Antwort auf Beitrag Nr.:
40.171.368 von querkopp am 17.09.10
20:12:20"wenn das Geldmengenwachstum
irgendwann enden muss, "
Wie?
Ein Teil des "Preises des Geldes" sind die Ausfallquoten:
Wenn du von 100 Verleihungen von je 1000€ nur 95 Mal das Geld
zurück bekommst, musst du minimal einen Zins von (100/95 - 1)*100 =
5,27% verlangen, willst du keine Verluste machen.
Bei 5% Ausfallquote bildet somit der Zins von 5,27% ein unteres
Limit.
Erreicht deine Volkswirtschaft bei 8,64% jährlichem
Geldmengenzuwachs nur 3,22% an Wachstum, so wiegen -wegen der
Verlust behafteten Ineffizienz- irgendwann die Fremdkapitalkosten
den Zuwachs des Outputs auf.
Oder einfacher gesagt: Dir gehen die "Schuldner guter Bonität"
aus.
Dann hast du das Geldmengenlimit erreicht.
Weil der Leitzins wie ein "Offset" wirkt (also das Zinsniveau über
jenen durch Forderungsausfälle bedingten "Mindestzins" anhebt),
musst du -wenn die Geldmengen weiter wachsen sollen- den
Leitzins senken und das "Spiel" beginnt
erneut.
Hast du ihn aber auf 0% gesenkt, existiert auch kein Spielraum mehr
für weitere Senkungen. Würdest du also bis an dieses Limit Kredite
vergeben, wäre ein Kollaps unvermeidlich. Wir haben aber in den USA
0% Leitzins,
aber ein sinkendes
Kreditvolumen.
Somit schwächt sich dieses Problem allmählich ab, denn je länger
der Zins "unten" bleibt, desto mehr Altanleihen müssen niedriger
verzinst prolongiert werden. Generell ist dies ein Zeichen dafür,
dass die
Finanzkrise "durch" ist.
Was jetzt folgt, sind die "Nacharbeiten" und diese beruhen darauf,
dass die enorme Kreditvergabe für
vorgezogenen Konsum
sorgte, d.h. die zugehörige Beschäftigung ebenfalls vorgezogen hat.
(Ja Herrman39... Mit Geld lässt sich auch Beschäftigung zeitlich
verlagern...)
Jetzt aber ist das Geldmengenwachstum weg und damit auch der davon
gebildete Anteil der Rendite. Außerdem wurde ja Konsum vorgezogen
und damit auch die zugehörige Beschäftigung. Dies führt zu
Langzeitarbeitslosigkeit.
Also müssen die USA irgendjemandem irgend etwas produzieren
(exportieren), wollen sie wieder eine höhere Beschäftigungsquote
haben.
Dieser wandel in den Köpfen ist heutzutage vollig
illusorisch (wie ein Umlagesystem in der USA).
Was machen die Leute in den USA, wenn jener Anteil der Rendite
ihrer Altersvorsorge fehlt, welcher ursprünglich vom
Geldmengenwachstum der USA "genährt" wurde?
Als Einzelperson werden sie verstärkt Rücklagen abbauen müssen,
wodurch das Risiko der Altersarmut deutlich steigt. Erstellt man
nun einen "Altersvorsorgeschirm" und nennt ihn beispielsweise
"
lifetime income option for
retirement", dann ist das technisch nichts anderes als ein
Umlagesystem...