Antwort auf Beitrag Nr.:
26.695.404 von rentenanlegerin am 05.01.07
17:05:15#10
Hallo Rentenanlegerin,
"In einem anderen Forum setzt jemand nur auf die Select Dividend
ETFs, also DJ Stoxx SelDiv (263529), DJ Euro Stoxx SelDiv (263528),
DJ US SelDiv (263528) und DJ Asia /Pacific SelDiv (A0H074) mit der
Begründung, dass z. B. der Euro Stoxx SelDiv sich seit 1998
wesentlich besser entwickelt hätte als der Stoxx 600."
Langfristig gesehen hat eine Dividendenstrategie Ihren Wert schon
bewiesen. Das ist unbestritten. Da sollte sich langfristig auch in
Zukunft nichts ändern. Ein Hauptgrund für die Gründe warum eine
Div. Strategie relativ "gut" abschneidet zum Gesamtmarkt sind
z.B.:
- Total Return von Aktien ist ca. 10% auf lange Sicht, mit
Titeln/Aktien die schon alleine 5% Dividende haben, haben wir nur
noch 5% gut zu machen (Vergleich mal Aktionäre von Unternehmen mit
0,0% Dividende .... die müssen die 10% nur aus der "Story" holen
mehr oder weniger und wie wahnsinnig oft das in die Hose geht muss
ich wohl keinem erzählen?

)
- Unternehmen die Dividende zahlen sind perse gesund und stabil,
woher sollten die sonst Ihre Dividende zahlen?? ( es gibt
Unternehmen die seit 100 Jahren, ob Weltkrieg, Rezession oder
sonstwas IMMER Ihre Dividende gezahlt haben .. z.B. Coca Cola usw.
und eine Coca Cola hat z.B. langfristig eine 1A Vola bei
gleichzeitig sehr guter Rendite gehabt!)
- Unternehmen die Dividende zahlen, eine relativ hohe dazu (zu hoch
darf Sie auch nicht sein - 40-60% des Gewinns als Dividende
ausgeschüttet ist ein gesunder Wert - das Unternehmen hat immer
noch genug Geld für Expansion usw.), haben ein geringeres Beta als
der Aktienmarkt an sich.... und darum geht es ja.. nicht
exorbitante Renditen einzubringen.. sondern Rendite X zu holen mit
der geringsten Volatilität..
und noch einige andere überzeugende Gründe die für eine
Dividendenstratgie sprechen.
An dem Beispiel oben hätte ich "nur" auszusetzen, daß er 2 x Europa
macht.. in Form von DJ Stoxx und Eurostoxx wozu ? Die Differenzen
in der Rendite der letzten Jahre werden sich 100% ausgleichen auf
längere Sicht. Zu dieser Annahme besteht berechtigter Anlass.
Ansonsten sehr gut Deine Einstellung.
"Finde" erst einmal eine Stratgie.. einen Plan.. in Form einer
langfristigen Asset Allocation, die Du in jeder Phase durchhalten
kannst (100% Aktien..sicher das Du es durchälst ?)... dann "nur"
noch 1 x jährlich die % Zahlen Deiner Asset Allocation zurecht
rücken.. mehr ist nicht zu tun.
Und ruhig Foren lesen, Zeitschriften, sich sogar "Tips" und
Börsenprognosen anhören..auf die jedoch NICHT reagieren
bleib bei Deinem Plan der zu Deiner persönlichen Risikoeinstellung
passt (nochmal..diese Frage ist so wichtig.. passen 100% Aktien für
Dich?)
Bevor investiert wird, sollte der Rest im Leben auch geklärt sein.
Schulden sollten keine da sein (sonst wird jedes investieren ab
absurdum geführt!) ... sonst besteht die Gefahr, daß in einer
Börsenkrise (die kommt ja nicht zuletzt dadurch, daß es auch eine
kleine Wirtschaftskrise gibt) z.B. der Job verloren geht ..und dann
genau zum Tiefstpunkt frustriert verkauft werden muss. Gar nicht
gut sowas oder?
Existenzielle Risiken sind auch abgesichert ? Risiko-LV falls
Familie ? Berufsunfähigkeit geklärt ? sehr gut..
jetzt Gedanken um die Asset Allocation, Diversifikation machen.
Ein kleiner Hinweis.. selbst wenn Du 100% z.B. nur Eurostoxx
investierst, hast Du dennoch 20-30% USA & Asien drin. Da so gut
wie jedes Unternehmen im Eurostoxx und/oder Stoxx in Höhe dieser
Prozentzahl Geschäft mit USA/Asien macht.
Ich persönlich würde für Europa dennoch "einfach" nur den Stoxx 600
nehmen. Hier ist alles drin. Kostengünstiger und breiter kannst Du
Dich nicht aufstellen. Mit einem Schlag komplett Europa abgedeckt -
und darin enthalten ist auch quasi jede Strategie Dividendentitel
sind unter den 600 genug zu finden, Wachstumswerte ebenso (200
Small Cap sind drin), 200 Dickschiffe die jeder schonmal gehört hat
usw.
Was ich sagen will ist, daß ebenso eine berechtigte Annahme
besteht, daß auf lange Sicht.. (bei Dir könnten es ja 26 Jahre
werden?) der Stoxx 600 nicht besser/schlechter sein wird als eine
EUR Variante .. ich vermute sogar der Stoxx 600 wird auf Sicht von
26 Jahren "mindestens" die gleiche Rendite bringen..jedoch bei
kleinerer Volatilität (wegen der viel grösseren Diversifikation zu
den meistens nur 15-40 Titeln enthaltenen
Dividendengeschichten).
Noch ein Hinweis.. wir gehen alle bewusst oder unbewusst bereits
eine Wette auf Deutschland/Europa ein ... wo verdienen wir unser
Geld? wo haben wir unsere Immobilie (vielleicht sogar noch
vermietet?) ? wo erhalten wir später Pension/Rente ? usw .
ein höherer Auslandsanteil (Asien..Emerging..) kann daher NICHT
schaden. Sogar im Gegenteil.....
Wäre schön wenn sich hier noch mehr Leute äussern würden zum Themal
"Langfristanlage".....

..
keine Angst..wir beissen alle nicht.
Gruss,
Baikani