20.10.2009, PP Oberpfalz
Nach versuchtem Tötungsdelikt in Wohnhaus festgenommen - SEK zu
doppeltem Einsatz in Regensburg
REGENSBURG. Wegen eines versuchten Tötungsdeliktes ermittelt
derzeit die Kriminalpolizeiinspektion Regensburg gegen einen
28-jährigen Regensburger. Zu dessen Festnahme in den frühen
Abendstunden des 18. Oktober 2009 war es notwendig, das
Sondereinsatzkommando (SEK) Nordbayern nach Regensburg zu
beordern.
- Gemeinsame Pressemitteilung von Staatsanwaltschaft Regensburg und
Polizeipräsidium Oberpfalz -
Dies erwies sich in der Folge als glücklicher Umstand, denn nach
Beendigung des ersten Einsatzes bewältigten die Beamten kurz darauf
im Regensburger Stadtosten ihren zweiten Einsatz.
Ein Beziehungsstreit in den Morgenstunden des 18.10.2009 war der
Auslöser für das versuchte Tötungsdelikt. In Neutraubling war gegen
06.00 Uhr ein 28-Jähriger auf einen „Konkurrenten“ in der Wohnung
einer 31-jährigen Frau losgegangen.
Der 28-Jährige verletzte dabei den Gleichaltrigen, der wie er in
Regensburg wohnhaft ist, mit einem Messer, das er ihm in den Bauch
stieß. Nach der Tat flüchtete der Täter aus der Wohnung. Bei dem
Tatgeschehen spielte Alkohol eine nicht unerheblich Rolle. Für den
in ein Regensburger Krankenhaus eingelieferten Verletzten bestand
bei Einlieferung akute Lebensgefahr.
Die weitere Sachbearbeitung übernahm die Kriminalpolizeiinspektion
Regensburg. Die Hintergründe zur Aufhellung des Tatgeschehens,
dessen
Beteiligte alle einen Migrationshintergrund zur
ehemaligen UdSSR haben, sind noch nicht abgeschlossen.
Die Nachforschungen zum Aufenthalt des geflüchteten Täters führten
in ein Wohnhaus im Regensburger Stadtosten. Zu seiner Festnahme
wurde das SEK angefordert und zugleich die Verhandlungsgruppe
aufgerufen. Den Sonderkräften aus Nürnberg gelang es schließlich,
den Tatverdächtigen gegen 17.30 Uhr festzunehmen.
In den späten Nachmittagsstunden des 19.10.2009 erfolgte auf Antrag
der Staatsanwaltschaft Regensburg die Vorführung beim Haftrichter
des Amtsgerichts Regensburg. Der erließ gegen den Festgenommenen
Haftbefehl wegen des Verdachts der versuchten Totschlags. Er wurde
in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.
Als „Glücksfall“ erwies sich dann die Anwesenheit der SEK-Kräfte
aus Nürnberg im Zusammenhang mit einem anderen, auf dem Fuß
folgenden Einsatzgeschehen. Auslöser dafür war die Mitteilung einer
Frau, die in der Prinz-Rupprecht-Straße einen Mann beobachtete, der
augenscheinlich eine Pistole in der Hand hielt.
Wie die ersten Abklärungen von Einsatzzentrale und der zuständigen
Polizeiinspektion 1 ergaben, war der Mann bereits wiederholt
polizeilich in Erscheinung getreten, so auch wegen
Gewaltdelikten.
Gegen 18.40 Uhr erfolgte der Zugriff in der Wohnung des
24-Jährigen. Dabei stellte sich heraus, dass er eine täuschend echt
aussehende Spielzeugpistole bei sich hatte. Die stellten die
Beamten vorsichtshalber sicher. Wozu er sie nutzen wollte, gilt es
abzuklären.
In diesem Zusammenhang weist das Polizeipräsidium Oberpfalz
daraufhin, dass gerade das Verhalten der Zeugin absolut richtig
war. Nur auf diese Art und Weise konnte einem möglichen weiteren
Hantieren mit dieser Spielzeugpistole vor möglicherweise
kriminellem Hintergrund, aber auch zum Schutz des 24-Jährigen
selbst Einhalt geboten werden.
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