Antwort auf Beitrag Nr.:
33.816.271 von Birkenbihl am 05.04.08
11:33:03Hier ist die Quelle:
Versicherungsjournal.de vom 4.4.08
Jetzt auch AWD-Gründer Lange im Team
Der am 1. Oktober gestartete Finanzdienstleister Formaxx AG
(VersicherungsJournal 7.12.2007) fischt kräftig in den
Mitarbeiter-Pools der Konkurrenz und hat nun auch den AWD-Gründer
und Schwager von AWD-Chef Carsten Maschmeyer, Kai Lange, als
Mitgesellschafter und Vorstandsmitglied unter anderem für
Unternehmens-Entwicklung, Produktmanagement und IT für sich
gewonnen.
Der 48-jährige Lange war 1995 bei AWD ausgeschieden und zuletzt als
Vertriebsdirektor bei der Hamburg-Mannheimer verantwortlich für
20.000 Mitarbeiter und einen Bestand von 1,5 Milliarden Euro. Seine
Begründung für den Wechsel zu Formaxx: „Ich will als
Mitgesellschafter unternehmerisch tätig sein. Außerdem hat mich die
Qualität von Formaxx überzeugt.“
Bundesweit 60 Büros
Sechs Monate nach Unternehmensstart konnte der Newcomer mehr als
500 Vermittler verpflichten, eröffnete bundesweit 60 Regionalbüros
und zählt rund 20.000 Kunden. Von der Konkurrenz liefen 190
Führungskräfte mit durchschnittlich zehn Jahren Berufserfahrung zu
Formaxx über, wie Vorstand Ralf Steinmeister hervorhob.
Die meisten neuen Führungskräfte kommen von AWD und MLP: Roman
Hadjio (MLP) (VersicherungsJournal 16.1.2008), Heinrich Amon
(Geschäftsstellen-Leiter und Vorstand der MLP, zuletzt
Vertriebsdirektor Loyas Private Finance), Martin Rosellen
(ComDirect), Frank Lamker, Frank Knöpker, Bernd W. Papke, Klaudia
Salden (alle vorher Manager bei AWD), sowie Claus Gillen, Andreas
Annabi und Uli Bauer (alle vorher Geschäftsstellen-Leiter bei
MLP).
In Kassel wechselte die Geschäftsstelle der MLP mit elf
Mitarbeitern komplett zu Formaxx. Sie bringen ihre Kunden mit, wie
auch die anderen neuen Vertriebspartner.
Akademiker im Visier
Wie MLP hat auch Formaxx Akademiker im Visier. Allerdings nicht
ausschließlich. Allgemein will man Haushalte mit einem
Jahreseinkommen von mehr als 30.000 Euro netto als Kunden
gewinnen.
Um maßgeschneiderte Konzepte bieten zu können, setzt Formaxx auf
Spezialisierung. Die gilt für berufsspezifische Beratung (unter
anderem Ärzte, Anwälte, Steuerberater) ebenso wie für fachliche
Spezialisten, wie Immobilienfinanzierung, betriebliche
Altersvorsorge, Kapitalanlagen und Gewerbe- und
Sachversicherung.
Start nach Maß
Steinmeister: „Wir haben einen Unternehmensstart nach Maß
hingelegt.“ Er ist daher zuversichtlich, die gesetzten Ziele zu
erreichen. In drei Jahren soll die Gewinnschwelle erreicht werden.
In sechs Jahren ist ein Börsengang angepeilt.
Zum Jahresende soll die Mitarbeiterzahl auf 1.000 steigen. Außerdem
sollen 400 Vermittler pro Jahr gewonnen und in Städten mit mehr als
25.000 Einwohnern Repräsentanzen errichtet werden.
Noch keine Zahlen
Zu konkreten Zahlen für das erste Halbjahr wollte sich Steinmeister
nicht äußern. Bewertungssumme: ein dreistelliger Millionenbetrag;
Investitionen: Summe offen, die Mittel fließen vor allem in
Personal und IT; Eigenkapital; 22,2 Millionen Euro. Weitere
Finanzmittel sichern laut Steinmeister die Liquidität.
Die Erstaufnahme eines Kunden kostet 119 Euro, im Folgejahr werden
59 Euro fällig, aber nur wenn sich etwas bewegt hat. Jährlich wird
das Portefeuille überprüft. Daher könnten pro Mitarbeiter auch nur
200 bis 250 Kunden betreut werden.
„Wir sind unabhängig“
Zu der kolportierten Beteiligung des Deutschen Rings an Formaxx und
einer Darlehensgewährung gab sich Steinmeister zugeknöpft: „Wir
sind unabhängig.“
Der Finanzdienstleister verweist auf die Verpflichtung seiner
Vermittler – Formaxx setzt ausschließlich auf den Maklerstatus –,
nur im Kundeninteresse die passenden Kapitalanlagen und
Versicherungsprodukte am Markt frei auszuwählen.
Den Ausschließlichkeits-Vertretern der Branche gibt Steinmeister
auf Dauer wenig Chancen. Er sieht die Zukunft beim Maklervertrieb.
Derzeit stünden 552.000 Versicherungsvermittlern (nebenberufliche
und hauptberufliche Vermittler sowie Mehrfachagenten) nur 10.000
Makler gegenüber.
Jacob zu Formaxx?
Noch offen ist, ob der ehemalige AWD-Manager Jörg Jacob
(VersicherungsJournal 7.12.2007) zu Formaxx stoßen wird. Laut
Steinmeister hat es Gespräche gegeben. Er hofft auch, Jacob als
Gesellschafter und Führungsmitglied gewinnen zu können, „wenn er
zur Verfügung steht“.
Laut AWD unterliegt Jacob einem dreijährigen Wettbewerbsverbot.
Jacob hatte fristlos gekündigt, weil er sich von AWD überwacht sah.
Klagen beider Seiten sind anhängig. „Er muss erst seine Dinge
regeln“, erklärte Steinmeister.
Claudia Schmidt-Wehrmann