Muss man denn wirklich alles selbermachen? Na gut!
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Hier also eine kurze Inhaltsangabe der ersten beiden Kapitel
Heidelberg und
68er-Kurven aus Manfred
Lautenschlägers Monumental-Epos
Mythos MLP :
Im ersten Kapitel
Heidelberg seiner Memoiren entführt uns
Lautenschläger in seine Studententage und –Nächte in jener Stadt,
die er in einer Ode besingt. Es waren die Tage der 68er, in denen
der demnächst 68 werdende damalige Student der Jurisprudenz sich
rebellisch gab. So lavierte er sich aus dem Wehrdienst,
demonstrierte gegen den „Muff von 1000 Jahren“
und solidarisierte sich mit – und jetzt wird er uns sympathisch –
Rudolf Augstein während der Spiegelaffäre. Ja genau, es ging um
jenen berühmten Artikel „Bedingt wehrbereit“, in welchem DER
SPIEGEL zutreffend die Lage der Bundeswehr schilderte (die ja
schließlich ohne Lautenschläger auskommen musste) und „vermeintlich
geheime Interna“ publik machte.
Lautenschläger geißelte Adenauers und Straußens Missachtung des
Grundgesetzes und deren Kooperation mit der Franco-Diktatur:
„Entweder verfassungskonform oder verfassungswidrig.“ Er bewunderte
Augsteins Mut, für die Pressefreiheit notfalls ins Gefängnis zu
gehen und lief selbst Sturm gegen die Druckerei der BILD-Zeitung,
deren Erscheinen es zu verhindern galt.
Presse- und Meinungsäußerungsfreiheit scheinen ihm inzwischen dann
doch etwas lästig geworden zu sein.
Im zweiten Kapitel
68er Fieberkurven lässt Lautenschläger
seine eigene Zeit im Straßenkampf Revue passieren – Lautenschläger
ein lauter Schläger? Er lauschte persönlich Rudi Dutschke und
vertrat als Rechtsreferendar gemeinsam mit dem damaligen
Linksanwalt Horst Mahler aufrührerische Studenten, die sich in
Sitzstreiks engagiert hatten.
Lautenschläger befasste sich offensiv mit den damaligen Reizthemen
wie Homosexualität, Strafsystem und dem „§ 218“, schreibt gar von
einer „unheimlichen Allianz von Kirche und Justiz“. Im Stil eines
Schelmenromans offenbart uns „Manni“, wie wir ihn ab jetzt
freundschaftlich nennen wollen, wie er vor seinen Examensklausuren
schummelte: Diese hätten am Aschermittwoch beginnen sollen.
Spaßvogel Manni, dem seine karnevalistischen Eskapaden wichtiger
waren als die Achtung vor Regeln und Fairnis gegenüber anderen,
führte mit einem Medikament künstliches Fieber herbei, um seinen
Prüfungstermin auf Herbst hinauszögern zu können. Clever, der
Manni! Und brüstete sich stolz in seinem Buch, eine rechtswidrige
Täuschung begangen zu haben. Spätestens damals also war die erste
Hemmung entfallen, Regeln zu übertreten und seinen Mitmenschen was
vom Pferd zu verklickern.
Wie man künstliches Fieber entfachen kann, das hat man in
Heidelberg zumindest in Sachen Börse nicht verlernt ...
Das einleitende Zitat von Erich Kästner sei nachgetragen, welches
Manni kaum schöner hätte wählen können:
Die Erinn’rung ist eine mysteriöse Macht
und bildet Menschen um.
Wer das, was schön war, vergisst, wird böse.
Wer das, was schlimm war, vergisst, wird dumm.
Ach Manni, wir sind sicher, damals hättest Du auf unserer Seite
gestanden ...
Bildnachweise: Der Spiegel, Deutsches Haus der
Geschichte, Okham School. Ein Service von finanzparasiten
de