Antwort auf Beitrag Nr.:
24.054.734 von Berta Roker am 20.09.06
07:14:49der thread hat natürlich nicht den zweck,
verwirrung zu stiften
vielmehr soll er zu folgenden fragen anregen:
a) macht die "doppelte" holdingstruktur einen sinn (holding Orion
Cable GmbH einerseits und die zwischenholdings ewt holding GmbH;
Tele Columbus Kabel Holding GmbH, PrimaCom AG anderseits)?
eine holding bündelt mehrere eigenständige gesellschaften, eine
zwischenholding bündelt die teilaktivitäten der
gesamtgesellschaft
b) GmbH- oder AG-konzern --die schicksalsfrage für prc-aktionäre--
?
jedem fällt auf, dass die rechtsform der PrimaCom AG als
aktiengesellschaft im neuen konzern wie ein fremdkörper wirkt
durch umwandlung der PrimaCom AG in eine GmbH oder verschmelzung
der PrimaCom AG auf eine der anderen (gmbh-)zwischenholdings würde
das problem gelöst (barabfindung an die außenstehenden
aktionäre)
c) wird Orion Cable GmbH die primacom-beteiligung auf die
"kontrollschwelle" (bzw darüber) aufstocken?
wie wird mit den "partikularinteressen" der familien Stritzl
/Preuss und den streubesitz-aktionären umgegangen?
die kontrollschwelle für ein pflichtangebot wird mit einer
beteiligung von mehr als 30 % der stimmberechtigten aktien
festgelegt
die "gesamtgesellschaft" Orion Cable GmbH kann, wie die
vorgängerin, primacom faktisch auch unterhalb der kontrollschwelle
kontrollieren, denn die funktion der holding ist nicht vorrangig
operativ, eine holding besitzt ihrer funktion nach keine kunden
oder auftraggeber
es ist aber anzunehmen, dass Orion Cable GmbH zur
geschäftsleitenden holding, dh zur verwaltungsspitze ausgebaut wird
und zentrale aufgaben wie finanzierung, strategische
unternehmenspolitik, planung und entwicklung übernehmen wird
daher wage ich die prognose, dass Orion Cable GmbH mittelfristig
auch rechtlich die kontrollmehrheit über primacom übernehmen
wird
d) arrondierung der netzstrukturen nach regionalen und rämlichen
gesichtspunkten?
hier ist an den (konzerninternen) verkauf bzw die (konzerninterne)
einbringung von regional- und objektgesellschaften zu denken
e) wie groß ist die synergie der beteiligungen?
die wahl der firmenstruktur ist eine strategische entscheidung, in
der struktur der holding spiegelt in unserem fall die
aufsplitterung der netzebene 4 wieder (horizontale
diversifikation)
die beteiligungen der holdinggesellschaften befinden sich auf der
gleichen wertschöpfungsstufe (im selben markt)
ziel ist die erweiterung des bestehenden kundenkreises (endkunden
bzw die wohnungswirtschaft; "endkundenmarkt") und die konzentration
von wettbewerbsmacht auf dem "signallieferungsmarkt" (lieferung von
rundfunksignalen an betreiber von netzen der netzebene 4)