Antwort auf Beitrag Nr.:
37.191.557 von rentomat am 16.05.09
17:05:14re rentomat
Sachlich gut dargestellt!Was einige User immer wieder
vernachlässigen,sind die Feinheiten bei den
Fondspolicenanbietern
und die Qualität der angebotenen Investments.Dazu ein Auszug von
einer Infinma Veröffentlichung...
Kosten und Performance in Fondspolicen
Seit dem 1. Juli 2008 gilt die sog. VVG-InfoV, die
Informationspflichtenverordnung. Danach
sind die Lebensversicherer verpflichtet, die in ihre Produkte
einkalkulierten Kosten offen zu legen.
Hintergrund der Verordnung war u. a., dass sich die manchmal etwas
naiven Politiker davon
mehr Transparenz und Vergleichbarkeit der Produkte versprochen
haben. Die Realität sieht mal
wieder etwas anders aus. Einige Auszüge aus den
Verbraucherinformationen verschiedener Anbieter
verdeutlichen das Problem:
Ø Sie bestehen aus einem einmaligen Betrag von 4,00 % der
Brutto-Beitragssumme, dies
entspricht 1.536,00 €, sowie folgenden Beträgen: jährlich 114,00 €
für eine Laufzeit von 32
Jahren, jährlich 7,00 € je 1.000 € Vertragsguthaben für eine
Laufzeit von 32 Jahren.
Ø Darunter fallen auch die Verwaltungskosten in der Ansparphase,
deren absolute Höhe bei
Vertragsbeginn noch nicht feststeht, da sie sich nach dem
jeweiligen Deckungskapital
bemessen (sie betragen 1% p. a. des Deckungskapitals, gemäß der
„Verbraucherinformation
Fondsgebundene Versicherung – Private Vorsorge (Schicht 3)“.
Ø Während der Dauer der Ansparzeit sind jährlich 0,30% des
Fondsguthabens (maximal
das Doppelte der Summe aus sämtlichen bereits geleisteten
Zuzahlungen und der vereinbarten
Beitragssumme), für eine Laufzeit von 45 Jahren einkalkuliert. Dies
entspricht beispielsweise
30,00 EUR bei 10.000,00 EUR Fondsguthaben.
Wie es auch nicht anders zu erwarten war, gestalten einige Anbieter
die Höhe der Kosten in
Abhängigkeit vom vorhandenen Fonds- bzw. Vertragsguthaben. Damit
hängt die Höhe der
absoluten Kosten unmittelbar von der Wertentwicklung der besparten
Investmentfonds ab. Genau
diese Wertentwicklung ist jedoch zu Vertragsbeginn nicht
vorhersehbar. Somit wird sich auch zukünftig
zumindest ein Teil der Kosten jeglicher Vergleichbarkeit
entziehen.
Allerdings besteht die Hoffnung, dass genau diese Kosten
möglicherweise bei dem Einen oder
Anderen – insbesondere bei Politikern und Verbraucherschützern – zu
einem Umdenken führen.
In den o. g. Fällen führt ein höheres Fondsguthaben zu höheren
Kosten. Da ein höheres Fondsguthaben
aber i. d. R. für den Kunden günstiger ist, als ein niedrigeres
Fondsguthaben, wird er
möglicherweise auch die höheren Kosten in Kauf nehmen, wenn unter
dem Strich für ihn dennoch
mehr übrig bleibt. Einmal mehr wird sehr deutlich, dass sich der
Erfolg einer Fondspolice nicht
anhand der Höhe der Kosten beurteilen lässt.!!!!!!!
Nachfolgenden versuchen wir noch einmal, die Bedeutung von Kosten
und Fondsperformance
darzustellen. Dazu betrachten wir einen Sparvorgang, bei dem 30
Jahre lang jährlich 1.200 Euro
Nr. 8 / 2008
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gespart werden. Für die Kosten werden unterschiedliche Sätze in
Höhe von 0%, 5%, 10% und
15% unterstellt; die Verzinsung der Sparbeiträge erfolgt mit 4% und
alternativ mit 5%.
Nach Ablauf der 30 Jahre ergeben sich dann die folgenden
Ablaufleistungen: 1
Kosten / Zins 4% / 5%
0% 69.994 83.713
5% 66.494 79.527
10% 62.995 75.342
15% 59.459 71.156
Das Ergebnis ist beeindruckend: Bei einer Laufzeit von 30 Jahren
ergibt sich bei einer nur um
1%-Punkt höheren Kapitalanlageperformance selbst dann eine deutlich
höhere Ablaufleistung,
wenn die eingerechneten Kosten 3 x so hoch sind! Das Beispiel zeigt
auch, dass die Kosten gar
nicht niedrig genug sein können, um eine bessere Performance
auszugleichen: 15% eingerechnete
Kosten führen bei 5% Wertentwicklung zu einer höheren
Ablaufleistung als ein kostenfreies
Produkt bei 4% Wertentwicklung. Es wäre für den Kunden sehr
wünschenswert, wenn diese elementaren
Zusammenhänge der Zinses-Zins-Rechnung zukünftig stärkere
Berücksichtigung finden
würden. Um Irritationen vorzubeugen, ist natürlich darauf
hinzuweisen, dass der beschriebene
Effekt in hohem Maße von der Laufzeit des Investments abhängt. Oder
anders ausgedrückt: Je
länger die Laufzeit, desto weniger Einfluss haben die Kosten im
Verhältnis zur Performance.
Schließlich sollte man in diesem Zusammenhang auch die
Zusammensetzung des Kapitalanlageportfolios
noch einmal ausdrücklich erwähnen. Unterstellt man bspw., dass
Aktienfonds über
30 Jahre hinweg durchschnittlich 9% Wertzuwachs erzielen und
Rentenfonds 6%, dann kann man
bei einem Portfolio, das zu 50% aus Aktienfonds und zu 50% aus
Rentenfonds besteht, realistisch
mit einem Wertzuwachs von:
9% x 50% + 6% x 50% = 7,5%
rechnen. Wird in einem solchen Fall eine Beispielrechnung auf der
Basis von 9% Wertentwicklung
zu Grunde gelegt, dann müssen die Aktienfonds schon 12% an Wert
gewinnen, damit sich in der
Summe die Wertentwicklung auf 9% einstellt.
Es empfiehlt sich also, bei der Auswahl fondsgebundener
Versicherungen auch ein besonderes
Augenmerk auf die Zusammensetzung der Fonds zu legen, um abschätzen
zu können, wie realistisch
die unterstellten Wertentwicklungen denn tatsächlich sind.
1 Die Kosten werden am Jahresbeginn vom Beitrag abgezogen. Der Zins
wird jährlich nachschüssig gutgeschrieben....
Wenn man bedenkt,das gerade die großen Ankerfonds 2008
erschreckende Ergebnisse in den Portfolios der Versicherer
verursacht haben,relativiert sich die Aussage eines rubensdarios
etwas.Verluste zwischen 30 und 45 % waren die Regel.
Gerade deshalb hat PL viele Top Fonds zur Auswahl mit einer
besseren Entwicklung gegenüber den großen Kolossen.
der Finanzdoktor