Antwort auf Beitrag Nr.:
26.746.510 von postguru am 07.01.07
15:01:40Hallo Postguru,
die Seite ifa.com ist der Wahnsinn.
Einfach mal die Charts anschauen, die zudem noch wunderschön und
interaktiv sind, und jeder soll da mal rumspielen wie sich Depots
in den letzten 100 Jahren enwtickelt haben.
Jeder kann sehen was die "einfach" Verteilung (Allocation) auf die
grundlegenden Spielarten Aktien/Anleihen ausgemacht hat.
Und was die Verteilung des Kapitals zwischen Aktien/Ausleihen auch
im "Risiko" Volatilität ausmacht. Risiko = zu erwartender Ertrag.
Daran wird sich grundsätzlich auch in den nächsten 100 Jahren
nichts ändern.
Das ist ja das "perverse" an den Märkten. Ich habe auch 15 Jahre
gebraucht um es zu verstehen ... geholfen haben Bücher und Infos
und geholfen hat das ich "nicht" aufgegeben habe (es war
gottseidank immer genug Geld und Nerven da um "weiterzumachen"..
nichtsdestotrotz wäre ich heute schon sehr viel weiter mit meinem
Vermögen wenn ich vor 20 Jahren schon "richtig" investiert
hätte).
Wenn jemand z.B. in Brasilien oder kleinen Wachstumswerten
investiert. Dann hat dieser Anleger so gut wie garantiert 2-5% mehr
Rendite als ein Anleger der in Dax-Werte oder den S+P 500
investiert. Der Brasilien Anleger hat jedoch auch gleichzeitig eine
um xx% höhere Volatilität = Risiko.
Das weitere perverse, daran ist unsere "Gier" schuld, ist das der
Grossteil der Anleger genau zur falschen Zeit einsteigt. Nachdem
man 3 .. oder 5 Jahre "gelesen/gehört" hat wie gut Markt xyz war
hält man es nicht mehr aus und investiert in diesen Wert. Frage:
ist es jetzt wirklich noch gut einzusteigen nachdem der Markt um
300% gestiegen ist? oder haben wir jetzt letztendlich nicht ein
noch höheres Risiko ?
Fakt ist: der Anleger hätte vor 3 Jahren investieren sollen.. NICHT
mehr heute... die Gefahr von Rückschlägen ist jetzt viel höher (für
jeden grösseren Markt ist die historische "Volatilität"/Risiko =
Rendite ganz schnell zu ergoogeln) .
Fakt ist auch: die Rendite von Brasilien wird auch längerfristig
höher sein als die des DAX Index. Das Problem ist nur, die nächsten
Jahre ab dem Kauf durch den Investor könnten sehr problematisch
werden (Kursverlust!) .. und dann steht sich der Investor wieder
selber im Weg. Er hält diesen Kursverlust nicht durch.... die
Presse macht es auch nicht einfacher ..da just in der Zeit in der,
der Anleger durch die "Hölle" geht schon die nächsten Top-Märkte
nachträglich festgestellt wurden.......
das Problem ist: wie erkenne ich vorher den Markt, die Märkte von
morgen? Und da werden wir nachdem wir ausführlich philosophiert
haben feststellen, daß dies keinem Menschen möglich ist. Und so wie
es aussieht schafft es auch kein Fonds mit seinem Hochglanzprospekt
und Riesenbannern im Internet.
Also ist doch eine Möglichkeit "langfristig" Geld zu machen sich
erstmal sein Risikoprofil anzuschauen. Wieviel "Aktien" verkrafte
und brauche ich wirklich ? Wieviel Zeit habe ich noch zu Verfügung
um meine Ziele zu erreichen (Zeit ist leider einer der wichtigsten
Faktoren.... wer mit 75 Jahren noch was erreichen will kommt
leider, leider zu spät oder ist gezwungen auf sehr volatile Märkte
zu setzen - an denen kann es jedoch genauso volatil ins minus wie
ins plus laufen .. und ruckzuck sind 50% weniger Kapital im
Depot).
Und dann wird breit auf die einzelnen Klassen gestreut. So breit,
daß man automatisch in allen wichtigen Märkten zuhause ist. Und
damit automatisch in dem einem Markt + macht..und in dem anderen -
macht. Wichtig ist die Rendite/Volatilität des Gesamtdepots über
den Zeitraum x. Dann wird noch versucht Märkte zu finden die nicht
zur gleichen Zeit alle in die gleiche Richtung laufen (was sehr
schwer ist...).
Genau. Bei Dir als Anleger mit längerfristigem Horizont kann es
schon so aussehen, daß 55% Aktien mehr als reichlich für Dich sind
und auch ausreichend sind. Der Rest einfach in wenig korrelierende
Assets mit geringer Volatilität packen (Anleihen, Reits, kleinen
Teil Japan Aktien- macht öfter als man denkt etwas ganz anderes als
die "etablierten" Aktienmärkte unsere japanischen Freunde)
Und auf Sicht der letzten 50 Jahre gesehen hättest Du damit im
Schnitt Deine 10% eingefahren (kann jeder auf ifa.com
nachschauen).
Ohne wildes hin und her switchen und Trend nachjagen. Und das bei
55% Aktien !! und der Rest fast alles in Renten! mit einem
jährlichen Risiko von 9.41%...
Hingehend auf dein Real Depot soweit ich es verstanden habe, hast
Du glaube ich im Moment zu "wenig" Aktien. Inzwischen habe ich mir
die Fonds von Dir angeschaut. Fast alles Renten...
Das ist dann auch wieder ein Risiko

.
Langfristig, alles über +10 Jahre macht die Inflation (von Steuern
rede ich noch gar nicht) Dir die Rendite von Anleihen fast komplett
zunichte.
Inflation der letzten 50 Jahre in Deutschland im Schnitt 4 % !!
(Quelle unsere geliebte Bundesbank). Also ist es eventuell
empfehlenswert "mehr" Aktien zu gehen für Dich. Zeit hast Du ja
noch ausreichend..... und damit kannst Du dann auch Risiken
eingehen..
Hier die Inflation der letzten Jahre .. und siehe da.. ein Brot
kostet nicht mehr 10 Pfennig sondern 1 EUR .. Zeit macht es
möglich.
Gruss
Baikani