Neu auf wallstreet:online?
Jetzt registrieren | Login
x
Benutzername:

Passwort:

Angemeldet bleiben
Passwort vergessen?
Seite 2 von 2

Schreibwettbewerb „Mythos MLP“ ( Seite 2)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 22.10.06 16:52:06
von
neuster Beitrag 01.11.06 11:40:04
von

Anzahl Beiträge: 15
Aufrufe gesamt: 17.958
Aufrufe heute: 0
Diskussionsnr.: 1.089.266
Beitrag schreiben
Ansicht

[ Seite: 12neuster Beitrag ]

Avatar
schrieb am 29.10.06 08:58:32
Beitrag Nr.11 
(24.959.775)
Antwort
Zitat
Wir kommen aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Das Kapitel Seriöse Berater, schwarze Schafe liest sich, als sei es von Finanzparasitenpunktde abgeschrieben worden. Da meiert Manni seine ganzen Mitbewerber von AWD, DVAG, Bonnfinanz und OVB als unseriöse Strukturvertriebe ab, bejammert denunziert deren hohe Stornoquoten, benutzt gar Kraftausdrücke wie „Drücker“, „Kloppertruppe“ und „betrügerisch“. Gehört sich sowas?

Nur: hat er da nicht möglicherweise in seinem geifernden Rundumschlag eine Firma übersehen? Nein, hat er nicht. Er behauptet allen ernstes, sein von „Edelaussteigern“ geborener Laden sei etwas anderes. Bei ihm gäbe es kein Pyramidensystem, sondern nur die drei Ebenen „Berater“, „Geschäftsstellenleiter“ und die Chefs. Und? Was ändert sich da für den Kunden, wie viele oder wie wenige Leute sich die Provisionen teilen? Wir jedenfalls sehen keinen nennenswerten Unterschied zu anderen Strukkibuden. MLP unterscheidet sich von den Mitbewerbern in erster Linie durch die Fassade. Beim AWD gibt’s keine blauen Kaffeekannen. Schade aber auch ...

Mag ja sein, dass alle MLP-Berater studiert haben – nur wenn sie die vom Staat teuer bezahlte Ausbildung vergeuden, in dem sie statt ihre akademischen Künste zu nutzen banal Versicherungen verticken, dann finden wir das volkswirtschaftlich nicht ganz so überzeugend. Manni selbst empfand übrigens auch die Karriere vom Akademiker in den Stand der Klinkenputzer als Status-Rückschritt, was er mehrfach schreibt. Wo er recht hat, da hat er recht.


In Autobiographien darf man nicht alles für bare Münze nehmen, trotzdem geht uns Mannis penetrantes Mantra, seine "Berater" seien so schrecklich unabhängig und seriös, irgendwann dann doch mächtig auf den Geist. Seine „Berater“ sind provisionshonorierte Handelsvertreter, die nach § 86 Abs. 1 HGB den Interessen des Unternehmers verpflichtet sind. http://dejure.org/gesetze/HGB/86.html Damit sind sie keine Berater, sondern schnöde Verkäufer. Denn sonst wäre es Parteiverrat. Ein Wort, bei dem es einem Ex-Anwalt wie Manni zusammenzucken lassen müsste.

Soviele Wahrheiten dieses Kapitel auch enthalten mag, wenn sich hier ausgerechnet Manni als Aufklärer aufspielt und sich auf Kosten seiner Mitbewerber profilieren will, dann rollen sich einem die Fußnägel.
Avatar
schrieb am 30.10.06 09:56:59
Beitrag Nr.12 
(25.004.628)
Antwort
Zitat
Die nächsten 15 Kapitel Trennung und Neubeginn bis Gratwanderungen kann man sich komplett schenken.

Sieht man mal vom Unfalltod Marschollecks und der Krebserkrankung Lautenschlägers ab, so bieten diese Kapitel nichts als Banalitäten. Jeder, der mal eine Wirtschaftssimulation, „Civilization“ oder „Risiko“ gespielt hat, wird von spannenderen Stunden zu berichten wissen als vom Prosperieren des Lautenschlägerschen Versicherungsvertriebsimperiums. Unter den Kollegen von finanzparasitenpunktde gab es zwei Todesopfer, die während der Lektüre ihrer Langeweile erlagen, einer schwebt noch in Lebensgefahr.

Nicht unerwähnt bleiben soll jedoch Lautenschlägers selbst eingeräumte Naivität, was Geschäftsleben und Menschenkenntnis angeht. Wir wollen nicht altklug sein, doch gehört es nicht doch zu den trivialeren Erkenntnissen, dass bei Geld die Freundschaft aufhört und der Mensch des Menschen Bestie ist? Sollte sich ein gelernter Anwalt nicht solche Binsenweisheiten wenigstens angelesen haben? MLP scheint nicht wegen, sondern trotz Lautenschläger expandiert zu sein. Aber wenn man mit Hemdsärmlichkeit ganze Nationen anführen kann, warum dann nicht auch eine Drückerbude?

Ein Déjà-vu erlebten wir bei der Lektüre einer Formulierung auf S. 93, die wir selbst auf unserer MLP-Unterseite verwenden:

So wie der Fisch vom Kopf her anfängt zu stinken, so haben der jeweilige Vorgesetzte und die Unternehmensführung maßgeblichen Anteil an der Unternehmenskultur, die [...]



Apropos „Kopf“: Auf S. 136 schenkt uns der zu Predigt und Prosa neigende Manni einen schönen Satz:


„Unsere Köpfe sind frei.“

Keine Ahnung, was Manni uns damit sagen wollte. Viel spannender finden wir die Frage, wie lange die (Ex-)Unternehmensführung wohl noch frei sein wird.

Nachtrag: Soeben erfahren wir, dass auch unser dritter gelangweilter Kollege inzwischen den Folgen von Mannis Selbstbeweihräucherung erlegen ist. Schade, dass er seine LV schon storniert hatte ...
Avatar
schrieb am 31.10.06 08:02:16
Beitrag Nr.13 
(25.027.766)
Antwort
Zitat
Das fünftletzte Kapitel lautet da Der lange Manfred.



Manni hat ein Hochhaus gebaut. Toll.

Manni hat sich durchgesetzt gegen die Leute, die Hochhäuser nicht so toll finden. Zwar nicht in Wiesloch, aber in Heidelberg. Wenigstens ist ihm ein Häuserkampf erspart geblieben, wie es seine vormals linken Mitstreiter in Frankfurt taten. http://de.wikipedia.org/wiki/Frankfurter_H%C3%A4userkampf Der Heidelberger Emmertsgrund ist halt Provinz.
Provinz? Nicht in den Augen von Manni:

Deutschlands erste Adresse unter Finanzdienstleistern firmiert unter der Adresse »Forum 7«.

Dieses redundant formulierte Eigenlob legt den Verdacht nahe, dass Manni nun endgültig die Bodenhaftung verloren hat. Der Volksmund nenne das Gebäude gar den langen Manfred, frohlockt jedenfalls Manni. Auch die DDR-Führung lancierte für den Berliner Fernsehturm den Kosenamen Telespargel, den in Wirklichkeit niemand je verwendet hat. Tragischer Fall von Realitätsverlust.

Es kommt noch besser: MLP sei ein Deus ex machina.
Manni, geht’s eigentlich noch??? Wohl wieder was von diesem Medikament genommen, mit dem Du damals vor den Klausuren Dein Fieber erzeugt hattest, oder was?

Nu’ komm mal wieder runter, Manneken. Weltweit gibt es ca. 100.000 Hochhäuser. Kein Grund, so anzugeben. http://www.emporis.com/ge/bu/sk/st/ma/ct/ In jenem Heidelberger Neubaugebiet wäre sicherlich auch Platz für niedrigere Bauwerke als Mannis deplaziertes Denkmal gewesen: In den für 11.000 Leute konzipierten Stadtteil hat es bislang nur 7.000 Seelen gezogen. Der Emmertsgrund gilt als Problemviertel. http://de.wikipedia.org/wiki/Heidelberg-Emmertsgrund

Bei der Eröffnung seines architektonisch nun wirklich nicht erwähnenswerten Türmchens langweilt uns Manni mit der Gästeliste, deren prominentester Name gerade mal den der Heidelberger Oberbürgermeisterin hergibt. Bei einem Großsteuerzahler hat man halt seine Pflichttermine. Ironischerweise bei einem, zu dessen bevorzugten Verkaufsargumenten die Aussicht auf Steuerersparnisse gehört.

Feuerwerk hat’s auch gegeben. Klasse. Mal ganz was neues.

Manni protzt mit seinem 17stöckigen Verwaltungsbau auf der Titelseite seines Büchleins. Er scheint diese einfallslos phallische Butze für sein Lebenswerk zu halten. Das größte Hochhaus Heidelbergs tönt er stolz wie ein Pfau über seine Bausünde. Mannis Frankfurter Geschäftspartner haben sich darüber im 40.Stockwerk des Maintowers vermutlich die Augen aus dem Kopf gelacht, während man ihnen aus der 70.sten Etage des Messeturms auf die Köpfe spuckte.

2004 wurde in Heidelberg der Scientific Tower fertiggestellt. Ist einen Meter höher. Ob der lange Manfred da ein langes Gesicht gemacht hat? http://www.emporis.com/ge/wm/ci/bu/?id=102257


Avatar
schrieb am 31.10.06 12:47:21
Beitrag Nr.14 
(25.033.477)
Antwort
Zitat
Hier noch eine preisverdächtige Rezension einer Judith Kösters:

http://www.chrismon.de/cservice/rezensionen/mythos_mlp.html
Avatar
schrieb am 01.11.06 11:40:04
Beitrag Nr.15 
(25.056.561)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 25.033.477 von finanzparasiten am 31.10.06 12:47:21Die letzten vier Kapitel Menschen machen den Erfolg bis Vergangenheit und Zukunft von Mannis Manifest sind redundanter Schund.

Manni spielt sich auf, als habe er der Menschheit irgendetwas sinnvolles gegeben.

Graf Zeppelin hat lustige Luftschiffe gebaut, Einstein die Relativitätstheorie aufgestellt, Robert Koch Krankheitserreger entdeckt, Artur Fischer den Dübel erfunden, Konrad Zuse den Computer, Otto Waalkes die besten Zoten, Douglas Adams schrieb die coolsten Bücher, Loriot spielte die besten TV-Szenen, Beckenbauer den elegantesten Fußball, Götz George das beste deutsche Kino, Katja Riemann das schlechteste, Hoimar von Ditfurth hat uns die Augen geöffnet, Augstein ging für die Pressefreiheit ins Gefängnis, Gandhi revolutionierte ohne Waffen, die Bürger der DDR ohne Töten, Ratzinger wurde mit friedlichen Mitteln Papst, Beate Uhse enttarnte die Doppelmoral, Beate Klarsfeld ohrfeigte Kiesinger, Wallraff führte die BILD-Zeitung vor, ....
Alles Menschen, die in ihrem Leben etwas außergewöhnliches geleistet haben.
Namen, an die man sich erinnern wird.

Was hat Manni geleistet?
Manni hat Versicherungen vertickt.
Er hat von den Zukunftsängsten seiner Mitmenschen profitiert und hieran ohne nennenswerte eigene Risikobeteiligung einen so fetten Schnitt gemacht, dass dieser ihn zeitweise unter den reichsten Deutschen auf Rang 43 hievte.

Manni hat nichts erfunden.
Manni hat nichts moralisches geleistet.
Manni hat nichts mutiges getan.

Manni hat Geld „gemacht.“
Und mit einem überflüssigen Wolkenkratzerle mit gerade mal 17 Stockwerkle die Gegend verschandelt.
Das war’s.

Es gibt Persönlichkeiten, welche die Menschheit bereichert haben, ohne sich an der Menschheit zu bereichern:



Donald E. Knuth schenkte der Welt TeX. Er gab der Menschheit ein Programm, um Bücher gut zu setzen.



Linus Torvalds schenkte der Welt Linux. Er wollte uns vor Microsoft und Systemabstürzen bewahren.



Karlheinz Brandenburg schenkte der Welt mp3. Er wollte die Plattenindustrie ärgern. (Naja, zumindest hat er das geschafft ...)

Sie brachten Leistung und verzichteten auf jegliche Lizenzgebühren.
Sie bewiesen wahre Größe.
Ihnen gilt unser Respekt.

In den letzten vier Kapiteln spricht ein Mann, als ob ihm sein soziales Nahfeld fehlte, dessen Anerkennung er sucht. Der sich über feige „Jasager“ auslässt, obwohl es genau solche waren, die diese jeder Selbstkritik abholde, viel zu dick geratene PR-Schrift zugelassen haben.

Unsere Rezension von Mythos MLP. Erfolgsgeschichte eines Finanzdienstleisters endet hier.

Doch die Geschichte von Manni begann im 1996 erst, interessant zu werden.
Morgen geht es weiter mit der bislang geheimen Fortsetzung der Big L-Story:

Mysterium MLP. Wie es weiterging

[ Seite: 12neuster Beitrag ]

Beitrag zu dieser Diskussion schreiben

Meistdiskutierte Aktien (24h)
WertpapierBeiträge
850
196
162
99
90
86
84
83
67
58