Antwort auf Beitrag Nr.: 31.994.185
von muellerthurgau am 15.10.07
10:20:2115.10.2007 14:06
STADA Arzneimittel AG: kaufen (Bankhaus Lampe KG)
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Leslie Iltgen, Analystin vom
Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von STADA Arzneimittel (ISIN
DE0007251803 (Nachrichten/Aktienkurs)/ WKN 725180) unverändert mit
"kaufen" ein.
STADA habe wie erwartet (siehe Ad hoc vom 02.07.2007) sehr gute
Halbjahresergebnisse geliefert. Der Konzernumsatz sei im ersten
Halbjahr 2007 um 27% auf 737,4 Mio. EUR (bzw. 16% adjustiert um die
in Serbien akquirierte Hemofarm) gestiegen. Insbesondere das
Kernsegment Generika habe mit einem Umsatzplus von 34% auf 554,9
Mio. EUR wesentlich zum Umsatzwachstum beigetragen (75,2%
Umsatzbeitrag). Generell sei nach Erachten der Analysten davon
auszugehen, dass der Generikabereich auch weiterhin vom zunehmenden
Kostendruck in den Gesundheitssystemen und den kontinuierlichen
Patentabläufen profitieren werde.
Der Umsatzzuwachs bei den Markenprodukten habe bei 10% auf 142,1
Mio. EUR (19,3% Umsatzbeitrag) gelegen. Die internationalen
Geschäftstätigkeiten hätten ebenfalls weiter zugenommen (+35%) und
würden aktuell 60,5% des Konzernumsatzes erreichen.
Das operative Ergebnis sei im ersten Halbjahr des laufenden
Geschäftsjahres um 36% auf 101,6 Mio. EUR gestiegen. Der
Konzerngewinn habe um 38% auf 58,3 Mio. EUR gesteigert werden
können. Das Ergebnis je Aktie habe sich auf 1,00 EUR nach 0,79 EUR
im ersten Halbjahr 2006 belaufen.
Die Produktpipeline sei weiterhin gut gefüllt. Im ersten Halbjahr
des laufenden Geschäftsjahres hätten 192 neue Produkte eingeführt
werden können. Über die Bioceuticals Arzneimittel AG würden sich
auch zwei Biosimilar Produkte in der Entwicklung befinden. Bei
Erythropoetin-Zeta sei für die Indikation Dialyse weiterhin von
einer Zulassung bis Ende 2007 auszugehen. Mit der Vermarktung des
Produktes - beginnend in Deutschland - würden die Analysten ab 2008
rechnen.
Die Finanz- und Vermögenslage des Konzerns zeige sich weiterhin
stabil. Die Eigenkapitalquote habe zum 30.06.2007 39,6% betragen.
Die Nettoverschuldung habe sich auf 848,9 Mio. EUR belaufen. Für
die Akquisition von MAKIZ (Kaufpreis: rund 125 Mio. EUR;
Vollkonsolidierung ab 01.09.2007 vorgesehen) seien keine
Kapitalmaßnahmen notwendig. Auch nach der MAKIZ-Akquisition sei von
einer Eigenkapitalquote von über 30% auszugehen. Sollte es zu
darüber hinaus gehenden Akquisitionen kommen, seien aus Sicht der
Analysten entsprechende Kapitalmaßnahmen denkbar.
Die Steuerquote habe für das erste Halbjahr bei 30,8% gelegen
(38,8% im Vergleichszeitraum 2006). Ein niedriger
Körperschaftssteuersatz von 10% in Serbien und eine niedrige
Steuerquote von 16,3% in Irland würden sich hierbei positiv
auswirken. Auch für das Gesamtjahr 2007 sei von einer Steuerquote
auf derzeitigem Niveau auszugehen. Ab dem nächsten Jahr sollte die
deutsche Steuerreform einen positiven Effekt auf die Steuerquote
haben.
Der Ausblick für das Gesamtjahr 2007 bleibe weiterhin nur
qualitativer Natur: "Der Vorstand schätzt die zukünftige
Geschäftsentwicklung des STADA-Konzerns weiterhin positiv ein."
Aus Sicht der Analysten sei der Konzern gut aufgestellt, um auch
künftig die sich bietenden Marktchancen im In- und Ausland zu
nutzen und damit weiter zu wachsen. Die Analysten würden davon
ausgehen, dass neben dem rein organischen Wachstum der Ausbau der
internationalen Vertriebsstrukturen, insbesondere in den
osteuropäischen Ländern, weiter vorangetrieben werde. Der Erwerb
passender Produkte oder Unternehmen (Engagements auch im Brand-
bzw. "Nischen"-Bereich denkbar) werde weitere Umsatz- und
Ertragspotenziale eröffnen.
Vorstellbar seien auch Kooperationen bzw. Joint Ventures wie etwa
bei der Wirkstoffproduktion. Mit weiterem Wachstum und einem damit
einhergehenden höheren Rohstoffbedarf könnten sich aus Sicht der
Analysten Bestrebungen, die gesamte Wertschöpfungskette zu
kontrollieren, als durchaus sinnvoll erweisen.
Die Verwaltungskostenquote liege zwar derzeit bei noch nicht ganz
zufriedenstellenden 8% (bedingt u. a. durch Hemofarm-Gruppe: 9,4%
vom Umsatz und Nizhpharm-Russland: 13,3% vom Umsatz). Jedoch sollte
eine Verbesserung in den kommenden ein bis zwei Jahren möglich
sein.
Im Bereich der Herstellungskosten dürfte es zu einer weiteren
Verschiebung zugunsten der Eigenproduktion kommen (derzeit rund 40%
des Volumens in eigener Herstellung und 60% in Lohnherstellung).
Über vermehrte Eigenentwicklungen und die Optimierung von
Beschaffungskosten könnten zusätzlich positive Effekte generiert
werden.
Die jüngsten Restrukturierungen auf der Vertriebsseite seien
nach Erachten der Analysten ein Beleg dafür, dass es STADA gelinge,
die kontinuierliche Kostenoptimierung und Steigerung der
Ertragskraft auch bei sich verändernden Rahmenbedingungen stets im
Fokus zu behalten.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihre
"kaufen"-Empfehlung für die Aktie von STADA Arzneimittel sowie ihr
Kursziel von 53,00 EUR. (Analyse vom 15.10.2007)
(15.10.2007/ac/a/d) Analyse-Datum: 15.10.2007