Stromnetz an Waschmaschine: "Bitte loslegen!"
Hausgeräte: Energieeffiziente Hausgeräte erobern derzeit den
Markt. "Weiter runter mit dem Wasser- und Stromverbrauch" lautet
die Devise vieler Hausgerätehersteller für das nächste Jahrzehnt.
Ebenso steht Waschen ohne Wasser auf dem Programm. Fest steht: Die
Forschungschefs von Miele, Samsung und Henkel haben eine Menge
Ideen. Für die VDI nachrichten öffnen sie einen Spalt breit die
Türen zu ihren Forschungsvorhaben und geben einen Ausblick in die
Zukunft. VDI nachrichten, Düsseldorf, 16. 10. 09, rb
Waschen im Jahr 2020: Gegen 21 Uhr geht Eduard Sailer noch einmal
in die Küche, um sich ein Glas Rotwein zu holen. Der Physiker und
langjährige Geschäftsführer des Technik- und Entwicklungsressorts
bei Miele kommt am gut sichtbaren Anzeige- und Steuerungspanel
vorbei. Hier kann er nicht nur die Energieverbräuche all seiner
elektrischen Geräte abrufen und ablesen, sondern auch die
Eigenproduktion seiner Photovoltaikanlage und den aktuellen
Strompreis seines Energieversorgers. Außerdem meldet sich die
Waschmaschine.
"Strom ist billig, das Wasser ist vorgeheizt
durch die Abwärme des Ofens vom Abendessen. Möchten Sie jetzt
waschen?" ...
... Nöö, jetzt nicht mehr, bügeln kannst du auch noch
du blödes Ding du, wer räumt das Ganze dann noch in den Schrank,
dähhmliches Drecksteil alles muß ich selber machen!!! Waschen ist
wohl das Einzige was du kannst!!! Ohne intelligente Textilien mit
RFID Code: Waschanleitungen Wolle etc. wird es wohl beim bloßen
Waschen bleiben.
Dabei erinnert sich Sailer an die Forschung rund um die ersten
vernetzten Hausgeräte vor mehr als 15 Jahren. "Daraus sind heute
erste sinnvolle und ausbaubare Einzellösungen für den Markt
entstanden", sagt der Miele-Technikchef.
Für ihn zählen dazu Induktionskochfelder, die per Sensorik mit der
Dunstabzugshaube kommunizieren und ihre Leistung je nach Kochstufe
automatisch einstellen. "Unser Programm Miele Con@ctivity ist eine
erste Stufe in Richtung vernetzungsfähige Hausgeräte, die sich in
Stromnetzen, in denen Energieherstellung und -verbrauch intelligent
aufeinander abgestimmt werden, auch clever verhalten können", so
Sailer.
Smart Grid heißt das Zauberwort solch
intelligenter Stromnetze,
die flexibel auf die ständig schwankende Produktion von Wind- und
Sonnenenergie und den Verbrauch reagieren und in denen
Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke & Co. eine zentrale
Rolle spielen.
Laut Sailer
kommunizieren künftig Waschmaschine und Netz
miteinander auf das Engste. Das könne so weit gehen, dass
Geschirrspüler, Kühlschrank oder Waschmaschine auch für eine Weile
stillgelegt werden können,
wenn der Strom teuer ist und an
anderer Stelle dringend gebraucht werde.
"Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass eine halbe Stunde
Unterbrechung möglich ist, ohne dass die Energieeffizienz leidet."
Dazu bereitet Miele gerade gemeinsam mit einem Stromversorger ein
Pilotprojekt vor. Ziel ist, das Einsparpotenzial eines optimierten
Energiemanagements genauer zu beziffern.
Eine Vorstufe dieses Zukunftsszenarios und ein weiterer Schritt in
Richtung mehr Energieeffizienz ist für Sailer die Vernetzung der
Hausgeräte untereinander per neuem Energiebus-System im Haushalt.
"Wärme aus dem Backofen oder dem Kühlschrank wird an die
Waschmaschine übertragen", erläutert Sailer. Das könne zwar nicht
den gesamten Heizvorgang der Waschmaschine komplett ersetzen, aber
einen Teil.
Künftig werden Installateure auch Wärmerohre in neuen Küchen
einziehen
Als Transportmittel für einen solchen Energiebus werden laut Sailer
z. B. Wärmerohre eingesetzt, auch Heatpipes genannt. Sie
transportierten Wärme annähernd verlustfrei. Doch noch ist dies
Zukunftsmusik: "Heute wird kein Installateur eine Heatpipe durch
ihre Küche ziehen", sagt Sailer.
Um den Umgang mit Wärme und neue Ansätze in diesem Feld geht es
auch Michael Laue. Er ist Direktor des European Research Centre in
Stuttgart für die Weiße Ware von Samsung. Warum für eine Pizza den
ganzen Ofen aufheizen? Ein neuer Samsung-Backofen mit einem
zweigeteilten Gar-Innenraum, der oben und unten zwei Lüfter hat,
die heiße Luft separat, aber auch parallel mit unterschiedlichen
Temperaturen und Einstellungen verteilen können, weist für Laue in
die richtige Richtung. "Verbraucher können 25 % Energie sparen,
wenn für eine Pizza nur der kleine Garraum benutzt wird."
Das Gebot der Stunde für Geräte 2020 lautet für Laue deshalb:
"Nicht beim Energielabel und der Deklaration der Geräte stehen
bleiben, sondern auf die tatsächlichen Energieverbräuche im
Haushalt schauen und wie die Verbraucher ihre Geräte nutzen."
"Das Thema Umwelt war vor Jahrzehnten schon wichtig", sagt der
Physiker, der seit 30 Jahren Entwicklungen in Sachen
Energieeffizienz bei Hausgeräten vorantreibt. "Durch mechanische
Änderungen, durch neue Antriebe, aber auch Software sind wir von
damals 180 l Wasser für einen normalen Waschgang auf heute 50 l
heruntergekommen." Da sei mit großem Aufwand noch einiges zu
machen.
Zukunftsweisender ist es für Laue allerdings, Innovationen im Haus
in die Geräteentwicklung einzubinden. Dazu zählen z. B.
Warmwasserleitungen, die u. a. von Solaranlagen gespeist werden,
sowie Geräte, die darauf abgestimmt sind.
So haben neue
Waschmaschinen einiger Hersteller bereits zwei Anschlüsse - einen
für Kalt- und Warmwasser. Ein Teil des Wassers lässt sich mit
regenerativen Energien vorheizen.
Darüber hinaus
"regelt intelligente Steuerungstechnik zusammen
mit Temperatursensoren die optimale Mischung von Kalt- und
Warmwasser", sagt Laue. Künftig sei der Motor die Sensorik, die
Signale aus dem System herauslesen und vergleichen kann sowie sich
optimal ansteuern lasse. "Wie wir durch neue Antriebe Informationen
gewinnen und zu neuen Verfahren kommen, das wird uns die kommenden
Jahre stark beschäftigen."
...
...Es ist bestimmt preiswerter, wenn ich WM & Co
an die Warmwasserleitung mit anschließe und über ein
Elektro-Thermoventil automatisch die Temperatur regelt. 30°C, 45°,
60°, 95°C. (Das Ventil gibt es wahrscheinlich noch nicht
==>> könnt ihr ein Patent anmelden. 4 Temperaturstufen
langen, warum einfach, wenn es kompliziert geht. ...
... Frauen wollen Kochwäsche bei 95°C ???)
In Sachen Energieeffizienz setzen nahezu alle Geräte- und
Waschmittelhersteller verstärkt auf Waschen bei niedrigen
Temperaturen - 30 °C und weniger. "Jedes Grad Temperaturabsenkung,
das unsere
intelligente Chemie bei gleicher Leistung
ermöglicht, ist ein großer Schritt zu mehr Nachhaltigkeit", sagt
Thomas Müller-Kirschbaum. Er ist Leiter für die weltweite Produkt-
und Technologieentwicklung von Wasch- und Reinigungsmitteln bei
Henkel.
( ...
... Das heißt noch lange nicht das alle nur mit 30°C
waschen ==>> da muß ein Gesetz her das die Wäsche waschen bei
mehr als 45°C verbietet.)
Mit Enzymcocktails zu verbesserter Waschkraft in
Niedrigtemperaturen
Wenn man das sieht, bekommt man doch einen
Schock. ==>> Ich will doch bloß
Wäsche waschen und nicht zum Mond fliegen.
Ihre Wirkung entfalten die Produkte durch eine Kombination
konventioneller Tenside mit innovativen Polymerbausteinen und
verbesserten Enzymcocktails. Genau dort sieht auch
Müller-Kirschbaum den Zukunftstrend: im intelligenten
Chemiebaukasten. Dieser umfasse neben Niedrigtemperatur-Enzymen aus
der Biotechnologie auch Ideen zu schaltbaren Tensiden.
Die Niedrigtemperatur-Enzyme sind Weiterentwicklungen von
Basisenzymen, die schon deutlich unterhalb von 30 °C eine stark
verbesserte Waschkraft entfalten. Während solche Moleküle schon zum
Teil im Einsatz sind, sind schaltbare Tenside noch Zukunftsmusik.
Mit entsprechend weiterentwickelten Waschmaschinen könnten sie
einerseits im aktivierten Zustand den Schmutz beim Waschen
aufnehmen, um ihn dann an anderer Stelle im deaktivierten Zustand
wieder abzugeben. "Das kann ein wichtiger Schritt hin zum
vollständigen oder teilweisen Recycling des Waschwassers sein",
sagt Müller-Kirschbaum zur Zukunft des Waschens.
NIKOLA WOHLLAIB
...

... und außerdem wieso wäscht man eigentlich noch
(Nano-Baumwolle). Ich will meine Wäsche nur ausschütteln und schon
ist Sie sauber, sieht aus wie gebügelt und riecht wieder gut nach
Lavendel o. Morgentau. ...