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Seite 30 von 761

Langfristdepot - Meinungen ( Seite 30)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 04.01.07 23:03:46
von
neuster Beitrag 30.04.12 17:17:14
von

Anzahl Beiträge: 7.603
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Diskussionsnr.: 1.103.438
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[ Seite: 123293031759760761neuster Beitrag ]

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schrieb am 11.02.07 16:08:31
Beitrag Nr.291 
(27.622.192)
Antwort
Zitat
darüberhinaus müsste die Strategie natürlich auch langfristig mehr als die TER des Fonds herausarbeiten, damit man mit ihm den Markt auch dauerhaft schlagen kann ...
Avatar
schrieb am 11.02.07 16:17:10
Beitrag Nr.292 
(27.622.541)
Antwort
Zitat
Ich glaube nicht dass das so kompliziert ist, Fondsgurus kochen auch nur mit Wasser ;) Wegelin mischt 3-4 ETFs und vergleicht mit dem MSCI World. Wenn ich einen ETF auf den MSCI World mit einer Beimischung beispielsweise eines ETFs auf den MSCI Eastern Europe betrachte dürfte die Kombination den MSCI World die letzte Zeit deutlich outperformt haben.
Avatar
schrieb am 11.02.07 16:33:15
Beitrag Nr.293 
(27.623.598)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 27.622.541 von dubios am 11.02.07 16:17:10Die Frage ist dann aber, und das ist eigentlich die Kernfrage bei der Entscheidung Aktiv - Passiv, ob es tatsächlich gelingen kann, durch andere Gewichtung als der Gesamtmarkt, ob nun durch Höhergewichtung von unterbewerteten Aktien / Sektoren (Value-Strategie), oder durch Höhergewichtung "gerade gut laufender" Aktien / Sektoren (Momentum-Strategie), oder sonst wie ausgefeilt, den breiten Gesamtmarkt auch dauerhaft zu schlagen. Einige Fonds haben dies geschafft, die meisten haben es nicht geschafft.
Ein Anleger in seiner ganzen Emotionalität (wir sind ja alle Menschen) neigt dazu, dass es doch möglich sein müsste, Trends auszunutzen und besser zu sein. Manchen (Gurus?) gelingt es, den meisten wohl nicht. Die Suche nach einer passenden Strategie macht aus emotionaler Sicht natürlich mehr Spass als das rationale buy-and-hold des MSCI-World. Dafür zahlt man dann oft mit einer langfristigen Underperformance in Höhe der durch Traden oder Fondsinvestition produzierten Gebühren.
Avatar
schrieb am 11.02.07 17:39:21
Beitrag Nr.294 
(27.627.456)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 27.623.598 von WinniePu am 11.02.07 16:33:15Value ist in den letzten Jahren sehr gut gelaufen, mit Value/Div.Fonds den growthlastigen MSCI World zu schlagen, war also kein Problem.Schon ein simpler DIV.ETF hätte den MSCI World in ähnlicher Grössenordnung geschlagen, wie der Wegelin Fonds.
Ob dieses Value Premium permanent existiert, darüber gibt es mittlerweile konträre Ansichten.
Eine Untersuchung vom 27.01.2006(Houge/Loughran :"Do Investors capture the value premium?") kommt für USA im Zeitraum von 1965-2001 zu einem Value Premium für Large Cap Stock Funds von minimalen 0,11% und für Small Cap Value sogar zu einer Underperformance von 0,42%.


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schrieb am 12.02.07 14:23:31
Beitrag Nr.295 
(27.659.688)
Antwort
Zitat
"Michael Keppler wieder ganz vorne dabei "

"Zudem hat er auch noch Thailand im Fonds. Dort scheint der Markt die politischen Querelen langsam zu verdrängen und sich auf die Fundamentaldaten zu konzentrieren. Denn er ist der günstigste Markt weit und breit. Das erkennen langsam auch Schnäppchenjäger und treiben die Thai-Aktien nach oben allein in dieser Woche um rund fünf Prozent"

ja so kann es gehen mit unterbewerteten Regionen. Nur muss man leider oft lange warten ...
Avatar
schrieb am 12.02.07 14:40:41
Beitrag Nr.296 
(27.659.987)
Antwort
Zitat
"Mit rund 25 Prozent ist Keppler in Malaysia und der Türkei investiert. Zwei der besten Märkte im noch jungen Jahr."

ob es sich vielleicht doch lohnt, auf nterbewertete Märkte statt unterbewertete Aktien zu setzen?

http://de.biz.yahoo.com/12022007/343/michael-keppler-vorne-d…
Avatar
schrieb am 15.02.07 18:22:17
Beitrag Nr.297 
(27.728.101)
Antwort
Zitat
ETF auf MSCI INDIA.

ein neues Produkt/Markt auch als ETF erhältlich. Jetzt kostengünstig zu "haben" ....

http://fonds.onvista.de/produktvorstellung/index.html?ID_INS…

LYX0BA
FR0010361683

VORSICHT.. in Einzelmärkte zu investieren, nicht zu diversifizieren auf unterschiedlichste Anlageklassen, den Markt zu timen usw. ist Spekulation... mit den üblichen Nebenwirkungen

für alle die es nicht sein lassen können bietet sich mit dem Produkt eine gute Möglichkeit für eine Indien Anlage.

Bin mal gespannt wieviele "aktive" Indien-Fonds dieses passive ETF pulverisieren wird in den nächsten Jahren...

es geht bestimmt noch billiger als 0.85% p.A. Kosten

Gruss
Avatar
schrieb am 15.02.07 22:30:51
Beitrag Nr.298 
(27.733.478)
Antwort
Zitat
Was sagen eigentlich „unabhängige Experten“ zum Thema Markt timen.. Stock picken ??
Ich erlaube mir für euch mal so einige Experten „sprechen“ zu lassen. Viel Spass.

Market Timing

http://www.expat.ca/peterlynchcommentary.pdf
hier eine Quelle für das Original Interview in Englisch

hier die Deutsche Version (ich schneide nur das wichtigste raus)

Interview mit Peter Lynch (Vize Präsident Fidelity)
Peter Lynch zur Situation am US-Aktienmarkt nach den Anschlägen vom 11. September

Am 11. September 2001 hat sich das Leben der Menschen in den USA verändert. Nach den ersten Tagen des Schocks wurden die Märkte am 17. September wieder für den Handel geöffnet und die Menschen versuchen nun, den Weg zurück zur Normalität und zum Alltag zu finden. Angesichts der ungewissen Situation fragen sich viele Anleger: "Wie geht es weiter mit dem Aktienmarkt, mit der Wirtschaft, und wie sollte ich mich jetzt verhalten?"
Im folgenden Text versucht Peter Lynch, zu diesen Fragen Antworten zu geben und zu erklären, warum er trotz der schrecklichen Ereignisse weiterhin fest an den US-Aktienmarkt glaubt.

Peter Lynch ist Vice Chairman der Fidelity Management & Research Company. Er kam 1969 als Analyst zu Fidelity und leitete von 1977 bis 1990 den legendären Fidelity Magellan Fund (nur für US-Anleger erhältlich). Peter Lynch ist Autor mehrerer Bestseller zum Thema Aktienanlage ("Der Börse einen Schritt voraus", "Aktien für alle").

Die US-Märkte sind seit ihrer Wiedereröffnung sehr volatil gewesen und hatten zunächst starke Einbrüche zu verzeichnen. Diese Volatilität ist jedoch nichts Neues, sondern historisch gesehen eine normale Begleiterscheinung an den Börsen. Seit 1970 ging der USAktienmarkt 21-mal um mehr als 10% zurück und 8-mal um mehr als 20%. Kurzfristig gesehen müssen wir mit einer unruhigen und schwierigen Börsenperiode rechnen.

Wie geht es weiter am Aktienmarkt?
Obwohl ich seit über 30 Jahren im Investmentgeschäft tätig bin und viele schwierige Augenblicke miterlebt habe - etwa den Börsencrash von 1987 (als der Dow Jones an einem einzigen Tag um 23 % einbrach) sowie fünf Rezessionen -, kenne ich die Antwort auf diese Frage immer noch nicht. Niemand kann mit Gewissheit vorhersagen, in welche Richtung die nächsten 1.000 Punkte uns führen werden. Marktschwankungen sind wohl keine angenehme, aber eine normale Erscheinung. Wichtig ist es für uns Anleger, nicht aus den Augen zu verlieren, aus welchen Motiven heraus wir uns eigentlich am Aktienmarkt engagieren.

• Wenn wir an der Börse investieren, kaufen wir Anteile an Unternehmen. In der Geschichte der USA hat es Hunderte großartiger Unternehmen gegeben. Im folgenden will ich keine Empfehlung für ein bestimmtes Unternehmen aussprechen. Einige werden weiterhin gute Geschäfte machen, andere werden vielleicht im Laufe der Zeit verschwinden, aber betrachten wir einfach mal ein paar Beispiele. In den vergangenen Jahrzehnten haben Unternehmen wie Johnson & Johnson, General Electric, Coca-Cola, Wal-Mart, Disney und McDonald's ihre Gewinne kontinuierlich steigern können. Zudem gibt es Dutzende von Unternehmen, die erst vor 20 Jahren gegründet wurden und sich zu echten Erfolgsstories mit beeindruckendem Gewinnwachstum entwickelten - Unternehmen wie Microsoft, Dell, EMC, Home Depot, Amgen und Staples, um nur einige zu nennen. Und auch in den kommenden Jahrzehnten werden Dutzende neuer, profitträchtiger Unternehmen den Markt erobern und weiter vorantreiben.

• Seit dem zweiten Weltkrieg sind die Unternehmensgewinne um das 63fache, der Aktienmarkt um das 71fache gestiegen - obwohl es neun Rezessionen und viele andere wirtschaftliche Rückschläge gab. Der Gewinn pro Aktie hat aller Schwächephasen zum Trotz jährlich im Schnitt um 9% zugelegt. Diese neun Prozent klingen vielleicht nicht besonders aufregend, aber bedenken Sie, dass sich die Gewinne damit nach acht Jahren mathematisch verdoppeln, nach 16 Jahren vervierfachen, nach 32 Jahren versechzehnfachen und nach 48 Jahren um das 64fache gestiegen sind. Selbst wenn die Gewinnwachstumsrate auf 6% bis 7% sinken sollte, werden die akkumulierten Gewinne über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren immer noch beeindruckend ausfallen.

• Die Aktienmärkte schauen nach vorne, in die Zukunft - dies kann ich mit Gewissheit behaupten. Auch wenn wir derzeit vor einer schwierigen Situation stehen: Jede wirtschaftliche Erholung seit dem zweiten Weltkrieg wurde von einer Rally am Aktienmarkt eingeleitet. Und solche Rallies beginnen oft dann, wenn die äußeren Umstände eher düster sind.

Sicher werden die jüngsten Ereignisse manche Unternehmen und Branchen stärker treffen als andere. Langfristig jedoch bin ich überzeugt, dass die Unternehmensgewinne in 10 Jahren höher sein werden als heute, in 20 Jahren sogar drastisch höher. Und die Märkte werden diesem Trend entsprechend folgen.

Was sollte man in den nächsten Tagen und Wochen tun?
Meine Ansichten haben sich in den letzten zwei Wochen nicht geändert, ebenso wenig wie in den letzten zwei Jahren oder den letzten 20 Jahren. Und sie werden sich auch in zwei Jahren oder in 20 Jahren nicht ändern. Geld, das Sie in absehbarer Zeit für eine Hochzeit, eine Anzahlung beim Hauserwerb oder das Studium Ihrer Kinder brauchen, sollten Sie nicht am Aktienmarkt investieren.

Wenn Sie jedoch ausreichende Mittel für Ihre kurzfristigen Bedürfnisse zurückgelegt haben, dann haben Sie die Zeit auf Ihrer Seite und der Aktienmarkt ist genau der richtige Ort zum Investieren, wie die Geschichte gezeigt hat. Und wenn ich von langfristig rede, meine ich nicht etwa "Mittwoch in drei Wochen", sondern mindestens fünf, zehn oder zwanzig Jahre. An den Börsen gibt es immer wieder mal schwierige Zeiten, die jetzige Situation zählt dazu. Aber wenn Sie über die vergangenen 15, 30 oder 50 Jahren am Markt investiert waren, sind Sie heute sicher glücklich darüber, allen schmerzvollen Zeiten zum Trotz.

Sicher: Trader und Market-Timer, also Anleger, die je nach Marktlage ständig kaufen und verkaufen, können die schlechten Monate teilweise umgehen - dafür werden sie aber auch einige der guten Monate verpassen. Aufwärtsbewegungen an der Börse erfolgen oft sehr schnell. Wer über die vergangenen 40 Jahre ständig in den Markt ein- und ausgestiegen ist und dabei die 40 besten Monate verpasste, reduzierte seine jährliche Durchschnittsrendite von 11% auf 3% (also weniger, als ein Geldmarktfonds eingebracht hätte). Market Timing heißt Spekulieren und zahlt sich selten oder gar nicht aus.

Wie oben schon erwähnt: Niemand kann mit Sicherheit sagen, ob die nächsten 1.000 oder 2.000 Punkte am Markt nach oben oder unten gehen werden - dass jedoch die nächsten 10.000, 20.000 und 40.000 Punkte aufwärts führen, davon bin ich überzeugt. In Industrie, Gesundheitswesen und Technologie hat es unglaubliche Innovationen gegeben. Wir haben den Niedergang des Kommunismus und den Aufschwung der freien Marktwirtschaft erlebt. Inzwischen gibt es ABS-Bremsen, Scanner an der Supermarktkasse, tiefgreifende Verbesserungen in der Herzchirurgie, künstliche Hüften und Nieren, Medikamente zur Heilung und Behandlung von Bluthochdruck, Cholesterin und anderen schweren Krankheiten. Diese Heilmethoden, Erfindungen und Innovationen schaffen Arbeitsplätze, machen Unternehmen effizienter und steigern den Wohlstand weltweit.

kurzer Text noch von mir:
Peter Lynch ist bis heute einer der erfolgreichsten Fonds Manager weltweit (er ist schon länger in "Rente" jetzt...). Es gibt nur wenige die nachweislich über einen Zeitraum von 30 Jahren eine derartige Rendite (Überrendite zum Index) einfahren konnten. Und wer hätte vor 30 Jahren in den von Ihm verwalteten Fonds investiert (Magellan)? Bis heute haben die Nachfolge Manager des Magellan nicht an die Performance des Peter Lynch anschliessen können.

Bücher im Original von Ihm:
One Up On Wall Street
Beating the Street

Wer günstig gebraucht rankommt an die dt./engl. Version soll sich die Bücher ruhig kaufen. Ansonsten sind die Bücher nicht zu empfehlen. Es geht zuviel um Stockpicking! Und das ist gefährlich. Viel kann der interessierte Anleger sich auch KOSTENLOS ergoogeln von den Weisheiten des Lynch. Einige Gedanken von Ihm sind sehr gut. Und er sagt letztendlich auch, dass Index Investments / Asset Allocation und stures, langweiliges, langes Halten besser als 99% aller Manager und Experten sind.
Avatar
schrieb am 15.02.07 22:39:08
Beitrag Nr.299 
(27.733.590)
Antwort
Zitat
und jetzt was hochinteressant.. die "Quelle" verrate ich später ..

Wie richtig ist der "richtige Zeitpunkt"?

In einem schwierigen Börsenumfeld ist die Versuchung immer groß, Phasen der Volatilität mit stark schwankenden Kursen zu vermeiden, indem man die entsprechenden Aktien schnellstmöglich abstößt, um sie zu einem späteren Zeitpunkt, wenn sich die Situation stabilisiert hat, zurückzukaufen.

Aber lohnt sich diese Strategie des Market-Timing überhaupt? Eine Studie zu dieser Strategie kommt zum Schluss:

Unsere Untersuchungen haben ergeben, dass sich die Gewinne am Aktienmarkt an wenigen, außergewöhnlich starken Börsentagen häufen. Davon abgesehen sind die stärksten Anstiege des Marktes oft unmittelbar nach drastischen Abstürzen zu beobachten, also genau dann, wenn viele Anleger aus dem Markt ausgestiegen sind. Nur allzu schnell werden so die besten Gewinnchancen vertan.

Im folgenden Beispiel hat das Verpassen der besten 40 Tage in 15 Jahren (also nur drei Tage pro Jahr) die Renditen auf drastische Weise geschmälert.

Markt Index Voll investiert Beste 10 verpasst Beste 20 verpasst Beste 30 verpasst Beste 40 verpasst
GB All Share +11,0% +7,8% +5,5% +3,6% +1,8%
USA S&P 500 +11,6% +8,2% +5,5% +3,2% +1,3%
Deutschland DAX 30 +9,7% +4,9% +1,3% -1,5% -4,0%
Frankreich CAC40 +11,2% +6,7% +3,6% +0,9% -1,6%
Hongkong Hang Seng +15,5% +8,9% +4,9% +1,6% -1,3%

Wer also an wenigen wichtigen Tagen nicht am Markt investiert war, musste erhebliche Gewinneinbußen hinnehmen! Unserer Ansicht nach ist das Risiko, solche Tage zu verpassen, für langfristig orientierte Anleger einfach zu groß.

Natürlich wollen wir damit nicht bestreiten, dass ein Anleger spektakuläre Gewinne erzielen kann, wenn er den besten Kauf- und Verkaufszeitpunkt richtig abschätzt. Die folgende Tabelle zeigt die Renditen bei einem Marktausstieg während der schlechtesten Börsentage über den gleichen Zeitraum.


• Es ist nahezu unmöglich, den Markt Tag für Tag präzise einzuschätzen.
Der richtige Zeitpunkt für Kauf und Verkauf kann selbst von Experten nicht regelmäßig mit Genauigkeit bestimmt werden. Das haben die Menschen versucht, seitdem Aktien gehandelt werden - mit geringem oder gar keinem Erfolg.

• Die schwächsten Tage folgen oft sehr kurz vor oder nach den besten Tagen.
Gleichzeitig neigen zahlreiche Investoren dazu, nach einem Aufschwung zu verkaufen. Wer den richtigen Kauf- und Verkaufszeitpunkt abpassen will, erhöht sein Risiko aufgrund der Tatsache, dass die besten und schlechtesten Börsentage oft eng aufeinander folgen. Und das mit ernsthaften Konsequenzen, wie man der ersten Grafik oben entnehmen kann. Wir glauben, dass die Anleger die Risiken des Market-Timing vermeiden können, indem sie langfristig voll investiert bleiben.

Der Einstieg am Markttief: Lohnt er die Mühe?

Man kann das Market-Timing aber auch noch unter einem anderen Aspekt betrachten. Wir haben untersucht, inwiefern die Renditen davon beeinflusst wurden, zu welchem Zeitpunkt ein Investment getätigt wurde.

Unsere Untersuchung deckt fünf wichtige Aktienmärkte über einen 30-jährigen Zeitraum von 1973 bis 2003 ab. Wir haben die Renditen von drei Anlagen in identischer Höhe errechnet, die jedes Jahr zum gleichen Zeitpunkt getätigt wurden: nämlich zum günstigsten Kurs (Tiefstand), zum teuersten Kurs (Höchststand) und zu einem willkürlich gewählten Datum (hier zum 1. Januar).

Es besteht durchaus ein Unterschied zwischen den Gewinnen, doch dieser Unterschied fällt geringer aus als vielleicht erwartet. Und dabei darf man nicht vergessen, dass es sich hier um ein rein theoretisches Beispiel handelt, in dem wir Jahr für Jahr von der exakten Bestimmung des höchsten bzw. niedrigsten Kurses ausgegangen sind. In der Praxis ist dies noch keinem Anleger gelungen!

Die Studie ist von FIDELITY (nicht unbekannt für die meisten hier)

den Link zu der Studie haben wir hier:
http://www.fidelity.de/knowhow/invest/volatility/timing.html

jetzt möchte ich gerne ketzerisch sein. Damit der Punkt besser herausgestellt wird.

Warum tradet der durchschnittliche Fonds zwischen 25% bis 100% !! seiner Aktien im Verlaufe eines Jahres komplett durch? Wer verdient letztendlich daran? Der Anleger ... oder ?.... mal nachdenken..

zum fröhlichen Gedankenaustausch lade ich alle herzlich ein.
Avatar
schrieb am 15.02.07 23:50:08
Beitrag Nr.300 
(27.734.219)
Antwort
Zitat
When it comes to the stock market, there are
two kinds of investors. Those who don't know
where the market is going, and those who don't
know that they don't know where the market is
going.
(Bradford Cornell)


Es gibt eine ganze Reihe interessanter Studien:

z.b.

Die Performance-Zufluss-Beziehung (bei amerikanischen Fonds gut untersucht) lässt optionsähnliche Anreize für Fondsmanager entstehen, die zu einem Risikoverhalten führen können, das nicht im Sinne der Anteilseigner ist. Fondsmanager weichen aufgrund dieser Risikoanreize von einer aus Anlegersicht effizienten Portfolioallokation ab. Und das führt dann noch dazu dass Fondsgesellschaften ihre besten Fonds auf Kosten schlechterer Fonds durch Quersubventionen fördern, da dies zu höheren erwarteten Zuflüssen führt.


oder


In Märkten mit Discount-Brokern führt das höhere Handesvolumen zu einer geringeren Rendite.

Siehe etwa google zu Barber/Odean

Untersucht wurden über 60.000 amerikanische Privatinvestoren, die ihr Depot bei einem Discount Broker führten:
* Der durchschnittliche Privatinvestor hatte eine Verzerrung gegenüber dem Marktportfolio zu Aktien mit hohem Beta,
* zu kleinen Gesellschaften
* und zu Value-Stocks und
* hat das Portfolio zu 75% im Jahr gedreht
* die von 1991 bis 1996 von diesen Investoren erzielte Rendite betrug 16,4%, während der Marktindex 17,9% in dieser Zeit gebracht hätte
* jene Privatinvestoren, die am aktivsten ihr Portfolio umgeschichtet haben, kamen nur auf eine Rendite von 11,4%
* Aktives Portfoliomanagement kostet zwischen 1,5% und 6,5% per annum gegenüber dem Index.

Warum sollen Fondsmanager da besser sein? ;)


Als Ergänzung würde ich dann auch noch

Benoit Mandelbrot - Fraktale und Finanzen
Piper Verlag 2005

empfehlen. Dort wird neben dem market timing auch über andere Schwachstellen der modernen Finanzmathematik berichtet.

Siehe auch
http://www.zeit.de/2006/22/GS-Streitgespr-ch_xml?page=1


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