Traurig Traurig aber wahr --- hier mal eine allgemeine Info
Aktienempfehlung gegen Bares
Kursmanipulationen auf Kosten der Anleger
Tausende Anleger in Deutschland fallen jedes Jahr auf
Kaufempfehlungen fragwürdiger Börsenbriefe herein. Meist handelt es
sich um Aktien ausländischer Unternehmen, die im Freiverkehr der
Frankfurter Börse gehandelt werden. Nach rasantem Aufstieg stürzen
die Kurse häufig schon kurze Zeit später ab. Experten schätzen den
Schaden auf mehrere hundert Millionen Euro.
Sendung am 17.07.2007 Hermann Haushahn hat Tausende Euro verloren
und fühlt sich betrogen.
Er kaufte auf Empfehlung eines Börsenbriefes Aktien ausländischer
Jungunternehmen. Haushahn hoffte so, schnell viel Geld verdienen zu
können. Doch dann kam der Schock: Kurz nach dem Kauf raste der Kurs
seiner Wertpapiere in den Keller.
Hermann Haushahn, geprellter Anleger
Empfehlungen für wertlose Aktien
"Die Werte, die Kurse waren manipuliert, die Firmen waren in der
Substanz überhaupt nicht existent", ärgert sich Haushahn.
Das sei glatter Betrug. Solche Kursverläufe sind nicht normal, weiß
Börsenanalyst Matthias Schrade. "In aller Regel, wenn eine Aktie in
kurzer Zeit 90 Prozent und gar noch mehr verliert, dann kann es
dafür eigentlich nur zwei Gründe geben:
Entweder an der Firma ist irgendetwas faul oder war irgendetwas
faul, was jetzt erst offenkundig geworden ist. Oder der Kurs war
vorher eben schon absurd überbewertet.
Aber mit normalen üblichen Marktschwankungen ist das nicht
erklärbar."
Doch so wie Haushahn ergeht es vielen Anlegern.
Sie glauben den Kaufempfehlungen vermeintlicher Börsenexperten und
müssen später feststellen, dass sie wertlose Aktien, meist von
ausländischen Unternehmen, erworben haben.
Schrade:
"Es gibt wenig weiße Schafe..."
Kursmanipulation als Dienstleistung
Schrade kennt die Tricks der schwarzen Schafe seiner Branche.
Er schreibt selbst so genannte Researches, bei denen er Aktien
analysiert und zum Kauf oder Verkauf empfiehlt.
Schrade weiß, dafür wird schon mal viel Geld geboten. Auch an ihn
sei schon einmal eine Firma herangetreten, erzählt er, deren Kurs
so vor sich hindümpelte.
"Wir haben dann ein konkretes Gespräch geführt, in der Schweiz, wo
wir dann, in einem Raum unter acht Augen sozusagen, gefragt worden
sind, ob wir dieses Research erstellen können und uns dann eine
Vergütung danach angeboten wurde, wie stark der Aktienkurs steigt",
so Schrade.
"Wenn unsere Kaufempfehlung keine Kursauswirkung nach oben gebracht
hätte, hätten wir nichts verdient."
LINKS
Lesen Sie das ausführliche Interview mit Matthias
Schrade!Kursmanipulation als Dienstleistung.
Für die "Aktienpusher" ein lohnendes Geschäft.
Die Verluste aber tragen die Kleinanleger.
Experten fordern:
Die Deutsche Börse Frankfurt soll gegen solche Aktiengesellschaften
und deren Manipulationen vorgehen.
Doch die interessiert das offenbar nicht und teilt mit, dass sie
rein formal prüfe.
Diese Prüfung beschränke sich "im Wesentlichen auf die Existenz der
Wertpapiere und deren Lieferbarkeit.
Eine darüber hinausgehende Prüfung erfolgt dagegen nicht."
Heinfried Hahn bschäftigt sich seit Jahren mit illegalen
Machenschaften an der Börse.
Abzocken ohne Folgen
Für den Börsenexperten Heinfried Hahn der Grund, weshalb
ausländische Firmen zum Abzocken besonders gerne nach Frankfurt
kommen.
"Die Wahrscheinlichkeit, dass man wegen einer Kapitalmarktstraftat
zur Rechenschaft gezogen wird, tendiert gegen Null.
Im letzten Jahr, im Jahr 2006, war die Anzahl der Verurteilungen
sowohl wegen Insiderhandel als auch wegen Marktmanipulationen im
niederen einstelligen Bereich", so Hahn.
Keine guten Aussichten für Hermann Haushahn.
Er hat inzwischen Strafanzeige gegen den Börsenbrief erstattet, der
ihm die wertlosen Aktien empfohlen hat.
http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,5568170,00.html