Antwort auf Beitrag Nr.: 32.806.430
von fotsirch am 18.12.07 18:31:46 zuletzt
aktualisiert: 21.12.2007 - 20:46
Lufthansa zahlt besser
Air Berlin droht Pilotenmangel
VON THOMAS REISENER
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Air Berlin hat sich vom Mallorca-Bomber zur zentralen Drehscheibe
für die Neuordnung der deutschen Luftfahrt entwickelt. Die Folgen
der LTU-Übernahme reichen weit.
Der Air-Berlin-Deal
Düsseldorf (RPO). Air Berlin droht Pilotenmangel: Schon bald
könnten einige Hundert Piloten der Fluggesellschaft den Rücken
kehren. Hintergrund sind die Pilotenverträge der Condor, die Air
Berlin unter Vorbehalt des Kartellamtes übernehmen will.
Nach Informationen unserer Redaktion droht Air Berlin wegen der
geplanten Condor-Übernahme Pilotenmangel. Eine in der
Öffentlichkeit bislang kaum bekannte Klausel räumt den
Condor-Piloten nämlich das Recht ein, auf Wunsch zur ehemaligen
Condor-Mutter Lufthansa wechseln zu können. „Wir haben die
Condor-Piloten gefragt, ob sie das machen“, berichtet Niels Stüben,
Sprecher der Piloten-Gewerkschaft Cockpit. Ergebnis: „Sie werden.
Die Lufthansa zahlt einfach besser.“
Bei der Lufthansa verdient ein Co-Pilot nach Angaben eines
Sprechers im ersten Berufsjahr mindestens 55000 Euro. Ein
altgedienter Flottenchef bringt es sogar auf bis zu 200000 Euro im
Jahr. Air Berlin zahlt den Piloten nach eigenen Angaben zwischen
45000 und 150000 Euro. Vereinzelte Piloten mit Sonderaufgaben
liegen mit ihrem Jahresgehalt auch darüber.
Eigene Flugschule
Auf den absehbaren Aderlass angesprochen, demonstriert Air Berlin
Gelassenheit: „Ja, wir wissen, dass wir da Piloten verlieren
werden“, räumte Air-Berlin-Sprecher Peter Hauptvogel gegenüber
unserer Zeitung ein. Aber der Verlust werde sich über mehrere Jahre
hinziehen, so dass Air Berlin sich problemlos mit Nachwuchs
eindecken könne. Schließlich sei man ein attraktiver Arbeitgeber
mit guten Aufstiegschancen gerade für Piloten. „Außerdem haben wir
eine eigene Flugschule, aus der allein Ende 2008 rund 60 neue
Piloten hervorgehen“, so der Sprecher.
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Das wird nicht reichen. Condor-Chef Ralf Teckentrup bezifferte die
Zahl seiner Piloten gegenüber unserer Zeitung auf „rund 450“. 400
davon wollen laut Umfrage der Pilotengewerkschaft zur Lufthansa
wechseln. „Ich bin gespannt, wie Air Berlin dann seine Flotte
bereedern will“, so der Sprecher. Denn in diesem Umfang Piloten
einzukaufen, wird nach Einschätzung des Cockpit-Sprechers
schwieriger, als Air Berlin sich das vorstellt: „Allein aus den
jetzt bereits bekannten Flugzeug-Neubestellungen geht hervor, dass
wir spätestens ab 2009 einen deutlichen Piloten-Mangel haben
werden“, so Stüben.
Offene Rechnungen
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Air Berlin hat derzeit auch noch an anderen Rechnungen zu knacken,
die aus dem rasanten Wachstum zur zweitgrößten deutschen
Fluggesellschaft offen geblieben sind. Zum Beispiel in der
Kundenbetreuung, wo die Mitarbeiter nur schleppend mit der
Beantwortung der Beschwerdebriefe hinterherkommen. „Wir
verschmelzen derzeit die Service-Center von Air Berlin, dba und
LTU“, so Hauptvogel, „da gibt es in der Umbauphase schon mal
Probleme.“
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Noch nicht kalkulierbar sind die Fernwirkungen der Gewerkschaften,
die Air Berlin sich mit dem Kauf von dba und LTU ins Haus geholt
hat. Zu Zeiten der damals noch gewerkschaftsfreien Air Berlin war
der Gehaltspoker für Unternehmer Joachim Hunold stets ein leichtes
Spiel. Jetzt aber könnten die Personalkosten unter dem Druck der
Gewerkschaft so stark steigen, dass Air Berlin die Tickets
verteuern und Marktanteile einbüßen muss.
Börsenkurs kaum gestiegen
Auch beim Andocken der Düsseldorfer LTU gab es Probleme. Die
Computersysteme passten nicht zusammen. Vereinzelten Kunden wurden
falsche Abflugzeiten aufs Ticket gedruckt. Die Reparatur des
Problems kostete einen zweistelligen Millionenbetrag.
Und schließlich zwingt das rabiate Air-Berlin-Wachstum die
Konkurrenz zusammen. Germanwings verhandelt bereits mit TUIfly über
eine Fusion, die Air Berlin unter Preisdruck setzen soll. All das
erklärt, warum Deutschlands zweitgrößte Airline trotz aller Erfolge
an der Börse heute nicht mehr wert ist, als beim Börsengang vor
anderthalb Jahren.
OHNE PILOTEN KÖNEN FLUGZEUGE NICHT FLIEGEN.
AIRBERLIN WEGEN PILOTEN NOT BESTE MONATS DEZEMBER UND JANUAR MACHT
GLEICHT VERLUST.
fotsirch richtig oder?