Antwort auf Beitrag Nr.:
27.417.942 von ichundnichtdu am 04.02.07
15:17:05@ ichnichtunddu
Bitte gehe davon aus, dass ich auch nicht ganz blöd bin.
Sorry, wollte nicht diesen Eindruck erwecken. Daß die
lastenverteilung auf mehrere Jahre sinnvoll ist, steht außer Frage.
Entscheidend ist aber, das dein FA das auch so sieht.
Klar ist: Jede unternehmerische Beteiligung ist mit Risiken
verbunden. So auch Medienfonds. Ich habe in den letzten Jahren
viele Prospekte gelesen. Und überall steht drin, daß für den
(wirtschaftlichen) Erfolg des Films keinerlei Garantie übernommen
wird, weil man den Publikumsgeschmack nicht vorhersehen kann usw.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Denn sonst könnten wir alle ja auch
die lottozahlen vorhersagen.
Eine Ausnahme sehe ich da beim VIP, denn hieß der ja nicht gleich
"Garantiefonds"? Soweit ich das heute noch zusammenbringe, wurde
doch damals damit geworben, daß Banken eine Art Kapitalgarantie
abgegeben haben. Prospekt studieren! Wurde mir mit einleuchtenden
Argumenten zum Glück ausgeredet. Und 2002 war eigentlich noch
nichts bekannt, wie diese Filme alle mal laufen würden. Folglich
konnte dein Berater - über die dargestellten Risiken hinaus - davon
auch noch nichts wissen. Allerdings dürfte er ein Problem haben,
wenn Du ihm
nachweisen kannst, die in den Prospekten klar
herausgestellten Risiken verharmlost zu haben. VIP wurde meines
Wissens weit überwiegend über die Commerzbank vertrieben.
Mediastream ist, soweit ich weiß, auch ein Bankprodukt. Von dem
Fonds soll der eine Film ganz gut, aber der andere, viel größere,
grottenschlecht gelaufen sein.
Ich muß allerdings zugeben, daß gerade Boll unglaublich überzeugend
auftreten kann. Den habe ich mal auf einer Veranstaltung erlebt, wo
ich von meinem Ex-Berater hingekarrt wurde. Die waren alle an
seinen Lippen gehangen, jedes Wort war wie eine Offenbarung! Ich
kam mir vor wie im falschen Film. Bekannte von mir, welche noch am
selben Abend gezeichnet hatten,
wollen heute noch glauben,
daß alles gut wird. Mag ja sein, daß das böse Publikum, die bösen
Kritiker den Erfolg verhinderten, aber das tut leider nichts zur
Sache.
Wenn ich die Gesellschaften erst selbst analysieren muss, spare
ich mir das Agio und beteilige mich direkt.
Sorry, aber das ist kein gutes Argument. Ich muß zumindest einen
groben Überblick über das haben, woran ich mich beteilige. Gerade
wenn es um viel Geld geht. Beispiel: Du gibst deine Steuererklärung
ab, die der Steuerberater erstellt hat.
DU allein haftest
gegenüber dem Finanzamt für falsche Angaben. Die interessiert es
nämlich gar nicht, wenn du sagst, Manno, das wußte ich doch alles
nicht. Dann hätte ich die Erklärung ja gleich selber machen
können.
Also: Ich habe mal versucht, mit wieder vielen Worten, dir eine
möglichst objektive EInschätzung der Situation zu geben. Letztlich
kann es einen Versuch wert sein, mit einem guten Anwalt zu reden.
Aber große Chancen sehe ich da eigentlich nicht.