Holger Kroker.

Die Welt: Wie lange haben Sie auf das neue Kraftwerk gewartet?

Manfred Becker: Eigentlich schon seit Beendigung der Versuche, die wir in Almeria auf der Plataforma Solar gemacht haben. Mitte der 1980er Jahre wusste man, dass das geht, man braucht nur ein bisschen Geld dafür. Und das bisschen war nicht da, im Grunde auch heute noch nicht. Die Stützungsprogramme, die in Spanien entstanden sind, fördern mit etwa 18 Eurocent pro erzeugter Kilowattstunde die Stromgewinnung, und das genügt zusammen mit drei Cent pro erzeugter Kilowattstunde, die in Spanien jedem Kraftwerk gezahlt werden, um rentabel zu sein.

Die Welt: Sie brauchen also Subventionen oder Unterstützung?

Becker: Ja, natürlich. Ob man das jetzt Subventionen oder Unterstützung nennt, ist doch egal. Jeder weiß, dass das gleiche gemeint ist. Die Frage ist, lohnt es sich, so etwas zu fördern oder zu unterstützen, glaubt man daran, dass in zehn oder zwanzig Jahren diese Technologie wettbewerbsfähig sein kann? Wenn ja, dann sollte man es tun. Wenn nein, nicht.

Die Welt: Warum glauben Sie daran?

Becker: Sehen Sie, es gibt Staaten wie China, Indien oder Indonesien, die einige Milliarden Bürger haben, aber zurzeit pro Kopf noch relativ wenig Energie verbrauchen. Wenn diese Leute bald auch ein bisschen von dem Kuchen abhaben wollen, wird die Energiebereitstellung in der Zukunft dramatisch - um ein Mehrfaches - ansteigen. Dazu sind die Beistellungsmöglichkeiten auf Kohlenwasserstoffbasis nicht in der Lage, man braucht die Erneuerbaren.

Die Welt: Nun sind die Erzeugungskosten der erneuerbaren Energien ja vergleichsweise hoch...

Becker: Bedenken Sie, dass die Photovoltaik bei umgerechnet einem bis zwei Euro pro Kilowattstunde angefangen hat und demnächst bei so 20 Cent liegen will. Wenn Sie damit die Entwicklung bei den solarthermischen Kraftwerken vergleichen, die ja ungefähr bei 20 Cent anfangen, dann ist das Ziel, die fünf Cent pro Kilowattstunde zu erreichen, sichtbar.

Die Welt: Wie das Ziel erreichen?

Becker: Massenfertigung der Komponenten wird einiges bringen, aber das kann nicht das entscheidende sein. Technisch kann man einiges verbessern: Bei der Parabolrinne will man durch die Direktverdampfung von Wasser eine Verbesserung um zehn bis 15 Prozent erreichen. Bei den Turmanlagen werden andere Empfängeranlagen als die bisherigen eingeführt.

Die Welt: Aber zu den 400 Prozent fehlt Ihnen noch ein bisschen!

Becker: Da fehlt nicht nur ein bisschen, sondern da fehlt der Anteil, der mit der so genannten Markteinführung erreichbar wird. Das bedeutet einen Skaleneffekt nicht im Massenfertigungssinne. Dann gilt, dass so etwas schon einmal gebaut worden ist; dass man seine Erfahrungen und man Mannschaften hat, die das kennen, und dazu kommen Verbesserungen oder die Neueinführung von anderen Konzepten. Das ist das, was die Firmen versprochen haben, die bis zum Jahr 2010 auf der ganzen Welt Anlagen mit einer Leistung von 2000 Megawatt solarthermischer Kraftwerksleistung bauen wollen. Wenn diese Leistung gebaut ist, wird man mit Sicherheit nicht mehr über 20 Cent pro Kilowattstunde reden, sondern über irgendetwas zwischen fünf und zehn Cent reden. Ob das dann noch weiterhin einer Förderung bedarf, ist offen.
Die Welt: Wo sollen die Anlagen errichtet werden?

Becker: Allein in Spanien plant man Anlagen für 700 oder 750 Megawatt, auf der anderen Seite des Mittelmeeres kann man ohne weiteres auch reine Solaranlagen oder solche in Kombination mit konventionellen Kraftwerken bauen. Und die USA planen bis 2010 in Nevada 1000 Megawatt zu bauen.

Die Welt: Welche Rolle spielt Deutschland dabei?

Becker: Die Bundesrepublik hat mit ihren Forschungsinstituten einen großen Vorsprung, auch gegenüber den Amerikanern. Diesen zu verspielen, wäre sehr leichtsinnig. Man muss ihn nutzen - genau das machen die Firmen im Augenblick. Die Andasol-Anlagen in Spanien werden unter einem spanischen Generalunternehmer gebaut - deutsche Technologie ist dabei: Die Technologie der Parabolrinne und des Absorberrohrs wird von deutschen Firmen geliefert. An der Stelle sind wir noch unschlagbar.

Die Welt: Sind Sie zufrieden mit der Entwicklung?

Becker: Ich bin sehr zufrieden mit der Entwicklung seit 2001. Sehr unzufrieden war ich allerdings mit der Förderung, die von Seiten des Forschungsministeriums seit Mitte der 90er Jahre gelaufen ist. Erst durch den Wechsel zum Umweltministerium hat es diesen Aufschwung gegeben. Hätten wir zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen nicht das Forschungsministerium mit der Förderung zum Bau des Kölner Sonnenofens gehabt, wäre es uns allen sehr, sehr schlecht ergangen. Auch der Vorstand des DLR hat uns sehr unterstützt. Sonst wäre die Forschungsschiene in der Bundesrepublik sozusagen eingeschlafen.
Artikel erschienen am 09.09.2006

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