Antwort auf Beitrag Nr.:
32.544.664 von teecee1 am 23.11.07
21:08:57Umwelt: Klimagerechter
Umbau der deutschen Energiewirtschaft
"Keine weiteren Kohlekraftwerke"
VDI nachrichten, Flensburg, 23. 11. 07, swe - Der Weltklimarat IPCC
mahnt schnelles Handeln an. Das betrifft vor allem die
Energiesysteme. Olav Hohmeyer, Vice Chair der Arbeitsgruppe III des
IPCC und Professor am Lehrstuhl für Energie- und Umweltmanagement
der Universität Flensburg, skizziert einen Vier-Punkte-Plan für
Deutschland.
VDI nachrichten: Der IPCC-Bericht mahnt an, dass die Umstellung der
Energiesysteme schnell vonstatten gehen muss. Bis 2015. Was ist zu
tun in Deutschland?
Hohmeyer: Es gibt vier Punkte, die wichtig sind für die schnelle
Umstellung des deutschen Energiesystems.
Erstens sollten keine weiteren Kohlekraftwerke mehr gebaut
werden.
Zweitens sollte die Kernkraft wie geplant auslaufen. Der Grund
dafür: Jeder heutige Betreiber von Kernkraftwerken ist einer der
großen Akteure, die jene Lösungen realisieren müssen, um die es
jetzt geht, nämlich der schnelle Ausbau erneuerbarer Energien.
Anderenfalls befinden sich diese Betreiber in einem massiven
Interessenkonflikt.
VDI nachrichten: Worin besteht der?
Hohmeyer: Das wird am Ausbau der Windkraft in Norddeutschland sehr
deutlich. Dort befinden sich auch viele Kernkraftwerke.
Strom aus Windenergie ist eine „Must-Run“-Ressource. Er wird immer
eingesetzt, weil er keine variablen Kosten hat, damit verdrängt er
den Strom aus anderen Ressourcen, die variable Kosten (für
Brennstoffe) haben. Heute laufen Kernkraftwerke etwa 7500
Stunden/Jahr, mit dem erforderlichen Ausbau der Windenergie in der
Nordsee laufen die konventionellen Kraftwerke in Norddeutschland
nur noch 3500 Stunden. Damit werden gerade die Kernkraftwerke, die
für den Grundlastbereich gebaut wurden, unwirtschaftlich. Es ergibt
sich ein klarer Interessenkonflikt: Warum soll der Betreiber eines
Kernkraftwerks in Windenergie investieren, wenn er damit sein
Kraftwerk unwirtschaftlich macht?
Je länger die Kernkraftwerke betrieben werden können, desto länger
gibt es diesen Interessenkonflikt. Also sollte man das Gesetz zum
Ausstieg aus der Kernenergie beibehalten.
Drittens brauchen wir den vom IPCC geforderten massiven Ausbau
erneuerbarer Energien. Als Viertes ist dazu ein massiver Ausbau des
Netzes und eine geänderte Netzstruktur des deutschen Stromnetzes
nötig.
Der Ausbau erneuerbarer Energien führt zu anderen Anforderungen ans
Netz: wieder das Beispiel Windenergie in Norddeutschland.
Windenergie ist eine lokale starke Quelle und diese Energie muss
jetzt in die Verbrauchszentren verteilt werden. Bei dem heutigen
Netz führt dies vor Ort in Norddeutschland zu großen Netzengpässen.
Wir können den Strom, den wir leicht klimafreundlich produzieren
könnten, zu großen Teilen nicht nutzen, weil uns die
Übertragungskapazitäten fehlen. Weiter im Süden von Europa spielt
die Solarenergie eine ähnlich Rolle.
Bei der Umstellung auf erneuerbar Energien gilt es europäisch zu
denken. Es gibt schon Überlegungen, zum Beispiel eines süddeutschen
Betreibers Kraftwerksbetreibers für eine
Hochspannungsgleichstromübertragungsnetz (HGÜ-Netz) von der Nordsee
über die eigene Region in Süddeutschland bis in die Schweiz.
VDI nachrichten: Wer soll diesen Netzausbau finanzieren?
Hohmeyer: Entweder die bisherigen Netzbetreiber oder Dritte. Neue
Betreiber, die diese neuen Netzstrukturen zusammen mit privaten
Kapitalgebern aufbauen.
VDI nachrichten: Gibt es denn dafür genügend Kapital im Markt?
Hohmeyer: Das Geld ist da. Nötig sind Randbedingungen, die für das
Geld halbwegs vernünftige Renditen garantieren. In den letzten
Jahren wurden bereits Milliarden Euro in erneuerbare Energien
gesteckt. Das Geld dazu kam größtenteils von privaten
Kapitalgebern.
Wenn wir diese vier Punkte in Angriff nehmen, dann kann Deutschland
die Umstellung recht schnell erreichen und seinen Beitrag zur
Lösung des Klimaproblems leisten.
STEPHAN W. EDE
...

... wie wäre denn es ein offshore winpark mit
einem wellenkraftwerkspark zu koppeln ...
-eine Installation im meer oberhalb eine windturbine und unter
wasser ein strömungsturbine
-lassen sich da kosten sparen? ich denke schon, wieviel ist die
frage
-technisch ist das bestimmt realisierbar
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