Elektro-Motorrad Zero DS ab September 2009 erhältlich
Geschrieben von Markus Pflegerl, am Dienstag,
4. August 2009
Der kalifornische Elektro-Motorradhersteller Zero Motorcycles
erweitert seine Modellpalette um die DS. Es handelt sich um eine
leicht geänderte Version der Supermoto S. Sie soll die Vorzüge
einer Strassenmaschine mit denen einer Enduro kombinieren. DS steht
für Dual Sport.
Wie alle Zero-Motorräder verfügt auch die DS über einen leichten
Rahmen aus Flugzeugaluminium und eine Lithium-Ionen-Batterie. Sie
soll den Komfort einer Straßenmaschine mit der Geländetauglichkeit
einer Enduro verbinden.
Dafür erhielt das Modell eine gegenüber der S geänderte Federung
sowie Mehrzweck-Sportreifen. Die Reichweite gibt der Hersteller mit
80 Kilometer an. Die Höchstgeschwindigkeit der 122 Kilogramm
schweren DS liegt bei 90 km/h. Die Batterie lässt sich in weniger
als vier Stunden an einer herkömmlichen Steckdose wieder aufladen.
Zero Motorcycles verspricht Kosten von weniger als einem Cent
pro Kilometer.(100km < 1€)
Lieferbar ist die Zero DS voraussichtlich ab September 2009. Sie
ist ab sofort über den Online-Shop auf der Herstellerseite
www.zeromotorcycles.com bestellbar. Der Preis
einschließlich Versand und zwei Jahren Garantie ist vom Dollar-Kurs
abhängig und beträgt zurzeit rund 9790 Euro.
(Quelle: ar/Zero Motorcycles)
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[urlElektro-Bikes]http://www.handelsblatt.com/technologie/energie_technik/motorradhersteller-unter-strom;2437628[/url]
Motorradhersteller unter Strom
Chris Löwer
28.07.2009
Die "Zero S" kommt mutet spartanisch an: Das Motorrad hat keinen
Tank, keinen Auspuff, kein Getriebe. Angetrieben wird das Motorrad
mit Strom und bringt es auf rund 100 Stundenkilometer. Während
Elektroautos noch wenig serientauglich sind, bringen die Hersteller
nun leistungsstarke E-Bikes auf den Markt.
Mit Strom unterwegs: E-Bike-Rallye
im nordhessischen Edersee bei Hemfurth.
Quelle: dpa
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BERLIN. Das Motorrad sieht zwar schnittig aus - aber irgendwas ist
anders. Erst auf den zweiten Blick wird klar: Die Maschine hat
keinen Tank, keinen Auspuff, kein Getriebe. Die "Zero S" des
US-Herstellers Zero Motorcycles fährt allein mit Strom. Sie bringt
nun den Elektroantrieb serienmäßig auf die Straße. Ab Ende Juli
bietet der Hersteller seine Stromer auch in Deutschland an.
Das Elektrobike knattert nicht laut los, sondern surrt, so leise,
dass auch bei höherer Geschwindigkeit das Rasseln der Antriebskette
und Abrollgeräusche der Reifen hörbar bleiben. Neben einer Enduro
und einem Cross-Modell gibt es nun auch eine Straßenmaschine. Sie
ist 100 Kilo schwer, kommt 100 Kilometer weit und fährt mit 100
Stundenkilometern ganz schön schnell.
"Unser Ziel war, ein leistungsstarkes Elektromotorrad für den
Straßenverkehr zu entwickeln, das die Branche grundlegend
verändert", sagt Neal Saiki, Erfinder und Gründer von Zero
Motorcycles. Er beschreibt das elektrisch angetriebene Bike als
komplett alltagstauglich. Vor allem aber: "Das bedeutet nie wieder
Tanken." Die Betriebskosten sollen weniger als 1 Cent pro Kilometer
betragen.
Die Batterie soll fünf Jahre halten
Das für Motorräder eher ungünstige Mehrgewicht durch schwere Akkus
wurde durch einen patentierten Rahmen aus Flugzeug-Aluminium
kompensiert. Der Lithium-Ionen-Mangan-Akku selbst ist eine
Neuentwicklung. "Dabei handelt es sich um eine salzähnliche
Trockenzellenbatterie, die feuersicher ist und wesentlich weniger
Hitze erzeugt als Flüssigkeitszellenbatterien, die andere Anbieter
verwenden", erklärt Edwin Belonje, Verkaufschef in Europa.
Der Energiespeicher ist weitgehend schadstofffrei, kommt ohne
Schwermetalle wie Kobalt, Nickel, Blei oder Quecksilber aus und ist
wie fast alle verwendeten Materialien des E-Bikes wiederverwertbar.
"Im Schnitt hält die Batterie fünf Jahre und ist für insgesamt rund
1 000 Ladungen ausgelegt. Das ist gleichbedeutend mit rund 80 000
Kilometern Strecke", erläutert Belonje.
Die Maschine kann an jeder herkömmlichen Haushaltssteckdose
aufgeladen werden. Das dauert rund vier Stunden und kostet etwa 80
Cent. Ein Schnäppchen ist das Motorrad allerdings nicht: Knapp 10
000 Euro plus Versand müssen Biker dafür hinblättern.
Allerdings beruhigen die Elektromaschinen das Umweltgewissen.
Während Verbrennungsmotoren höchstens ein Drittel der Energie aus
Kraftstoffen umsetzen und der Rest als Wärme verpufft, nutzen
Kraftwerke die Primärenergie bei der Stromerzeugung doppelt so
effizient aus. Darüber hinaus sind die Motoren so leise,
dass
die Cross-Maschinen nun auch im freien Gelände genutzt werden,
können ohne Wild aufzuscheuchen. ...
Saiki verspricht sich nach der offiziellen Markteinführung ein
gutes Europageschäft und redet von "einer unglaublich positiven
Resonanz". Auch Christoph Gatzweiler, Technikexperte beim
Industrie-Verband Motorrad (IVM), registriert eine
"Aufbruchstimmung" für E-Bikes. Das Angebot sei zwar überschaubar
und die Preise für lieferbare E-Motorräder und-Roller seien bedingt
durch teure Akkus noch recht hoch, doch der Markt komme in
Bewegung, sagt Gatzweiler.
Grundsätzlich eigne sich ein Elektroantrieb gut für Motorräder.
Hoffnungsfroh stimmt den Experten vor allem, dass intensiv an
besseren Batterien geforscht wird. Da erwarte er rasche
Fortschritte. Die seinen unbedingt notwendig, "denn Voraussetzung
für den Markterfolg sind nach wie vor Reichweite und
Infrastruktur", unterstreicht der Fachmann. "
Weitere Erfolgsfaktoren seien geringe Ladezeiten von nicht mehr als
einer Stunde und ein bequemes Handling, so dass Batterien mit einem
Klick aus- und wiedereingesetzt werden können. Bei Scootern und
kleinen Motorrädern sei ein Durchbruch eher denkbar als bei Autos,
sagt Gatzweiler. Dabei helfen wird auch die relativ robuste
Technik, denn Vergaser, Auspuff, Kühler und Getriebe fallen weg,
womit zudem die Unterhaltkosten sinken.
Für den Fahrspaß will vor allem die US-Firma Mission Motors sorgen,
die von ehemaligen Tesla-Mitarbeitern vor zwei Jahren gegründet
wurde. Mit dem E-Superbike namens "Mission One" sollen rein
elektrisch 240 Stundenkilometer Spitzengeschwindigkeit möglich
sein. Ebenso weit soll das E-Bike auch mit einer Strom-Ladung
kommen - das aber bei weitaus gemäßigterer Fahrweise. Nach zwei
Stunden an einer 240-Volt-Steckdose sollen die Lithium-Ionen-Akkus
wieder voll sein. Anfang kommenden Jahres werden die ersten Modelle
ausgeliefert. Preis: satte 54 000 Euro.
BMW lässt sich noch Zeit
Gemächlicher ist man mit den Elektro-Scootern der US-Firma Vectrix
unterwegs, die nun von Berlin aus den Deutschland-Markt aufrollen
möchte. Bereits 2008 wurden rund 50 der "Maxi-Scooter" hierzulande
für knapp 10 000 Euro verkauft. Im laufenden Jahr sollen es
deutlich mehr werden. Zero hat erwartet, 2009 weltweit mehr als 1
000 Modelle zu verkaufen; 2010 sollen es gut 5 000 Einheiten
sein.
In dem Markt könnte sich künftig auch BMW-Motorrad tummeln, deren
Entwickler ebenfalls an Elektroantrieben arbeiten. Gerade für
Fahrten in der Stadt sei der Elektroantrieb zukunftsweisend.
Allerdings müsse noch das Verhältnis aus Preis, Leistung und
Reichweite in Einklang gebracht werden, lassen die Bayern
verlauten. Mit marktgängigen Modellen wird daher nicht vor 2012
gerechnet.
Auch die Vespa von Rollerhersteller Piaggio soll demnächst
teilweise elektrisch angetrieben durch die Städte düsen.
Derzeit werden Hybrid-Modelle getestet, bei denen der Viertaktmotor
durch einen Elektro-Antrieb unterstützt wird. Allein mit Strom
kommt die Vespa nur 20 Kilometer weit.
Unter Strom stehen mittlerweile auch die großen Anbieter wie Honda,
Suzuki und Yamaha. Der österreichische Anbieter KTM erprobt derweil
ebenfalls eine E-Enduro. Das junge Schweizer Unternehmen Quantya
aus Lugano wird Ende des Jahres ein Elektro-Motocrossrad namens
Track auf den Markt bringen, das für gut 9 000 Euro zu haben sein
wird, wovon allein 2 000 Euro auf die Batterie entfallen. Für
IVM-Mann Gatzweiler geht die Fahrt stromaufwärts jedenfalls jetzt
richtig los: "Alle großen Hersteller haben etwas in der Pipeline.
Die Zahl straßentauglicher E-Motorräder wird sich rasch
erhöhen."