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MLP: Wer wird jetzt noch Berater?

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16.10.06 22:14:43 von: blueend

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20.10.06 10:22:37 von: interna

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MLP

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Avatar  #1 von blueend Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 16.10.06 22:14:43    Beitrag Nr.: 24.668.698
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Habe den Titel vergessen. Jetzt noch einmal:

MLP beugt sich Finanzaufsicht
von Herbert Fromme (Köln)
Der Wieslocher Vertrieb MLP Finanzdienstleistungen wird noch in dieser Woche die Erlaubnis für das Betreiben des Kreditgeschäfts beantragen. Die BaFin kritisiert jedoch die Vorschüsse an die Vertreter. Entsprechende Informationen der FTD bestätigte ein Sprecher.

MLP-Chef Uwe Schröder-WildbergDamit kommt MLP einer Untersagungsverfügung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zuvor. In Finanzkreisen hieß es, die BaFin habe MLP gedroht, die Kreditvergabe an die eigenen Vertreter zu verbieten, wenn das Unternehmen nicht einen entsprechenden Antrag stelle. Der Grund: Bisher handele es sich um unerlaubte Kreditvergabe. Die BaFin wollte nicht Stellung nehmen. Ein MLP-Sprecher sagte, man habe nach wie vor eine andere Rechtsauffassung und betrachte die Zahlungen als gängige Handelsvertreter-Vorschüsse, habe sich aber jetzt mit der BaFin einvernehmlich auf eine Lösung geeinigt.


Die Entscheidung hat weitreichende Auswirkungen für die Finanzbranche. Viele Vertriebe und Gesellschaften zahlen neuen Vertretern zu Beginn ihrer Tätigkeit eine Pauschale. In der Regel handelt es sich aber nicht um ein Gehalt, sondern um einen Provisionsvorschuss, den der Vertreter später zurückzahlen muss. Kritiker behaupten, die Verschuldung von Vertretern beim eigenen Unternehmen sei ein Instrument zur Verkaufsförderung.


Vertrieb seit Jahren in der Kritik

MLP verkauft über freie Handelsvertreter Versicherungen und andere Finanzprodukte. Die 2600 Vertreter schulden dem Unternehmen knapp 30 Mio. Euro. 2003 und 2004 lag die Summe sogar bei 70 Mio. Euro. Scheidet ein Vertreter aus, verlangt MLP Rückzahlung. Die Wiesbadener Anwältin Heidrun Jakobs sagte, vielen neuen MLP-Vertretern sei nicht klar, dass es sich bei den Zahlungen während der ersten Monate um ein Darlehen handele. "Das wird erst sehr spät mitgeteilt", sagte Jakobs. Das wird sich jetzt, wenn die Zahlungen auch rechtlich klar als Darlehen deklariert werden müssen, wahrscheinlich ändern.

Jakobs vertritt Ex-MLP-Mitarbeiter, die dem Unternehmen zwischen 5000 Euro und 50.000 Euro schulden. "In den meisten Fällen kommt es zum Vergleich", sagte sie. Kaum ein Mandant habe die Mittel für einen längeren Prozess.


Die BaFin mahnt seit Jahren an, dass der Vertrieb seine Praxis ändert oder eine Erlaubnis für das Kreditgeschäft beantragt. Darüber habe es "konstruktive Diskussionen" mit der BaFin gegeben, sagte der MLP-Sprecher. Das Unternehmen habe Optionen gehabt - wie die Nutzung der MLP-Bank -, sich aber für den Antrag durch die Vertriebsgesellschaft MLP Finanzdienstleistung entschieden.

MLP nutzte die jahrelange Zurückhaltung der Aufsicht als juristische Waffe. In einem Schriftsatz von MLP-Anwälten an das Oberlandesgericht Frankfurt heißt es: "Insbesondere weil die BaFin es unterließ, ihre Rechtsauffassung etwa in einem widerspruchsfähigen Verwaltungsakt zu begründen, durften die Organe der Klägerin (...) davon ausgehen, dass die Vorschusspraxis keinesfalls eine Erlaubnis zum Betreiben des Kreditgeschäfts voraussetzt." Derartig von MLP vorgeführt, reagierte die Aufsicht jetzt mit der Drohung der Untersagungsverfügung.

Ein Sprecher des Konkurrenzunternehmens AWD sagte, solche Vorschüsse - die auch AWD zahlt - würden nach Unternehmensansicht durch das geltende Recht gedeckt. Sollten die Behörden zu anderen Auffassungen kommen, werde AWD sein Vorgehen anpassen.


FTD


Avatar  #2 von interna Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 16.10.06 22:27:58    Beitrag Nr.: 24.668.960
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Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 24.668.698 im neuen Fenster öffnen von blueend am 16.10.06 22:14:43
Hm, besser ist vorab die Frage:

Wer muß überhaupt noch zurückzahlen nach den alten Regeln?

Wer sich früher überzeugen ließ, Berater zu werden, würde es heute auch tun. Es mag ein wenig schwerer werden, doch ich sehe hauptsächlich eine Chance für die bisherigen Berater.

Take your chance!

Avatar  #3 von interna Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 16.10.06 22:28:32    Beitrag Nr.: 24.668.966
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Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 24.668.698 im neuen Fenster öffnen von blueend am 16.10.06 22:14:43
Hm, besser ist vorab die Frage:

Wer muß überhaupt noch zurückzahlen nach den alten Regeln?

Wer sich früher überzeugen ließ, Berater zu werden, würde es heute auch tun. Es mag ein wenig schwerer werden, doch ich sehe hauptsächlich eine Chance für die bisherigen Berater.

Take your chance!

Avatar  #4 von PortoPi Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 17.10.06 09:04:02    Beitrag Nr.: 24.671.168
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Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 24.668.698 im neuen Fenster öffnen von blueend am 16.10.06 22:14:43
Das muss ein Witz sein!
So dumm können die Anwälte MLPs doch nicht sein, oder?
Wie kann man die Behörde, die die MLP-Straftaten (s. Strafanzeige) jahrelang gedeckt hat, derartig öffentlich diskreditieren und brüskieren?

Ich zitiere:
"MLP nutzte die jahrelange Zurückhaltung (der Bafin der Verf.) als juristische Waffe.
In einem Schriftsatz von MLP-Anwälten an das OLG FFM heißt es:
"Insbesondere weil die BaFin es unterließ, ihre Rechtsauffassung etwa in einem widerspruchsfähigen Verwaltungsakt zu begründen, durften die Organe der Klägerin (...) davon ausgehen, dass die Vorschusspraxis keinesfalls eine Erlaubnis zum Betreiben des Kreditgeschäfts voraussetzt.""
Derartig von MLP vorgeführt, reagierte die Aufsicht jetzt mit der Drohung der Untersagungsverfügung.

Hat dieses schwachsinnige Schriftstück ein (ab morgen ehemaliger?) mittelmäßiger Anwalt von Latham&Watkins verfasst?

Wie konnte es zu dieser für MLP sehr unvorteilhaften Situation kommen?
Hat tatsächlich eine kleine unbeugsame Anwältin aus Wiesbaden einen ehemaligen DAX-Konzern mit hunderten von Anwälten in die Enge drängen können?

Sehr unvorteilhaft für MLP:

Wenn die Vorschüsse an Berater jetzt eindeutig Kredite sind, dann muss MLP für die vermeintlichen Vorschüsse jetzt richtige Kreditverträge abschließen.
Das wird sicher ein Haufen Arbeit in der Personalabteilung, die Verträge anzupassen.

Die Organe der MLP AG wussten um das Risikopotential der Kreditvergabe, wie auf der S.25 des Börsenzulassungsprospektes nachzulesen ist:
http://www.mlp.de/Investor-Relations/MLP-Aktie/30418/10358/b…

Hart aber herzlich muss die Verursacherin sein, wie wir nachlesen konnten:

Wiesbaden, 27. März 2006

MLP- Kredite an Mitarbeiter – Kanzlei Jakobs schaltet Staatsanwalt ein


Im Rahmen mehrerer Zivilklagen hat die Wiesbadener Kanzlei Jakobs Strafanzeige gegen die MLP Finanzdienstleistungen AG gestellt.

Hintergrund ist der Verdacht, dass es sich bei ausgezahlten Provisions-Vorschüssen an Mitarbeiter um Kredite handelt, die der Erlaubnis durch die staatliche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bedürfen und MLP nicht über diese Erlaubnis verfügt. Da Kreditvergaben ohne eine entsprechende Erlaubnis nach Paragraf 54 Absatz 1 Nr. 2 Kreditwesengesetz (KWG) eine Straftat darstellen, die mit Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet werden kann, wurde seitens der Kanzlei Jakobs der Staatsanwalt eingeschaltet.

(...)

Nach MLP-Angaben im Börsenzulassungsprospekt vom 20.01.2006 könnte die fehlende Erlaubnis der BaFin zur Kreditvergabe an die Mitarbeiter Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben.

Ansprechpartner für die Presse:

RAin Heidrun Jakobs
Berliner Str. 248
65205 Wiesbaden
Tel.: 0611- 71 69 323; 0175 – 167 83 28
Fax: 0611- 71 69 324
www. KanzleiJakobs.de
Jakobs@KanzleiJakobs.de


Das könnte sich zu einer sehr interessanten Angelegenheit für die gesamte Finanzbranche entwickeln!

Sieht so der Robin Hood der Finanzdienstleistungsbranche aus?

http://www.kanzleijakobs.de/team.jpg



Avatar  #5 von finanzparasiten Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 17.10.06 11:41:30    Beitrag Nr.: 24.674.512
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Ne, das ist die Rote Zora! lachen

Glückwunsch auch von uns!
(Mehr zum Thema "Mitarbeiterkapitalisierung" hier: http://www.wallstreet-online.de/dyn/community/thread.html?th… )

Mal gespannt, was der MLP-Werbeonkel Harald Schmidt heute dazu sagt! Wir tippen mal auf Wortspiele etwa über Ex-MLP-Finanzberater, die sich finanziell ganz gut haben beraten lassen. http://www.addis-welt.de/smilie/smilie/lachen/24.gif

Avatar  #6 von PortoPi Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 17.10.06 11:48:38    Beitrag Nr.: 24.674.650
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Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 24.671.168 im neuen Fenster öffnen von PortoPi am 17.10.06 09:04:02
Korrektur:

Wie ich soeben erfahren habe, war die Anwaltskanzlei TIEFENBACHER für den Schriftsatz verantwortlich, der die BaFin praktisch gezwungen hat, die Kreditvergabe zu regulieren.

Der Anwalt gehört anscheinend zu den unerfahrenen Rookies ohne Kenntnis der gegnerischen Seite.
Auf der Webseite der Kanzlei kann man nachlesen, dass zu seinen Interessenschwerpunkten nicht das Handelsvertreterrecht gehört:

(Name geschützt) gehört der Kanzlei seit seiner
Zulassung als Rechtsanwalt im Jahr 2003 an. Er hat in
Heidelberg studiert und hier auch die juristischen
Staatsexamina abgelegt.

Interessenschwerpunkte: Verwaltungsrecht, Handels-
und Gesellschaftsrecht, Leasingrecht

Die betroffenen Berater sollten ihm einen Blumenstrauß als "Dankeschön" zukommen lassen.


Avatar  #7 von DonCaprisco Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 17.10.06 20:51:42    Beitrag Nr.: 24.688.662
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Folgende Antwort bezieht sich auf Beitrag Nr.: 24.674.650 im neuen Fenster öffnen von PortoPi am 17.10.06 11:48:38
Tja,

die rechtsanwälte dieser kanzlei sind schon häufiger laut gewesen, wenn die leisen töne angebracht gewesen wären.

Bei dem betreffenden rechtsanwalt muss ich immer an einem schauspieler aus einem james- bond- thriller denken:

the colt with golden gun - und er war nicht roger moore lachen lachen lachen lachen






Avatar  #8 von interna Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 17.10.06 22:03:09    Beitrag Nr.: 24.691.009
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Ich hake nach:

Was ist mit den Beratern, welche jetzt Vorschüsse anstatt Darlehen bekommen haben? Müssen diese Ihre Vorschüsse nicht zurückzahlen?

Grüße

Avatar  #9 von crude_facts Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 18.10.06 08:03:08    Beitrag Nr.: 24.694.166
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Die Mitarbeiter-Gewinnung um netto 200-300 wurde ja erneut lauthals zur ChefChef-Sache gemacht, nachdem sich der Chef ja schon mehrfach daran einen Bruch gehoben zu haben scheint.

Auf auf, USW, es warten viele Kredit-Neukunden. breites Grinsen

Avatar  #10 von walter37 Benutzerinfo Nachricht an Benutzer Beiträge des Benutzers ausblenden 18.10.06 09:40:40    Beitrag Nr.: 24.695.425
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Man wird im Hause Mlp eine Lösung finden, die den Außendienstmitarbeiter/innen zum Nachteil gereicht. Da bin ich mir sicher.

Warum gibt nicht einfach die Mlp Bank die Kredite raus?

[ Seite: 12neuster Beitrag ]
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