Am 1. März tritt die "Feinstaubverordnung" in Kraft. Wer dann keine
farbige Plakette an seinem Auto hat, darf die so genannten
Umweltzonen nicht mehr befahren. So die Theorie. Wir erklären, wie
es in der Praxis aussieht.
1. März 2007 – vor diesem Datum ist so manchem Autofahrer angst und
bange. Denn an diesem Tag tritt die so genannte Feinstaubverordnung
in Kraft. Offiziell heißt sie 35. Verordnung zur Durchführung des
Bundes-Immissionsschutzgesetzes. Sie versetzt die Kommunen in die
Lage, Fahrzeuge mit zu hohem Schadstoffausstoß aus "Umweltzonen" in
den Innenstädten zu verbannen. Doch wer genau hinsieht, weiß: Alles
halb so schlimm.
Hintergrund: Durch die Schaffung von "Umweltzonen" soll der
gesundheitsschädliche Feinstaub eingedämmt werden – und der stammt
unter anderem aus Autoabgasen. Unter Feinstaub versteht man
Partikel in der Luft, die so klein sind, dass sie nicht durch die
Nase oder den Rachen gefiltert werden, sondern ungehindert in die
Lunge gelangen. Die Folgen können Asthma oder Krebs sein. Laut
einer Studie der Europäischen Union (EU) sterben allein in
Deutschland jährlich rund 65.000 Menschen an den Folgen von
Feinstaubbelastungen.
Grenzwerte reihenweise überschritten
In Deutschland gilt seit Beginn des Jahres 2005 deshalb eine
EU-Richtlinie. Die besagt, dass die Grenzwerte für Feinstaub "nur"
an 35 Tagen im Jahr überschritten werden dürfen. Problem: Das ist
in deutschen Großstädten reihenweise nicht gelungen. Untätig sind
die Kommunen keineswegs. Beispiel Düsseldorf: Die stark befahrene
Corneliusstraße ist für Kraftfahrzeuge mit einem zulässigen
Gesamtgewicht über 2,8 Tonnen tabu. Rund um die Stadt sind
blinkende Hinweisschilder montiert, die die Brummi-Fahrer darauf
hinweisen. Im Sommer wird die Durchgangsschneise täglich gereinigt.
Doch das reicht nicht, um die Feinstaubwerte nachhaltig zu senken.
Deshalb gibt es also künftig "Umweltzonen", und in die darf nur
noch rein, wer eine von drei farbigen Plaketten hinter der
Windschutzscheibe liegen hat. Diese Plaketten gibt es ab dem 1.
März. Doch wie läuft das alles konkret ab?
Welche Plakette für welches Auto?
Welches Auto welche Plakette zugeteilt bekommt, richtet sich nach
der Schadstoffgruppe. Wir sollten deshalb schreiben: Welches Auto
welche Plakette zugeteilt bekommt, richtet sich nach der
Schadstoffgruppe. Autos mit altem Diesel-Motor (Euro 1 und
schlechter) und Benziner ohne Katalysator oder Kat-Fahrzeuge der
"ersten Generation" fallen in die Schadstoffgruppe 1 und bekommen
keine Plakette. Für die heißt es dann vor den "Umweltzonen": Stopp!
Ausgenommen von diesen Fahrverboten sind unter anderem Motorräder,
Arbeitsmaschinen, Krankenwagen, Polizei- und Militärfahrzeuge sowie
Fahrzeuge von Schwerbehinderten. Fahrzeuge der Schadstoffgruppe 4
erhalten dagegen eine grüne Plakette. Dazu gehören Benzinfahrzeuge
mit geregeltem Katalysator sowie Erdgas-, Flüssiggas-,
Biokraftstoff-, Elektro- und Brennstoffzellenfahrzeuge sowie
Dieselfahrzeuge, die die höchste Abgasnorm (Euro4) einhalten. Die
rote und die gelbe Plakette ist allen anderen Diesel-Fahrzeugen
vorbehalten (Euro2 oder Euro3).
Wo gibts die Plakette und wie teuer ist sie?
Die "Umweltzonen" sind durch Schilder gekennzeichnet. Auf denen
steht auch, welche Plakettenfarbe zur Weiterfahrt nötig ist.
Klartext: Nur Autos mit einer grünen Plakette haben freie Fahrt.
Für Fahrzeuge mit gelben oder roten Plaketten ist vor einer grün
markierten Zone die Reise vorbei. Die Plakette gibt es bei den
Kfz-Zulassungsstellen oder überall dort, wo man eine
Abgas-Sonderuntersuchung machen lassen kann. Sie kostet zwischen
fünf und zehn Euro. In welche Gruppe ihr Auto fällt, können die
Halter in den Fahrzeugpapieren nachlesen. Entscheidend sind die
letzten beiden Ziffern der Schlüsselnummer 1. Kontrolliert wird das
ganze durch Polizei und Ordnungsamt. Wer ohne Plakette in einer
Umweltzone erwischt wird, muss 40 Euro Bußgeld zahlen und bekommt
einen Punkt in Flensburg aufgebrummt. Ob es Ausnahmeregelungen oder
Übergangsfristen für Anwohner, Gewerbetreibende oder Oldtimer geben
wird, steht noch nicht fest.
Tipp: Der ADAC hat eine Webseite eingerichtet, auf denen jeder
durch wenige Mausklicks und mit Hilfe des Fahrzeugscheins
feststellen kann, in welche Gruppe sein Fahrzeug gehört.
Keine "Plakettenpflicht"
Doch Panik ist unangebracht. Nach einer Untersuchung des ADAC sind
"Umweltzonen" nur in Großstädten geplant – zum Beispiel in
Düsseldorf, München, Stuttgart, Köln, Berlin, Frankfurt und
Hamburg. Doch vor Januar 2008 passiert voraussichtlich überhaupt
nichts. Deshalb ist es auch vorerst jedem selbst überlassen, ob er
sich eine Plakette besorgt oder nicht. Wer nicht vorhat, in eine
"Umweltzone" hinein zu fahren, braucht sowieso keine. Es besteht
keine "Plakettenpflicht". Auch die Zahl der betroffenen Fahrzeuge
wird nicht so groß sein wie befürchtet. Das Bundesumweltamt spricht
von 0,9 Millionen Diesel-Fahrzeugen und 2,3 Millionen Benzinern. Da
allerdings noch einige ältere Fahrzeuge stillgelegt werden und neue
schadstoffärmere hinzukommen, werden diese Zahlen bis 2008 weiter
sinken.
Tipp: Wer mit seinem Diesel oder Benziner nicht mindestens die
Euro-2-Norm (rote Plakette) erfüllt, kann sein Fahrzeug nachrüsten
lassen. Der Einbau eines Kaltlaufreglers beschert Benzinern die
begehrte grüne Plakette, beim Diesel hilft ein Russpartikelfilter.
Die Kosten für die Umrüstung, die je nach Hubraum variieren,
bekommt man durch steuerliche Vergünstigungen schon in wenigen
Jahren wieder raus. So fördert der Staat die "Aufrüstung" eines
Dieselfahrzeugs mit 330 Euro. Zusätzlich erspart sich der Halter
eine Strafsteuer in Höhe von 1,20 Euro pro 100 Kubikzentimeter
Hubraum. Das alles lohnt sich jedoch nur, wenn man seinen Wagen
noch einige Jahre fahren kann.
Fazit: Vor 2008 wird sich in Sachen "Umweltzonen" voraussichtlich
nichts tun. Die sind bisher auch nur in wenigen Großstädten
geplant. Deshalb braucht auch niemand ab dem 1. März eine
entsprechende Plakette. Wer sein "altes" Auto behalten will, sollte
es nachrüsten lassen. Das wird sogar mit Steuernachlässen
belohnt.
Stand: 16.02.2007
Die ganze Abzocke hier im Land kotzt mich an. Wenn man alles
bezahlt hat, hat sich wieder irgendein Trottel was neues
ausgedacht. Die ganze Umwelt interessiert mich angesichts der
angespannten Situation in D einen D...k!