Nach einer mehrwöchigen, technisch bedingten Zwangspause nun wieder
Neues aus der zur Einwanderung freigegebenen Bundes-Republik
Absurdistan:
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
19.05.2009CITY
Schütze gefasst
Zuhälter (25) soll in der Innenstadt auf 30-Jährigen geschossen
haben
WIEBKE STREHLOW
Nach der Schießerei am Zeughausmarkt in der City (MOPO berichtete)
hat die Polizei einen Tatverdächtigen gefasst. Es ist der Zuhälter
Samir B. (25). Beamte des Sondereinsatzkommandos nahmen den Mann
gestern im Bordell "Red-House" in der Nähe des Hauptbahnhofs in
Hannover fest.
Freitagabend hatten zwei Männer mitten auf der Straße auf den
30-jährigen Abedin K. eingeschlagen und auf ihn geschossen. Der
Mann konnte sich gerade noch hinter sein BMW-Cabrio retten. Eine
Kugel durchschlug die Windschutzscheibe.
Das Opfer wurde mit einem gebrochenen Kiefer, aber ohne
Schussverletzung ins Krankenhaus gebracht. In seiner Vernehmung
sagte der Mann lediglich, dass es sich bei den Tätern um Südländer
handeln solle. Mehr wollte Abedin K. nicht preisgeben. Jedoch kamen
die Ermittler schnell auf die Spur des Zuhälters Samir B. Warum der
Mann offenbar auf das Opfer geschossen hat, ist noch nicht
geklärt.
Hintergrund der Schießerei dürften Streitigkeiten im Rotlichtmilieu
sein. Von dem zweiten Täter fehlt bisher jede Spur. Die Abteilung
Organisierte Kriminalität des Landeskriminalamts hat die
Ermittlungen übernommen. (ws)
(MOPO vom 19.05.2009 / SEITE 13)
http://www.mopo.de/2009/20090519/hamburg/panorama/schuetze_g…
http://www.mopo.de/2009/20090518/hamburg/panorama/inder_mit_…
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
18.05.2009LOKSTEDT
Inder mit Suppenkellen verprügelt
Randale im Tempel der Sikh / Gläubige gingen auf John M. (30) los -
weil er Christ ist?
WIEBKE STREHLOW
Der 30-jährige John M. kann sich kaum bewegen. Er muss starke
Medikamente nehmen, um die Schmerzen aushalten zu können. Der Mann
wurde nicht etwa Opfer einer Schlägertruppe vom Kiez. Es waren zehn
indische Gemeindemitglieder, die Sonnabendnachmittag in ihrem
Sikh-Tempel am Grandweg (Lokstedt) auf John M. einschlugen. Mit
Suppenkellen und Kochlöffeln. Und das nur, weil er Christ ist.
Das Opfer aus Mecklenburg-Vorpommern war für einen Arzttermin nach
Hamburg gekommen. "Ein Priester, den ich kenne, hat mir einen
Schlafplatz in dem Tempel angeboten", sagt John M. Damit waren
einige Gemeindemitglieder offenbar nicht einverstanden, da der Mann
unter den Indern als Christ bekannt ist. "Sie bepöbelten mich und
fragten, was ich als Christ in ihrem Hause zu suchen habe. Dann
schlugen die Männer zu." Der Haupttäter Kabal S. (42) und neun
weitere Männer (18 bis 54 Jahre alt) trieben das Opfer aus dem
Haus.
John M. konnte noch die Polizei alarmieren. Als die Beamten
eintrafen, brach der Mann jedoch bewusstlos zusammen. Er wurde mit
einem lebensgefährlichen Schädel-Hirn-Trauma ins Krankenhaus
gebracht. Mittlerweile hat sich der Zustand des Opfers
verbessert.
Unterdessen sind die Täter wieder auf freiem Fuß, weil keine
Haftgründe vorlagen. Ein Mann gab als Motiv an, dass es Streit
gegeben habe, weil John M. schlecht über einen der Priester
gesprochen habe.
Schon im November 2007 hatte es eine schwere Auseinandersetzung
unter verfeindeten Sikh-Anhängern gegeben. Damals waren 100
Gläubige mit Messern, Knüppeln, Hockeyschlägern und Macheten
aufeinander losgegangen. Einem Mann wurde ein Schraubendreher in
den Kopf gerammt.
(MOPO vom 18.05.2009 / SEITE 8)
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
19.05.2009ST. PAULI
Keiner stoppt die Koks-Dealer
Drogenhändler verkaufen ungehindert weiter
MALTE STEINHOFF
Seit ziemlich genau einem Jahr wird an der Balduintreppe auf St.
Pauli unverhohlen gedealt. Mit Marihuana und Kokain, meist schon am
Nachmittag (MOPO berichtete). Fast genauso lange kennt die Polizei
das Problem. Geändert hat sich bislang aber nichts. Warum?
Meist lungern sie zu dritt oder viert am oberen Ende der
Balduintreppe herum und warten auf Kundschaft. Kommt ein Passant
vorbei, wird er angesprochen, im Flüsterton: "Ey, Digger, alles
klar?" Bleibt er stehen oder nimmt Blickkontakt auf, geht es
weiter: "Willst du was zu rauchen, oder brauchst du was anderes?"
Gemeint ist vor allem Marihuana und Kokain.
Abends sind die "Pusher" noch dreister. Selbst Passanten, die
augenscheinlich keinerlei Interesse am Kauf von harten Drogen
haben, werden ohne Umwege angequatscht: "Willst du Koks?"
Polizeisprecher Ralf Meyer nennt den offenen Drogenhandel an der
Treppe ein "sporadisch auftretendes Problem". Gegen die "Handvoll
Dealer" gehe man "sowohl mit uniformierten als auch mit zivilen
Kräften" vor. Offenbar mit überschaubarem Erfolg: Tag für Tag
stehen die Straßendealer an der Treppe und versuchen ihren Stoff an
den Mann zu bringen.
Als die MOPO sich auf die Lauer legte, um die Dealer bei ihrer
"Arbeit" zu beobachten, zeigte sich, wie genervt viele Anwohner von
dem offensiven Drogenhandel sind: Eine junge Frau wird von den
Dealern angesprochen. Im branchenüblichen Geflüster: "Ey, alles
klar? Brauchst du was?" Da platzt ihr der Kragen: "Wie oft soll ich
euch das noch sagen? Ich will euren Scheiß nicht kaufen! Lasst mich
endlich in Ruhe!"
Als Depot für die Drogen nutzen die Dealer eine Wohnung an der
Bernhard-Nocht-Straße, die eigens zu diesem Zweck angemietet wurde.
Offiziell wohnt dort eine Frau mit kleinen Kindern, so steht es im
Vertrag. De facto leben aber zwei junge Männer in der
Erdgeschosswohnung. Zu Hause sind sie nur selten - die meiste Zeit
des Tages stehen sie auf der Straße.
Der Vermieter, der anonym bleiben möchte, weiß um die Problematik
("Bei uns haben sich schon viele Mieter beschwert"), verweist aber
an die Polizei: "Uns sind da die Hände gebunden. Der bloße
Verdacht, dass ein Mieter mit Drogen handeln soll, reicht nicht
aus, um ihn rauszuwerfen. Da ist die Polizei gefragt."
Die aber handelt in dem Glauben, dass sich niemand von den Dealern
gestört fühlt: "Bei uns liegen keinerlei Beschwerden über
Drogenhandel an der Balduintreppe vor", sagt Polizeisprecher
Meyer.
"Kein Wunder", sagt der Vermieter der Drogen-Wohnung. Denn auf dem
Kiez gelte schließlich ein ehernes Gesetz: "Man schwärzt andere
nicht bei der Polizei an. Schon gar nicht seinen Nachbarn."
(MOPO vom 19.05.2009 / SEITE 8)
http://www.mopo.de/2009/20090519/hamburg/panorama/keiner_sto…
http://www.mopo.de/2009/20090518/hamburg/panorama/achtung_fa…
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
18.05.2009MISTER X DECKT AUF
Achtung Falscher Vermieter!
Unbekannter bietet im Internet Wohnungen an / Mietvertrag nur gegen
Vorkasse / Der Haken Die Unterkünfte gibt's nicht
OLAF WUNDER
Kaum etwas in Hamburg ist so rar wie Wohnraum. Diesen Mangel macht
sich ein Betrüger zunutze, der derzeit in großem Stil auf
Internet-Plattformen wie Immonet oder Immobilienscout24 inseriert.
Dass seine Mieten so günstig sind, ist kein Wunder - die Wohnungen,
die er anbietet, gehören ihm gar nicht.
"Als ich bei Immonet auf die Anzeige stieß, dachte ich, es ist mein
Glückstag", sagt Daniela Wittke (27). Für eine Neubau-Luxus-Wohnung
an der Waterloostraße (Eimsbüttel) von immerhin 130 Quadratmetern
verlangte der Inserent 800 Euro warm. Ein Schnäppchen. So schien
es.
Daniela und ihr Mann Alexander (32) suchen schon länger nach einem
neuen Zuhause. Sofort bekundeten die beiden per E-Mail Interesse -
und waren vor Glück ganz aus dem Häuschen, als ein gewisser Hank
Bunchan antwortete und ihnen in einer englischsprachigen Mail die
Wohnung versprach. Der Absender, der sich als Hochbauingenieur mit
Wohnort Liverpool ausgab, schrieb, er werde Schlüssel und
Mietvertrag per Postweg schicken und behauptete, für solche Zwecke
biete DHL eine Art Treuhandservice an: Sobald das Hamburger Ehepaar
die erste Miete von 800 Euro per Western Union bezahlt habe, werde
DHL ihnen den Umschlag aushändigen.
Tatsächlich kam schon wenig später eine Mail, in der es hieß,
Schlüssel und Vertrag lägen jetzt bei DHL zur Abholung bereit. "Als
ich die Absende-Adresse mit der Endung "englandmail.com" sah, kamen
mir Zweifel", sagt Alexander Hoos-Wittke. "Diese Mail kann doch gar
nicht von DHL stammen. Als wir dann zu dem fraglichen Haus in der
Waterloostraße fuhren und dort auf der Straße auf mehrere Leute
trafen, denen Hank Bunchan die Wohnung ebenfalls versprochen hatte,
war uns klar: Das Ganze ist Betrug!" Nur gut, dass die beiden die
800 Euro noch zurückgehalten hatten!
Vor Geldtransfers per Western Union warnt das Europäische
Verraucherzentrum in Kiel sowieso. "Western Union ist eine
wunderbare Sache, um in Not geratenen Familienmitgliedern im
Ausland Geld zu schicken, nicht aber für Überweisungen an Fremde.
Anders als bei üblichen Bank-Überweisungen ist der Empfänger
hinterher nicht mehr zu ermitteln - und genau das ist der Grund,
weshalb Western Union bei dunklen Geschäftemachern so beliebt
ist.
Die Firma DHL, eine Tochter der Deutschen Post, erfuhr erst von der
MOPO, dass ihr Name derzeit von Betrügern missbraucht wird. "Einen
Treuhand-Service, wie er da von diesem Hank Bunchan beschrieben
wird, bietet DHL gar nicht an", so Hamburgs Post-Sprecher Martin
Grundler.
Unterdessen macht der Betrüger munter weiter. Mal als Hank Bunchan,
mal als Erick Shaw, mal als Amanda Holffen bietet er immer noch
Wohnungen zu Schnäppchen-Preisen auf Internet-Plattformen an. Schon
etliche Wohnungssuchende scheinen in die Falle getappt zu sein.
Etwa ein halbes Dutzend Leser machte Mister X bisher auf den Trick
aufmerksam. Und beim Mieterverein zu Hamburg haben sich die ersten
Opfer gemeldet.
An den Gauner heranzukommen ist schwierig. Vermutlich sitzt er
sogar in Hamburg, dort, wo sich alle seine angeblichen Wohnungen
befinden.
Info:
Beim Mieterverein zu Hamburg haben sich die ersten Opfer
gemeldet
MISTER X DECKT AUF
Tel. (040) 80 90 57-321
MisterX@mopo.de
Links:
MisterX@mopo.de
(MOPO vom 18.05.2009 / SEITE 14-15)
15.05.2009 | 13:32 Uhr
POL-HH: 090515-3. Erfolgreiche Fahndung führt zu Festnahmen nach
Überfall auf Spielhalle
Hamburg (ots) - Tatzeit: 15.05.2009, 01:33 Uhr Tatort:
Hamburg-Bramfeld, Fabriciusstraße
Zivilfahnder des Polizeikommissariates 36 haben drei junge Männer
(18, 19 und 19 Jahre) vorläufig festgenommen, denen ein bewaffneter
Raubüberfall auf eine Spielhalle vorgeworfen wird. Das Raubdezernat
im Landeskriminalamt führt die Ermittlungen.
Zwei der maskierten Tatverdächtigen betraten eine Spielhalle in der
Fabriciusstraße. Einer der Männer blieb im Eingangsbereich stehen,
während der andere die 39-jährige Angestellte mit einer Schere
bedrohte. Die Spielhallenaufsicht musste dem Räuber 350 Euro
Bargeld aushändigen. Beide Täter flüchteten aus der Spielhalle, die
Angestellte verständigte die Polizei.
Eine Fahndung mit 10 Funkstreifenwagen führte zur sofortigen
Festnahme von zwei 18 und 19 Jahre alten Hamburgern.
Zivilfahnder entdeckten die Heranwachsenden in Tatortnähe an einem
Treppenaufgang. Die jungen Männer hatten noch versucht sich zu
verstecken, wurden jedoch von den Zivilfahndern entdeckt und anhand
der übereinstimmenden Personenbeschreibung erkannt. Die Beamten
fanden in unmittelbarer Nähe des Festnahmeortes abgelegte
Tatbekleidung, Maskierungsmittel, die Tatwaffe und einen Teil der
Beute. Die mutmaßlichen Räuber wurden vorläufig festgenommen und
von Kriminalbeamten befragt. Der 18-jährige Haupttäter räumte die
Tat ein und belastete neben dem mit ihm zusammen Festgenommenen
noch einen 19-jährigen Türken als weiteren Mittäter. Der Türke
hätte vor der Spielhalle "Schmiere" gestanden und sich nach der
Aufteilung des Raubgutes von seinen Mittätern getrennt.
Der junge Mann wurde kurze Zeit später in der Wohnung eines
Freundes vorläufig festgenommen. Er verweigert die Aussage.
Nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft wurden die
Heranwachsenden nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen
entlassen, da keine Haftgründe vorlagen. Es liegen keine Hinweise
darauf vor, dass die festgenommenen Tatverdächtigen für andere
Raubdelikte verantwortlich sind. Die Ermittlungen des LKA 43 dauern
an.
Veh.
Rückfragen bitte an:
Polizei Hamburg
Polizeipressestelle, PÖA 1
Holger Vehren
Telefon: 040/4286-56215
Fax: 040/4286-56219
www.polizei.hamburg.de
http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/6337/1406046/pol…
http://www.welt.de/die-welt/article3728979/Bauarbeiter-stich…
Bauarbeiter sticht in Billstedt-Center auf Ex-Chef ein
13. Mai 2009, 09:12 Uhr ..Es war ein blutiger Vorweihnachtstag im
Billstedt Center. Der Bauarbeiter Sinan K. (42) sah gegen 13 Uhr
den Unternehmer Hulisi Ko. (41) durch das Einkaufszentrum
schlendern. Der Arbeiter schlich sich vor den geschmückten Auslagen
des Karstadt-Kaufhauses an seinen Ex-Chef heran und stach ihm mit
einem Entbeinungsmesser (Klingenlänge etwa 13 Zentimeter) in den
Rücken. Der Bauunternehmer flüchtete durch die Einkaufspassage.
Sinan K. rannte mit gezücktem Messer hinter ihm her.
Hamburg Billstedt
Ob Miete oder Kauf: finden Sie Ihre
Traumimmobilie in HH Billstedt!
www.immonet.de/Hamburg-Billstedt
Für den hinterhältigen Angriff muss sich Sinan K. seit gestern
wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht verantworten. Laut
Staatsanwaltschaft soll der Angeklagte das Messer gezückt haben und
dann zu dem Opfer gesagt haben: "Na, wie fühlst du dich jetzt?
Ich werde deine Mutter schänden!" Der Unternehmer wurde am
Rücken, an der linken Hand und am Unterarm verletzt.
"Ich wollte mich nur verteidigen", ließ Sinan K. durch seine
Anwälte mitteilen. Der Angeklagte: "Hulisi schuldete mir Geld. Ich
habe ihn schon dreimal aufgefordert, mir die Rückstände
auszuzahlen. Jedes Mal weigerte er sich und drohte mir mit einem
Messer. Ich hatte Angst, dass er mich sticht. Auch dieses Mal
wollte ich mich nur wehren. Wenn das Gericht sagt, dass ich etwas
falsch gemacht habe, werde ich das akzeptieren."
Der Polizist Thomas M. stoppte den Messerstecher schließlich vor
einer Apotheke. "Er lief gegen meine Schulter und blieb dann wie
paralysiert stehen. Das Messer entdeckte ich auf dem Boden. Ich
schob es zur Sicherstellung mit dem Fuß in die Apotheke." Der
Prozess wird fortgesetzt. je
http://www.welt.de/die-welt/article3728979/Bauarbeiter-stich…
ARCHIV: GEWALT IN BILLSTEDT BRUTALE 40-KÖPFIGE GANG TERRORISIERT
SIEDLUNG SONNENLAND
Schläge, Waffen und Pöbeleien
OLAF WUNDER
Triste Wohnblocks. Graffiti an den Wänden. Zerstörte
Klingelschilder. "Sonnenland" heißt die Siedlung am Rande von
Billstedt. Ein wenig passender Name. Schon vor 20 Jahren hatte sie
den Ruf weg, das "Tal der Gesetzlosen" zu sein. Jetzt ist es wieder
so weit: Jugendliche und Heranwachsende terrorisieren das Viertel,
rauben Passanten aus, liefern sich Straßenschlachten. 40 Mitglieder
hat die Gang. Deutsche, Türken, Afghanen, Kurden. Es ist so
schlimm, dass die Polizei eine 16-köpfige "Soko Sonnenland" ins
Leben gerufen hat.
Ortstermin, gestern, gegen 14 Uhr. Einer, der von Passanten als
besonders gewalttätig beschrieben wird, ist eben aus der Schule
gekommen und gibt vor der Wohnungstür bereitwillig Auskunft. "Klar,
schlage ich zu. Muss mich doch wehren, wenn ich angegriffen werde",
sagt er. Und dann zeigt René M. (Name geändert) die Dinge, die er
gerne mit sich führt, wenn er das Haus verlässt: eine etwa 40
Zentimeter lange Machete und einen Totschläger. René M. ist ganze
15 Jahre alt.
"Sich nichts gefallen lassen", ist seine Devise. Und einen Grund,
irgendwem irgendwas heimzuzahlen, gibt es immer. "Wenn einer meinen
Kumpel schlägt, dann helfe ich ihm. Ist doch klar", sagt René und
versteht gar nicht, was daran so ungewöhnlich sein soll. Leute auf
der Straße niederzumachen, sie auszurauben, das sei "einfach nur
lustig". Ob er dafür seine Waffen schon mal eingesetzt hat? "Das
hier schon", sagt er und hält den Teleskopschlagstock hoch. Und das
Furcht einflößende Buschmesser? "Das noch nicht." Die Betonung
liegt auf "noch".
Wer Freund ist, wer Feind, das ist für René klar geregelt.
Sonnenländer, Billstedter und Mümmelmannsberger etwa halten
zusammen. Untereinander gebe es da nur mal ausnahmsweise eine
Prügelei - "dann, wenn wir zu viel gesoffen haben". Die wirklichen
Gegner seien alle die, die aus "Hamburg West" kommen, aus
Eidelstedt und Lurup beispielsweise. "Wenn's was auszutragen gibt,
machen wir einen Treffpunkt über MSN aus", also per Internet, "und
dann gibt es eine Massenschlägerei." René grinst. "Was soll man
hier auch sonst tun?", sagt wie zur Rechtfertigung. "Die da", und
er meint wohl Politiker und Polizisten, "sind doch selbst schuld,
wenn eine Scheibe einfliegt."
Ganz unrecht hat er da nicht - finden Jürgen Wolff (53), Regina
Stoldt (48) und Jessica Riedel (29). Die drei gehören zu einer
Gruppe Ehrenamtlicher, die das "Stadtteilprojekt Sonnenland" ohne
einen müden Euro am Laufen halten. "Bis 2007 hatten wir fünf
festangestellte Sozialarbeiter. Dann hat der Jugendhilfeausschuss
uns das Geld gestrichen", sagt Wolff. Vor vier Wochen bewilligte
der Bezirk Mitte dann wieder 30000 Euro für die Jugendhilfe im
Sonnenland.
Gewalt als Folge falscher Sozialpolitik - dieser Zusammenhang liegt
für Jürgen Wolff und seine Mitstreiter auf der Hand. Die
Gesellschaft unternehme nichts, um den Jugendlichen vom Sonnenland
eine Perspektive zu geben, habe aufgegeben. "Hier leben Familien,
die sind so arm, dass wir uns genau überlegen, zu welchen Terminen
wir Angebote für Jugendliche machen. Das geht nur am Monatsanfang.
Schon in der Mitte haben die Eltern nicht mal mehr die 50 Cent,
damit ihre Kinder den Eintritt für unsere Jugenddisco bezahlen
können."
Zitat:
"Eine Massenschlägerei - was soll man hier auch sonst machen?" René
M. (15) aus Billstedt
Ressort: HH Hamburg
L-------------------
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090508/hamburg/panorama/…
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
09.05.2009ARCHIV: Terror-Gangs
Politik weiß von nichts
OLAF WUNDER
In der Siedlung Sonnenland brennt's - aber ausgerechnet die
zuständigen Politiker und Behörden wissen von nichts. Dass
Jugendbanden das Billstedter Viertel terrorisieren und die Polizei
deshalb sogar eine Soko eingerichtet hat, von all dem hat der
Bezirksamts-Chef von Mitte, Markus Schreiber, erst aus der Zeitung
erfahren. "Ich finde es sehr verwunderlich, dass ich nicht
informiert wurde - zumal der Polizeibeamte, der jetzt die Soko
leitet, erst vor einigen Tagen im Regionalausschuss Billstedt war
und Bericht erstattet hat - ohne ein Wort über die brisante Lage im
Sonnenland zu verlieren."
Und Markus Schreiber ist nicht der Einzige, der sauer ist. Lothar
Knode (GAL), stellvertretender Vorsitzender des
Jugendhilfe-Ausschusses, findet es unmöglich, dass die Polizei mit
solchen Informationen hinterm Berg hält.
Schreiber und Knode weisen Vorwürfe des "Stadtteilprojekts
Sonnenland" zurück, die verfehlte Jugendpolitik des Bezirks sei
Ursache für die Zunahme von Gewalt im Stadtteil. "Es stimmt, dass
wir diesem Verein 2007 die Gelder entzogen haben", so Knode. "Aber
der Grund war, dass er schlechte Arbeit geleistet und sich um
gewaltbereite Jugendliche eben nicht gekümmert hat." Um eine
Sparmaßnahme habe es sich nicht gehandelt. "Das Geld wurde nur
umverteilt auf einen anderen Träger."
Markus Schreiber gibt zu bedenken, dass es sich bei der 40-köpfigen
Gang, die derzeit der Polizei Sorgen bereitet, um junge Erwachsene
handelt, die zwischen 20 und 25 Jahren alt sind. "Ihre
Gewaltbereitschaft kann schon deshalb nicht im Zusammenhang mit der
Mittelkürzung vor zwei Jahren stehen, denn auch zu diesem Zeitpunkt
waren die Bandenmitglieder bereits volljährig."
Bezirksamts-Chef Schreiber wird die Geheimniskrämerei der Polizei
nicht länger akzeptieren und verlangt Aufklärung über die Lage im
Sonnenland. Danach will er über Maßnahmen nachdenken. Die
SPD-Abgeordneten Dr. Andreas Dressel und Philipp-Sebastian Kühn
haben unterdessen eine Anfrage an den Senat gerichtet. Sie wollen
wissen, wie viele Banden es gibt, wer ihre Mitglieder sind, was
unternommen wird und ob es ähnliche Entwicklungen auch in anderen
Stadtteilen gibt.
Ressort: HH Hamburg
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090509/hamburg/politik/p…
10.05.2009ARCHIV: NACH MOPO-BERICHT
Gang-Mitglied geschnappt
MALTE STEINHOFF
Eben noch geprahlt, jetzt die Polizei am Hals: Am vergangenen
Freitag posierte René M. (Name geändert) auf der Titelseite der
MOPO. Er ist Mitglied der 40-köpfigen Gang, die die Siedlung
"Sonnenland" in Billstedt terrorisiert. Stolz hielt der 15-Jährige
seine Waffen - eine Machete und einen Totschläger - in die Kamera.
Seine Devise: "Sich nichts gefallen lassen!" Das ging der Polizei
offenbar zu weit: Die Sonderkommission "Sonnenland", eigens wegen
der Bande gegründet, schnappte den 15-Jährigen am Freitag und
vernahm ihn. Auch die Eltern von René M. bekamen Besuch von der
Polizei.
Ressort: HH Hamburg
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090510/hamburg/panorama/…
11.05.2009ARCHIV: GEWALT IN SONNENLAND
Sah Bezirkschef den Banden tatenlos zu?
OLAF WUNDER
War Bezirksamtsleiter Markus Schreiber (SPD) seit Monaten über die
Jugendkriminalität im Sonnenland informiert - und tat nichts? Davon
ist Peter Herkenrath, jugendpolitischer Sprecher der CDU,
überzeugt: "Die Polizei hat bereits im September 2008 im
Quartiersbeirat auf eine Zuspitzung hingewiesen."
Markus Schreiber und Lothar Knode (GAL), der stellvertretende
Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, hatten gegenüber der MOPO
betont, von der Polizei nicht über die Entwicklung auf dem
Laufenden gehalten worden zu sein. Sie hätten auch nichts von der
Gründung der "Soko Sonnenland" gewusst.
Herkenrath hingegen verweist auf seinen Antrag im
Jugendhilfeausschuss von Oktober. Darin wird das Bezirksamt
aufgefordert, ein neues Konzept für offene Kinder- und Jugendarbeit
im Sonnenland vorzulegen. Der Antrag wurde von SPD und GAL
abgesägt. Herkenrath: "Nun tritt das ein, wovor wir seit zwei
Jahren warnen. Die Zunahme der Gewalt ist auch eine Folge der
verfehlten Jugendhilfe."
Herkenrath sieht die Verantwortung bei der Bezirksamtsleitung, dem
Jugendamt und nicht zuletzt beim Vorsitzenden des
Jugendhilfeausschusses, Johannes Kahrs (SPD). "Er sollte darüber
nachdenken, ob er als Vorsitzender überhaupt geeignet ist, da er
die Warnungen nicht ernst genommen hat."
Das Quartier "Sonnenland" in Billstedt war vergangene Woche in die
Schlagzeilen geraten, weil eine 40-köpfige Jugendgang das Viertel
terrorisiert, Gleichaltrige ausraubt, Tatzeugen einschüchtert und
Polizisten bedroht.
Zitat:
"Nun tritt ein, wovor wir seit zwei Jahren warnen" Peter
Herkenrath, CDU
Ressort: HH Hamburg
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090511/hamburg/panorama/…
Montag, 18.05.2009
| Mopo als Startseite | Impressum | Kontakt | Hilfe
--------------------------------------------------------------------------------
12.05.2009ARCHIV: KEIN JOB, KEINE ZUKUNFT
Unser Leben in Billstedt
SANDRA SCHÄFER
Sie rauben, prügeln, dealen und fahren nachts Autorennen - die
Sonnenland-Jugendgang wurde immer dreister, sodass die Billstedter
Polizei eine "Soko Sonnenland" gründete. Die Täter sind
größtenteils zwischen 18 und 25 Jahre alt. Doch woher kommt diese
Aggressivität und die kriminelle Energie? Ralf (25) und Simon* (19)
wohnen auch im Sonnenland. Sie meinen: "Das ist Langeweile,
Angeberei und fehlende Kohle, wenn man keinen Job hat."
Die MOPO trifft die zwei, wie sie rauchend vor dem Billstedt-Center
stehen. Sie haben alle Zeit der Welt, denn beide sind arbeitslos.
Nur in Dulsberg und Wilhelmsburg sitzen noch mehr Jugendliche ohne
Job auf der Straße. "So richtig mitbekommen haben wir nicht, dass
die Gewalt hier schlimmer geworden sein soll", sagt Simon. "Aber
natürlich kenne ich noch einige dieser Typen aus der
Schulzeit."
Sie finden es unmöglich, jemanden abzuziehen - sagen beide. Sie
selbst kommen anders über die Runden. "Wir bekommen halt mal
Silberbestecke, Handys, Playstations angeboten", erzählt Ralf
freimütig. "Und das verticken wir dann bei ,Ebay' für einen viel
höheren Preis."
Ralf hat nach der Schule eine Lehre als Koch abgebrochen, lebt
seitdem von Hartz IV und Gelegenheitsjobs. Trotzdem hat er dank
seiner Geschäfte einen großen Fernseher, PC, Handy, und seine
kleine Tochter (4) hat im Zimmer ein Prinzessinnen-Bett. "Wieso
sollte ich einen 400-Euro-Job annehmen?", fragen die zwei jungen
Männer sich. "Wenn ich auf dem Hafengeburtstag vier Tage schwarz
hinterm Tresen arbeite, habe ich genauso viel Kohle wie nach vier
Wochen Knochenarbeit im Warenlager."
Simon hat nicht einmal einen Hauptschulabschluss. Da geht es ihm
wie 130 weiteren Billstedter Jungs, die jedes Jahr mit leeren
Händen die Schule verlassen. Seit drei Jahren sitzt er jetzt zu
Hause, hat verschiedene Maßnahmen durchlaufen, eine Lehre
hingeschmissen - und wohnt bei seiner Mutter, weil er noch keinen
Anspruch auf Hartz IV hat. "Natürlich gibt's zu Hause oft Streit."
Seine Mutter möchte, dass er sich an der Miete und am Haushaltsgeld
beteiligt. Manchmal hat er Gelegenheitsjobs in einem Lager.
Trotzdem sehen die beiden Freunde ihre Zukunft nicht schwarz. Sie
träumen von einem anderen Leben. "Wir wollen uns mit einem
Brötchen-Service selbstständig machen. In zehn Jahren hätten wir
gern eine Wohnung in Eimsbüttel, ein großes Auto und genug eigenes
Geld." Fühlen sie sich im Stich gelassen? "Ach, eigentlich nicht.
Wenn wir Bock hätten und es sich lohnen würde, könnten wir ja
arbeiten."
Info:
* Namen geändert
Zitat:
"Eigene Wohnung, Auto und viel Geld - davon träumen wir" Ralf und
Simon aus Billstedt
Ressort: HH Hamburg
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090512/hamburg/unser_leb…
ARCHIV: JUGENDGANGS
Jetzt wehrt sich das Sonnenland
OLAF WUNDER
Seit einer Woche macht die Siedlung Schlagzeilen. Jetzt wehren sich
die Bewohner. Anatol Herold (52), Vorsitzender des
Stadtteilprojekts Sonnenland, sagt, es sei völlig zu Unrecht der
Eindruck entstanden, dass marodierende Banden durch die Straßen
ziehen. Herold stellt klar: "Wir sind kein Hort des Terrors. Und
hier muss auch niemand Angst haben, wenn er auf die Straße
geht."
Angefangen hatte alles damit, dass die Billstedter Polizei im Kampf
gegen kriminelle Jugendliche keinen anderen Ausweg mehr wusste, als
eine Soko ins Leben zu rufen. Von einer 40-köpfigen Bande ist
seither die Rede. Herold gestern: "Lediglich fünf der Kriminellen
stammen aus dem Sonnenland, 20 leben in Mümmelmannsberg, 15 in
Billstedt und Hamm." Dass die Polizei der Soko den Namen
,Sonnenland' gegeben hat, sei deshalb "diskriminierend".
Die Berichterstattung bereite der Bevölkerung Probleme. "Wer sich
um einen Ausbildungsplatz bewirbt und als Adresse ,Sonnenland'
angibt, hat noch schlechtere Chancen als zuvor", so Herold. "Wir
kennen Handwerker, die ihren Dienstwagen nachts nicht mehr im
Sonnenland abstellen dürfen, weil der Chef fürchtet, das Auto sei
am nächsten Morgen nicht mehr da."
Herold räumt ein, dass es soziale Probleme im Sonnenland gibt. 50
Prozent der Bewohner seien abhängig von Sozialleistungen oder
bezögen Hartz IV. Ein unzureichendes Bildungssystem fördere
Jugendliche mit Migrationshintergrund nicht genug. Seit dem
Stadtteilprojekt Sonnenland 2007 sämtliche Gelder entzogen wurden,
gebe es kein öffentlich gefördertes Angebot für Jugendliche ab 14
Jahren mehr. Inzwischen erhalte sein Verein wieder Geld -
allerdings nur 30000 Euro für acht Monate. "Viel zu wenig, um all
die Probleme anzugehen."
Der Verein Sonnenland hat für seine Arbeit etliche Auszeichnungen
erhalten - zuletzt den Stadtteilpreis 2009 von MOPO und PSD-Bank
Nord.
http://archiv.mopo.de/archiv/2009/20090514/hamburg/panorama/…