:: Zukunftsmarkt Meerwasserentsalzung
+ 28.09.2007 +
Die Wasserversorgung ist eines der Kernthemen des
21. Jahrhunderts.
Angesichts globaler Knappheit und stetig steigendem Verbrauch birgt
dieser Markt für Unternehmen, deren Geschäftsfeld mit dem „blauen
Gold“ zu tun hat, große Wachstumschancen. Wie etwa für
ThyssenKrupp: Mit ihren innovativen Werkstoffen für
Meerwasserentsalzungsanlagen leistet die Stainless-Gruppe des
Konzerns bereits jetzt einen wichtigen Beitrag zur Beseitigung der
Trinkwasserknappheit.
Auf den ersten Blick wirkt es paradox: Über eine Milliarde Menschen
haben zu wenig oder kein sauberes Trinkwasser, obwohl drei Viertel
der Oberfläche unseres Planeten mit Wasser bedeckt sind. Allerdings
bestehen nur 2,6 Prozent dieser Menge aus nutzbarem Süßwasser, und
lediglich 0,3 Prozent davon sind genießbar. Hinzu kommt eine
ungerechte Verteilung: Während jeder Europäer im Schnitt über 150
Liter pro Kopf und Tag verbraucht, sind einige Länder so stark vom
Wassermangel betroffen, dass dort nur jeder Zweite überhaupt über
ausreichend Trinkwasser verfügt. Was neben einer gerechteren
Verteilung deshalb besonders nötig ist, ist die Entwicklung
innovativer Konzepte zur Trinkwassergewinnung. Sonst drohen, wie
eine Studie der Bundesregierung vor kurzem ergab, bereits in den
kommenden 15 bis 30 Jahren vermehrt kriegerische Konflikte um das
„blaue Gold“.
Vor diesem Hintergrund kommt der Meerwasserentsalzung respektive
-auf-bereitung entscheidende Bedeutung bei der Beseitigung des
Trinkwassermangels zu. „Die Versorgung mit Trinkwasser ist
überlebenswichtig und wird die Bevölkerung künftig vor noch größere
Probleme stellen, als beispielsweise der wachsende Energiebedarf“,
vermutet Dr. Alfred Otto, Vorstandsmitglied der ThyssenKrupp
Nirosta. „Für unsere Werkstoffe bietet dieser Zukunftsmarkt
zusätzliche Chancen“, ist sich Otto sicher.
Diese Einschätzung ist nicht von der Hand zu weisen, denn gleich
mehrere Unternehmen der ThyssenKrupp Stainless AG liefern weltweit
Lösungen für Anlagen zur Meerwasserentsalzung. Vor allem die höchst
widerstandsfähigen Rohre der ThyssenKrupp Titanium GmbH erfreuen
sich seit einiger Zeit vermehrter Nachfrage, denn sie eignen sich
aufgrund ihrer Materialeigenschaften besonders gut für die extremen
Bedingungen, die beim Entsalzungsprozess entstehen.
„Der Vorteil von Titan ist, dass es extrem stark und
korrosionsbeständig ist und aggressivem Meerwasser besser
standhalten kann, als jedes andere Material“, erläutert Dr. Martin
Holz, Geschäftsführer von ThyssenKrupp Titanium. „Zudem sind
Titan-Rohre umweltfreundlicher, da sie im Gegensatz zu
Kupfer-Nickel-Material keine Schadstoffe ins Wasser abgeben. Das
bedeutet, dass die hohen Kupferbelastungen, welche vornehmlich in
Regionen mit einer Vielzahl von Meerwasserentsalzungsanlagen im
Trinkwasser auftreten, reduziert werden können“, so Holz
weiter.
Wie etwa in Dubai: Nicht zuletzt aufgrund des derzeitigen Baubooms
verbraucht das Emirat mit gut 510 Litern Wasser pro Kopf und Tag
mehr als das Dreifache eines mitteleuropäischen Landes – und
benötigt von daher auch eine dementsprechende Wasserinfrastruktur.
Diverse Meerwasserentsalzungsanlagen versorgen die Wüstenmetropole
täglich mit mehreren Millionen Litern Frischwasser.
Auf diesem Wachstumsmarkt hat ThyssenKrupp sich mit dem Bau der
Anlage Jebel Ali L 2005, bei der vornehmlich Titan-Rohre der beiden
Unternehmen ThyssenKrupp Titanium und Deutsche Titan verwendet
wurden, rechtzeitig positioniert. Die dünnwändigen,
lasergeschweißten Rohre des Essener Konzerns sind bei den Scheichs
auch deshalb beliebt, weil sie trotz der hohen Anforderungen an das
Material – immerhin werden in dem Betrieb täglich über 300.000
Liter reines Trinkwasser gewonnen – aufgrund ihrer Langlebigkeit
garantieren, dass die für den Entsalzungsprozess notwendigen
Wärmeaustauscher in den Anlagen eine Lebensdauer von mindestens 25
Jahren erreichen.
Markt mit extrem hohem Wachstum
Etwa 14.000 Anlagen dieser Art sind derzeit nach Schätzungen des
Verbands Deutsche Meerwasserentsalzung (DME) weltweit in Betrieb –
Tendenz steigend. „Wir gehen von mehr als 100 Milliarden Euro aus,
die im Bereich der Meerwasserentsalzung in den nächsten 20 bis 25
Jahren investiert werden“, schätzt der DME-Vorsitzende Claus
Mertes. Die Zahl der Anlagen steige exponentiell und nicht linear
an, was das extrem hohe Wachstum in diesem Markt unterstreiche, so
Mertes weiter.
Der Erfolg der Titan-Rohre spricht schon jetzt für die Entscheidung
von ThyssenKrupp, den Umweltschutz innerhalb der Konzernrichtlinien
als ein wichtiges Unternehmensziel zu verankern. „Unser
Umwelt-Know-how liegt gerade in der Entwicklung von
ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Produkten und
Prozessen“, erklärt Dr. Gunnar Still, Leiter der Zentralabteilung
Umweltschutz bei der ThyssenKrupp Steel AG. „Diese Erfahrungen
tragen wir in die ganze Welt und helfen aufstrebenden Ländern bei
der Vermeidung von Umweltproblemen", so Still.
Quelle:
UmweltDialog 2007