Antwort auf Beitrag Nr.:
41.271.168 von teecee1 am 26.03.11
20:44:5301.07.2011 10:09
Intelligente Stromnetze: (Dumme bzw. faule Endkunden) Microsoft stoppt Endkunden-Dienst
Die IT-Konzerne scheinen kein besonderes Glück dabei zu haben, sich
den für die Zukunft erwarteten Markt mit intelligenten Stromzählern
(Smart Meter) für Endkunden frühzeitig zu erschließen: Nachdem
Google vor wenigen Tagen die Einstellung seines Projekts PowerMeter
verkündete, folgt nun Microsoft. Der Konzern erklärte, sein Projekt
Hohm werde zum 31. Mai 2012 eingestellt.
Der Dienst Hohm sollte US-Kunden bei der effizienten Energienutzung
helfen. Anwender meldeten sich dafür mit ihrer Windows Live ID
sowie Postleitzahl an und konnten ihren Energieverbrauch mit
regionalen und nationalen Durchschnittswerten vergleichen. Wenn sie
diverse weitere Angaben machten, beispielsweise zu ihrer Wohnfläche
oder der Marke ihres Boilers, erhielten sie Empfehlungen zur
Energieeinsparung. Hierfür wurden Algorithmen und Daten verwendet,
die vom Lawrence Berkeley National Laboratory und vom
US-Energieministerium bereitgestellt wurden. In der Betaphase
sollten die Analyseergebnisse durch Rückmeldungen von Nutzern,
Gemeinden und Energieversorgern verfeinert werden. Nach Abschluss
der Testphase sollten die Kunden eines der mit Microsoft
kooperierenden Energie-Unternehmen online auf ihre von digitalen
Zählern erfassten Verbrauchsdaten zugreifen und diese analysieren
lassen können.
Ein ähnliches Vorhaben verfolgte Google auch mit Powermeter,
erklärte zur Einstellung aber, der Dienst habe nicht die erhoffte
Resonanz gefunden. Ähnlich äußert sich nun Microsoft: Zwar sei die
Reaktion von Kunden und Partnern ermutigend gewesen. Jedoch habe
man sich angesichts der doch langsamen Akzeptanz des Dienstes im
Markt für intelligente Stromnetze und -zähler dazu entschieden,
sich auf Produkte und Lösungen zu konzentrieren, die mehr Aussicht
auf Wachstum im Markt der intelligenten Stromnetze hätten.
Microsoft gibt also die Hoffnung nicht vollständig auf, in diesem
Bereich mit eigenen Angeboten reüssieren zu können. Diese Hoffnung
hegen einige Konzerne aus der IT- und Telekommunikationsbranche; so
hat die Deutsche Telekom einen eigenen Geschäftsbereich
"Intelligente Netzlösungen" geschaffen, der sich um intelligente
Stromnetze, aber auch um vernetzte Fahrzeuge, ein vernetztes
Gesundheitswesen und die intelligente Mediendistribution kümmern
soll. (jk)
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01.07.2011 14:50
Wenig Energieeinsparung durch intelligente
Zähler
Intelligente Stromzähler, sogenannten Smart Meter, sollen beim
Stromsparen helfen. Dass die Erwartungen in diese Technik
möglicherweise etwas zu hoch gesteckt sind, zeigt eine Studie (PDF)
des Fraunhofer-Instituts für System- und Informationsforschung
(ISI). Die rund 2000 teilnehmenden Haushalte in Deutschland und
Österreich mit intelligenten Zählen verbrauchten rund 3,7 Prozent
weniger Strom als die Kontrollgruppe mit herkömmlichen Zählern.
Jeder Haushalt sparte damit rund 30 Euro Stromkosten jährlich.
Andererseits kostet der Betrieb der neuen Messstellen pro Jahr etwa
denselben Betrag. Hoch gerechnet auf die gesamte Bundesrepublik
würde sich die Stromeinsparung durch intelligente Zähler auf gut
eine Terawattstunde pro Jahr summieren.
Stärkere Einsparpotenziale verspricht die Kombination eines Smart
Meter mit zeitabhängigen Tarifen. Das zeigte eine Gruppe von 150
Haushalten, deren Stromverbrauch um fast 10 Prozent zurückging.
Allerdings differierten die beiden verfügbaren Tarife in diesem
Fall 10 Cent pro Kilowattstunde. Am Markt ist der Unterschied
wesentlich geringer, so beträgt er etwa bei Yello Strom nur 2,6
Cent pro KWh.
Mehr Nutzen als Endkunden könnten Smart Meter den Energieversorgern
bringen. Sie hätten ständig Zugriff auf aktuelle Verbrauchsdaten
und könnten so ihre Ein- und Verkäufe besser steuern. Außerdem
verbrauchen die elektronischen Messgeräte weniger Energie als die
klassischen Modelle. Andererseits müssen sie häufiger ausgewechselt
werden, da sie nur für jeweils acht Jahre geeicht sind. Bei
herkömmlichen Zählern gilt die Eichung doppelt so lange. (ck)
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02.07.2011, 13:00
Smart Grids
Großkonzerne entern schlaue Stromnetze
Der Ausbau Erneuerbarer Energien macht Stromnetze attraktiver
denn je - zwei Milliardenzukäufe binnen weniger Wochen belegen die
Attraktivität von Unternehmen, die sie steuern können. Auch in
Deutschland gibt es interessante Übernahmekandidaten.
von Kathrin Werner Hamburg
Den hoch gehandelten Anbietern intelligenter Stromnetze, Smart
Grids, steht eine Übernahmewelle vebor. Nach zwei
Milliardenzukäufen innerhalb weniger Wochen erwarten Analysten und
Branchenvertreter weitere große Transaktionen. "Die Tatsache, dass
Smart Grids jetzt Realität werden, zieht viele Investoren und
Übernahmeinteressenten an", sagte Keith Redfearn, der für den
US-Elektronikkonzern General Electric das Smart-Grid-Geschäft in
Nord- und Osteuropa verantwortet, der Financial Times Deutschland.
"Auch wir suchen weiter nach Zukäufen, die gut in unser Portfolio
passen würden."
Seit Jahren reden Energiemanager über schlaue Stromnetze - wann und
wie man damit Geld verdienen könnte, war vielen bislang unklar.
Schon vor einigen Jahren hatte es einige kleinere Übernahmen
gegeben. Doch der Markt entwickelte sich langsamer als erhofft. Nun
zeigen die Milliardeninvestitionen der jüngsten Zeit, dass die
Großkonzerne inzwischen überzeugt sind, mit dynamisch gesteuerten
Netzen Geld verdienen zu können.
Der Stromkreislauf der Zukunft
Smart Grids sind unerlässlich für den Ausbau erneuerbarer Energien.
Moderne Kabeltechnik, Wechselrichter, verschiedene IT-Anwendungen
und intelligente Stromzähler helfen, Schwankungen beim
wetterabhängigen Wind- und Sonnenstrom auszugleichen. Sie
signalisieren, zu welchem Zeitpunkt zusätzliche Kraftwerke
eingeschaltet werden müssen.
Und sie steuern zugleich die Nachfrage so, dass sie sich dem
schwankenden Angebot anpasst: Ein Kühlhaus soll etwa ein paar Grad
mehr heruntergekühlt werden, wenn gerade starker Wind weht oder die
Sonne scheint. Bei Schatten und Flaute wird es dann vorübergehend
ausgeschaltet. Neben intelligenten Netzen soll es auch intelligente
Stromtarife geben, die Verbrauchern einen Anreiz geben, die
Waschmaschine genau dann anzustellen, wenn der Strom gerade im
Übermaß vorhanden und darum entsprechend billig ist.
Infografik: Wo das Stromnetz ausgebaut werden
muss
In mehreren Staaten - etwa in Italien, Großbritannien oder den
Vereinigten Staaten - werden Smart Grids inzwischen staatlich
massiv gefördert. Nach einer Verordnung der Europäischen Union
sollen bis zum Jahr 2020 rund 80 Prozent der Haushalte mit schlauen
Stromzählern ausgestattet werden.
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