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Seite 7 von 9

Beraterhaftung bei Vermittlung von geschlossenen Fonds (insbesondere steueroptimierenden Medienfonds ( Seite 7)

Diskussionsstatistik
eröffnet am 04.02.07 12:58:26
von
neuster Beitrag 30.10.07 11:26:31
von

Anzahl Beiträge: 87
Aufrufe gesamt: 14.922
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Diskussionsnr.: 1.109.567
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Avatar
schrieb am 22.05.07 16:41:27
Beitrag Nr.61 
(29.420.900)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.417.626 von Ballyclare am 22.05.07 13:51:57Hallo nochmal!

Wichtig ist nicht nur die Information über kick - back an sich, sondern über die Fragwürdigkeit dieser Verfahrensweise.

Eine beratende Bank, die solche Zahlungen entgegen nimmt, gefährdet dadurch den Kunden. Über diese von ihr geschaffene Gefährdung hat sie aufzuklären, damit der Kunde erkennt, dass unseriös gearbeitet wird. Hat er das verstanden, gibt's keinen Abschluss. Also lässt man es als Bank lieber gleich mit dem kick - back. Sollte man annehmen dürfen.

Wer ein kick - back verspricht, muss doch einem anderen was vom Kuchen abgeben. Der verbleibende Teil wird dadurch für ihn und den Kunden kleiner. Zu welchen Lasten geht das wohl?

Das kick - back wird um so höher sein, wie sich das Produkt schwerer verkauft, als das der Konkurrenz. Warum verkauft sich ein Fonds schwer, - weil er schlecht ist oder bei einem anderen das kick - back höher. Also legt man selber nach und auf einmal hat man ein beliebtes Produkt anzubieten, weil so häufig empfohlen. Und der Kunde glaubt, die Bank gibt sich für ihn diese ganze Mühe mit der Beratung, damit er das beste bekommt und zufrieden ist.

Ich verstehe den BGH nicht so, dass er mit dem kick - back einverstanden ist, wenn es offen gelegt wird, sondern erwartet, dass auf die Gefährdung unmißverständlich hingewiesen wird. Käme man dem konsequent nach, hätte sich das Thema bald erledigt. Wir werden sehen.

Der normale Anleger ist nicht so versiert, wie das Forum. Er verlässt sich auf die Empfehlung, die er von seinem Berater bekommt, dem er vertraut. In dieser positiven Grundhaltung versteht er den Prospekt nicht. Erst wenn er das Problem am eigenen Leibe erfahren hat und nochmal nachliest, findet er eine Warnung, die jetzt einen Sinn ergibt. Das ist die Kunst der Formulierung.

Da sollte der Bankberater eigentlich die Lösung sein. Wie will der aber aus dem Spagat raus zwischen Provision und Umsatz einerseits, unabhängigem Rat andererseits? Die Rechtsprechung lässt es deshalb für eine Haftung ausreichen, dass der Kunde durch Provisionsrückvergütung objektiv gefährdet ist.

Daraus sollte man als geschädigter Anleger Konsequenzen ziehen. Wenn es die Mehrheit hinnimmt oder vom Problem und seiner Lösung nichts weiß, wird sich kaum was ändern.

Gruß, Finanzanwalt
Avatar
schrieb am 22.05.07 18:45:15
Beitrag Nr.62 
(29.422.954)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.417.626 von Ballyclare am 22.05.07 13:51:57@ Bally
Also zunächst mal möchte ich an dieser Stelle wieder mal klarstellen, dass ich selbstverständlich jedem der gerippt worden ist wünsche, dass er/sie sein Geld wieder zurückbekommt (z.B. bei den Jungs von der LBB).

Aber

1. eine Investition rein aus steuerlichen Gründen zu zeichnen ist bereits ein grobes Foul, wird gerne von den beratenden Berufen empfohlen, ohne das Sachkenntnis vorhanden wäre. Oft genug erklärt und davor gewarnt.

2. Ein Steuerstundungsmodell - und um die geht es in der Summe - fremd zu finanzieren, erhöht das Risiko exponentiell, weil Finanzierungshebel immer in beide Richtungen wirken können (am besten noch deshalb fremdfinanziert, weil das zu stundende, vermeintliche Steuerkapital bereits ausgegeben wurde) - zweites Foul.

3. Was war der eigentliche Grund für dieses Verhalten? Vermutlich steuerspargierfristhirn. Bei uns in der Republik - teilverständlich nachvollziehbar - sehr verbreitet und bis zum Exzess betrieben und völlig irrational und unreflektiert. Siehe 1.

Deshalb tauchen auch immer dieselben Geschädigten auf. Bei den Bauherrenmodellen hat es angefangen, dann kamen Ostimmobilien und Medienfonds, oder mit 500% Hebel fremdfinanzierte britische Lebensversicherungen; aktuell bieten Kieferorthopäden wieder Natoimmobilien im bayrischen Wald an. 380000 € komplett fremdfinanziert, dafür gibts ein paar Kröten Umsatzsteuer zurück und ein paar € Abschreibung. Wen interessiert es jetzt, das die Buden in 10 Jahren nur noch 180000 wert sind? Warum kaufen die Jungs trotzdem immer wieder? Ist das Schmerzensgeld nicht hoch genug? Sind sie nicht lernfähig?

Triffst Du Deine Kaufentscheidung nach der Höhe der Provision, die Dein Berater bekommt? Ich nicht.

Wenn ich als Anleger weis, dass ein Produkt mit x Prozent verprovisioniert wird ist es mir völlig schnurz wieviel der jeweilige einzelne Berater bekommt. Meine Kostenbelastung entsteht nicht aus dem, was der Berater bekommt, sondern was in Summe fließt.

Ich betrachte eine Anlage aus rein wirtschaftlichen Erwägungen, entweder es passt oder eben nicht (im Moment leider eher Letzeres).

@Fachanwalt

Warum gefährdet die Bank Ihren Kunden durch das Kickback? Es ist in der Summe in den Provisionen enthalten, die der Kunde eh bezahlt hat/hätte. Und er kann es auch erkennen, wenn er den Prospekt liest. Hallo Eigentum verpflichtet!

Lest Ihr/Eure Mandanten eigentlich die Verträge über mehrere zigtausend Euro die Ihr/Sie verballertn nicht vorher durch?

Der Kaufvertrag für ein 30000 € Auto wird doch auch 10mal durchgelesen, oder?

Bei uns sind Leute eingelaufen, die verhandeln beim Kauf eines Gebrauchtwagens für 3000 € 5 Stunden mit dem Händler über einen Satz Fußmatten und dann wird beim nächst besten Deppen der über die Wohnungsschwelle läuft eine Blankovollmacht über den Kauf eines Einzimmerwohnklos im Wert von 35000 € zum Preis von 80000 € in Irgendwo unterzeichnet.

Und zu Deinem vorletzten Absatz fällt mir gar nichts mehr ein, ehrlich. Da sollte der Bankberater eigentlich die Lösung sein. Wer verballert seit Jahrzehnten das meiste Geld in Deutschland. Bank und Versicherungen. Es ist mir völlig unverständlich, wie es speziell die Banken geschafft haben, sich bei Ihrem Geschäftsgeahren einen solch guten Ruf zu erhalten. Deine Urteile belegen eindeutig, dass beieiner Bank keine Beratung stattfindet.

Ich verstehe nicht und finde es viel bedenklicher, dass bei uns jeder Heinz für 20 € ein Gewerbe anmelden und Anlagen beraten/verkaufen kann . Es ist unseriös über Provisionskickbacks zu verhandeln, solange nicht einmal sichergestellt ist, dass der Berater auch beraten kann. Keine Fachkunde, keine Zulassung, keine Falschberatung. Egal ob bei der Bank, Versicherung oder im freien Vertrieb. Die EU Richtlinie wäre dafür genau richtig gewesen, aber die wurde an die beiden o.g. Lobbys verkauft. Ändern wird sich hier im Vertrieb deshalb fast nichts.

Viele Grüße


Kickaha
Avatar
schrieb am 22.05.07 19:36:24
Beitrag Nr.63 
(29.423.882)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.422.954 von kickaha am 22.05.07 18:45:15@ Kickaha

Hallo, langsam kann ich Deinen Namen auswendig schreiben!

Kick - Back ist nicht einfach ein Kostenfaktor, sondern das Schmiergeld, das dazu gezahlt wird, der Bank, etc., den Anreiz zu bieten, gerade dieses Produkt zu empfehlen. Seinen Schnitt macht der Fondsaufleger zusätzlich und der Vermögensverwalter nimmt neben dem Kick - Back, das er von der Bank/Sparkasse bekommt, auch noch seine Verwaltergebühr und die Gewinnbeteiligung. Ohne Schmiergeld, das immer der Kunde zahlt im Gesamtpreis, wäre das Produkt billiger, d. h. als Anlage schon deshalb besser und damit eigentlich empfehlenswerter.

Manche Bank lässt sich für die Empfehlung eines Fonds 90% vom Aufschlag, sagen wir 4,5%, als Kaufprovision vergüten und weitere 1% p. a. als Bestandsprovision. Macht auf 10 Jahre mehr als 14%, die dem Kunden an Performance fehlen. Er glaubt aber, er hat ihr bei Anschaffung nur 1% All - in - fee bezahlt und die jährliche Depotgebühr von € 35,-. Macht im 1. Jahr für die Bank 5,5% und dann nochmal auf Jahre was für's liegen lassen. Sprachgebrauch Bank: Zuwendung zur Festigung der Nachhaltigkeit des Vertriebserfolgs!

Wenn man das als normale Gebühr unmittelbar vom Kunden verlangt als Honorar für den Rat, beginnt, was Du vom Autohändler kennst: Der Wettbewerb. Der soll doch die Seele unserer Volkswirtschaft sein. In dem System jetzt scheint ihn eine Anbietergruppe aber noch mehr zu fürchten, als den Gesetzgeber. Die Vorschriften, nach denen Kick - Back sogar strafrechtlich relevant sein kann, gibt es schon länger als 100 Jahre.

Die Gefährdung des Kunden ist, dass der Rat, den er bekommt, nicht allein an seinem Interesse ausgerichtet ist, sondern eventuell auch an dem seines vermeintlichen Beraters an möglichst hoher Rückvergütung. Allein diese Möglichkeit disqulifiziert den Berater und das muss die Bank offenlegen.

Diese Zusammenhänge sind auch für Juristen schwer zu verstehen. Je simpler die Rechtsverletzung und je höher im Ansehen der Richter der Verletzer, um so schwerer die Erkenntnis. Das ist heute in der Neuzeit (?) noch so, wie zu Kaiser's Zeiten und darauf kalkulieren die, die von einem System profitieren, das man vermeintlich nur von anderen Flecken des Globus kennt.

Gruß, Finanzanwalt
Avatar
schrieb am 23.05.07 09:19:02
Beitrag Nr.64 
(29.429.377)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.422.954 von kickaha am 22.05.07 18:45:15@ kickaha

1. eine Investition rein aus steuerlichen Gründen zu zeichnen ist bereits ein grobes Foul, wird gerne von den beratenden Berufen empfohlen, ohne das Sachkenntnis vorhanden wäre. Oft genug erklärt und davor gewarnt

Ich weiß, es ist in heutigen Zeiten schon fast unanständig Steuern sparen zu wollen. Aber für einen Anleger machte es durchaus Sinn in Zeiten einer sehr hohen Steuerbelastung diese Art Beteiligung zu suchen, um sie dann im Rentenalter ( keine oder nur niedrige Steuerbelastung ) zu verkaufen ( so dann möglich - aber das ist ein anderes Problem ).
Die meisten Anleger haben wohl nicht nur aus reinen Steuerspardenken gezeichnet, sondern haben diese Möglichkeit einfach nur dankbar mitgenommen.


Triffst Du Deine Kaufentscheidung nach der Höhe der Provision, die Dein Berater bekommt? Ich nicht.

Es ist wichtig zu wissen, ob der Berater/ Vertrieb 4% oder 15% ( sag nicht, das sei zu viel ) Prov. erhalten hat. Es ist mein Geld, das ich indirekt zahlen muß.Um das sich der Kaufpreis auch indirekt erhöht hat. Das will ich wissen. Diese Mauschelei hinter dem Rücken des Anlegers ist aus meiner Sicht schlicht unanständig.
Ehrlicher wäre eine Gebührentabelle , nach der der Berater direkt vom Anleger bezahlt wird.
Denkbar wäre auch eine Art Erfolgsbeteiligung. Hätte ich kein Problem mit.

@ Finanzanwalt

Der normale Anleger ist nicht so versiert, wie das Forum. Er verlässt sich auf die Empfehlung, die er von seinem Berater bekommt, dem er vertraut. In dieser positiven Grundhaltung versteht er den Prospekt nicht. Erst wenn er das Problem am eigenen Leibe erfahren hat und nochmal nachliest, findet er eine Warnung, die jetzt einen Sinn ergibt. Das ist die Kunst der Formulierung.

Ich würde es eher als die Kunst der Täuschung bezeichnen.

Gruß und Dank an Euch Bally
Avatar
schrieb am 23.05.07 10:38:21
Beitrag Nr.65 
(29.430.774)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.429.377 von Ballyclare am 23.05.07 09:19:02Hallo,

der Punkt ist nicht, dass Provisionen sowieso gezahlt werden. Dann könnte man sie ja auch offenlegen.

Es geht darum, dass der Zahler den Berater für sich einnehmen und beeinflussen will. Das ist der Interessenkonflikt, den die Rechtsprechung beanstandet. Der Berater soll sich nicht um seinen Vorteil Gedanken machen, sondern allein um den seines Kunden.

Das ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Bei Vorgaben von Verkaufsergebnissen, Zielerreichungsanalyse und anschließendem Gespräch mit dem Abteilungsleiter ist die Realität heute eine andere. Mit Kick - Back hält man Produktlinien am Leben, von denen alle profitieren, einschließlich Berater, nur der Kunde nicht. Und damit der nichts merkt gibt es ja die Beratung.

Da hat die Rechtspflege, an deren Anfang der Kläger steht, ohne den ein Richter nicht ein Urteil spricht, ihren Sinn. Einmal im kokreten Einzelfall, dann in der Gesamtschau. Ich sagte schon mal: Wenn schlechte Beratung teuer wird, hört sie auf.

Viele Leute sind rechtsschutzversichert. Hat man den Schadensersatzanspruch gegen eine Bank, besteht keine Sorge wegen Realisierbarkeit. Gab es Kick - Back hinterm Rücken des Kunden hat man die Rechtsprechung des BGH auf seiner Seite und eine echte Chance.

Gruß, Finanzanwalt
Avatar
schrieb am 23.05.07 13:36:49
Beitrag Nr.66 
(29.433.959)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.422.954 von kickaha am 22.05.07 18:45:15@ Kickaha

Hallo, hatte noch nicht alles beantwortet:

Lest Ihr/Eure Mandanten eigentlich die Verträge über mehrere zigtausend Euro die Ihr/Sie verballertn nicht vorher durch?

In den Texten findest Du als Laie (und die lassen sich schlechte Fonds empfehlen) nichts, wenn Du nicht weißt, was Du suchst. Anders der Richter, der erst die Klage liest und weiß, wo das Problem ist, auf das er dann in den Unterlagen sofort den passenden Hinweis findet. Da der Berater dem Kunden sagt: Alles bestens! erwartet der doch nicht, das Gegenteil im Prospekt zu finden. Wenn man als normaler Anleger mit den Worten des Beraters im Ohr, die genau dem entsprechen, was man zu hören gehofft hatte, den Prospekt oft auch noch erst am 23.12. anläßlich der Unterschriftsleistung bekommt, bleibt einem doch nichts, als der Empfehlung zu folgen. Schließlich sollte die Nein! lauten, wenn Gefahr droht. Wozu denn der Berater, wenn man nicht glauben darf, er habe auch den Prospektinhalt in seine Beratung einfliessen lassen und trotzdem nichts zu beanstanden?

Der Kaufvertrag für ein 30000 € Auto wird doch auch 10mal durchgelesen, oder?

Da gilt sinngemäß nichts anderes. Er enthält meist nur eine Bezugnahme auf den Prospekttext.

Bei uns sind Leute eingelaufen, die verhandeln beim Kauf eines Gebrauchtwagens für 3000 € 5 Stunden mit dem Händler über einen Satz Fußmatten und dann wird beim nächst besten Deppen der über die Wohnungsschwelle läuft eine Blankovollmacht über den Kauf eines Einzimmerwohnklos im Wert von 35000 € zum Preis von 80000 € in Irgendwo unterzeichnet.

Nichts gegen Gebrauchtwarenhändler, aber bei einem Finanzberater hat man heute allgemein noch kein Problembewußtsein, sondern volles Vertrauen. Das wird nach meinen Erfahrungen planmäßig ausgenutzt. Kick - Back ist nur eine Variante.

Und zu Deinem vorletzten Absatz fällt mir gar nichts mehr ein, ehrlich. Da sollte der Bankberater eigentlich die Lösung sein.

Das meinte ich ironisch.

Ich verstehe nicht und finde es viel bedenklicher, dass bei uns jeder Heinz für 20 € ein Gewerbe anmelden und Anlagen beraten/verkaufen kann . Es ist unseriös über Provisionskickbacks zu verhandeln, solange nicht einmal sichergestellt ist, dass der Berater auch beraten kann. Keine Fachkunde, keine Zulassung, keine Falschberatung. Egal ob bei der Bank, Versicherung oder im freien Vertrieb. Die EU Richtlinie wäre dafür genau richtig gewesen, aber die wurde an die beiden o.g. Lobbys verkauft. Ändern wird sich hier im Vertrieb deshalb fast nichts.

Ich bin skeptisch, dass eine bessere Ausbildung allein die Lösung bringt. Gesetze haben wir genug, ohne dass weniger betrogen würde. Stattdessen sollte man nicht unterschätzen, was eine konsequente Rechtsprechung für praktische Folgen hat. Die bekommt man aber nicht frei Haus geliefert, sondern muss sich als Geschädigter nach kompetenter Hilfe umsehen und sich mit der Klage zur Wehr setzen. Der BGH hat mit seiner Rechtsprechung zum Kick - Back eine Steilvorlage gegeben. Damit ist ein Prozess zwar kein Selbstläufer und man wird weiterhin jeden einzelnen Fall betrachten müssen. Die Aussichten sind jedoch erheblich besser, als vor dieser Rechtsprechung.

Gruß, Finanzanwalt
Avatar
schrieb am 23.05.07 14:24:46
Beitrag Nr.67 
(29.434.795)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.433.959 von Finanzanwalt am 23.05.07 13:36:49Bietet doch dieser Branche, welche mit Sicherheit genauso gierig ist wie Banken, die zugegebenermaßen im Bereich der geschlossenen Fonds einen sehr schlechten Job machen (meist mangels Kompetenz, nicht böswillig, wobei ich nicht weiß was trauriger ist) , hier kein Forum.

Möchte nicht wissen wie hoch der "Graumarktanteil" im Bereich der Anwälte ist, welcher Mandanten zu klagen rät, die im vornherein aussichtslos sind, ob mit oder ohne Rechtsschutzversicherung.

Die letzten 2 Jahre ist immer mehr zu beobachten wie sich dieser Stand, für den m.W. nach ein aktives Werbeverbot gilt, auf Finanzskandale/Insolvenzen stürzt (wo eh nichts zu holen ist) wie ein Rudel Schmeißfliegen auf ein Stück Aas.

Finde es auch enttäuschend von WO, dass dieser link hier immer noch nicht entfernt wurde. Wenn ich schon den Satz aus #55 lese "danke für die Einweisung ins Procedere" muss ich laut lachen. Wenn ein Anwalt nicht weiß, daß er hier nicht seine homepage verlinken darf, dann wäre er/sie der/die letzte mit dem ich an meiner Seite vor den Kadi ziehen möchte. Müsste ja eigentlich geübt sein im AGB`s lesen :laugh:

Bin normal nicht so direkt , aber die Scheinheiligkeit hier mit irgendwelchem Nischenwissen Mandanten ziehen zu wollen und sich hinter dem Mantel der Nächstenliebe zu verstecken kotzt mich an.
Avatar
schrieb am 23.05.07 14:42:30
Beitrag Nr.68 
(29.435.083)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.434.795 von Jo1 am 23.05.07 14:24:46sic! :mad:

grüße

nanu
Avatar
schrieb am 23.05.07 16:08:05
Beitrag Nr.69 
(29.436.841)
Antwort
Zitat
Hallo zusammen,

ich lese die verschiedenen threads hier im forum gerne mit, habe aber nicht die zeit mich hier öfter zu äußern. ... nur manchmal geht mir echt der hut hoch...

ich bin jetzt seit 1992 im finanzsektor tätig und habe meine qualifikationsnachweise (nicht die gemauschelten irgendwelcher verbände :D )

kickaha weist mit recht darauf hin, dass qualifikation und auch die gesetzlichen anforderungen daran eine menge schaden abwenden könnte...

das haben die lobbyisten und die "fähigen" volksvertreter in berlin mit der aufweichung der vermittlerrichtlinie erfolgreich verhindert ...:cry:

desweiteren ist die ganze werbeaktion des anwalts über die kick-back problematik hier im thread lächerlich ...
kick-backs sollen ja nicht vermeldete geldflüsse eines initiators an den vermittler sein ...
die vertriebskosten für die geschlossenen fonds sind aber in den prospekten dargestellt, amn kann also als anleger klar erkennen wie hoch die eigentlich investitionsquote des eingesetzten kapitals ist ...
kick-back ist nach meiner erkenntnis eher im offenen fondsbereich und woanders angesiedelt ..

dass berater aus den vertriebskosten ihr geld bekommen ist daher logisch ... vorallem, wenn den kunden die fonds agiofrei angeboten werden ... oder gibt es leute die nur von luft und liebe leben?:laugh:

die qualifikation eines anwalts lässt sich auch daran ermessen, dass er bei bankberatern eine "unabhängige" beratung sucht ....:eek:
da kann sich der kunde ja auch von seinem "unabhängigen" allianzonkel die beste unfallversicherung am markt aussuchen lassen :keks:

diese ganze diskussion führt am eigentlichen thema des threads vollkommen vorbei

beraterhaftung ... in diesem fall speziell bei den "steueroptimierten" geschlossenen fonds ...

vorausgesetzt der berater hat ahnung, dann wird er diese fonds bis 2005 nur mit entsprechenden hinweisen verkauft haben ... wie zum beispiel dass die prüfung durch die FA noch ausstehen und da entsprechende risiken der nichtanerkennung gegeben sein können ..

zugegeben es gab auch spezies, die den juragent IV noch als steuerstundungsmodell verkauft haben als die steuerliche seite schon beerdigt war .. grober fall von fehlberatung ..

nur der kunde ist ja auch mündger bürger .. und jetzt kann mir niemand erzählen, dass ein anleger der mindestens fünf meistens aber sechsstellig anlegt vom intelligenzquotienten her nicht in der lage ist nachzulesen worin er sein sauer verdienstes geld investiert und den berater dann entsprechend mit fragen zu löchern ... die der berater auch detailliert beantworten können sollte ... und dann seine entscheidung zu treffen,ob er investiert oder nicht

mal ganz abgesehen davon, das JEDER wissen müsste, dass gehebelte produkte (auch wenn er das wort so nicht kennt) über eine fremdfinanzierung ( und das wort kredit - also nicht eigenes geld !! - kennt jeder) ein erhöhtes risiko beeinhalten ...

wer verliert im zweifel mehr ? .. der roulett mit dem eigenen geld spielt .. oder derjenige, der sich von der oma oder - noch schlimmer bank, also gegen zinsen - sein spielkapital aufstockt?

man sollte hier mal die beteiligten parteien im auge behalten und deren geschäftsroutiene ... gestandene geschäftsleute, die in ihrem beruf vertraglich andere knebeln können ... können prospekte nicht mehr lesen und interpretieren bzw nachfragen???

ansonsten stimme ich dem zu, dass ein berater natürlich auf risiken hinweisen sollte, auch wenn sie schon im prospekt stehen und diese risiken auch erläutern können muss, (er muss sie nur selber erstmal verstehen können, womit wir wieder bei der qualifikation sind :laugh:)

jeder kunde sollte sich BEVOR er zeichnet mal den qualifikationsstand seines beraters nachweisen lassen ...
dann würde sich vieles erübrigen:kiss:

nur mal drei beispiele, bei denen man sich über die qualität der beratung und die aufklärung der kunden mal gedanken machen kann ..

1 verkauf des juragent IV an einen kunden, der eine - nachweislich ins protokoll aufgenommen - sichere anlage seiner gelder zur rentenansparung gesucht hat --> beratung durch awd -> kunden zum anwalt geschickt

2 kunden, die nicht wissen, also vom berater nicht informiert wurden, dass der unterschiedsbetrag bei kombimodellen bei z.B. verkauf des anteils zu versteuern ist (grundlagen)

3 diese total dümmliche verkaufspsychologische beneblung, dass die verlustzuweisungsmodelle steuersparend sind --> kickaha hat es schon gesagt es geht um steuerverschiebung

und eines muss jedem klar sein, das so einen "steueroptimierten" fonds gezeichnet hat ... der gewinn sollte nicht mit der "Steuerersparnis" - welche Ironie - sondern mit der renditeseite der anlage erzielt werden .... und da waren scheinbar viele auf beiden augen blind ...

das kind fiel in den brunnen ... und nun schreien sie alle nach der feuerwehr ...

@Jo1

du sprichst mir aus der seele ...

diese unart das forum als marketing und werbeplattform zu missbrauchen bringt mich auch zum würgen ...

erst dieser mist mit dem china fonds, dann die genossen der investdings ... und jetzt noch ein anwalt der auf mandantensuche mit einer thematik unterwegs ist, wo er hier vollkommen fehl am platz ist ...
wenn hier kick-backs wären .. also nicht offene zahlung der emittenten, dann wurden sie in den vertrieben versickern nur seltenst bei den beratern selber ... weil viele keine direkten vertrage mit den emittenten haben ... selbst vertriebe reichen oftmals über plattformen und nicht direkt ein (in kick-back, der durch zig hände geht?)

wenn ich wirklich werbung schauen will, dann schalte ich den fernseher ein und schaue auf die privatsender ..
oder lese die banner hier bei wo:cool:

das in den threads geworben wird sollte schnellstens abgestellt werden ... auch in den nicks .. sonst heisst nachher noch jeder wie seine firma .. ist mir zu lächerlich ... und es soll ja eingentlich hier um austausch von informationen und meinungen gehen ... deswegen mag ich dieses forum eigentlich ...

grrr... wieder endlos zeit verballert beim schreiben dieses beitrags ... aber das musste jetzt mal raus ..

Grüße

Fizban
Avatar
schrieb am 24.05.07 09:58:31
Beitrag Nr.70 
(29.446.596)
Antwort
Zitat
Antwort auf Beitrag Nr.: 29.436.841 von Fizban am 23.05.07 16:08:05@ fitz

man sollte hier mal die beteiligten parteien im auge behalten und deren geschäftsroutiene ... gestandene geschäftsleute, die in ihrem beruf vertraglich andere knebeln können ... können prospekte nicht mehr lesen und interpretieren bzw nachfragen???

Na - ich denke mal, das werden nicht nur alles " gestandene Geschäftsleute " gewesen sein. Die meisten werden wohl ganz normale Bürger sein, die zum Bsp. geerbt haben oder mit einer hohen Abfindung aus dem Berufsleben ausgestiegen sind ( oder wurden ).
Die dann ihr Geld vernünftig anlegen wollten.
Die dann bei einem als Berater getarnten Verkäufer gelandet sind.
Hätte sich informieren sollen ? Selber schuld ?
Etwas zu simpel.
Solange wie nicht vom Gesetzgeber scharf zwischen seriösen Berater und Verkäufern getrennt wird - riecht die ganze Branche.

Thema " Anwalt "
Ich kann verstehen, das ein Berater beim Thema Anwalt sensibel wird. Verständlich. Aber der Anwalt ist die einzige Chance des Anlegers wieder an sein Kapital zu kommen. Ob das nun immer seriös ist - siehe Berater.
Der eine oder andere Kollege hier bei WO betreibt auch Werbung ( Motto : ruf mich mal an ! ).
Gruß Bally

[ Seite: 1236789neuster Beitrag ]

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